Angie

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keko
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Beitrag von keko »

Linus hat geschrieben:Toleranter? Ich meine eher ignoranter gegenüber Anderen - mehr so ne Scheißegal-Einstellung.


...nee, geht mehr so in Richtung "live and let live" :smokin:
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DragAttack
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Beitrag von DragAttack »

keko hat geschrieben:Nee, anders rum....: Westerwelle und Wowereit können sich nur deshalb outen, weil die Menschen "draussen" so weit sind. Und die sind nicht wegen Westerwelle und Wowereit so weit, sondern weil sie selbst toleranter geworden sind.
Jein.

Andere Politiker haben sich auch schon wesentlich früher outen können und haben durch gezielte politik auch geselschaftlich einiges bewegt. Auch für Wowereit war sein Outing (wie weit freiwillig, bzw. wie weit er nur einem Zwangsouting der Presse zuvor gekommen ist, ist ein anderes Thema) ein Risiko - schon deshalb, weil er der erste Politiker aus der (auf landesebene) ersten Reihe war, der es riskiert hat.

Was ich Westerwell übelnehme, ist nicht sein langes ausharren im Versteck, sondern die politik, die er ausm Versteck heraus betrieben hat. Wenn die FDP sich damals ihren theoretiscehn Weten (pro bürgerrechte) treu geblieben wäre statt sich der opposition_aus_prinzip_egal_worums_geht anzuschließen, hätte wesentlich mehr erreicht werden können.

Gruß Torsten
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Linus
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Beitrag von Linus »

keko hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:Toleranter? Ich meine eher ignoranter gegenüber Anderen - mehr so ne Scheißegal-Einstellung.


...nee, geht mehr so in Richtung "live and let live" :smokin:


I don't agree.
Wer es ignoriert, daß andere wegen ihrer Hautfarbe angepöbelt werden, daß der Nachbar seit 3 Wochen tot in der Wohnung liegt, daß im nächsten Hausflur eine Frau vergewaltigt oder im Hinterhof ein Kind mißbraucht wird, der ist nicht tolerant sondern ignorant.

Ich gebe zu, daß das jetzt überspitzt formuliert ist, aber in der Grundtendenz sehe ich das so.
Wobei ich zugeben muß, ob meine Nachbarn 3 Wochen im urlaub sind oder tot in der Wohnung liegen würde ich wohl auch nicht direkt merken. Und wenn ich von der Straße Schreie höre, schaue ich auch nicht jedesmal nach, was los ist.
Ich kann Leute, die mich ernst nehmen, einfach nicht ernst nehmen,
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keko
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Beitrag von keko »

Linus hat geschrieben:I don't agree.
Wer es ignoriert, daß andere wegen ihrer Hautfarbe angepöbelt werden, daß der Nachbar seit 3 Wochen tot in der Wohnung liegt, daß im nächsten Hausflur eine Frau vergewaltigt oder im Hinterhof ein Kind mißbraucht wird, der ist nicht tolerant sondern ignorant.


Hmm,.... schwierige Frage :???:

Es gibt sicher Dumpfbacken, denen einfach alles egal ist. Aber der intelligente Mitbürger unterscheidet halt zwischen einem schwulen Westerwelle und einer Frau, die gerade vergewaltigt wird. Beim Westerwelle sollte man relaxed drübergucken, bei der Frau nicht ;)
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drullse
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Beitrag von drullse »

keko hat geschrieben:Beim Westerwelle sollte man relaxed drübergucken, bei der Frau nicht ;)


:lachen

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MöMö
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Beitrag von MöMö »

Linus hat geschrieben:I don't agree.
Wer es ignoriert, daß andere wegen ihrer Hautfarbe angepöbelt werden, daß der Nachbar seit 3 Wochen tot in der Wohnung liegt, daß im nächsten Hausflur eine Frau vergewaltigt oder im Hinterhof ein Kind mißbraucht wird, der ist nicht tolerant sondern ignorant.

Ich gebe zu, daß das jetzt überspitzt formuliert ist, aber in der Grundtendenz sehe ich das so.
Wobei ich zugeben muß, ob meine Nachbarn 3 Wochen im urlaub sind oder tot in der Wohnung liegen würde ich wohl auch nicht direkt merken. Und wenn ich von der Straße Schreie höre, schaue ich auch nicht jedesmal nach, was los ist.

