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Die Tiefen und Abgründe des Amateurdopings...
Verfasst: 12 Jul 2007 07:47
von Friedrichvontelramund
...wenn wir uns alle über die Pro's unterhalten, sollten wir auch mal auf die Amateure schauen. Eine Kollegin erzählte mir, dass sie vor kurzem in der Spinning Gruppe im Fitnesscenter angesprochen wurde, sich der Rad-Gruppe anzuschließen. Dabei erzählte dann einer wohl ganz unbeschwert, dass sie ca. 2 mal im Jahr nach Tschechien zur "Epo-Kur" fahren. Das sind Typen, die wohl völlig durchgeknallt sind...fahren jedes We ca 400 KM, trainieren unter Woche auch noch wie die blöden und fühlen sich wie die Helden....
Abgesehen davon, dass sie bescheißen, finde ich es asozial, dass die Gemeinschaft (nämlich der Beitragszahler in den Gesundheitssystemen) auch noch für die Typen aufkommen muss, wenns dann mal schief geht!

Re: Die Tiefen und Abgründe des Amateurdopings...
Verfasst: 12 Jul 2007 08:31
von Stefan
friedrichvontelramund hat geschrieben:Abgesehen davon, dass sie bescheißen, finde ich es asozial, dass die Gemeinschaft (nämlich der Beitragszahler in den Gesundheitssystemen) auch noch für die Typen aufkommen muss, wenns dann mal schief geht!

Für Raucher, Trinker, "Fresser",Autoraser und verunfallte Triathleten kommt das System doch auch auf!
Re: Die Tiefen und Abgründe des Amateurdopings...
Verfasst: 12 Jul 2007 09:05
von BLUE
friedrichvontelramund hat geschrieben:...wenn wir uns alle über die Pro's unterhalten, sollten wir auch mal auf die Amateure schauen. Eine Kollegin erzählte mir, dass sie vor kurzem in der Spinning Gruppe im Fitnesscenter angesprochen wurde, sich der Rad-Gruppe anzuschließen. Dabei erzählte dann einer wohl ganz unbeschwert, dass sie ca. 2 mal im Jahr nach Tschechien zur "Epo-Kur" fahren. Das sind Typen, die wohl völlig durchgeknallt sind...fahren jedes We ca 400 KM, trainieren unter Woche auch noch wie die blöden und fühlen sich wie die Helden....
Abgesehen davon, dass sie bescheißen, finde ich es asozial, dass die Gemeinschaft (nämlich der Beitragszahler in den Gesundheitssystemen) auch noch für die Typen aufkommen muss, wenns dann mal schief geht!

zumindest schaden die typen nur selber. ich hab gespreche von 10 jährigen schwimmerinnen mitbekommen, da bleibt der mund 2h offen vor staunen, wie dämlich die erltern sein können.
Re: Die Tiefen und Abgründe des Amateurdopings...
Verfasst: 12 Jul 2007 09:16
von meggele
BLUE hat geschrieben:zumindest schaden die typen nur selber. ich hab gespreche von 10 jährigen schwimmerinnen mitbekommen, da bleibt der mund 2h offen vor staunen, wie dämlich die erltern sein können.
Sie schaden auch anderen, weil so ein harmloses Bild des Dopings transportiert wird.
Verboten? Ach, egal, machen ja eh alle. - Das war's dann auch.
Verfasst: 12 Jul 2007 09:33
von Linus
Ehrlich gesagt - ich verstehe das nicht. Und was man nicht versteht sollte man auch nicht kommentieren.
Andererseits - ich will das auch gar nicht verstehen. Und eigentlich erübrigt sich auch jeder Kommentar unter Menschen, deren IQ zumindest dem einer durchschnittlichen Salatgurke entspricht.
Verfasst: 12 Jul 2007 09:39
von Kampa
Ich hab das glaub ich irgendwo schon mal geschrieben.
