Diese Frage haben wir ein paar Seiten vorher schon diskutiert.Cogi Tatum hat geschrieben:Gibt es denn auch neue Zahlen zum bereinigten Gender Pay Gap?captainbeefheart hat geschrieben:Heute ist Equal Pay Day.
Bis heute arbeiten die Frauen in Deutschland umsonst.
Das symbolisiert die immer noch vorhandene Lücke von 18%, die sich im Vergleich zumVorjahr marginal verbessert hat.
Traurig.Diese Zahl ist allerdings so undramatisch einstellig, oder?
Oder soll man(n) sich dafür schämen, dass Frau z. B. zwei Jahre bewusst gewählte Pause mit den Kindern genießen konnte, während Mann sich beruflich weiterentwickelt hat?
„Bereinigt“ sind es nahezu unverändert 6%, also bei komplett vergleichbaren Jobs und Qualifikationen. Hier beginnt schon das Problem mit der Argumentation: es wird marginalisiert, weil es ja „undramatisch einstellig“ ist. Ja, einstellig - und trotzdem nicht OK!
Woher kommt dann der Rest der Lücke? Aus der strukturellen Verteilung von Berufen und Branchen, der „typischen Frauenberufe“, die geringer bezahlt werden als „typische Männerberufe“ und weil Frauen sehr viel seltener in Führungspositionen sind.
Auch hier gerne die Marginalisierung des Problems, es wäre halt so mit den Berufen und Branchen und den Geschlechtern. Nein, diese Stereotype sind 2022 nicht mehr OK! Und selbst wenn, dann müssen „typische“ Berufe und Branchen nicht strukturell weniger bezahlen.
Dass Frauen bei Führungspositionen heftig benachteiligt sind, haben wir auch schon ausführlich diskutiert. Hier gibt es kein plausibles Argument, warum das so sein sollte, schon gar nicht das des Kinderkriegens, denn auch hier liegt nur eine stereotype Annahme und zementierte „closed circle“ zugrunde. Es ist einfach eine weithin sichtbare Benachteiligung und nicht OK!
Aktuelle Zahlen und vertiefende Informationen: https://www.destatis.de/DE/Presse/Press ... 8_621.html