Die Deutschen sterben aus

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HansM
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von HansM »

drullse hat geschrieben:
keko hat geschrieben:Zudem haben andere Bevölkerungsgruppen deutlich höhere Geburtenraten, als Menschen, die hier schon leben.
Schön umschrieben - und grade mit denen wird die Bildungspolitik noch richtig Probleme haben.
Ähm, meine Kinder haben durch ihre Mutter ja auch einen Migrationshintergrund. Ich seh jetzt nicht, inwieweit die Kids Probleme bereiten werden. Auch wenn ich mir die anderen Kinder in der Kita so anschaue, frage ich mich, inwieweit die mal Problem bereiten werden. Nur weil sie mehr werden? Nicht wirklich, oder? Was zB die Sprache betrifft, sprechen manche schon im Kindergarten besser Deutsch als ihre Eltern.

Oder wie ich es vor kurzem meiner Frau gegenüber formuliert habe: "Der Tag wird kommen, wo die Jungs besser Deutsch reden als Du und besser Spanisch als ich." Sie hat nur genickt.

Ich sehe jetzt wirklich nicht, warum Migrationskinder per se keine normalen Mitglieder dieser Gesellschaft werden oder besondere spezifische Probleme bereiten sollten.
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drullse
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von drullse »

HansM hat geschrieben:Ich sehe jetzt wirklich nicht, warum Migrationskinder per se keine normalen Mitglieder dieser Gesellschaft werden oder besondere spezifische Probleme bereiten sollten.
Kommste mal vorbei, stelle ich dementsprechenden Kontakt her, kein Problem.

Per se vermutlich nicht aber mir reicht das, was ich aus Berliner Schulen mitbekomme vollkommen aus.
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keko
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von keko »

HansM hat geschrieben:
drullse hat geschrieben:
keko hat geschrieben:Zudem haben andere Bevölkerungsgruppen deutlich höhere Geburtenraten, als Menschen, die hier schon leben.
Schön umschrieben - und grade mit denen wird die Bildungspolitik noch richtig Probleme haben.
Ähm, meine Kinder haben durch ihre Mutter ja auch einen Migrationshintergrund. Ich seh jetzt nicht, inwieweit die Kids Probleme bereiten werden. Auch wenn ich mir die anderen Kinder in der Kita so anschaue, frage ich mich, inwieweit die mal Problem bereiten werden. Nur weil sie mehr werden? Nicht wirklich, oder? Was zB die Sprache betrifft, sprechen manche schon im Kindergarten besser Deutsch als ihre Eltern.

Oder wie ich es vor kurzem meiner Frau gegenüber formuliert habe: "Der Tag wird kommen, wo die Jungs besser Deutsch reden als Du und besser Spanisch als ich." Sie hat nur genickt.

Ich sehe jetzt wirklich nicht, warum Migrationskinder per se keine normalen Mitglieder dieser Gesellschaft werden oder besondere spezifische Probleme bereiten sollten.
Per se nicht, aber die Gefahr ist da, wenn viele einwandern, die zum Teil kein Interesse an echter Integration haben bzw. es ihnen durch äussere Umstände (Elternhaus etc.) erschwert wird. Meine Töchter schreiben in Deutsch/Englisch/Franz auch sehr gute Arbeiten auf dem Gymi, aber das ist von unserer Seite (Eltern) auch viel Arbeit gewesen. Du und ich, wir produzieren vermutlich Vorzeigkinder mit Migrationshintergrund. Um die geht es gar nicht.
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la_gune
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von la_gune »

HansM hat geschrieben:
drullse hat geschrieben:
keko hat geschrieben:Zudem haben andere Bevölkerungsgruppen deutlich höhere Geburtenraten, als Menschen, die hier schon leben.
Schön umschrieben - und grade mit denen wird die Bildungspolitik noch richtig Probleme haben.
Ähm, meine Kinder haben durch ihre Mutter ja auch einen Migrationshintergrund. Ich seh jetzt nicht, inwieweit die Kids Probleme bereiten werden. Auch wenn ich mir die anderen Kinder in der Kita so anschaue, frage ich mich, inwieweit die mal Problem bereiten werden. Nur weil sie mehr werden? Nicht wirklich, oder? Was zB die Sprache betrifft, sprechen manche schon im Kindergarten besser Deutsch als ihre Eltern.

