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Verfasst: 05 Apr 2005 21:13
von think-or-thwim
An mir ist die kirchliche Erziehung vollkommen vorbei gelaufen. Ich bin evangelisch getauft, jedoch nicht konfirmiert. Ich muß gestehen, daß ich das Ganze auch nicht vermißt habe. Während andere in der frühen Jugend und auch später kirchlich aktiv waren, war ich sportlich aktiv. Das hat mir verdammt viel gegeben. Getroffen hat man sich dann im Religionsunterricht in der Schule, und das war für mich genug Religion.
Ich glaube an etwas Göttliches, doch hat sich bei mir "Gott" nie als ein alter Mann mit weißem Bart eingeprägt, der irgendwo auf der Wolke sitzt und über alles wacht. Auch glaube ich an Jesus als jemand, der Nächstenliebe gelebt und gepredigt hat. Die Menschen haben ihn dann zum Sohn Gottes gemacht, als Beweis dafür , daß es Gott als Gestalt überhaupt gibt.
Einen direkten Bezug zum Papst hatte ich demnach nie. Ich stelle sogar in Frage und bezweifle, ob/daß Jesus jemals eine Einrichtung wie die Kirche gewollt hat. Dennoch ist es völlig natürlich und menschlich, daß sich die Kirche gebildet hat.
In die Geschichte der Kirche darf man gar nicht blicken, und wer realistisch ist, müßte der Kirche sofort den Rücken kehren, wenn man sieht, was alles im Namen der Kirche passiert ist und auf was für Steine sie gebaut ist. Umso mehr sollte man in die Gegenwart und die Zukunft schauen und hoffen, daß sich die Kirche weiterhin zur Aufgabe macht, sich für Frieden und Nächstenliebe einzusetzen. Denn das sollte die "Ware" sein, die die Kirche "verkauft" und sonst nichts.
Kurz nach Beendigung meiner Ausbildung bin ich aus der Kirche ausgetreten. Nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern aus Geldmangel. Abgesehen davon fand/ finde ich es eigenartig, daß in D Kirchensteuern überhaupt behoben werden. So etwas gibt es in keinem anderen Land dieser Erde. In anderen Ländern finanziert sich die Kirche aus den Gemeinden und denen, die die Kirche besuchen; aus freiwilligen Spenden also.
Das "Göttliche" steckt in jedem Menschen. Was jeder Einzelne daraus macht, hängt von einem selbst ab!
Verfasst: 05 Apr 2005 21:30
von Newbie
ähm... wir zahlen hier auch Kirchensteuer!

Verfasst: 05 Apr 2005 21:31
von DragAttack
Newbie hat geschrieben:ähm... wir zahlen hier auch Kirchensteuer!

Gruß Torsten
Verfasst: 05 Apr 2005 21:33
von think-or-thwim
Newbie hat geschrieben:ähm... wir zahlen hier auch Kirchensteuer!

na wunderbar, dann gibts scheinbar 2 Länder, die so verrückt sind, Kirchensteuern zu verlangen!
Hast du sonst noch eine Meinung zu dem Thema?

