Roth - Wettkampfberichte
Verfasst: 25 Jun 2007 18:08
Es ist ja immer schön am Leiden anderer teilzuhaben. Deswegen fange ich mal mit meinem ausführlichen Wettkampfbericht von Roth 2007 an.
Samstag:
Anreise, Hektik pur, da bei Freunden in Schwabach erst das Nachtlager aufgeschlagen werden musste, das Rad eingecheckt und dann irgendwann ins Bett. Wie immer keine Zeit mal nach Emuhausen zu schaun. Selber schuld...
Sonntag:
Ich bin so nervös, dass ich kaum schlafen kann und dass obwohl es doch schon das 3. Mal Roth ist. Aber wahrscheinlich bin ich deshalb so nervös, weil ich schon weiß was mich erwartet. Um 4 Uhr hat das quälende Warten dann ein Ende und ich "darf" aufstehen.
Swim:
Alles fängt besch... an, ich schwimme fürchterlich, kann mich nicht erinnern jemals so übel rumgeeiert zu sein. Und das trotz wirklich verbesserten Trainingsleistungen im Wasser. Endzeit: 1:23, so langsam war ich noch nie...
Bike:
Die ersten paar Kilometer muss ich noch an diesem schrecklichen Swim-Part knabbern, deshalb erstmal piano. Langsam komm ich dann ins Rollen, hab eigentlich gut trainiert und muss nix befürchten. Die erste Runde schließe ich locker unter 3 Stunden ab und würde gerne jetzt ein bisschen mehr Gas geben um so bei 5:45 rauszukommen. Naja, leider läufts dann doch nicht so rund. Ich habe mir eine Druckstelle am rechten Fuß geholt und die schmerzt ganz fürchterlich. Wahrscheinlich sind meine Füße zu breit oder der Schuh ist zu schmal. Auf jeden Fall macht Radfahren jetzt keine Spaß mehr (um es höflich zu umschreiben). Alte Weißheit: Benutze im Wettkampf nie ein Teil, dass Du nicht ausführlich getestet hast. Gut mit den Schuhen bin ich mal eine 100 KM Ausfahrt gefahren und da hatte ich keinerlei Probleme... Nach gut 6 Stunden ist auch das Rad geschafft und versuche meine Radschuhe auszuziehen...
Run:
... und leichtfüssig in meine Laufschuhe zu wechseln. Die ersten Meter sind die Hölle. Die Außenseite meines rechten Fußes tut so weh, dass jeder Schritt eine Qual ist. Ach und so soll ich jetzt einen Marathon laufen!? Meine Frau winkt mir ca. 100 Meter nach der Wechselzone fröhlich zu und ist stolz auf mich. Wenn die wüsste wie knapp ich davor bin aufzugeben. Ich hasse es aufzugeben, konnte bisher alle Wettkämpfe irgendwie zu Ende bringen. Aber hier bin ich verdammt knapp davor. KM 2 muss ich gehen, mein Fuss tut einfach zu weh, es geht nicht mehr. Jetzt möchte ich aufgeben, alles wäre so einfach, keine Schmerzen mehr.
Trotzdem "laufe", gehe, humple ich irgendwie weiter. Langsam, sehr langsam. Kilometerschnitt von 7 oder so. Und das nach dieser schönen Vorbereitung, inclusive neuem Hausrekord auf der Halbmarathonstrecke. Konnte im Vorfeld meinen "Dauerlaufschnitt" auf 5:30 erhöhen, eigentlich ein Tempo, dass ich immer und überall laufen kann. Heute nicht. Heute muss ich mit 7:00 kämpfen. Mir gehen viele Gedanken durch den Kopf, ich versuche neue Motivation zu schöpfen. 11:59 war mein Ziel, dass kann nun nicht mehr funktionieren. Was dann? Neue Bestzeit, die alte steht noch immer bei 12:35 (2005). Aber dazu muss ich den Marathon unter 5 Stunden laufen, einen 7er Schnitt bis zum Schluss durchhalten. So lächerlich es heute klingt, in dem Moment glaube ich nicht dran. Aber ich versuchs. Immer schön durch die Versorgungsstände gehen, und dann wieder anlaufen.
Bei KM10 komme ich nach 1:07 durch, immerhin... Irgendwo an der HM-Marke begegne ich nochmal meinen Freunden, die eigens aus Augsburg angereist sind um mich zu unterstützen. Ich freue mich sehr und versuche mich nochmal zusammen zu reißen. Leider wird es nun immer schwieriger. Wohl auch durch meinen sehr "unrunden" Laufstil beginnen die Krämpfe in Wade und Oberschenkel. Ich muss langsamer laufen, versuche trotzdem "dran" zu bleiben. Was mich aufrecht hält ist, dass ich eigentlich bei jedem KM rechne, ob es noch möglich ist meine Bestzeit zu schlagen. Aber ich spüre, dass die "Gehparts" länger werden und das Antreten mir immer schwerer fällt.
