Auf Slowtwitch diskutieren amerik. Triatleten über Politik

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pete-131313
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Beitrag von pete-131313 »

Eisenmann hat geschrieben:... geht ja darum die "richtige" Protestpartei (aus)zuwählen...


Insgesamt liegt hier der gedankliche Fehler. Ich glaube nicht, dass alle Wähler der Extremparteien sich bewusst hingesetzt haben und gesagt haben: Jawohl, ich will den etablierten Parteien mal eins auswischen und wähle deshalb eine extreme Partei.

Vielmehr fürchte ich, dass fehlende Arbeitsplätze, mangelnde Perspektive und fehlende Bildung der Nährboden sind, um mit einfachen Parolen Stimmen zu fangen.

Solange es also den etablierten Parteien nicht gelingt, wichtige Reformen zu erklären und durchzusetzen, wird das so bleiben.
Die richtig geilen Räder findest du ganz vorn und ganz hinten im Starterfeld.
(Thomas Hellriegel)
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think-or-thwim
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Beitrag von think-or-thwim »

Eisenmann hat geschrieben:und emu5 als Motto im übertragenen Sinne für den Steuersatz.
dann kommen sogar die Schweizer


Wir haben hier nur einen großen Feind, den man kaum loswerden wird: Oskar Lafotaine..der wird uns das leben zur Hölle machen!
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Linus
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Beitrag von Linus »

Eisenmann hat geschrieben:eht ja darum die "richtige" Protestpartei (aus)zuwählen. Protestwählen ist gut, urdemokratisch und darin besteht die Staatsgewalt, die vom Volke ausgeht.


Ich geh Dich gleich auch noch begrüßen - aber erstmal muß ich hier einhaken und sagen, daß ich das für Quatsch halte.
Bei Wahlen geht es darum sich für eine Partei zu entscheiden und nicht gegen eine Politik.
Daß eine Handvoll Parteien nicht den Geschmack jedes einzelnen der 80Mio. Deutschen 100% treffen können liegt auf der Hand; da bleibt nur diejenige Partei zu wählen, die der eigenen Überzeugung am nächsten kommt oder besser machen. Was aber nicht geschieht, statt dessen wird die Partei gewählt, die derjenigen, die abgestraft werden soll, am extremsten entgegensteht - weil man ja so furchtbar demokratisch Protest wählt.
Und das Ergebnis ist dann, daß Neu-Nazis und Ex-SED in die Parlamente einziehen.
Ich kann Leute, die mich ernst nehmen, einfach nicht ernst nehmen,
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Linus
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Beitrag von Linus »

think-or-thwim hat geschrieben:Wir haben hier nur einen großen Feind, den man kaum loswerden wird: Oskar Lafotaine..der wird uns das leben zur Hölle machen!


Den sollten wir uns zum Vorbild nehmen: wie werde ich zum Idol des Volkes (zumindest eines teils), ohne jemals was geleistet zu haben?
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Ulfila
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Beitrag von Ulfila »

Linus hat geschrieben:Den sollten wir uns zum Vorbild nehmen: wie werde ich zum Idol des Volkes (zumindest eines teils), ohne jemals was geleistet zu haben?


Wie ich sehe, hat Lafontaine nicht einmal mehr im Saarland eine starke Bank. :D
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Linus
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Beitrag von Linus »

Ulfila hat geschrieben:Wie ich sehe, hat Lafontaine nicht einmal mehr im Saarland eine starke Bank. :D


Ich hab eigentlich schon immer zum anderen Teil gehört.

Schon als er sich als OB von SB seine "Fürze" von der (CDU-)Landesregierung hat bezahlen lassen, dann als saarl. MP auf Kosten der (CDU-)Bunderegierung dieselbe Masche abgezogen hat, und natürlich auch, als er als Bundesfinanzmin. die "Fürze" der anderen bezahlen sollte und abgehauen ist.
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tacis
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Beitrag von tacis »

Linus hat geschrieben:Bei Wahlen geht es darum sich für eine Partei zu entscheiden und nicht gegen eine Politik.


und das kann ich widerum für mich nicht so stehen lassen. Zuerst geht es darum, sich für eine Politik zu entscheiden. Dann erst sucht man die Partei, die diese Polititk vertritt.
Dass das in der Realität nicht immer so läuft, beweist bspw. auch der wahl-o-mat, der dir anhand deiner Präferenzen deine Partei raussucht. Mir sind genügend Leute bekannt, die da durchaus Abweichungen feststellen mussten.
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Linus
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Beitrag von Linus »

tacis hat geschrieben:und das kann ich widerum für mich nicht so stehen lassen. Zuerst geht es darum, sich für eine Politik zu entscheiden. Dann erst sucht man die Partei, die diese Polititk vertritt.