Verfasst: 05 Apr 2005 21:37
von Olli
think-or-thwim hat geschrieben:An mir ist die kirchliche Erziehung vollkommen vorbei gelaufen. Ich bin evangelisch getauft, jedoch nicht konfirmiert. Ich muß gestehen, daß ich das Ganze auch nicht vermißt habe. Während andere in der frühen Jugend und auch später kirchlich aktiv waren, war ich sportlich aktiv. Das hat mir verdammt viel gegeben. Getroffen hat man sich dann im Religionsunterricht in der Schule, und das war für mich genug Religion.
Ich glaube an etwas Göttliches, doch hat sich bei mir "Gott" nie als ein alter Mann mit weißem Bart eingeprägt, der irgendwo auf der Wolke sitzt und über alles wacht. Auch glaube ich an Jesus als jemand, der Nächstenliebe gelebt und gepredigt hat. Die Menschen haben ihn dann zum Sohn Gottes gemacht, als Beweis dafür , daß es Gott als Gestalt überhaupt gibt.
Einen direkten Bezug zum Papst hatte ich demnach nie. Ich stelle sogar in Frage und bezweifle, ob/daß Jesus jemals eine Einrichtung wie die Kirche gewollt hat. Dennoch ist es völlig natürlich und menschlich, daß sich die Kirche gebildet hat.
In die Geschichte der Kirche darf man gar nicht blicken, und wer realistisch ist, müßte der Kirche sofort den Rücken kehren, wenn man sieht, was alles im Namen der Kirche passiert ist und auf was für Steine sie gebaut ist. Umso mehr sollte man in die Gegenwart und die Zukunft schauen und hoffen, daß sich die Kirche weiterhin zur Aufgabe macht, sich für Frieden und Nächstenliebe einzusetzen. Denn das sollte die "Ware" sein, die die Kirche "verkauft" und sonst nichts.
Kurz nach Beendigung meiner Ausbildung bin ich aus der Kirche ausgetreten. Nicht unbedingt aus Überzeugung, sondern aus Geldmangel. Abgesehen davon fand/ finde ich es eigenartig, daß in D Kirchensteuern überhaupt behoben werden. So etwas gibt es in keinem anderen Land dieser Erde. In anderen Ländern finanziert sich die Kirche aus den Gemeinden und denen, die die Kirche besuchen; aus freiwilligen Spenden also.
Das "Göttliche" steckt in jedem Menschen. Was jeder Einzelne daraus macht, hängt von einem selbst ab!
ToT so änlich sieht meine kirchliche Vergangenheit auch aus, nur das ich heute noch die Kirchensteuer bezahle.
Verfasst: 05 Apr 2005 21:48
von Newbie
think-or-thwim hat geschrieben:Newbie hat geschrieben:ähm... wir zahlen hier auch Kirchensteuer!

na wunderbar, dann gibts scheinbar 2 Länder, die so verrückt sind, Kirchensteuern zu verlangen!
Hast du sonst noch eine Meinung zu dem Thema?

nö - mein Glaube ist genau wie meine Flirts Privatsache
zudem ist mir der Thread viel zu lang um alles nachzulesen
für mich ist Kirchensteuer so normal wie Gemeinde- oder Bundessteuer - ich wusste gar nicht, dass das in anderen Ländern nicht auch so sein soll.

Verfasst: 05 Apr 2005 22:06
von Anja
DragAttack hat geschrieben:Anja hat geschrieben:Ich finde eine Taufe oder Konfirmation/Kommunion/Firmung keinen Schaden. Man kann sich davon auch wieder abwenden und solange ist das für viele zumindest eine Möglichkeit Rituale (christliche Feste), Gemeinschaft (Kinder- und Jugendgruppen - die machen sehr viel mehr als Glauben zu predigen) und eine gewisse Sicherheit (siehe Kekos Tochter) zu erleben.
Ist ein wesentlicher Unterschied, ob man im erwachsenenalter aktiv Eintreten muß um drin zu sei, oder defaultmäßig drinnen ist und austreten muss um nicht mehr drinen zu sein. Find das insbesondere deshalb bedenklich, da ich mich nicht erinnern kann, das mir von Religionslehrern oder sonstigen Geistlichen als Kind je die Wahrheit erzählt wurd. Niemand hat mir erzählt, das es sich dabei um Informationen aus zweiter- dritter- bzw. tausendster Hand handelt. Meistens wurde so getan, als handele es sich um feststehende Tatsache und sie seien selbst dabei gewesen.
IMO Gehirnwäsche - und das in einem Alter in dem man normalerweise noch nicht in der Lage ist das Wort eines Erwachsenen zu hinterfragen.
Ich erachte christliche Werte in unserer Gesellschaft als nahezu unersetzlich. Dazu muß man natürlich mit keinen Sakrementen der Amtskirchen versehen sein - aber man sollte sich mit dem einen oder anderen mal beschäftigt haben.
Anja
Was sind christliche Werte?
Hab nie bestritten, dass Jesus u.a. auch sinnvolles gesagt hat. Würde mich noch nicht mal wehren ihm einen Platz zwischen den großen Philosophen seiner Zeit zuzuordnen. Doch beraubt man sich durch den religiösen Ballast drum herum nicht der Möglichkeit zu selektieren? Kann man einem Sohn Gottes erzählen er habe in einigen Punkten recht, doch hier und dort übers ziel hinaus geschossen und gelegentlich ziemlichen Unsinn gelabert?
Gruß Torsten
Ich mache viel an der Aussage "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst." fest. Derartiges Gedankengut findet man sicher in anderen Religionen auch.
Und ja, ich bin davon überzeugt, daß man Gott oder Jesus sagen kann, daß man manches blöd finde. Ich denke er kann das ab.
Anja
Verfasst: 05 Apr 2005 22:13
von think-or-thwim
Anja hat geschrieben:Ich mache viel an der Aussage "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst." fest. Derartiges Gedankengut findet man sicher in anderen Religionen auch.
Und ja, ich bin davon überzeugt, daß man Gott oder Jesus sagen kann, daß man manches blöd finde. Ich denke er kann das ab.
Anja
"Liebe deinen nächsten wie dich selbst" kann aber auch fatale Folgen haben. Wenn man sich beispielsweise hasst, so müßte man seinen nächsten ebenso hassen!
Verfasst: 05 Apr 2005 22:19
von DragAttack
Anja hat geschrieben:Ich mache viel an der Aussage "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst." fest. Derartiges Gedankengut findet man sicher in anderen Religionen auch.
Gehört zu den Aussagen denen ich zustimme. Halte hierfür jedoch in keiner Form göttlichkeit für notwendig. Was würde die Aussage verlieren, wenn sie von nem gewöhnlichen Philosophen käme?
Und ja, ich bin davon überzeugt, daß man Gott oder Jesus sagen kann, daß man manches blöd finde. Ich denke er kann das ab.
Anja
Unter der Annahme eines Gottes, der all dieses hier erschaffen hätte, müßte man da nicht im Zweifelsfall zur Überzeugung kommen, dass eher ich als er irrt? Wie soll unter der Annahme von göttlichkeit eine kritische Auseinandersetzung mit den Thesen möglich sein?
Gruß Torsten
Verfasst: 05 Apr 2005 22:27
von Bigfoot
naja, in abgewandelter Form gibts den Spruch ja von Kant als kategorischen Imperativ.
in noch weiter abgewandelter Form hat er auch heute noch in jeder sanitären Einrichtung Bedeutung:
" Bitte verlassen sie die Toilette so, wie sie sie vorzufinden wünschen..."

