fröhliches inder jagen

Der EMU-Stammtisch

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keko
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Beitrag von keko »

Sportfreundin hat geschrieben:
tobleroneman hat geschrieben: ich bin in meiner jugend auzch nicht gereist, hab auch in der provinz gewohnt.
warum wurde ich kein nazi? :chris76



weil du schweizer bist? ;)

nee...aber weil du ein gewisses niveau hast, was den leuten dort teilweise ziemlich abgeht.


Manche sind halt empfänglicher als andere. Manche verfallen in gleichen Situationen auch Drogen und manche nicht.
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Osso
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Beitrag von Osso »

keko hat geschrieben:Ich glaube auch, dass viele Leute aus der früheren DDR nicht diese offene und liberale Erziehung bekommen haben wie viele aus dem Westen. Ich stelle das manchmal bei Bekannten aus dem Osten fest (in Stuttgart sind ja recht viele), die trotz guter Schulbildung oder Studium teilweise völlig hinterwäldlerische Einstellungen haben.


Sorry keko, aber da muss man schon differenzieren.

Als Kind hat man in der DDR eigentlich sehr viel über Toleranz gelernt. Ich geb mal eined ger Gebote der Jungpioniere zum Besten:

"Wir Jungpioniere halten Freundschaft mit den Kindern der Sowjetunion und aller Länder."

In dem Alter gab es nicht einmal eine Unterscheidung zwischen Gut(Kommies) und Böse(Der Klassenfeind). Ich kann mich nicht erinnern in den mir verbliebenen vier DDR-Schuljahren oder von sonst jemanden aus meinem Umfeld auch nur irgendein rassistisches Statement gehört zu haben. Das ich mich mit Gastarbeitern unterhalten habe war für mich als Kind völlig selbstverständlich. Beliebte Kinderbücher hatten zum Thema, wie der achtjährige Junge aus Kuba, der selber gerade erst Lesen lernte, am Abend sein Wissen an den analphabetischen Großvater weitergibt. Die Erziehung war, in meinen Augen, alles andere als fremdenfeindlich ausgelegt

Was in Erinnerung bleibt ist das totalitäre, Disziplin verlangende System.

Und da kommt jetzt nun eigentlich der Knackpunkt!

Einerseits schätzt man die Disziplin der Ossis, andererseits sind sie "Weltfremd".* Weil sie nicht diese freiheitliche Erziehung hatten. Das taugt allerdings wenig zur Eklärung von Fremdenfeindlichkeit. Die Wende war ein entscheidender Knickpunkt in der Entwicklung Vieler, die meiner Generation angehören.
Ich will jetzt nicht behaupten, das das "Böse" in Form der Fremdenfeindlichkeit nach der Wende aus dem Westen in den Osten herüberschwappte. Nein. Eine latente Fremdenfeindlichkeit war sicherlich vorhanden. Aber! An der idiologische Leere, und vor allem der Perspecktivlosigkeit bei den Wendeverlierern bedienten sich Populisten mit westdeutscher Herkunft im großen Stil.

Die totalitäre Erziehung mag es sicherlich dem einen oder anderen erleichtert haben sich in die rechte "Gruppenordnung" einzufügen. das wurde ausgenutzt.

Was die hinterwäldlerischen Ansichten angeht. Ich weiß jetzt nicht was du darunter verstehst. Nenn mal ein paar Beispiele. Falls es um die üblichen Populären Themen (Kinderschänder-Schwanz Ab, Diebstal-Hand ab,...) geht, so sagt mir meine Erfahrung, das sich die Meinungen Hüben wie Drüben nicht wirlich unterscheiden. Wenn es um feiheitliches Verhalten im Sinne der Sexualerziehung geht möchte ich sogar behaupten das der Ossi dem Wessi um einiges Voraus ist.

Christian


*Ist ein anderes Thema, ob mehr disziplin oder mehr "tu was du willst", insbesondere in der Schule, Kindern besser bekommt.
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Beitrag von chris76 »

tobleroneman hat geschrieben:warum wurde ich kein nazi? :chris76


na wegen der neutralität junge, der krassen neutralitäääääät :lol: :chris76 :cheer
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Osso
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Beitrag von Osso »

pioto hat geschrieben:und vor allem mit Schwarzen (darf man die noch so nennen?)


Politisch Korrekt: "durch seine Pigmentierung sozial Benachteiligter"
Zuletzt geändert von Osso am 22 Aug 2007 12:04, insgesamt 1-mal geändert.
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tobleroneman
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Beitrag von tobleroneman »

keko hat geschrieben:
Sportfreundin hat geschrieben:
tobleroneman hat geschrieben: ich bin in meiner jugend auzch nicht gereist, hab auch in der provinz gewohnt.
warum wurde ich kein nazi? :chris76



weil du schweizer bist? ;)

nee...aber weil du ein gewisses niveau hast, was den leuten dort teilweise ziemlich abgeht.


