Bei uns ist es zwar nicht in der Zielvereinbarung, jedoch hat die Stadtverwaltung sich an einem großen Automobilhersteller orientiert und ein System aus Rückkehr- und Fürsorgegesprächen eingeführt, das für alle Mitarbeiter auch transparent angekündigt wurde.
Es ist dabei völlig unerheblich aus welchen Gründen man krank geschrieben ist - ab einer gewissen Anzahl Tage am Stück bzw. Tage im Jahr fallen diese Gespräche an. Der Teamleiter (und später dann die Geschäftsleitung, die Personalabteilung) hat zu ergründen worin die Ursachen für die Erkrankung liegen, diese abzustellen (auch ein blöder Job) und den Mitarbeiter dazu zu motivieren sein betriebsschädigendes Verhalten (zu Hause bleiben) zu unterlassen.
Natürlich wird einem hier dann auch gleich gesagt, daß man, wenn man wiederholte an "auffälligen Tagen" krank ist, auch direkt nach den ersten Auffälligkeiten (gleich zu Hause bleiben) eine Stufe höher rutscht und es wird auch gleich mit Abmahnung und Kündigung gedroht, wenn man sein schädigendes Verhalten trotz Gespräch nicht ändert.
Ich hab diese Informationen einen Tag vor meinem Autounfall (Wegeunfall) erfahren - und saß dann da und dachte mir was tun? Mir ging es definitiv schlecht, ich hätte es nicht verhindern können, ganz im Gegenteil, es ist ja passiert, weil ich zur Arbeit fuhr und mein Chef kann das auch nicht ändern. Aber da sitzt man dann mit einem richtig blöden Gefühl zu Hause. Nicht nur, daß es einem eh schon schlecht geht und alles weh tut, man hat dann auch noch im Kopf, daß man die Firma schädigt und man weiß, wenn man nicht schnell genug wieder gesund ist, drohen auch noch Gespräche, wo es um Ursachen und die Abstellung selbiger geht.
Geplante OPs etc. verschiebt man da dann gleich komplett - denn ich werde sicher nicht zu meinem Chef gehen und sagen "Du ich hab das und das, daran kann hier in der Firma keiner was ändern, aber ich werde mehrere Wochen ausfallen."
Aber trägt ja dazu bei, daß alles gesünder sind

und dann auch krank ins Büro kommen und die anderen anstecken. Eine Kollegin meinte mal "ich hab einen Magen-Darm-Infekt, da mußt Du jetzt auch durch, bei uns hatte es schon die ganze Abteilung, aber es traut sich ja keiner zu Hause zu bleiben wegen sowas." Nein, danke.