Verfasst: 05 Apr 2005 22:30
von wehaka
Anja hat geschrieben:Und ja, ich bin davon überzeugt, daß man Gott oder Jesus sagen kann, daß man manches blöd finde. Ich denke er kann das ab.
Ist eine schöne selbstbewusste Einstellung.
Andererseits: wenn man an Gott glaubt, nimmt man ihm damit nicht das göttliche? Macht ihn menschlich? Kritisierbar? Angreifbar?
Muss (ein) Gott sich vor Menschen rechtfertigen?
Verfasst: 05 Apr 2005 22:32
von wehaka
Bigfoot hat geschrieben:in noch weiter abgewandelter Form hat er auch heute noch in jeder sanitären Einrichtung Bedeutung:
" Bitte verlassen sie die Toilette so, wie sie sie vorzufinden wünschen..."

Kant oder Gott?
(SCNR)
Verfasst: 05 Apr 2005 22:57
von drullse
Die Geschichte von Drag kommt mir doch sehr bekannt vor. Evangelisch getauft mit 8 Tagen und im Konfirmationsunterricht mal genauer nachgedacht.
So hat quasi die Kirche dafür gesorgt, dass ich dann letztlich ausgetreten bin.
Um an Gott zu glauben, brauche ich keine Kirche. Um nach den sogenannten christlichen Maßstäben zu leben (für mich eher allgemeingültige Regeln), brauche ich keinen Gott.
Und solange mir keiner nachweisen kann, dass es ihn gibt, werde ich auch nicht an Gott glauben. Von dem Beitritt in eine Religionsgemeinschaft mal ganz abgesehen...
Verfasst: 05 Apr 2005 23:35
von Anja
wehaka hat geschrieben:Anja hat geschrieben:Und ja, ich bin davon überzeugt, daß man Gott oder Jesus sagen kann, daß man manches blöd finde. Ich denke er kann das ab.
Ist eine schöne selbstbewusste Einstellung.
Andererseits: wenn man an Gott glaubt, nimmt man ihm damit nicht das göttliche? Macht ihn menschlich? Kritisierbar? Angreifbar?
Muss (ein) Gott sich vor Menschen rechtfertigen?
Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild. Damit ist der Mensch nichts niedriges.
Anja
Verfasst: 05 Apr 2005 23:41
von think-or-thwim
Anja hat geschrieben:Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild.
Anja
Ist Gott Männlein oder Weiblein?