Oder wie ich es vor kurzem meiner Frau gegenüber formuliert habe: "Der Tag wird kommen, wo die Jungs besser Deutsch reden als Du und besser Spanisch als ich." Sie hat nur genickt.

Ich sehe jetzt wirklich nicht, warum Migrationskinder per se keine normalen Mitglieder dieser Gesellschaft werden oder besondere spezifische Probleme bereiten sollten.
Zum "per se": Also wenn z.B. in Offenbach in den Stellenausschreibungen für Erzieher(innen) als Vorraussetzungen "türkisch fließend in Wort und Schrift" steht, dann weißt Du in etwa, welche Probleme gemeint sind, oder ? :censored ;)
Und dafür muß ich nicht nach OF schauen sondern nur in den KiGa meiner Tochter oder einfach mal schräg über die Straße in meinem ach so beschaulichen Dorf in den Weinbergen BaWüs. :roll:
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LiamB
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von LiamB »

Aber Schriftsteller und Filmemacher erzählen uns von Überbevölkerung in Europa :nono
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keko
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von keko »

Heute steht in der Zeitung, dass ein paar KM weiter nun 110 Wohnungen fertiggestellt sind. Davon gehen 80 an Flüchtlinge und 30 an andere Bedürftige. Für die nächsten Jahre will man 200 weitere Wohnung errichten bzw. herrichten (meistens für Flüchtlingen mit vorläufigem Bleiberecht). Ich wohne nun schon seit 20 Jahren in Stuttgart bzw. im "Speckgürtel" und in der Zeit sind "günstige" Wohnung (10€/m²) ein Dauerthema. Ein Dauerthema sind Wohnung generell, von Sozialwohnung sprach man eigentlich gar nicht mehr, denn die waren ja noch undenkbarer.
Ich gönne sie auch jedem, egal wer es ist. Und das meine ich auch so! Aber ich wundere mich schon, wie schnell das plötzlich geht und woher das Geld auf einmal kommt. Ich befürchte, das Wahlergebnis im Osten ist uns im Westen nur ein paar Jahre voraus.
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drullse
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von drullse »

keko hat geschrieben:Aber ich wundere mich schon, wie schnell das plötzlich geht und woher das Geld auf einmal kommt. Ich befürchte, das Wahlergebnis im Osten ist uns im Westen nur ein paar Jahre voraus.
Same here.

Einfach die nächsten Wahlen abwarten. Der Bundeshosenanzug wird uns dann weinerlich erklären, dass die Wähler leider alle zu dumm sind und man vielleicht mehr in die Bildung stecken müsste aber das Geld leider nicht da ist. Dann wird noch eine Wahlperiode zusammengerafft was geht und dieses Land den Rechten überlassen.
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Klugschnacker
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von Klugschnacker »

keko hat geschrieben:Aber ich wundere mich schon, wie schnell das plötzlich geht und woher das Geld auf einmal kommt.
Die Unterkünfte für Flüchtlinge werden vom Land bezuschusst. Die Sozialwohnungen werden hingegen von den Kommunen finanziert. Es handelt sich also um zwei verschiedene Geldtöpfe.

Auch ohne Flüchtlinge werden Sozialwohnungen gebaut. Jedoch in erheblich langsamerem Tempo. Ich weiß von Tübingen, das bei Dir in der Nähe liegt, dass innerhalb von nur einem Jahr die Anzahl Sozialwohnungen gebaut wurde, die normalerweise in sechs Jahren gebaut wird.

Dieser langsamere Ausbau hat gute Gründe. Beispielsweise dauert der Prozess vom Genehmigungsverfahren bis zur Fertigstellung des Baus normalerweise mindestens 18 Monate, sofern die Grundstücke bereits der Stadt gehören. Müssen erst noch Grundstücke gekauft werden, dauert der Prozess doppelt so lange, also drei Jahre. Dabei werden Einsprüche seitens der Bevölkerung etc. berücksichtigt, Gutachten eingeholt und so weiter.

