Ja ja, sich dann wieder auf die Gesetze beziehen. Zunächst aber Grenzen überrennen, sich nicht in einem sicheren Land registrieren lassen, bis sie in Deutschland sind. Teilweise mit Gewalt.Klugschnacker hat geschrieben:Das liegt an den Kosten der Flucht. Die Familien können meistens nur das Geld für eine einzige Person zusammenkratzen. Meistens der durchsetzungsfähigste junge Mann der Familie, dem man zutraut, die lebensgefährliche Flucht zu schaffen. Falls dem Asylantrag stattgegeben wird, was bei Flüchtlingen aus Kriegsgebieten wie Syrien normalerweise der Fall ist, werden die Familien gemäß unserer demokratisch beschlossener Gesetze nachgeholt.Anja hat geschrieben:Wenn das Überleben dort (welches Land auch immer) komplett unmöglich ist, dann frag ich mich, warum die Familien nicht grundsätzlich zusammen fliehen.
Das macht mich sprachlos und wütend
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend
Ich schrieb das, weil ich das Gefühl habe, dass es immer weniger um Asyl geht, sondern die Bevölkerung darauf vorbereitet wird, dass der allergrößte Teil bleibt. Das sehe ich daran, dass man sehr viel über Integrationsmaßsnahmen oder auch Wohnungsbau spricht.Klugschnacker hat geschrieben:Nein. Es geht nicht darum, unserem Land zu helfen. Sondern den Menschen eines anderen. Das wird uns etwas kosten. Der Sinn des Asylrechts ist nicht, Geld zu verdienen.keko hat geschrieben:Ein paar Ärzte, ein paar Ingenieure, viele Mindestlöhner-oder-in-solchen-Ausnahmesituation-auch-darunter-Arbeitende.
Der große Rest fällt in die Sozialsysteme. Die, die man braucht, hat man.
Ist es das, worum es geht?
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend
Ich kann das mittlerweile nicht mehr hören. Ich trage überhaupt keine Schuld für irgendwas, was ich nicht gemacht habe. Ich habe keine Verträge zum Panzerverkauf nach Saudi Arabien gemacht noch sonst irgendwas mit irgendwelchen afrikanischen Diktatoren. Ich zahle einen Haufen Steuern jeden Monat und versuche ein anständiger Mensch zu sein.Klugschnacker hat geschrieben:Müssten: ja, müssen: nein. Ethisch gesehen tragen wir für jeden, dem wir helfen könnten, es aber nicht tun, ein Mitverschulden an seinem Leid. Ohne Wenn und Aber: Für den Preis meines neuen Rades hätte ich dutzende afrikanische Kinder vor dem Erblinden retten können. Da gibt es keine moralische Hintertür.Anja hat geschrieben:Ist es fair nur die Reichen, die sich eine Flucht leisten können, so versorgen und die Armen läßt man im Land sterben? Müßten wir dann nicht alle Syrer herausholen.
Interessant auch die Konstellation meiner Frau. Zunächst augewachsen in Haiti, dann viele Jahre USA, jetzt Deutschland. Glaubst du, die Menschen in Haiti kaufen keine Handys (Rohstoffe aus Afrika), tragen billige Kleidung (kaum Lohn für Arbeiterinnen) und fliegen so oft es geht nach Florida und zurück (Umweltverschmutzung)? Glaubst du, die Menschen dort sind besser, weil sie ärmer sind? Wechselt dann die ethische Schuld meiner Frau, je nachdem welche Staatsangehörigkeit sie hat und in welchem Land sie lebt? Haben deutsche Kinder von Geburt an eine ethische Schuld? Oder erst ab 18? Haben meine eine halbe ehtische Schuld wegen meiner Frau? Oder falls meine Frau eine halbe ethische Schuld hat, haben meine Kinder eine 3/4-ethische Schuld? Und erst ab 18 oder jetzt auch schon? Wie macht man sich überhaupt mitverantwortlich? Fragen über Fragen...
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend
Du trägst Verantwortung nicht nur für das, was Du tust, sondern auch für das, was Du unterlässt.keko hat geschrieben:Ich kann das mittlerweile nicht mehr hören. Ich trage überhaupt keine Schuld für irgendwas, was ich nicht gemacht habe.
