vb_man hat geschrieben:Einer meinte doch tatsächlich, es wäre ein unschätzbarer Verdienst, was KB für den deutschen Triathlonsport geleistet habe.
Nanana - keine Majestätsbeleidung bitte. Der Herr ist immerhin Manager (oder Agent) von Faris und Norman. Und bringt uns bald eine Zeitung. Und überhaupt. Also echt. Kritik an KB. Das verdirbt mir ja jetzt echt den Abend...
Weiß eigentlich irgendjemand, was ein Roamie ist? Nicht zufällig so was wie ein Schleimscheisser?
Er meinte Roomie - Zimmernachbar. Näheres erspare ich mir mal...
an so dinge wie sattel tiefer stellen und dehnungsübungen hast ja bestimmt schon gedacht...
quarkwickel helfen auch, hat aber vll ein bischen zu viel esoterisches..
btw hast du deine lauffschuhe vergessen??
Also, heute habe ich Deinen Rat beherzigt und den Sattel ca. 3 mm tiefer gestellt. Was soll ich sagen, völlig beschwerdefrei. Man(n) sollte doch öfter mal auf kluge Frauen hören
an so dinge wie sattel tiefer stellen und dehnungsübungen hast ja bestimmt schon gedacht...
quarkwickel helfen auch, hat aber vll ein bischen zu viel esoterisches..
btw hast du deine lauffschuhe vergessen??
Also, heute habe ich Deinen Rat beherzigt und den Sattel ca. 3 mm tiefer gestellt. Was soll ich sagen, völlig beschwerdefrei. Man(n) sollte doch öfter mal auf kluge Frauen hören
Always look on the bright side of life. Unter diesem Motto sollte der heutige Tag stehen. Die Kamikaze-Gruppe wollte heute Morgen um 09:30 zum Küstenklassiker aufbrechen. Die Mörder-Gruppe und die halbwegs „normale“ Gruppe wollten um 10:00 aufbrechen und nur einen Teil der Küstenstrasse fahren. Ich entscheide mich für Guidos „normale“ Gruppe. Ein weiser Entschluss wie sich später herausstellen sollte, tacis, der eigentlich auf dem Rad stärker ist als ich, wurde in der Kamikaze-Gruppe gnadenlos versenkt. Der Plan war, die übliche Strecke nach Santa Maria, dann über Bunyola und den Col de Soller nach Soller, dann nach Valldemosse und evtl. über den Coll de Claret zurück. Soweit der Plan. Das Problem Santa Maria habe ich heute sehr elegant gelöst; ich habe ganz einfach, ganz laut, „always look on the bright side of life“ vor mich hingesungen habe. Tja, life´s a piece of shit, if you look at it. Das Wetter hat zunächst auch wunderbar mitgespielt. Es war relativ warm und fast windstill und die Sonne ließ sich blicken. Man konnte direkt die Ärmlinge mal wieder runterrollen. Beim Aufstieg auf den Coll de Soller fühle ich mich bärenstark und „fliege“ für meine, Systemgewicht bedingten, Verhältnisse fast die Serpentinen hoch. Ich kann den einen oder anderen einsammeln, was gut fürs Ego ist. Und dann passierst; ein ja 15jähriger Junge mit Streichholzbeinchen überholt mich ganz locker. Das tut weh. Ich muss unbedingt mein Systemgewicht optimieren. Und zwar nicht mit dem Rahmengewicht. Die Abfahrt nach Soller macht richtig Spaß. Die Strasse ist trocken und man kann es gut laufen lassen. Leider habe ich auf einmal einen BMW vor mir, der ziemlich um die Kurven schlich. Da es doch recht enge Serpentinen waren und es ziemlichen Gegenverkehr gab, habe ich mich nicht getraut, zu überholen. Irgendwie sind mir heile Knochen doch lieber als ein Geschwindigkeitsrekord. Wir erreichen Soller bei strahlendem Sonnenschein. Man kann den Puig Major in seiner ganzen Schönheit, wolkenfrei bewundern. Ich überlege kurz, ob ich nicht doch über den Puig fahren soll, bleibe dann aber bei der Gruppe. Die Küstenstrasse von Soller nach Valldemossa über Deja ist einfach herrlich zu fahren. Man kann wirklich spektakuläre Aussichten über die Buchten und über das Mehr genießen. Die Fincas, die hier im Berghang liegen und einen unverbaubaren Blick aufs Meer haben, dürften wohl keine Schnäpphen mehr sein. Das muss auch die Gegend sein, wo Michael Douglas und dieser Scientologen-Arsch ihre Fincas haben. Kurz vor Valldemossa verdunkelt sich der Himmel schlagartig und es fängt an zu regen. Verdammt, tacis muss in der Nähe sein. Wir stellen uns bei der Tankstelle in Valldemossa unter und treffen dort die Kamikaze-Gruppe und die Mörder-Gruppe. Nach ca. 10 min ist der Regenschauer auch schon vorbei. Wir