Naturwissenschaft hat nicht den Anspruch, die Wahrheit zu kennen. Realität und Wahrheit in der Naturwissenschaft sind immer modellabhängig: "Wahr" ist das Modell, dass in Übereinstimmung mit unserer Erfahrung (den Experimenten) ist.keko hat geschrieben:Dass Siddharta gleichzeitig alles sieht oder Gott seinen Sohn geschickt hat, soll ich mir nicht vorstellen dürfen, weil das ja überhaupt nicht sein kann und weil es ja Größenwahn ist zu denken, dass dies gerade in unserer Zeit passiert ist. Aber dass das Universum aus dem Nichts entstanden ist und wieder zu Nichts wird, dass soll ich akzeptieren. Dann spielt es plötzlich keine Rolle mehr, dass es unvorstellbar ist und es ist auch kein Größenwahn mehr, dass gerade die heutigen Wissenschaftler das rausgefunden habe.
Subjektiv hängt der "Wahrheitsgehalt" natürlich davon ab, wie unmittelbar diese Erfahrungen sind. Der Apfel fällt vom Baum, und wir halten die Gravitation für "wahr", weil wir so etwas jeden Tag erleben und jedenfalls manche von uns die einfachen Gleichungen des Modells anwenden können. Und das, obwohl wir natürlich alles auch nur mittelbar, nämlich durch unsere Sinne, erfahren.
Schwieriger ist es natürlich mit solchen Sachen wie der Urknalltheorie. Wobei man ganz klar sagen muss, dass man die ja nicht glauben soll oder muss: Z.Z. ist es das beste Modell für unser Universum, kein anderes erklärt so viele Experimente. "Wahr" ist es deswegen noch lange nicht; es ist mit Sicherheit unvollständig, in Teilen wahnsinnig ungenau, und vielleich sogar komplett falsch. Wir werden sehen. Trotzdem darf man sich ja der Fasziniation, die von solchen Überlegungen ausgeht, hingeben.
Davon bin ich allerdings auch überzeugt. Wobei ich nicht sicher bin, ob wir über dieses Niveau jemals wesentlich hinauskommen werden.keko hat geschrieben:Ich denke, wir sind diesbezüglich maximal auf dem Niveau, als man noch glaubte, man würde auf der Erde hinten runterfallen, würde man nur weit genug auf´s Meer fahren.