Manche sind halt empfänglicher als andere. Manche verfallen in gleichen Situationen auch Drogen und manche nicht.


stimmt.
ich war ja eigentlich ein paradebeispiel.
lehre geschmissen, abgehauen, auf der strasse gelebt, alkoholiker und drogensüchtig, keine sozialen kontakte mehr e.t.c.

aber trotzdem hab ich den hass den ich in mir hatte, nie auf andere kanalisiert sondern immer nur auf mich selber.
warum das so war?
hat bestimmt mit meiner enormen sensibilität zu tun und eine gewisse grundintelligenz ist zweifellos vorhanden.
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Beitrag von chris76 »

Osso hat geschrieben:
pioto hat geschrieben:und vor allem mit Schwarzen (darf man die noch so nennen?)


Politisch Korrekt: "durch seine pigmentierung sozial Benachteiligter"


ihr habt doch einen schaden :chris76 :chris76 :chris76 :nono
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pioto
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Beitrag von pioto »

chris76 hat geschrieben:
Osso hat geschrieben:
pioto hat geschrieben:und vor allem mit Schwarzen (darf man die noch so nennen?)


Politisch Korrekt: "durch seine pigmentierung sozial Benachteiligter"


ihr habt doch einen schaden :chris76 :chris76 :chris76 :nono


Wieso ich auch? Osso ist soweit klar! :D
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Beitrag von chris76 »

pioto hat geschrieben:
chris76 hat geschrieben:
Osso hat geschrieben:
pioto hat geschrieben:und vor allem mit Schwarzen (darf man die noch so nennen?)


Politisch Korrekt: "durch seine pigmentierung sozial Benachteiligter"


ihr habt doch einen schaden :chris76 :chris76 :chris76 :nono


Wieso ich auch? Osso ist soweit klar! :D


ja schon wie willst du die denn sonst nennen? wir sind aber :ot ich geh jetzt mal was essen, könnte ein halbes kalb auffressen :chris76
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Sportfreundin
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Beitrag von Sportfreundin »

Osso hat geschrieben: Als Kind hat man in der DDR eigentlich sehr viel über Toleranz gelernt. Ich geb mal eined ger Gebote der Jungpioniere zum Besten:

"Wir Jungpioniere halten Freundschaft mit den Kindern der Sowjetunion und aller Länder."


schön, dass wir das theoretisch gelernt und eingehalten haben. praktisch jedoch bin ich nie einem ausländer begegnet. vielleicht im sommerbad den russenmädchen, deren väter offizier in der sowjetarmee waren. da hat man auch nur abfällig gedacht: "hm...die russen..." beliebt waren sie nicht.

Osso hat geschrieben:In dem Alter gab es nicht einmal eine Unterscheidung zwischen Gut(Kommies) und Böse(Der Klassenfeind).


natürlich wurde da unterschieden. die russen die guten, die amis die schlechten. und die amis waren die, die mit dem wettrüsten begonnen haben. die russen waren ja nicht schuld...nö... ich hab früher gedacht, alle wessis wären böse! :chris76 bis auf die im fernsehen. :lol:

Osso hat geschrieben: Beliebte Kinderbücher hatten zum Thema, wie der achtjährige Junge aus Kuba, der selber gerade erst Lesen lernte, am Abend sein Wissen an den analphabetischen Großvater weitergibt. Die Erziehung war, in meinen Augen, alles andere als fremdenfeindlich ausgelegt


da fällt mir "yasmina und die lotusblüte" ein. schönes buch. aber nicht alle kinder haben gelesen.

Osso hat geschrieben: Die Wende war ein entscheidender Knickpunkt in der Entwicklung Vieler, die meiner Generation angehören.


hab ich gerade ein gutes buch zu gelesen: "als wir träumten" von clemens meyer. handelt im leipzig der nachwendezeit. sehr erschütternd. da sieht man, wie sich das leben mit der plötzlichen freiheit von manchen leuten entwickelt hat. da werden leute zu verbechern oder zu rechten, weil sie einfach mit der freiheit nichts anfangen können.
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tobleroneman
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Beitrag von tobleroneman »

ich schätze allerdings dass oft nur der ort wo man wohnt schon das zünglein an der waage sein kann, ob ein junger der revoltieren will, punk wird oder nazi.

beispiele gibts genügend, vor allem auch hier in der schweiz.
überall in den ländlichen gebieten hats es etliche junge naziglatzen, während in den städten vor allem die punks, anarchisten und jungkommis nachkommen.
das hat sicher einiges mit der infra zu tun.
auf dem land hats weniger ausländer, der mensch ist bodenständiger, sprich konservativer, es gibt weniger kultur und weniger bildung.
es gibt keine kulturzentren für die jungen, der farbige ist ein exot, der schief angschaut wird und am besten zurück soll wo er herkommt.