Meiner Meinung nach liegt die Wurzel für das Übel darin, dass jeder sich wünscht etwas Besonderes vor allem aber was Besseres gegenüber den anderen zu sein. Im Sport geht das relativ leicht durch die Vergleichbarkeit im WK und vereinsinternen Rankings. Der Wunsch sich zu Überhöhen gegenüber anderen nimmt permanent zu. Man kann versagen oder gewinnen aber das Schlimmste scheint mir für die meisten zu sein, sich in einer Art "Mittelmaß" zu bewegen.
Hieraus wird dann wohl auch die Motivation und die Gleichgültigkeit bzw. bewußte Grenzüberschreitung der Bereiche Fairness und Akzeptanz der eigenen Leistungsfähigkeit gezogen.
Die moralischen Werte treten zugunsten der persönlichen Befriedigung zurück.
Ein gefährlicher und bedenklicher Weg, denn mit einem Versagen oder einer Krankheit kann schnell auch der komplette persönliche Absturz erfolgen.
Mit dem "sich abheben wollen" dem "besser sein" also "was Besseres sein" verläßt man gerade die gesellschaftlichen Strukturen, die durch gleiche Wertvorstellungen eine größere Masse / Gruppe darstellen von der man, wenn man sich noch in ihr bewegt auch aufgefangen werden kann. Diejenigen, die durch Begabung und Veranlagung besser waren, plumpsen mehr oder weniger sanft zurück, wenn es nicht mehr geht, denn sie haben ja die Regeln dieser Mehrheit nicht verletzt. Diejenigen aber, die sich abheben wollten, das aber nur mit Doping konnten, verletzten dieses Regelwerk - hier wird es schwer wieder in den Schutz der Gruppe einzutreten, denn die Gefahr, dass man abgewiesen wird ist groß, selbst wenn der Fehler zugegeben wird.
Doping gerade im Amateurbereich bedeutet daher für mich, dass die betroffenen Personen meist Menschen mit geringem Selbstvertrauen / Selbstwertgefühl sind, deren soziale Strukturen aus den verschiedensten Gründen "verschoben" sind.
Re: Die Tiefen und Abgründe des Amateurdopings...
Verfasst: 12 Jul 2007 10:06
von MöMö
BLUE hat geschrieben:ich hab gespreche von 10 jährigen schwimmerinnen mitbekommen, da bleibt der mund 2h offen vor staunen, wie dämlich die erltern sein können.
Und was erzählen die so?
Re: Die Tiefen und Abgründe des Amateurdopings...
Verfasst: 12 Jul 2007 10:41
von Friedrichvontelramund
Stefan hat geschrieben:Für Raucher, Trinker, "Fresser",Autoraser kommt das System doch auch auf!
Ja leider. Daher meine Meinung: Wer die Anweisungen des Arztes (z.B. Diät) nicht befolgt, muss alles selber zahlen, Punkt.
Stefan hat geschrieben:....verunfallte Triathleten....
Ist es nicht ein kleiner Unterschied, ob sich jemand z.B. durch Drogenkonsum schädigt oder ob jemand in Ausübung einer Sportart (und ich definiere Sport als nützlichen und wichtigen Teil der Gesellschaft) einen Unfall erleidet?
Verfasst: 12 Jul 2007 14:43
von drullse
Kampa hat geschrieben:Ich hab das glaub ich irgendwo schon mal geschrieben.
Meiner Meinung nach liegt die Wurzel für das Übel darin, dass jeder sich wünscht etwas Besonderes vor allem aber was Besseres gegenüber den anderen zu sein. Im Sport geht das relativ leicht durch die Vergleichbarkeit im WK und vereinsinternen Rankings. Der Wunsch sich zu Überhöhen gegenüber anderen nimmt permanent zu. Man kann versagen oder gewinnen aber das Schlimmste scheint mir für die meisten zu sein, sich in einer Art "Mittelmaß" zu bewegen.
Hieraus wird dann wohl auch die Motivation und die Gleichgültigkeit bzw. bewußte Grenzüberschreitung der Bereiche Fairness und Akzeptanz der eigenen Leistungsfähigkeit gezogen.
Die moralischen Werte treten zugunsten der persönlichen Befriedigung zurück.
