Klugschnacker hat geschrieben:Das Eingreifen Gottes in das Weltgeschehen nach deren Schöpfung ist wieder eine andere Sache. Mir ist keine überzeugende Gegebenheit bekannt, bei der Gott je eingegriffen hätte, wenn man vom Vervielfältigen von Fischen (Speisung der Zehntausend) einmal absieht. Hitler hat drei Attentate überlebt, die Attentäter starben alle. Das ist umso rätselhafter, als dass der allwissende Gott diese Dinge im Moment der Schöpfung natürlich voraussah, schließlich gibt es nichts, was er nicht weiß. Trotzdem schuf Gott die Welt mitsamt all ihrem entsetzlichen Leid. Von seiner Allmacht, die es ihm ohne weiteres erlaubt hätte, eine Welt ohne Leid zu schaffen, machte er keinen Gebrauch, selbst die schlimmsten Auswüchse ließ er zu. Du musst zugeben, dass die Welt sich auf dieser Ebene exakt so verhält, als gäbe es keinen Gott. Für mich ist es ein überzeugendes Argument gegen einen persönlichen Gott, wie die Ziegenhirten vor zweitausend Jahren ihn sich ausdachten.
Das Argument zieht nicht. Denn Gott ist allwissend. Er wusste im Moment der Schöpfung, wie Adam und Eva sich verhalten würden, und dass sie den Weg der "Erbsünde" gehen würden. Obwohl er das wusste, schuf er sie exakt so. Er ist daher für alle Folgen dieses Tuns direkt verantwortlich. Er kann diese Verantwortung nicht auf die Menschen abschieben.keko hat geschrieben: Das erklärt die Kirche mit der Erbsünde. Zunächst waren Adam und Eva nur Gott zugewandt und wurden von ihm beschützt und geführt. Es kam zur Erbsünde (Apfel, Schlange,...) und von da an waren die Menschen frei - bis heute und mit allen Vor- und Nachteilen. Gott ist allerdings immer noch da und hat die Menschen nicht verlassen. Man muß ihn nur suchen.
Da Gott alles weiß und in seiner Allmacht alles tun kann, ist es ihm nicht möglich, etwas "unabsichtlich" zu tun, oder dass die Menschen etwas anderes aus der Welt gemacht hätten, als Gott es wollte. Gott kennt die Folgen und Konsequenzen von allem. Er ist daher auch direkt verantwortlich für alles was geschieht, denn er schuf die Welt im klaren Wissen um diese Geschehnisse.
(Mehr dazu im schmalen, lesenswerten, leider etwas mühsamen Buch des Philosophen Hans Jonas "Der Gottesbegriff nach Auschwitz").
Grüße,
Arne