Der Hitler-Fred

Der EMU-Stammtisch

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Linus
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Beitrag von Linus »

Ich finde die Beschäftigung mit der Zeit von 33 bis 45 eigentlich schon seit 25 Jahren sehr interessant. Ich hatte auch das Glück, von Großeltern ziemlich viel über die Zeit gehört zu haben.

Letztlich gehe ich davon aus, daß die Menschheit heute nicht wesentlich intelligenter oder dümmer ist als damals, und das Ähnliches bei passender Konstellation jederzeit wieder möglich wäre. Für umso wichtiger halte ich die Beschäftigung mit dem "wie konnte es dazu kommen?" Damit meine ich jetzt weniger die politischen Konstellationen seit beginn des 20JH in Europa, sondern das, was sich in den Menschen abgespielt hat.
Und dafür finde ich den Untergang ziemlich gelungen; der Film scheint mir eine ziemlich gelungene Darstellung, insbesondere auch der Person Adolf Hitlers zu sein.
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Ulfila
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Beitrag von Ulfila »

vb_man hat geschrieben:
Also wenn ich es richtig im Kopf habe, sind die USA erst nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour in den WKII eingetreten, worauf Deutschland dann den USA den Krieg erklärt hat.

F.D. Roosevelt wollte eigentlich neutral bleiben und die Außenpolitik der USA hat das deutsche Vorgehen gehen die Sowjets durchaus wohlwollend betrachtet. Das massive Eingrifen der USA in Europa geschah mehr auf Druck von Großbritannien und Frankreich; die humanitären Gründe hat man erst später dann bemüht. Am Schicksal der Juden waren die Amerikaner auch nur mäßig interessiert.
Jetzt nichts falsch verstehen; ohne die USA wäre der Nationalsozialismus nicht 1945 beendet worden.
Aber ich habe große Probleme für die Bombardierung von Hamburg, Berlin, Dresden, etc Dankbarkeit zu empfinden.

Wenn Deutschland damals den Schulterschluss mit den USA gesucht hätte, als Verbündeten gegen den Bolschwismus, dann sähe die Welt heute sicher anders aus.
Das ist ja das Fatale. Eigentlich hatte man überall erst einmal genug von Krieg, weshalb man außenpolitisch Herrn Hitler weit, das heißt zu weit entgegengekommen ist. Und im Grunde ist ja sehr sympathisch, wenn Präsident Roosevelt nicht so eilfertig in einen Krieg zieht wie sein aktueller Amtsnachfolger. Blauäugig war er allerdings auch nicht, d.h., die USA mussten sich auch erst auf einen Krieg vorbereiten, womit sie nicht schon, wie die Deutschen, 1933 begannen. Dieses angebliche Wohlwollen für den deutschen Krieg im Osten ist, glaube ich, eine deutsche Wunschvorstellung. Es gab zwar in den USA eine große Strömung pro-deutsch Gesinnter, aber die haben sich unter den Umständen irgendwann davon verabschiedet. Und dass Stalin und die Sowjetunion in Washingten nicht gerade auf Gegenliebe stießen, ist ja auch kaum verwunderlich.

Was die Bombardierung deutscher Städte betrifft, kann man nur sagen, dass sie militärisch nicht das brachten, was man sich erhoffte: eine Bevölkerung, die den Nazis den Rücken kehrt. Direkt dankbar sollte man dafür eh nicht sein. Aber wem man diese Angriffe verdankt, das sollte man schon wissen. Die Deutschen haben ja nicht nur den Krieg angefangen, sondern hatten ebenfalls vor, durch Bombardements die Engländer mürbe zu machen. Hat aber auch nicht geklappt.

Ich finde es nur interessant, wie dieser Film so aufgenommen wird, weil er mich persönlich überhaupt nicht interessiert. Aber anscheinend finden viele Menschen überhaupt erst durch das Kino einen Zugang zu diesem Thema. Letztendlich bringt der Film aber keine neuen Erkenntnisse, fokussiert natürlich wieder auf die Täter, von denen ich auch vorher wusste, dass es Menschen sind. Ich persönlich erspare mir das also lieber. Ich glaube, dass der letzte Film über Sophie Scholl in vieler Hinsicht mehr bringt, habe diesen allerdings auch nicht gesehen.
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keko
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Beitrag von keko »