Es ist fraglich, ob es besser wäre, den sozialen Wohnungsbau in gleicher Weise Hals über Kopf durchzuziehen, wie es notgedrungen bei den Flüchtlingen der Fall war. Sicher wäre es besser gewesen, die Flüchtlinge wären nicht so plötzlich, sondern über Jahre verteilt hereingetröpfelt. Aber so war es nunmal nicht.
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drullse
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von drullse »

Klugschnacker hat geschrieben:Die Unterkünfte für Flüchtlinge werden vom Land bezuschusst. Die Sozialwohnungen werden hingegen von den Kommunen finanziert. Es handelt sich also um zwei verschiedene Geldtöpfe.
Und? Töpfe kann man ändern.
Auch ohne Flüchtlinge werden Sozialwohnungen gebaut. Jedoch in erheblich langsamerem Tempo. Ich weiß von Tübingen, das bei Dir in der Nähe liegt, dass innerhalb von nur einem Jahr die Anzahl Sozialwohnungen gebaut wurde, die normalerweise in sechs Jahren gebaut wird.

Spannend. Es geht also.
Dieser langsamere Ausbau hat gute Gründe.
Da bin ich jetzt gespannt...
Beispielsweise dauert der Prozess vom Genehmigungsverfahren bis zur Fertigstellung des Baus normalerweise mindestens 18 Monate, sofern die Grundstücke bereits der Stadt gehören. Müssen erst noch Grundstücke gekauft werden, dauert der Prozess doppelt so lange, also drei Jahre. Dabei werden Einsprüche seitens der Bevölkerung etc. berücksichtigt, Gutachten eingeholt und so weiter.
Und wo sind jetzt die guten Gründe?
Es ist fraglich, ob es besser wäre, den sozialen Wohnungsbau in gleicher Weise Hals über Kopf durchzuziehen, wie es notgedrungen bei den Flüchtlingen der Fall war. Sicher wäre es besser gewesen, die Flüchtlinge wären nicht so plötzlich, sondern über Jahre verteilt hereingetröpfelt. Aber so war es nunmal nicht.
Warum ist das fraglich? Bitte sei so gut und beantworte meine Fragen mal etwas genauer - wir haben in Berlin schließlich die gleichen Probleme.

Unsere Stadtentwicklungssenatorin von der Linken (Du weißt, das sind die, die was für die kleinen Leute tun), hat Partizipation an erste Stelle gesetzt. Mit der Folge, dass Neubauvorhaben in ganz Berlin gestoppt oder extrem verlangsamt sind. Und zwar DIE Neubauvorhaben, die eben genau für die "kleinen Leute" da sind.

In Deinen Aufzählungen kommt kein einziger "guter" Grund vor, warum man nicht Sozialwohnungen (die dringendST benötigt werden) in gleicher Weise bauen sollte.

Aus der eigenen Erfahrung: unsere Mieter bleiben in ihren Wohnungen hocken, weil sie bei Auszug einfach keine neue Wohnung mehr finden würden. Gleichzeitig erhöht sich der Druck am Markt immer mehr, der Neubau wird aber politisch gezielt torpediert. Unsere Mieterbetreuer werden ständig von Mietern bekniet, für die Verwandtschaft doch eine Wohnung zu finden - und dann wird mal eben schnell genau vor deren Nase ein Bau für 500 Flüchtlinge gesetzt.

Resultat: AfD in den angrenzenden Wahlbezirken bei 27 - 29%.

Also: her mit den guten Gründen, genau sowas hat mir bisher in Diskussionen nämlich immer gefehlt.
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keko
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von keko »

Klugschnacker hat geschrieben: Es ist fraglich, ob es besser wäre, den sozialen Wohnungsbau in gleicher Weise Hals über Kopf durchzuziehen, wie es notgedrungen bei den Flüchtlingen der Fall war. Sicher wäre es besser gewesen, die Flüchtlinge wären nicht so plötzlich, sondern über Jahre verteilt hereingetröpfelt. Aber so war es nunmal nicht.
Frankreich hatte auch die Probleme, dass nach Ende der Kolonialzeit viele Nordafrikaner einwanderten und Vororte hochgezogen wurden, in denen heute kein vernünftiger Mensch leben möchte. Hier in Stuttgart weiß man natürlich davon und versucht zu mischen. Nicht weit von hier werden neue Wohnungen gebaut, zum großen Teil für Flüchtlinge und zum anderen Teil für Bedürftige. Würdest du dort wohnen wollen? So entstehen dann Ghettos.
Ich gebe auch zu, dass ich ein wenig neidisch bin. Ich kenne viele Familien wie wir, die mühsam ihre alte Wohnung abstottern oder Miete bezahlen. Und dann liest man in der Zeitung, dass 800m weiter nagelneue Wohnung hauptsächlich für Flüchtlinge gebaut werden. Da muss ich dann wirklich durchatmen. (Wohnungen sind hier so begehrt, es gibt praktisch keinen Wohnungsmarkt mehr) Was ist das für eine Politik? Ich begreife das wirklich nicht.
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von captainbeefheart »