Irgendwann komme ich zu KM35 und zum 1. Mal benötige ich jetzt einen Schnitt von unter 7 um noch vor 12:35 ins Ziel zu kommen. Einen Moment bin ich verzweifelt, weil ich es mir einfach nicht mehr zutraue. Ich stelle mir vor wie ich völlig fertig ins Ziel komme mit nichts in den Händen außer meiner Finishermedaille. Keine Bestzeit, kein einziges Zeitziel erreicht und das nach all dem Training in den letzten 6 Monaten... Nein, so soll es nicht enden. Ich suche mir ein paar "schnellere Beine" und finde einen schlanken älteren Herren, der ein bisschen schneller läuft als ich und mich überholt (Vielen Dank an dieser Stelle an Unbekannt!). Mir schießt durch den Kopf: "An dem MUSST Du dranbleiben, dann schaffst Du es!!!" Gesagt getan, ich beiße mich an ihm fest, trete ihm von hinten fasst auf die Füße. Überholen, geht nicht mehr. Meine Zwischenzeiten werden wieder besser, mein Puls geht nochmal auf 150, ich bin wieder im Rennen. Bei keinem Wettkampf musste ich je so leiden wie während dieser letzten 7,2 KM, teilweise wusste ich gar nicht mehr genau welches Kilometerschild als nächstes kommt. Rechnen geht jetzt auch nicht mehr richtig, ich vertraue einfach drauf, dass mich Mr. Unbekannt unter 12:35 ins Ziel bringt. Plötzlich wird der Kollege langsamer, ich kann es kaum glauben. Ich muss ihn überholen und mir ein nächstes Ziel suchen. Wie schwer das ist kann ich heute gar nicht mehr verstehen, aber gestern war das die Hölle für mich. OK, geb nicht auf und pushe wieter so gut es eben geht. Irgendwo kurz vorm Ziel geht es noch ein paar Meter hoch, ich muss gehen, sonst bekomme ich sofort Krämpfe.
Nach unendlich langer Zeit dann komme ich in den Triathlonpark, ich weiß, dass ich die Zeit schaffen werde, möchte aufrecht ins Ziel laufen. Aber selbst das gelingt mir heute nicht wirklich, ich bekomme nämlich quasi auf der Zielgerade nochmal Krämpfe und humple irgendwie durchs Ziel. 12:33:42 -> Mission Roth 2007 completed!!!
Samstag:
Anreise, Hektik pur, da bei Freunden in Schwabach erst das Nachtlager aufgeschlagen werden musste, das Rad eingecheckt und dann irgendwann ins Bett. Wie immer keine Zeit mal nach Emuhausen zu schaun. Selber schuld...
Sonntag:
Ich bin so nervös, dass ich kaum schlafen kann und dass obwohl es doch schon das 3. Mal Roth ist. Aber wahrscheinlich bin ich deshalb so nervös, weil ich schon weiß was mich erwartet. Um 4 Uhr hat das quälende Warten dann ein Ende und ich "darf" aufstehen.
Swim:
Alles fängt besch... an, ich schwimme fürchterlich, kann mich nicht erinnern jemals so übel rumgeeiert zu sein. Und das trotz wirklich verbesserten Trainingsleistungen im Wasser. Endzeit: 1:23, so langsam war ich noch nie...
Bike:
Die ersten paar Kilometer muss ich noch an diesem schrecklichen Swim-Part knabbern, deshalb erstmal piano. Langsam komm ich dann ins Rollen, hab eigentlich gut trainiert und muss nix befürchten. Die erste Runde schließe ich locker unter 3 Stunden ab und würde gerne jetzt ein bisschen mehr Gas geben um so bei 5:45 rauszukommen. Naja, leider läufts dann doch nicht so rund. Ich habe mir eine Druckstelle am rechten Fuß geholt und die schmerzt ganz fürchterlich. Wahrscheinlich sind meine Füße zu breit oder der Schuh ist zu schmal. Auf jeden Fall macht Radfahren jetzt keine Spaß mehr (um es höflich zu umschreiben). Alte Weißheit: Benutze im Wettkampf nie ein Teil, dass Du nicht ausführlich getestet hast. Gut mit den Schuhen bin ich mal eine 100 KM Ausfahrt gefahren und da hatte ich keinerlei Probleme... Nach gut 6 Stunden ist auch das Rad geschafft und versuche meine Radschuhe auszuziehen...
Run:
... und leichtfüssig in meine Laufschuhe zu wechseln. Die ersten Meter sind die Hölle. Die Außenseite meines rechten Fußes tut so weh, dass jeder Schritt eine Qual ist. Ach und so soll ich jetzt einen Marathon laufen!? Meine Frau winkt mir ca. 100 Meter nach der Wechselzone fröhlich zu und ist stolz auf mich. Wenn die wüsste wie knapp ich davor bin aufzugeben. Ich hasse es aufzugeben, konnte bisher alle Wettkämpfe irgendwie zu Ende bringen. Aber hier bin ich verdammt knapp davor. KM 2 muss ich gehen, mein Fuss tut einfach zu weh, es geht nicht mehr. Jetzt möchte ich aufgeben, alles wäre so einfach, keine Schmerzen mehr.