Hier mal Details zum Bunker:

http://www.der-untergang.de/fuehrerbunker.php3

Hab gar nicht gewußt, dass er so lange stand. Naja, bei 4m dicken Wänden :roll:
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Ulfila
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Beitrag von Ulfila »

keko hat geschrieben:Hab gar nicht gewußt, dass er so lange stand. Naja, bei 4m dicken Wänden :roll:
Mach mal Urlaub an der französischen Atlantikküste. :D
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Linus
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Beitrag von Linus »

Ulfila hat geschrieben:Ich finde es nur interessant, wie dieser Film so aufgenommen wird, weil er mich persönlich überhaupt nicht interessiert. Aber anscheinend finden viele Menschen überhaupt erst durch das Kino einen Zugang zu diesem Thema. Letztendlich bringt der Film aber keine neuen Erkenntnisse, fokussiert natürlich wieder auf die Täter, von denen ich auch vorher wusste, dass es Menschen sind. Ich persönlich erspare mir das also lieber. Ich glaube, dass der letzte Film über Sophie Scholl in vieler Hinsicht mehr bringt, habe diesen allerdings auch nicht gesehen.
Das verwundert mich jetzt. Daß die Täter Menschen waren ist ja klar und keine Sensation. Nur - wie jemand tickt, der so zum Täter wird, da hätte ich Dir jetzt doch Interesse unterstellt.
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vb_man
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Beitrag von vb_man »

Ulfila hat geschrieben:

Ich finde es nur interessant, wie dieser Film so aufgenommen wird, weil er mich persönlich überhaupt nicht interessiert. Aber anscheinend finden viele Menschen überhaupt erst durch das Kino einen Zugang zu diesem Thema. Letztendlich bringt der Film aber keine neuen Erkenntnisse, fokussiert natürlich wieder auf die Täter, von denen ich auch vorher wusste, dass es Menschen sind. Ich persönlich erspare mir das also lieber. Ich glaube, dass der letzte Film über Sophie Scholl in vieler Hinsicht mehr bringt, habe diesen allerdings auch nicht gesehen.
Alleine der Umstand, daß hier in einem Spaß/Sport-Forum mal über 20 Beiträge lang ernsthaft diskutiert wird ist bemerkenswert.
Natürlich hat man zig Möglichkeiten, sich über die deutsche Geschichte zu informieren, das Fernsehn ist nur eine davon. Wenn dieser Film dazu beiträgt, daß Menschen darüber nachdenken wie sie sich eigentlich verhalten, dann ist das gut. Ich gebe Dir Recht, Dokumentationen über Sophie Scholl oder auch über Stauffenberg, Speer, etc. ermöglichen einen persönlicheren Zugang zu diesem Thema. Wobei ein 90 min Film ohne weitere Aufbereitung und Hintergrundinformation nicht allzu viel bringt. Diejenigen, die auch heute noch mit Nazi-Gedankengut sympathisieren, werden mit solchen Dokumentarfilmen nur schwer erreicht.
btw:
es gibt tatsächlich auch noch andere Quellen als Guido Knopp und ZDF History. Ich kann nachvollziehen, daß die 25. Dokumentation über Hitlers Schäferhunde nicht mehr wirklich prickelnd ist
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keko
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Beitrag von keko »

Ulfila hat geschrieben: Aber anscheinend finden viele Menschen überhaupt erst durch das Kino einen Zugang zu diesem Thema.
Es wird ja speziell das Thema der letzten Tage und Stunden im Bunker behandelt. Zwar kannte ich die ganz groben Eckdaten und Ereignisse davon, habe aber doch einiges dazugelernt. Man sollte sozusagen ein breites Vorwissen haben, um den Film zu kapieren.
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Ulfila
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Beitrag von Ulfila »

Linus hat geschrieben: Das verwundert mich jetzt. Daß die Täter Menschen waren ist ja klar und keine Sensation. Nur - wie jemand tickt, der so zum Täter wird, da hätte ich Dir jetzt doch Interesse unterstellt.
Interessiert mich ja auch. Aber dazu brauche ich keinen Spielfilm, der mir zeigt, wie der Führer depressiv und paralysiert mit den letzten Getreuen im Bunker hockt. Was soll denn da großartig rüberkommen? Das es Irrsinn war? Da sind die üblichen Biographien besser geeignet. Ein bisschen mehr Analyse und weniger Emotionen.

Ich habe ja gar nichts gegen diesen Film, aber mir ist immer noch schleierhaft, wozu er eigentlich gedreht wurde. Er hat ja eben keinen neuen Blickwinkel und künstlerisch auch nichts neues zu bieten. Ich weiß, die Macher fanden es ja schon ziemlich gewagt, einen Film zu präsentieren, der sich sehr nah und direkt fast ausschließlich mit Hitler beschäftigt und ihn außerdem von seiner Seite als Mensch zeigen soll. Na und? Das haben viele Autoren vorher auch getan, soll heißen, das ist aus meiner Sicht zu wenig für ein amitioniertes Projekt.