keko hat geschrieben:
Klugschnacker hat geschrieben: Es ist fraglich, ob es besser wäre, den sozialen Wohnungsbau in gleicher Weise Hals über Kopf durchzuziehen, wie es notgedrungen bei den Flüchtlingen der Fall war. Sicher wäre es besser gewesen, die Flüchtlinge wären nicht so plötzlich, sondern über Jahre verteilt hereingetröpfelt. Aber so war es nunmal nicht.
Frankreich hatte auch die Probleme, dass nach Ende der Kolonialzeit viele Nordafrikaner einwanderten und Vororte hochgezogen wurden, in denen heute kein vernünftiger Mensch leben möchte. Hier in Stuttgart weiß man natürlich davon und versucht zu mischen. Nicht weit von hier werden neue Wohnungen gebaut, zum großen Teil für Flüchtlinge und zum anderen Teil für Bedürftige. Würdest du dort wohnen wollen? So entstehen dann Ghettos.
Ich gebe auch zu, dass ich ein wenig neidisch bin. Ich kenne viele Familien wie wir, die mühsam ihre alte Wohnung abstottern oder Miete bezahlen. Und dann liest man in der Zeitung, dass 800m weiter nagelneue Wohnung hauptsächlich für Flüchtlinge gebaut werden. Da muss ich dann wirklich durchatmen. (Wohnungen sind hier so begehrt, es gibt praktisch keinen Wohnungsmarkt mehr) Was ist das für eine Politik? Ich begreife das wirklich nicht.
Integration funktioniert nur mit "mischen". Alles andere ist im besten Fall "nebeneinander her", oder eben Ghettoisierung.

Es ist wie bei fast allen Lebensdingen: Der "Schmerz, jetzt sofort" tut zwar weh (also die mühsame Integration mit all dem Stress und den Konflikten) ist aber unvergleichlich kleiner, als der "aufgestaute Schmerz viel später". Die Wucht der Konglikte aus den Ghettos in 5 bis 15 Jahren, den möchte ich nicht aushalten müssen.

Deshalb: Flüchtlinge "kleinteilig" unterbringen und integrieren.
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Anja
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von Anja »

Es wird jetzt hier "Flüchtling", "Asylbewerber" und "anerkannte Asylbewerber" vermischt.

Die Finanzierung der entsprechenden Unterkünfte (Erstaufnahemeinrichtung, Gemeinschaftskunterkünfte, eigene Wohnung) hat unterschiedliche Rechtsgrundlagen und damit unterschiedliche Zuständigkeiten.

Die Kommunen waren verpflichtet sowohl Erstaufnahmeeinrichtungen als auch Gemeinschaftsunterkünfte und besondere Wohnformen für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge bzw. Asylbewerber zur Verfügung zu stellen.

Leider mußten dann halt die Menschen in den Obdachlosenunterkünften näher zusammen rücken und Mieter mußten feststellen, daß ihnen gekündigt wurden, weil der Vermieter das große Geschäft in der Schaffung von Gemeinschaftsunterkünften sah. Und es wurde natürlich auch gebaut: Teilweise erstmal Zeltstädte, aber auch Containerdörfer und Umbauten von Kasernen, Krankenhäusern etc. Leerstehende Wohnräume wurden nutzbar gemacht oder neu geschaffen.

Da sehen dann Menschen, die seit Jahren auf der Warteliste für eine Wohnung stehen, daß andere kommen und sofort eine Unterkunft haben. Daß für "Neuankömmlinge" große Aktionen gemacht werden, für die, die schon da sind und denen es nicht gut geht, aber nur "zusammenrücken" angesagt ist.

Im Asylbewerberleistungsgesetz gibt es keine Vermögenprüfung. In der Grundsicherung nach SGB II und SGB XII schon. Ist das fair?

Menschen die aus der Sozialhilfe keine Unterstützung für Kleidung bekommen (aber auch nichts haben) sehen plötzlich, daß andere "versorgt" werden und mit neuen Möbeln und Kleidung ausgestattet werden, wo sie nichts bekommen, weil ihnen sowas ja nicht zusteht. Mit dem Hartz IV-Empfänger hier hat doch kaum einer Mitleid, oder?