Re: Das macht mich sprachlos und wütend
Unterlassung kann manchmal besser sein. Du solltest dich mal mit meiner Frau über Spenden für Haiti unterhalten. Geld ist natürlich grundsätzlich gut, aber nur wenn es ankommt und nicht ein System, das nicht funktioniert, nur zementiert.Klugschnacker hat geschrieben:Du trägst Verantwortung nicht nur für das, was Du tust, sondern auch für das, was Du unterlässt.keko hat geschrieben:Ich kann das mittlerweile nicht mehr hören. Ich trage überhaupt keine Schuld für irgendwas, was ich nicht gemacht habe.
Und bei aller Hilsbereitschaft bzgl. Syrien muss man sich im Klaren sein, dass dadurch das eigentliche Problem in Syrien nicht gelöst wird. Flüchtlinge sind keine Naturkatastrophe oder ein Naturgesetz. Das Problem und deren Lösung liegt bei weltlichen Politikern, Assad und der IS und nicht bei mir.
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend
Es mag ja sein, dass Du Dich nicht als Teil der Ursachen siehst. Du kannst aber ein Teil der Lösung sein. Und deshalb kommt Dir eine Verantwortung zu.keko hat geschrieben:Syrien muss man sich im Klaren sein, dass dadurch das eigentliche Problem in Syrien nicht gelöst wird. Flüchtlinge sind keine Naturkatastrophe oder ein Naturgesetz. Das Problem und deren Lösung liegt bei weltlichen Politikern, Assad und der IS und nicht bei mir.
Re: Das macht mich sprachlos und wütend
Für mich schon. Ich kann nicht die ganze Welt retten. Und ich gehe nicht arbeiten, um mit meinem Geld andere zu retten. Dann soll man mir meinen Lohn dafür bezahlen, anderen zu helfen.Klugschnacker hat geschrieben:Da gibt es keine moralische Hintertür.
Die Argumentation "mit dem Geld, dass Du jetzt für Dein neues MTB ausgibst, kannst auch 30 Kinder retten" ist für mich auf dem Niveau "wir werfen Lebensmittel weg und in Afrika verhungern Menschen". Sorry, ich helfe viel (nein, nicht mit Geld, denn davon versickert einfach zuviel) aber diese unterschwellige Moralkeule mit dem Ziel ein schlechtes Gewissen zu produzieren, schwingt an mir komplett vorbei.
Wir müssen Menschen in Not helfen. Aber nicht bis zur Selbstaufgabe. Und den Weg in diese Richtung sehe ich an einigen Stellen schon begonnen.
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend
Ich bin ja auch für Asyl und die Aufnahme von Flüchtlingen, wenn auch nicht so unkontrolliert und in der Anzahl.Klugschnacker hat geschrieben:Es mag ja sein, dass Du Dich nicht als Teil der Ursachen siehst. Du kannst aber ein Teil der Lösung sein. Und deshalb kommt Dir eine Verantwortung zu.keko hat geschrieben:Syrien muss man sich im Klaren sein, dass dadurch das eigentliche Problem in Syrien nicht gelöst wird. Flüchtlinge sind keine Naturkatastrophe oder ein Naturgesetz. Das Problem und deren Lösung liegt bei weltlichen Politikern, Assad und der IS und nicht bei mir.
Ich erwarte aber, dass sich unsere führenden Politiker um die Lösung des Konflikts kümmern. Ich erwarte "große Politik". Der Westen muss auf Assad und Russland zugehen und man muss gemeinsam muss man IS bekämpfen. Stattdesen erzählt Merkel was von "Wir schaffen das" (---> Ihr schafft das) und lastet das Problem auf uns ab. Das ist schwach!
http://www.tagesschau.de/ausland/syrien ... m-101.html
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend
Wie stellst Du Dir das vor ? 5000 Asylbewerber pro Jahr ?keko hat geschrieben:Ich bin ja auch für Asyl und die Aufnahme von Flüchtlingen, wenn auch nicht so unkontrolliert und in der Anzahl.Klugschnacker hat geschrieben:Es mag ja sein, dass Du Dich nicht als Teil der Ursachen siehst. Du kannst aber ein Teil der Lösung sein. Und deshalb kommt Dir eine Verantwortung zu.keko hat geschrieben:Syrien muss man sich im Klaren sein, dass dadurch das eigentliche Problem in Syrien nicht gelöst wird. Flüchtlinge sind keine Naturkatastrophe oder ein Naturgesetz. Das Problem und deren Lösung liegt bei weltlichen Politikern, Assad und der IS und nicht bei mir.