Das ist ein zweischneidiges Schwert.
Einerseits schreit alles nach der sozialen Kontrolle durch das Umfeld, wenn was passiert. Da fragen sich alle, wie das passieren kann, wenn eine Frau 9 Babys gebiert, tötet und in Blumenkästen vergräbt. Oder wenn Eltern ihr Kind verhungern lassen.
Soziale Kontrolle mag hierbei schön und gut sein, wird aber häufig auch als Speißermief abgetan und nicht wenige Menschen fliehen davor in die Anonymität der Städte. Denn auch das hat Vor- und Nachteile. Ich habe kein Bock darauf, daß immer der Vorhang wackelt, wenn ich nach Hause komme und genau registriert wird wann, wie, mit wem etc. Auf dem Dorf lebt es sich als "Randgruppenzugehöriger" nämlich genau deshalb schwieriger, weil es sich schnell herumspricht, wenn Herr XY immer nur Männerbesuch empfängt. "Der wird doch nicht etwa? Allmächt!"
Dafür liegt man auf dem Dorf eben nicht 3 Wochen in seiner Wohnung, bevor man halb verwest gefunden wird....
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Linus
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Beitrag von Linus »

keko hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:I don't agree.
Wer es ignoriert, daß andere wegen ihrer Hautfarbe angepöbelt werden, daß der Nachbar seit 3 Wochen tot in der Wohnung liegt, daß im nächsten Hausflur eine Frau vergewaltigt oder im Hinterhof ein Kind mißbraucht wird, der ist nicht tolerant sondern ignorant.


Hmm,.... schwierige Frage :???:

Es gibt sicher Dumpfbacken, denen einfach alles egal ist. Aber der intelligente Mitbürger unterscheidet halt zwischen einem schwulen Westerwelle und einer Frau, die gerade vergewaltigt wird. Beim Westerwelle sollte man relaxed drübergucken, bei der Frau nicht ;)


Da haben wir ein bißchen aneinander vorbeigeredet. Ich spreche von 80% der Bevölkerung, Du von den restlichen 20%.
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drullse
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Beitrag von drullse »

Eisenmann hat geschrieben:Auf dem Dorf lebt es sich als "Randgruppenzugehöriger" nämlich genau deshalb schwieriger, weil es sich schnell herumspricht, wenn Herr XY immer nur Männerbesuch empfängt. "Der wird doch nicht etwa? Allmächt!"


Da muß man halt drüber stehen...

Dafür liegt man auf dem Dorf eben nicht 3 Wochen in seiner Wohnung, bevor man halb verwest gefunden wird....


Wenn Du eh tot bist...
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Beitrag von MöMö »

drullse hat geschrieben:
Eisenmann hat geschrieben:Auf dem Dorf lebt es sich als "Randgruppenzugehöriger" nämlich genau deshalb schwieriger, weil es sich schnell herumspricht, wenn Herr XY immer nur Männerbesuch empfängt. "Der wird doch nicht etwa? Allmächt!"
Da muß man halt drüber stehen...
Das sagt sich leichter als es ist.

drullse hat geschrieben:
Dafür liegt man auf dem Dorf eben nicht 3 Wochen in seiner Wohnung, bevor man halb verwest gefunden wird....
Wenn Du eh tot bist...
Nicht, wenn man noch 3 Tage davon bewußtlos ist ...
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drullse
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Beitrag von drullse »

Eisenmann hat geschrieben:Nicht, wenn man noch 3 Tage davon bewußtlos ist ...


Im Rahmen unserer Bereitschaften, die wir für die Berliner Feuerwehr fahren, haben wir immer wieder Einsätze mit dem Stichwort "Türöffnung mit Geruch" - immer in Mietshäusern und in der Regel liegen die da dann nicht erst seit gestern drin...

So gesehen haste da sicher Recht.
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DragAttack
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Beitrag von DragAttack »

Eisenmann hat geschrieben:Das ist ein zweischneidiges Schwert.
Einerseits schreit alles nach der sozialen Kontrolle durch das Umfeld, wenn was passiert. Da fragen sich alle, wie das passieren kann, wenn eine Frau 9 Babys gebiert, tötet und in Blumenkästen vergräbt. Oder wenn Eltern ihr Kind verhungern lassen.

Auch soziale Kontrolle ließe sich ja entsprechend dosieren. Halte z.B. die Idee verpflichtender ärztlicher Vorsorgeuntersuchungen eines Kindes für gelungen. Kindern, deren Existenz den Behörden nicht bekannt ist, werden sich dadurch nicht retten lassen. Dieses dürfte jedoch ne absolute Ausnahme sein. Wenn man die entsprechenden Ärzte noch ausreichend schulen würde um Folgen häuslicher Gewalt und Verwarlosung auch als solche zu erkennen könnte diese Regelung IMO viel bewirken.
Auf dem Dorf lebt es sich als "Randgruppenzugehöriger" nämlich genau deshalb schwieriger, weil es sich schnell herumspricht, wenn Herr XY immer nur Männerbesuch empfängt. "Der wird doch nicht etwa? Allmächt!"
Und dann auch noch jedesmal ein anderer - Sodom!

Wie in so einem Umfeld eine Beziehung langfristig funktionieren soll, ist ja zum Glück nicht das Problem der Gardinenglotzer :evil:

Gruß Torsten
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