Allerdings sind die meisten dieser Werke sehr dick. Besonders empfehlenswert ist das von Sebastian Haffner "Anmerkungen über Hitler". Kurz, bündig und präzise formuliert mit pointierten Aussagen über die Lebensleistungen des Diktators.
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MöMö
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Beitrag von MöMö »

Im Gegensatz zu dem, was man in der Schule/Gedenkstätten, etc. zu sehen bekommt, fand ich an dem Film gut, daß versucht wurde eine "Lebenswirklichkeit" der letzten Tage darzustellen. Allein die Szene, wo Eva Braun eine Party feiert und Swing (war damals "entartet"!!!) auflegt, zeigt die Entfremdung der Führungsclique vom Volk. Das findet man in keinem Geschichtsbuch.


Bombenkrieg. Wenn ich richtig informiert bin, haben sich die Amerikaner großteils auf militärische interessante Ziele konzentriert, während die Briten - auch aufs emotionalen Gründen (V2, Coventry) gezielt die Zivilbevölkerung im Auge hatten. Die großen Angriffe gegen Dreden und Hamburg z.B. waren britische.
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keko
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Beitrag von keko »

Ulfila hat geschrieben:
Er hat ja eben keinen neuen Blickwinkel und künstlerisch auch nichts neues zu bieten.
Hast du den Film bzw. beide Teile überhaupt gesehen?

Im Gegensatz zu den 800-Millionen-Hollywoodfilmen mit Happy-End und mindestens einem Helden, geht es in diesem Film erfreulich spartanisch und nüchtern zu. Dafür werden die Charaktere eindrucksvoll und mit Liebe zum Detail gespielt. Ich habe auch noch nie einen solch guten Hitler gesehen. Manchmal wurde einem Angst, dann hatte man fast Mitleid. Und ein neuer Blickwinkel war es insofern auch, dass dieser abartige Führungszirkel in den letzten Stunden beleuchtet wurde.
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DragAttack
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Beitrag von DragAttack »

keko hat geschrieben:Die Sekretärin Traudl Junge übt ja im Nachspann Selbstkritk, indem sie sagt, dass man auch als junger Mensch zumindest hätte hinterfragen können.
Hast du "Im toten Winkel" gesehen?

Gruß Torsten
Greift nur hinein ins volle Menschenleben!
Ein jeder lebt's, nicht vielen ist's bekannt.


In memorem:
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keko
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Beitrag von keko »

DragAttack hat geschrieben:Hast du "Im toten Winkel" gesehen?

Gruß Torsten
Nee, wieso?

Ich weiß darüber nur, was auf der-untergang.de steht.
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Beitrag von vb_man »