Ein gefährlicher und bedenklicher Weg, denn mit einem Versagen oder einer Krankheit kann schnell auch der komplette persönliche Absturz erfolgen.
Mit dem "sich abheben wollen" dem "besser sein" also "was Besseres sein" verläßt man gerade die gesellschaftlichen Strukturen, die durch gleiche Wertvorstellungen eine größere Masse / Gruppe darstellen von der man, wenn man sich noch in ihr bewegt auch aufgefangen werden kann. Diejenigen, die durch Begabung und Veranlagung besser waren, plumpsen mehr oder weniger sanft zurück, wenn es nicht mehr geht, denn sie haben ja die Regeln dieser Mehrheit nicht verletzt. Diejenigen aber, die sich abheben wollten, das aber nur mit Doping konnten, verletzten dieses Regelwerk - hier wird es schwer wieder in den Schutz der Gruppe einzutreten, denn die Gefahr, dass man abgewiesen wird ist groß, selbst wenn der Fehler zugegeben wird.
Doping gerade im Amateurbereich bedeutet daher für mich, dass die betroffenen Personen meist Menschen mit geringem Selbstvertrauen / Selbstwertgefühl sind, deren soziale Strukturen aus den verschiedensten Gründen "verschoben" sind.
Perfekt. Besser kann man es gar nicht formulieren.
Aber auch hier ist der Sport nur das Abbild des realen Lebens.
Aus der Sekretärin wurde die Fachfrau für Bürokommunikation,
aus dem Betreiber einer kleinen Webseite ein CEO
und als Triathlet ist man eben erst was, wenn man sich "Ironman" schimpfen darf (was nun auch verwässert ist, denn die 70.3-Finisher werden auch so bezeichnet).
Wenn man dann im Alltag mit den Schultern zuckt, weil einer versucht, mit solchen Begriffen zu beeindrucken, wird man schief angeschaut. Ich glaube, es liegt daran, dass die Menschen satt und gelangweilt sind. Wären sie das nicht, bräuchten sie solche Dinge nicht.
Verfasst: 13 Jul 2007 07:34
von Friedrichvontelramund
Das ist wohl wahr........
Verfasst: 13 Jul 2007 09:57
von apanasana
Doping im Breitensport ist was für Schwächlinge!
Verfasst: 13 Jul 2007 14:01
von Keiner_Da
apanasana hat geschrieben:Doping im Breitensport ist was für Schwächlinge!
Genau meine Meihnung, deswegen tun die mir allerhoechstens leid. Wenn die das fuer ihr Ego brauchen kratzt mich das wenig.
Verfasst: 13 Jul 2007 14:44
von tobi_nb
@ kampa
ich stimme dir auch zu, bis auf die aussage, dass wir uns "wünschen" kein mittelmaß zu sein.
das sehe ich anders. vielmehr werden wir "gezwungen" besser zu sein. insbesondere durch die allgegenwärtige presenz der werbung. dazu kommt die gesellschaft (vorrangig die amerikanische und somit auch deutsche) die jedes scheitern veruteilt.
das fängt in meinen augen damit an, dass alle verwandten und bekannten als erstes fragen: und, haste noch arbeit... ja, ja, arbeit ist das wichtigste usw. usw.
damit erfolgt schon die erste ausgrenzung und elitärisierung gegenüber anderen!
Also nicht der Wunsch ist der Vater des Gedanken, sondern der Zwang.
Verfasst: 20 Jul 2007 20:25
von armin
Eine Reportage wie einfach man, zumindest in den USA, an sowas rankommen kann. Pardon an die denen die Namen in der Story nichts sagen, persoenlich ist mir baseball auch VIEL zu langweilig als "Stars" sind mir die Namen groesstenteils aber bekannt.
http://sportsillustrated.cnn.com/2007/m ... index.html
Verfasst: 25 Jul 2007 14:05
von lebkoungman
das passt hier gut rein
http://zegger.ze.funpic.de/bilder/corpus.jpg
das tour-forum ist in heller aufregung

. eine institution des forums crossfahrer aka oliver corpus "packt" über doping im amateurradsport aus. drullse wird ihn kennen.