Sozialwohnungen sind in den meisten Städten nicht kommunal finanziert, sondern Wohnungen auf dem freien Markt, deren Mietobergrenze mit den Obergrenzen der übernahmefähigen Kosten der Unterkunft gem. SGB II identisch ist- können damit aber eben auch komplett durch die Bewohner finanziert werden. Letztendlich sind es einfach "günstigere Wohnungen als ortsüblich".

Wenn die KdU durch das Jobcenter übernommen wird, erfolgt hier die Finanzierung aus Bundesmitteln.

Anerkannte Asylbewerber haben keinen Anspruch auf Finanzierung aus Landesmitteln - weder ihre Kosten zum Lebensunterhalt noch ihre Kosten für Unterkunft und Heitzung werden aus Landesmitteln finanziert.
06.05.2012 Caldera Blanca
12.10.2014 - München Marathon * 12.07.2015 - Challenge Roth * 27.09.2015 - Berlin Marathon *
25.09.2016 - Berlin Marathon * 27. - 30.11.2016 Lanzarote Running Challenge * 10.12.2016 Lanzarote Marathon * 09.07.2017 Challenge Roth
captainbeefheart
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von captainbeefheart »

Danke für die Klarstellung.
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von drullse »

captainbeefheart hat geschrieben:Integration funktioniert nur mit "mischen". Alles andere ist im besten Fall "nebeneinander her", oder eben Ghettoisierung.
So ist es, das sollte eigentlich jedem halbwegs intelligentem Menschen klar sein. Schaut man sich an, was und wie geplant wird, kann man daraus die Frage stellen, wie intelligent die Politik so im allgemeinen ist...
Es ist wie bei fast allen Lebensdingen: Der "Schmerz, jetzt sofort" tut zwar weh (also die mühsame Integration mit all dem Stress und den Konflikten) ist aber unvergleichlich kleiner, als der "aufgestaute Schmerz viel später". Die Wucht der Konglikte aus den Ghettos in 5 bis 15 Jahren, den möchte ich nicht aushalten müssen.

Deshalb: Flüchtlinge "kleinteilig" unterbringen und integrieren.
Aber das juckt etliche der Entscheider nicht, denn die haben mit solchen Ghettos nix zu tun.
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Re: Die Deutschen sterben aus

Beitrag von Klugschnacker »

drullse hat geschrieben:Bitte sei so gut und beantworte meine Fragen mal etwas genauer - wir haben in Berlin schließlich die gleichen Probleme.
Ich kann Dir in Sachen Wohnungsbau nichts Neues erzählen. Du bist da der Fachmann. Ich bin der Laie, der hier und da was liest. Wenn Du sagst, es sei anders, als ich es derzeit meine, dann glaube ich Dir das. Ganz sicher nehme ich nicht an dieser Diskussion teil, um Dir etwas über Wohnungsbau zu beizubiegen.

Ich habe zuletzt das Buch von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer gelesen, der mit den Satz "Wir schaffen es nicht" bundesweit bekannt wurde. Er berichtet darin von dem Umstand, dass auf einer Warteliste 500 Tübinger stehen, die eine neue/größere/bessere Sozialwohnung wollen. Man muss sie vertrösten, da diese Wohnungen nicht existieren. Als die Flüchtlinge kamen, waren die Wohnungen binnen Jahresfrist da, allesamt nagelneu aus dem Boden gestampft. Um des Friedens Willen wollte Palmer zunächst die 500 Personen von der Warteliste dort unterbringen; die geflüchteten Menschen dann in die dadurch frei gewordenen (schlechteren) Wohnungen. Es sei in deren Fall von einer vorübergehenden Unterbringung auszugehen, daher sei das zumutbar. Das erwies sich aber als unmöglich, da dann die Zuschüsse vom Land wegfallen. Also müssen die Flüchtlinge in die neuen Unterkünfte. Wen wundert’s, wenn sich dadurch Protestwähler bei der AfD Luft machen?

Ich will damit ausdrücken, dass durch die kurze Zeit, innerhalb derer viele Menschen zu uns kamen, erhebliche Reibungen entstanden sind, für die ich Verständnis habe. Es gibt viele Probleme. Jedoch gibt es gute humanitäre Gründe, die geflüchteten Menschen trotzdem hier aufzunehmen.
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