Ich erwarte aber, dass sich unsere führenden Politiker um die Lösung des Konflikts kümmern. Ich erwarte "große Politik". Der Westen muss auf Assad und Russland zugehen und man muss gemeinsam muss man IS bekämpfen. Stattdesen erzählt Merkel was von "Wir schaffen das" (---> Ihr schafft das) und lastet das Problem auf uns ab. Das ist schwach!
Unser jetziges Asylrecht sollte nicht geändert werden, meine Meinung.
Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen, sollten hier Asyl beantragen können.
Die große Politik arbeitet doch schon daran. Obama will tatsächlich wieder mit Putin reden,
um eine politische Lösung zu finden. Geld will er auch locker machen für die Flüchtlingslager an den Grenzen.
Die große Politik hat aber schon im Syrien-Konflikt viele Fehler gemacht. Frau Merkel wollte sich damals nicht einmischen.
Die halbe westliche Welt hat aber geschrien, man muss was gegen Asad tun, weil er die Leute im eigenen Land mit Giftgas angegriffen hat. Man hat halt nicht damit gerechnet, dass das die IS-Leute die Situation für sich nutzen.
Mir fällt spontan keine Lösung ein.
Wir sollten uns aber mal Fragen, was mit den Waffen passiert, wie wir ins Ausland verkaufen.
Ca. 80000 Menschen arbeiten in der Rüstungsindustrie in Deutschland.
Bei uns wird auch Geld verdient mit den Kriegen dieser Welt.
Wir sind bei vielen Dinge, die hier auf der Welt passieren mit verantwortlich schon durch unser Konsumverhalten.
Re: Das macht mich sprachlos und wütend
http://www.tagesschau.de/ausland/syrien ... m-101.htmlWagnerli hat geschrieben:Wie stellst Du Dir das vor ? 5000 Asylbewerber pro Jahr ?keko hat geschrieben:Ich bin ja auch für Asyl und die Aufnahme von Flüchtlingen, wenn auch nicht so unkontrolliert und in der Anzahl.Klugschnacker hat geschrieben:Es mag ja sein, dass Du Dich nicht als Teil der Ursachen siehst. Du kannst aber ein Teil der Lösung sein. Und deshalb kommt Dir eine Verantwortung zu.keko hat geschrieben:Syrien muss man sich im Klaren sein, dass dadurch das eigentliche Problem in Syrien nicht gelöst wird. Flüchtlinge sind keine Naturkatastrophe oder ein Naturgesetz. Das Problem und deren Lösung liegt bei weltlichen Politikern, Assad und der IS und nicht bei mir.
Ich erwarte aber, dass sich unsere führenden Politiker um die Lösung des Konflikts kümmern. Ich erwarte "große Politik". Der Westen muss auf Assad und Russland zugehen und man muss gemeinsam muss man IS bekämpfen. Stattdesen erzählt Merkel was von "Wir schaffen das" (---> Ihr schafft das) und lastet das Problem auf uns ab. Das ist schwach!
Unser jetziges Asylrecht sollte nicht geändert werden, meine Meinung.
Menschen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen, sollten hier Asyl beantragen können.
Die große Politik arbeitet doch schon daran. Obama will tatsächlich wieder mit Putin reden,
um eine politische Lösung zu finden. Geld will er auch locker machen für die Flüchtlingslager an den Grenzen.
Die große Politik hat aber schon im Syrien-Konflikt viele Fehler gemacht. Frau Merkel wollte sich damals nicht einmischen.
Die halbe westliche Welt hat aber geschrien, man muss was gegen Asad tun, weil er die Leute im eigenen Land mit Giftgas angegriffen hat. Man hat halt nicht damit gerechnet, dass das die IS-Leute die Situation für sich nutzen.
Mir fällt spontan keine Lösung ein.