wenn ein junge zum querschläger wird, schliesst er sich der örtlichen braunen brut an, vor denen haben die menschen angst, das erscheint cool.
wenn dann noch arbeitslosigkein, hoffnungslosigkeit und armut dazukommt, braucht man sîch um den braunen nachwuchs keine sorgen mehr zu machen.

ich schätze das wird im osten deutschlands noch schlimmer.
die menschen da isolieren sich selber, die intelligenz wandert ab, das kapital auch, zurück bleibt eine zeitbombe.
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Beitrag von Osso »

Sportfreundin hat geschrieben:schön, dass wir das theoretisch gelernt und eingehalten haben. praktisch jedoch bin ich nie einem ausländer begegnet. vielleicht im sommerbad den russenmädchen, deren väter offizier in der sowjetarmee waren. da hat man auch nur abfällig gedacht: "hm...die russen..." beliebt waren sie nicht.


Ich fand die polnischen Kinder voll in Ordnung. Die haben uns im Ferienlager immer die bunten Lutscher verkauft, die es bei uns nicht gab.

Sportfreundin hat geschrieben:natürlich wurde da unterschieden. die russen die guten, die amis die schlechten. und die amis waren die, die mit dem wettrüsten begonnen haben. die russen waren ja nicht schuld...nö... ich hab früher gedacht, alle wessis wären böse! :chris76 bis auf die im fernsehen. :lol:


das wurde unterschwellig und später offensichtlich so propagiert. Ist aber wie gesagt für alle im Grundschulalter relativ egal. Das ganze Klassenfeindgedöns kommt ja nicht schon am Anfang der Grundschule. Und mein Opa hat mir als ich acht war gesagt das die im Westen nicht unsere Feinde sind. Seitdem versuche ich mich dran zu halten. Auch wenns schwer fällt.
;)
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Beitrag von Osso »

tobleroneman hat geschrieben:ich schätze allerdings dass oft nur der ort wo man wohnt schon das zünglein an der waage sein kann, ob ein junger der revoltieren will, punk wird oder nazi.

beispiele gibts genügend, vor allem auch hier in der schweiz.
überall in den ländlichen gebieten hats es etliche junge naziglatzen, während in den städten vor allem die punks, anarchisten und jungkommis nachkommen.


Muss man wieder differenzieren. Bein uns im Regierunspräsidium Dessau, gigt es einen Haufen Glatzen aber auch genau so viele Linke. Nur die vermöbeln halt nicht Öfentlichkeitswirksam irgendjemanden. Deswegen liest man auch weniger über die.

In dem Doof aus dem ich kam war es zu meiner Zeit so, das wir zwischen zwei Lagern standen. Gräfenhainichen 10 k Einwohner (Links beherrscht) Zschorns 4 k Einwohner (da wohnte ich, politisch diffus) Möhlau 1,5 k Einwohner (rechts, Asylbewerberheim mit 750 Bewerbern, sehr oft

ob es zu einer linken, bzw. rechten szene kommt, hängte (90er) auch sehr stark davon ab, was die Coolen und der mit dem Meisten Dampf hinterm Hammer machte. Das jetzt natürlich die vorhandenen Struckturen die Entwicklung prägen ist klar. Leider sind die Rechten etwas erfolgreicher bei der Mitgliederwerbung als die Linken.
Zuletzt geändert von Osso am 22 Aug 2007 12:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von MöMö »

tobleroneman hat geschrieben:hallo? :???:
ich bin in meiner jugend auzch nicht gereist, hab auch in der provinz gewohnt.
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Du hattest West-Fernsehen. In Sachens gabs das nicht.
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Osso
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Beitrag von Osso »

chris76 hat geschrieben:
Osso hat geschrieben:
pioto hat geschrieben:und vor allem mit Schwarzen (darf man die noch so nennen?)


Politisch Korrekt: "durch seine pigmentierung sozial Benachteiligter"


ihr habt doch einen schaden :chris76 :chris76 :chris76 :nono


es ist genau so diskriminierend über jemanden absichtlich keinen Witz mehr zu machen als lediglich über ihn Witze zu machen. Desweiter stellt diese Aussage sich uja lediglich gegen eine Übertriebene Art der political correctness, die dazu führt total zu verkrampfen.
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Beitrag von MöMö »

Sportfreundin hat geschrieben:hab ich gerade ein gutes buch zu gelesen: "als wir träumten" von clemens meyer. handelt im leipzig der nachwendezeit. sehr erschütternd. da sieht man, wie sich das leben mit der plötzlichen freiheit von manchen leuten entwickelt hat. da werden leute zu verbechern oder zu rechten, weil sie einfach mit der freiheit nichts anfangen können.
Das ist ganz wichtig. Wir Wessis sind von klein auf in die Freiheit reingewachsen. Allerdings dürften viele Glatzen die Wende nur noch vom Höhrensagen kennen, das ist ja auch schon 18 Jahre her.
Soweit ich weiß, gab es auch in der DDR Rechte und Skins. Nur wurde das totgeschwiegen.
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