Das ist exakt was ich gesagt habe: die Partei, die Deiner Überzeugung am nächsten kommt. Das setzt natürlich eine Überzeugung voraus. Und das Kreuz machst Du definitif nicht für eine Politik sondern für eine Partei.
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tacis
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Beitrag von tacis »

Linus hat geschrieben:Das ist exakt was ich gesagt habe: die Partei, die Deiner Überzeugung am nächsten kommt. Das setzt natürlich eine Überzeugung voraus. Und das Kreuz machst Du definitif nicht für eine Politik sondern für eine Partei.


ja?
ist dann wohl wie rechs- und linksdrehender Joghurt. Kommen beide irgendwann wieder oben an - nur in unterschiedlichen Richtungen drehend :laugh:
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Ulfila
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Beitrag von Ulfila »

Linus hat geschrieben:Das ist exakt was ich gesagt habe: die Partei, die Deiner Überzeugung am nächsten kommt. Das setzt natürlich eine Überzeugung voraus. Und das Kreuz machst Du definitif nicht für eine Politik sondern für eine Partei.


Deshalb kann man Wahlversprechen ja auch nicht einklagen. :lol:
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MöMö
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Beitrag von MöMö »

Ulfila hat geschrieben:Wie ich sehe, hat Lafontaine nicht einmal mehr im Saarland eine starke Bank. :D
Der ist der Prototyp des Politikers, der so verachtet wird. Da gehen Reden und handlen diametral auseinander. Vermögenssteuer predigen, aber in Palästen hausen.... Paßt irgendwie nicht. Wein trinken und Wasser predigen. Und keine Verantwortung übernehmen. Opposition ist ja viel bequemer. Pfui!
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wehaka
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Beitrag von wehaka »

Ulfila hat geschrieben:Deshalb kann man Wahlversprechen ja auch nicht einklagen. :lol:


Mit gutem Grund. Wir hätten sonst niemanden mehr, der Wahlversprechen abgeben kann. :twisted:
In Sachsen ist die SPD nahezu bedeutungslos geworden. In Brandenburg verliert sie 7%. Daraus leitet Münte ab, dass der Abwärtstrend der SPD gestoppt ist und die Bevölkerung die Notwendigkeit der "Reformen" anerkennt.
Ja, hallo! Was braucht´s denn noch, dass die mal irgendwas begreifen?! Da hilft doch nur die Holzhammer-Methode!
Ich hab jedenfalls 25 Jahre lang das kleinere Übel gewählt (oder was ich dafür gehalten habe). Ich mach´s nicht mehr.

Das Kreuzchen alle 4 Jahre ist das einzige Mitspracherecht, das dem "mündigen Bürger" eingeräumt wird. Was ist eigentlich mit den im Grundgesetz versprochenen Mitbestimmungsrechten? Volksbefragungen? Volksabstimmungen? Warten wir seit 60 Jahren drauf!
Warum geht das in anderen Ländern? In der Schweiz? In den USA? GB?
Warum gibt es in anderen europäischen Ländern Volksbefragungen, ob die Länder der EU beitreten möchten, ob sie den Euro einführen möchten, ob sie die europäische Verfassung haben wollen?! Und warum bei uns nicht?
Einmal alle 4 Jahre das kleinere Übel abnicken ist jedenfalls nicht meine Vorstellung von Demokratie.
MöMö
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Beitrag von MöMö »

Linus hat geschrieben:Was aber nicht geschieht, statt dessen wird die Partei gewählt, die derjenigen, die abgestraft werden soll, am extremsten entgegensteht - weil man ja so furchtbar demokratisch Protest wählt.
Ich stelle mal folgende provozierende Frage und stelle damit auch eine böse These auf: Hat die Art des Protestwählens was mit dem Intellekt des Wählers zu tun?
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crazy
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Beitrag von crazy »

Eisenmann hat geschrieben:stelle mal folgende provozierende Frage und stelle damit auch eine böse These auf: Hat die Art des Protestwählens was mit dem Intellekt des Wählers zu tun?


Das scheitn mir echt so, die 'gehobenere' Klasse :censored bleibt wohl eher aus Protest den Wahlen fern.....
Siehe mein Vater, er ist sehbehindert, hat also im Rathaus angerufen und wollte Briefwahl beantragen, da Tante und Oma auch nicht wirklich fit sind- ihm wurde dann aber gesagt, er solle doch bitte auf jeden Fall an ausreichende Frankierung denken, was die drei oben Genannten dazu vernlasst hat, nächsten Sonntag nicht wählen gehen zu wollen........ :roll:
Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus
flog über alle Lande
als flöge sie nach Haus...

Joseph von Eichendorff
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wehaka
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Beitrag von wehaka »

Eisenmann hat geschrieben:Und keine Verantwortung übernehmen. Opposition ist ja viel bequemer. Pfui!


Jaja, leicht gesagt. Lafontaine hat Verantwortung übernommen. Viele Jahre. Erst als OB, später als Ministerpräsident, dann als Parteivorsitzender und Bundesminister. Nur konnte er sich da nicht durchsetzen.
Blieben also folgende Möglichkeiten:
- sich verbiegen und Schröder unterordnen
- den offenen Machtkampf, der die SPD wahrscheinlich die Regierung gekostet hätte
- der Rückzug aus Amt und Politik
Er hat sich für letzteres entschieden. Das würde ich z.B. mal eine verantwortungsbewusste Entscheidung nennen. Ist ihm sicher nicht leicht gefallen. Und er hat dafür viele Anfeindungen in Kauf genommen bzw. wird immer noch angefeindet.
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