Wagnerli hat geschrieben:
Wir sollten uns aber mal Fragen, was mit den Waffen passiert, wie wir ins Ausland verkaufen.
Ca. 80000 Menschen arbeiten in der Rüstungsindustrie in Deutschland.
Bei uns wird auch Geld verdient mit den Kriegen dieser Welt.
Für die Krisenregion muss im zweiten Schritt ein Waffenembargo verhängt werden.
Wir hören ja immer, dass wir ein starkes Land sind. Wieso gibt sie hier nicht mal richtig Gas und kniet sich rein? Bei der Griechenlandkrise und Bankenrettung konnte sie das ja auch.
Stattdessen bauen wir eifrig noch mehr Zelte auf und belegen noch mehr Schultunrhallen.
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend
Sorry, den ARD-Beitrag kann ich mir nur zuhause anschauen, werde ich aber tun.

Re: Das macht mich sprachlos und wütend
Hier ist auch noch was, das in die gleiche Kerbe schlägt:Wagnerli hat geschrieben:Sorry, den ARD-Beitrag kann ich mir nur zuhause anschauen, werde ich aber tun.
http://www.focus.de/politik/ausland/nah ... 19724.html
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend
Der sagt aber auch nix Anderes als "die Leute auf der Straße"...keko hat geschrieben:Hier ist auch noch was, das in die gleiche Kerbe schlägt:
http://www.focus.de/politik/ausland/nah ... 19724.html
=>Focus hat geschrieben:Für die Krisenregion muss ein Waffenembargo verhängt werden.
Noch Fragen?Wagnerli hat geschrieben:Wir sollten uns aber mal Fragen, was mit den Waffen passiert, wie wir ins Ausland verkaufen.
Ca. 80000 Menschen arbeiten in der Rüstungsindustrie in Deutschland.
Bei uns wird auch Geld verdient mit den Kriegen dieser Welt.
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend
drullse hat geschrieben:Der sagt aber auch nix Anderes als "die Leute auf der Straße"...keko hat geschrieben:Hier ist auch noch was, das in die gleiche Kerbe schlägt:
http://www.focus.de/politik/ausland/nah ... 19724.html
=>Focus hat geschrieben:Für die Krisenregion muss ein Waffenembargo verhängt werden.
Noch Fragen?Wagnerli hat geschrieben:Wir sollten uns aber mal Fragen, was mit den Waffen passiert, wie wir ins Ausland verkaufen.
Ca. 80000 Menschen arbeiten in der Rüstungsindustrie in Deutschland.
Bei uns wird auch Geld verdient mit den Kriegen dieser Welt.
Angenommen wir würden keine Waffen liefern, dann würde das ein anderer tun. Der Bedarf an Waffen ist da, dieser muss gestoppt werden. Schuldig sind die, die die Waffen als Waffen gegen ihr Volk oder andere Länder richten. Wenn ich als Ingenieur in einer Waffenfabrik arbeite, habe ich keine Verantwortung. Kann sein, dass ich das mit meinem Gewissen nicht vereinbare und kündige. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass Menschen mit Waffen getötet werden. Wenn nicht mit deutschen, dann mit amerikanischen oder russischen Waffen. Für die betroffenen Menschen ändert sich erst etwas, wenn überhaupt keine Waffen mehr benutzt werden, so wie z.B. in Deutschland (Merkel schießt ja nicht). Waffenlieferung verbieten hat etwas Scheinheiliges: ich fühle mich besser, es ändert aber nichts für die Betroffenen.
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend
Nun ja, das Entscheidende ist doch:keko hat geschrieben:Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass Menschen mit Waffen getötet werden. Wenn nicht mit deutschen, dann mit amerikanischen oder russischen Waffen.
Darum geht's. Selbst wenn USA, wir, UDSSR, China oder sonst wer nix mehr liefert - dann schnitzen die sich halt Keulen aus Holz. Und deswegen sehe ich uns halt noch weniger in der Verantwortung dort unten - es sei denn, man sieht uns in der möglichen Rolle als Mediator vor Ort, um Frieden zu stiften.Für die betroffenen Menschen ändert sich erst etwas, wenn überhaupt keine Waffen mehr benutzt werden
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