entschließen uns, über Valldemosse und Esglaieta und Santa Maria wieder zurückzufahren. Eine gute Entscheidung; die Berge liegen mittlerweile wieder in dichten, schwarzen Wolken und nach Santa Maria fahren wir im strahlenden Sonnenschein dann nach Hause. Irgendwie fühle ich mich ein wenig verarscht, im Hotel angekommen ist schönstens Pool-Wetter; so hätte es doch auch die letzten 2 Wochen sein können. tacis ist schon vor mir da und ist ziemlich k.o. Nun ja, morgen ist Abreisetag, da wird die Sonne bestimmt vom Himmel knallen. Da wir ja erst um 19:00 am Hotel abgeholt werden, könnte man morgen durchaus noch ein paar Kilometer in der Sonne kurbeln. Mal sehen, wie ich das logistisch auf die Reihe bekomme. Trotz des schlechten Wetters ist die Bilanz eigentlich ganz ok; 1.520 km auf dem Rad, bei zum Teil recht unwirtlichen Bedingungen. Die mentale Härte wurde auf jeden Fall trainiert. Aber vielleicht ist ja am 01.07.07 Sturm und Hagel in Frankfurt; dann hätte sich die Vorbereitung ja gelohnt. Auf jeden Fall freue ich mich wieder auf zu Hause. Man merkt mittlerweile im Hotel den Wechsel der Gäste von den Radfahren und Triathleten zu den Standard-Touristen. Die Hintern werden signifikant breiter und der Anteil der verhaltensauffälligen Briten steigt. Der Club Pollentia ist als Standort für ein Trainingscamp ja ganz gut geeignet, aber hier Urlaub zu machen? Das muss nicht sein. Der nächste Ort ist ca. 3 km entfernt, der Club liegt an einer lauten Hauptstrasse und der Strand ist nur Kies und Schotter. Zwei Wochen all inclusive besoffen am Pool abhängen? Nicht wirklich. So, dann mal sehen, wie ich den Tag morgen sinnvoll verbringe; zu ca. 80 km wären schon nett.
Streckenführung:
Hotel Club Pollentia, Sa Pobla, Richtung Inca durch die Gärten an Sencelles vorbei, Santa Maria, Bunyola, Col de Soller, Soller, Deja, Valldemossa, Santa Maria, durch die Gärten zurück.
Bilanz für den vierzehnten Tag:
Rad: 167.17 km, 17°C, 1330 Hm, 06: 12:49, Ø=26.1 km/h, Ø=113 bpm, 3411 kcal
Abreisetag, Hurra! Auch wenn ein Trainingslager irgendwie schon Spaß macht und tacis wirklich ein guter Kumpel ist; ich freue mich darauf, wieder neben meiner eigenen Frau aufzuwachen und nicht neben dem schnarchenden tacis. Da wir erst um 19:00 vom Hotel abgeholt werden, könnte man ja noch eine kleine Radrunde drehen. Präzise gesagt, ich muss eine Radrunde drehen. Nach der Bilanz gestern Abend habe ich 1.520 km eingefahren und tacis 1.480 km. Wenn ich ihn jetzt fahren lasse, dann hat er mehr km als ich. Wenn ich mit ihm fahre, dann kann ich meinen Vorsprung halten, werde aber höchstwahrscheinlich wieder nass. Also verstauen wir unser Gepäck und unsere Radkoffer, bei tacis ist ja mehr eine lappige Pappkiste und machen uns auf den Weg. Es sollte eine ruhige Runde über Santa Maria, Bunyola und Orient werden, so richtig schön zu ausrollen. Das letzte Mal nach Sa Pobla über die geliebte Schilfstrasse! Das Wetter spielt aber leider nicht mit. Die Berge sind wieder völlig in den Wolken. In Santa Maria machen wir eine Kaffeepause und beschließen den Orient sausen zu lassen und orientieren uns über Alaro und Selva nach Hause. Die Schilfstrasse schenken wir uns und fahren die Nebenstrasse von Campanet über Pollenca zurück. Auf den letzten 15 km habe ich noch mal richtig Druck und drücke lockere 35 km/h in den Gegenwind bei einem Puls von 130 bpm. So langsam komme ich in Form. Wenn ich nur nicht ständig pinkeln müsse. Heute wieder 4-mal, dabei habe ich nur ½ l Wasser getrunken unterwegs. Hoffentlich habe ich nix an der Blase. Zurück im Hotel will uns das Wetter noch mal verarschen und begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein und bestem Poolwetter. Was soll’s, schnell noch geduscht, das Rad auseinandergebaut und in den Radkoffer verstaut und ab auf die Terrasse, noch ein leckeres Hefe trinken. Was bin ich froh, dass ich ein neues Rad bekomme. Die alte Bulls-Möhre ist doch ziemlich am Ende. Das Lenkkopf-Lager hat einen Schlag, das Schaltwerk ist leicht verzogen, die Bremsen und die Reifen sind jetzt völlig runter. Die Generalüberholung kostet mich ein Wochenende und ein paar Euro.