Trotzdem "laufe", gehe, humple ich irgendwie weiter. Langsam, sehr langsam. Kilometerschnitt von 7 oder so. Und das nach dieser schönen Vorbereitung, inclusive neuem Hausrekord auf der Halbmarathonstrecke. Konnte im Vorfeld meinen "Dauerlaufschnitt" auf 5:30 erhöhen, eigentlich ein Tempo, dass ich immer und überall laufen kann. Heute nicht. Heute muss ich mit 7:00 kämpfen. Mir gehen viele Gedanken durch den Kopf, ich versuche neue Motivation zu schöpfen. 11:59 war mein Ziel, dass kann nun nicht mehr funktionieren. Was dann? Neue Bestzeit, die alte steht noch immer bei 12:35 (2005). Aber dazu muss ich den Marathon unter 5 Stunden laufen, einen 7er Schnitt bis zum Schluss durchhalten. So lächerlich es heute klingt, in dem Moment glaube ich nicht dran. Aber ich versuchs. Immer schön durch die Versorgungsstände gehen, und dann wieder anlaufen.
Bei KM10 komme ich nach 1:07 durch, immerhin... Irgendwo an der HM-Marke begegne ich nochmal meinen Freunden, die eigens aus Augsburg angereist sind um mich zu unterstützen. Ich freue mich sehr und versuche mich nochmal zusammen zu reißen. Leider wird es nun immer schwieriger. Wohl auch durch meinen sehr "unrunden" Laufstil beginnen die Krämpfe in Wade und Oberschenkel. Ich muss langsamer laufen, versuche trotzdem "dran" zu bleiben. Was mich aufrecht hält ist, dass ich eigentlich bei jedem KM rechne, ob es noch möglich ist meine Bestzeit zu schlagen. Aber ich spüre, dass die "Gehparts" länger werden und das Antreten mir immer schwerer fällt.
Irgendwann komme ich zu KM35 und zum 1. Mal benötige ich jetzt einen Schnitt von unter 7 um noch vor 12:35 ins Ziel zu kommen. Einen Moment bin ich verzweifelt, weil ich es mir einfach nicht mehr zutraue. Ich stelle mir vor wie ich völlig fertig ins Ziel komme mit nichts in den Händen außer meiner Finishermedaille. Keine Bestzeit, kein einziges Zeitziel erreicht und das nach all dem Training in den letzten 6 Monaten... Nein, so soll es nicht enden. Ich suche mir ein paar "schnellere Beine" und finde einen schlanken älteren Herren, der ein bisschen schneller läuft als ich und mich überholt (Vielen Dank an dieser Stelle an Unbekannt!). Mir schießt durch den Kopf: "An dem MUSST Du dranbleiben, dann schaffst Du es!!!" Gesagt getan, ich beiße mich an ihm fest, trete ihm von hinten fasst auf die Füße. Überholen, geht nicht mehr. Meine Zwischenzeiten werden wieder besser, mein Puls geht nochmal auf 150, ich bin wieder im Rennen. Bei keinem Wettkampf musste ich je so leiden wie während dieser letzten 7,2 KM, teilweise wusste ich gar nicht mehr genau welches Kilometerschild als nächstes kommt. Rechnen geht jetzt auch nicht mehr richtig, ich vertraue einfach drauf, dass mich Mr. Unbekannt unter 12:35 ins Ziel bringt. Plötzlich wird der Kollege langsamer, ich kann es kaum glauben. Ich muss ihn überholen und mir ein nächstes Ziel suchen. Wie schwer das ist kann ich heute gar nicht mehr verstehen, aber gestern war das die Hölle für mich. OK, geb nicht auf und pushe wieter so gut es eben geht. Irgendwo kurz vorm Ziel geht es noch ein paar Meter hoch, ich muss gehen, sonst bekomme ich sofort Krämpfe.
Nach unendlich langer Zeit dann komme ich in den Triathlonpark, ich weiß, dass ich die Zeit schaffen werde, möchte aufrecht ins Ziel laufen. Aber selbst das gelingt mir heute nicht wirklich, ich bekomme nämlich quasi auf der Zielgerade nochmal Krämpfe und humple irgendwie durchs Ziel. 12:33:42 -> Mission Roth 2007 completed!!!
Gut einen Meter Tape-Band um mein entzündetes Knie.
. Caro wieder zurück und ich stehe im Regen. Beutel kommt. Alles i.O. ZU Freunden nach Erlangen gefahren. Da später angekommen und somit länger geblieben. Deshalb bin ich nicht mehr zum Heuberg gekommen - Schade.
. also raus aus dem wasser, neo runter und in die büsche geschlagen
und mehr recht als schlecht weiter. endzeit 1:41, einerseits unterirdisch, andererseits war ich froh überhaupt angekommen zu sein
und mich entgültig von den verbliebenen emus verabschiedet
ich hatte dieses Jahr nur ein mal eine Blase und jetzt im WK gleich zwei... naja, ab da ging es mit den Zeiten dahin (die ersten 5 km in 26 dann 29, dann 35-40...) und bei km 23 kamen auch schon die ersten Krämpfe.
da konnten die mich gar nicht erkennen.
und unter 5 bin ich geblieben
?
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