Eisenmann hat geschrieben: Bombenkrieg. Wenn ich richtig informiert bin, haben sich die Amerikaner großteils auf militärische interessante Ziele konzentriert, während die Briten - auch aufs emotionalen Gründen (V2, Coventry) gezielt die Zivilbevölkerung im Auge hatten. Die großen Angriffe gegen Dreden und Hamburg z.B. waren britische.
Du hast insofern Recht, daß die Bomber über Dreden das Abzeichen der R.A.F. trugen.
Gleichwohl fällt mir die Differenzierung "faire" US-Kriegsführung, "unfaire" UK-Kriegsführung schwer, immerhin waren sie ja Verbündete.
Krieg ist immer unfair, ob er jetzt Zivilisten involviert oder sich nur auf militärische Ziele konzentriert.
Natürlich ist die deutsche Politik (ich sage bewußt nicht, Die Deutschen) hauptverantwortlich für die Gräuel des 2. Weltkrieges.
Die Bombardierung deutscher Städte wäre ohne die Eskalation des Nazi-Regimes sicher nicht erfolgt.
Gleichwohl kann niemand von mir Dankbarkeit für die Zerstörung deutscher Städte erwarten. Ich bin auch nicht dankbar dafür, daß die Familie meines Vaters aus Danzig vertrieben wurde.
Sollen wir den Amerikanern für den Wiederaufbau, die Care Pakete und die Luftbrücke dankbar sein? Meine Mutter schwärmt heute noch von der leckeren Schulspeisung in Berlin 1948!
Die US-Amerikaner haben den deutschen Wiederaufbau unterstützt, weil wir das Bollwerk gegen die Sowjetunion waren. Wäre der Kalte Krieg nach der Kuba-Krise 1962 eskaliert, Kennedy hätte ohne mit der Wimper zu zucken einen Atomschlag in Deutschland geführt. Die BRD war das "theater"; d.h der Kriegsschauplatz.
Die US-Amerikaner haben uns in den 50er bei der Demokratisierung geholfen, das ist ein großes Verdienst. Gleichwohl haben die US-Amerikaner die Entnazifizierung auch nur halbherzig vorgenommen, man brauchte ja erfahrene Verwaltungsfachleute, die wussten wie der Laden so läuft. Wie sonst haben es wohl die Globkes und Oberländers in die Adenauer Regierung geschafft? Noch ein paar prominente Nazis gefällig?Kurt Georg Kiesinger, BK der großen Koalition war in der NSDAP, Carl Karstens ehemaliger Bundespräsident war in der NSDAP, mir fallen noch mehr ein, aber so viel Speicherplatz haben wir nicht.
Die Amerikaner haben uns geholfen, weil sie Deutschland als Aufmarschgebiet gegen den Warschauer Pakt brauchten, nicht weil sie uns so furchtbar lieb hatten.
Von dem US-General Patton ist überliefert, daß er Präsident Truman praktisch anflehte, nach Moskau vorstoßen zu dürfen. Sinngemäß soll er gesagt haben "wir müssen gegen diese Hurensöhne ohnehin kämpfen, lassen Sie es uns gleich erledigen, jetzt haben wir unsere Panzer hier"
Dann begann der kalte Krieg.
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Mechi
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Beitrag von Mechi »

keko hat geschrieben:
Im Gegensatz zu den 800-Millionen-Hollywoodfilmen mit Happy-End und mindestens einem Helden, geht es in diesem Film erfreulich spartanisch und nüchtern zu. Dafür werden die Charaktere eindrucksvoll und mit Liebe zum Detail gespielt. Ich habe auch noch nie einen solch guten Hitler gesehen. Manchmal wurde einem Angst, dann hatte man fast Mitleid. Und ein neuer Blickwinkel war es insofern auch, dass dieser abartige Führungszirkel in den letzten Stunden beleuchtet wurde.
sehr schön gesagt! Es war meines Wissens auch der erste deutsche Film, der sich derart mit der Person/ Machtapparat Hitler auseinandersetzt. Letztendlich wird Hitler am Ende von seinem eigenen Geschaffenen Bild des perfekten Deutschen eingeholt und hat deswegen ja auch nur einen Ausweg, er/ "Deutschland" muß vergehen... Ich meine, daß dieses in keinem Film bisher so deutlich gezeigt wurde. Auch in Schindlers Liste wird die Vegangeheit eher "künstlerisch" Verarbeitet um so das Publikum zu begeistern.
Als ich der Untergang geschaut habe, bin ich danach jedenfalls nicht mehr in die Kneipe gegangen, stattdessen habe ich mich gefragt, was ich damals getan hätte und Erschreckendes festgestellt. Mit Sicherheit wäre ich mit dem Strom geschwommen, weil aus damaliger Sicht die Ideen der Nazis (die zudem noch perfekt und verständlich verpackt rübergebracht wurden) für meine damilige Situation (wenn ich von heute auf damals übertrage) gepaßt hätten.
In jedem Menschen steckt ein kleiner Hitler, sobald du jemanden die totale Kontrolle über andere Personen gibst, fängt dieser früher oder später an seine persönlichen Vorteile daraus zu ziehen. Harald Welzer ("Opa war kein Nazi") hat zu diesem Thema ein Buch geschrieben -"Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden"- ist ganz interessant, leider hab ich im Moment keine Motivation darin weiterzulesen :roll: .
Mal ne andere Sache: Hat sich von euch schonmal jemand getraut, seinen Opa zu fragen, ob er im Krieg jemanden getötet hat? Ich traue mich jedenfalls nicht, weil ich Angst vor der Antwort habe....


Gruß

Jens
Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
Sören Kierkegaard
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Beitrag von vb_man »

Mechi hat geschrieben:
Mal ne andere Sache: Hat sich von euch schonmal jemand getraut, seinen Opa zu fragen, ob er im Krieg jemanden getötet hat? Ich traue mich jedenfalls nicht, weil ich Angst vor der Antwort habe....


Gruß

Jens
Trau Dich! Nutze die Chance wenn Du noch einen Opa hast zum Fragen.
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