Was gibt’s abschließend zu sagen? Mit dem heutigen Tag 1.620 km mit 11.580 Hm zusammengeradelt. Trotz des durchwachsenden Wetters viel Spaß mit den Jungs und Mädels vom DSW gehabt. Ein ganz dickes Dankeschön an tacis, dass er mich da mitgenommen hat. Ich bin wesentlich sicherer geworden beim Fahren in der Gruppe. Die Herrschaften vom DSW können wenigstens eine anständige 2er-Reihe fahren. Wenn ich da an die Chaos-Truppe vom RV Wenigumstadt denke, wird mir jetzt schon wieder schlecht. Ich bin wieder recht sicher beim Bergabfahren, obwohl ich doch eher zum Angstbremsen als zum Risiko neige. Ich habe die 2 Wochen ohne Sturz und ohne Platten überstanden, da haben andere ganz anders gelitten. Die einzigen Verletzungen habe ich mir aus Doofheit zugeführt, beim Einklicken vom Pedal abgerutscht und das Pedal volle Kanne ans Schienbein gehauen und zweimal in der hundsvottengen Dusche den Fuß an der Duschtür angehauen. Meine gereizte Sehne habe ich dank Voltaren, therapeutischen Gummibären, Opfergaben an San Miguel und nicht zuletzt durch Katjas gute Tipps wieder in die Reihe gebracht. Katjas Eiweißpulver hat meine Regeneration auch nicht unwesentlich unterstützt.
Jetzt sitze ich am Flughafen, stelle fest, dass Condor jetzt Code-Sharing mit Areoflott macht und dass die Herren Al Kyda und Terry Wrist auf dem gleichen Flug eingecheckt sind. Der Kapitän hat so eine Art Bademantel an, einen langen Zottelbart und murmelt irgendwas auf arabisch. Muss ich mir Sorgen machen? Egal, vielleicht sind das ja meine letzten Worte:
Ich liebe Euch alle!
Streckenführung:
Hotel Club Pollentia, Sa Pobla, Inca durch die Gärten an Sencelles vorbei, Santa Maria, Alaro, Lloseta, Selva, Campanet, Pollenca und zurück.
Bilanz für den fünfzehnten Tag:
Rad: 97.78 km, 17°C, 555 Hm, 03:36:21, Ø=27.1 km/h, Ø=100 bpm, 1644 kcal
Wollt Ihr nicht vielleicht noch ein bischen nach Sibirien? Nicht? Schade, dann fang ich mal an die Tränen, die ich die letzten Tage gelacht habe, aufzuwischen.
Wirklich ganz wunderbar, dankesehr.
"Das geht schon" bedeutet:
a) irgendwas ist gleich kaputt
b) irgendwer ist gleich mittel- bis schwer verletzt
Irgendwas ist anders und es ist gut.
Statt tacis Geschnarche habe ich um 10:00 das Schnurren meines Katers im Ohr
10:00? Verdamt, ich habe den Trefpunkt verpasst.
Frohe Ostern, ihr Weihnachtsmänner
meine letzte Nacht war auch irgendwie besser als die Nächte zuvor
Und natürlich war ich heute beim Treffpunkt. Bin aber nur 40km geradelt - ganz locker. Macht schon einen Unterschied, wenn man morgens das Rolo hochmacht und draußen die Sonne scheint