Post-IM-Blues

Seid ihr alle gesund?

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pete-131313
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Post-IM-Blues

Beitrag von pete-131313 »

Moin,

der wichtigtse Wettkampf meiner bisherigen Triathlonkarriere ist vorüber. Alle Ziele wurden erreicht.

- durchgelaufen und erhobenen Hauptes gefinished
- EMU5
- sub 12

Mehr noch. In meiner Angstdisziplin eine für mich herausragende Zeit erzielt (sub 6h Rad).

Und was kommt jetzt?

Ich kann die hohen Trainingsumfänge aus diversen Gründen nicht mehr machen. Vielleicht mal in zwei, drei Jahren noch mal.

Ich weiss aber ganz genau, dass mich diese Trainingsumfänge nach vorn gebracht haben. Ich habe ja auch auf 1-40-10 und 2-60-14 in diesem Jahr deutliche Bestzeiten erreicht.

Und dabei habe ich seit März eine total einfache Struktur im Training gehabt:
Laufen = null Intensität, sondern immer nur GA, dafür, wann immer es geht
Radfahren = lang, lang, lang; und wenn das zeitlich nicht geht KA
Schwimmen = immer solange Zeit ist

Trotzdem hat das z.B. beim Laufen zu neuen Bestzeiten im Kraichgau gereicht.

So. Jetzt kann ich genau dieses Training nicht mehr machen. Soll ich jetzt aus Verzweiflung wieder in die Intensität gehen? Soll ich gar ganz aufhören, weil ich nächstes Jahr an meine Kraichgau-Zeit eh nicht rankomme?

Bisher habe ich bei jedem Rennen, an dem ich wiederholt teilgenommen habe, die Zeit des Vorjahres verbessert. Das war für mich Motivation zum Training. Und nun? Wofür nun trainieren?
Die richtig geilen Räder findest du ganz vorn und ganz hinten im Starterfeld.
(Thomas Hellriegel)
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Nils
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Re: Post-IM-Blues

Beitrag von Nils »

Deswegen führe ich Trainingstagebuch. Da sehe ich immer wieviel ich trainiert habe. Habe ich weniger trainiert bin ich auch mit einer schlechteren Zeit zufrieden.

On top: Ja, ich würde zwar weiterhin lange Einheiten machen. Nur nicht mehr so viel, weil Du die Zeit ja nicht hast. Den Rest intensiv. Obs reicht? Vielleicht um die Zeiten zu halten würde ich mal tippen.
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keko
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Re: Post-IM-Blues

Beitrag von keko »

pete-131313 hat geschrieben:Alle Ziele wurden erreicht.


Ein kritischer Zustand, fast würde ich sagen "worst case". Es gibt kaum etwas schlimmeres, als Ziele, die man erreicht hat.

Evtl. hast du deine Ziele aber auch nur zu niedrig gesteckt.

pete-131313 hat geschrieben:
Bisher habe ich bei jedem Rennen, an dem ich wiederholt teilgenommen habe, die Zeit des Vorjahres verbessert. Das war für mich Motivation zum Training. Und nun? Wofür nun trainieren?


Du hattest im Kraichgau und Frankfurt 2 schöne Rennen, zu denen ich dir auch gerne gratuliert habe, aber es ist ja nicht so, dass du irgendeinen Blumentopf oder sonst was gewonnen hättest. Wie wäre´s mal mit einer Kurzdistanz unter 2:10 oder einem Sprint in 1:05 oder Mittel unter 4:30 oder 10km Laufen unter 40? Es ist ja nicht so, dass es keine Ziele mehr gibt ;)
Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
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vb_man
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Beitrag von vb_man »

Hawaii :lookaroun:
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drullse
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Beitrag von drullse »

http://www.emu5.de/forum/viewtopic.php?p=143937#143937 und folgende...

Ich habe im Challenge-Forum die Signatur "Es ist nicht schwierig, mit noch nicht erreichten Zielen zu leben; schwierig ist, ohne Ziele zu leben!"

Und so ist es auch.

Versteh's nicht falsch, aber es beruhigt mich, wenn andere Leute die gleichen Probleme haben / bekommen wie ich.

Nach 2004 dachte ich auch, ich höre auf. Bestzeit LD und Bestzeit Marathon. Beides in einer Liga, die ich nicht nochmal zu erreichen dachte.

Dann 2005 verletzungsbedingt nix und 2006 neuer Angriff. Nun ist der gescheitert und ich weiß, dass ich diese Zeit fürs Training nicht mehr haben werde. Aber für was ist denn die Quälerei nun lohnenswert? Diese Frage stelle ich mir auch. Ich weiß jetzt schon, dass ich mit den Wettkämpfen, die dieses Jahr noch kommen, nicht zufrieden sein werde - ich kann einfach nicht zufrieden sein, selbst wenn ich den Unfall mit einrechne. Dazu habe ich zuviel trainiert.

Kurzum - ich kann Dir auch keine rechte Antwort geben außer: warten. Irgendwann kommt die Lust wieder, irgendwann kommt das neue Ziel.

Ach ja, und noch was. Du bist jetzt in der Phase "10 Tage nach IM". Es ist durchaus nicht unüblich, in dieser Zeit frustriert zu sein oder nervlich schwach. Es resultiert aus der immensen Anstrengung des Wettkampfs.
Weiteratmen - DAS ist der Trick!!!
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meggele
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Beitrag von meggele »

Wie viel Zeit wirst Du denn in Zukunft haben?

Was reizt Dich an Triathlon? (Ernstgemeinte Frage.)


Ich will jetzt nicht Deine Antworten vorwegnehmen, drum schreib ich erst danach was dazu.
Es endet immer gleich.
tobyvanrattler
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Beitrag von tobyvanrattler »

Viele Wege führen nach Rom.

Soll heißen das du vielleicht mal aus deinem alten Trainingstrott ausbrechen solltest und was neues ausprobieren.

Du hast nächste Saison nicht mehr so viel Zeit zum trainieren?
Weshalb versuchst du dann nicht mit vielen kurzen harten Einheiten (geringerer Zeitaufwand) neue Akzente zu setzen.
Und nur am Wochenende (soweit möglich) lange Radeinheiten?

Ich bin der Überzeugung wenn jemand über Jahre Ausdauersport macht, hat er einen gewissen Leistungsgrundstock (Fundament) auf den er mit relativ wenig Aufwand aufbauen kann.

P.S. Bin übrigens in der selben Situation, ich weiß auch das ich nächste Saison maximal noch die Hälfe der Zeit ins Training investieren kann, aber Kopf hoch, vielleicht sind die daraus resultierenden Ergebnisse für dich persönlich sogar mehr Wert, da es ja mit einer anderen Vorbelastung (Job, Familie etc.) zustande gekommen ist.
Das beste daran, mit der Spitze ins Ziel zu kommen, ist die Tatsache, dass das Leiden früher ein Ende hat.
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pete-131313
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Beitrag von pete-131313 »

meggele hat geschrieben:Wie viel Zeit wirst Du denn in Zukunft haben?.


Ich habe von Januar 2006 bis IMG mehr als 10 Stunden im Schnitt pro Woche investiert. Ich denke, dass ich wieder auf den Wert von 5 bis 6 Stunden (im Mittel) kommen kann. Insbesondere die 3-4 Stunden Radfahrten werde ich so nicht mehr machen können. Ich sehe ein Maximum von ca. 2 Stunden. Ich habe die hohen Trainingsumfänge (im Vgl. 2005 im Mittel knapp 7 Stunden/Woche) nur dadurch erreicht, dass ich mein Leben ungeheuer stark dem Training angepasst habe. D.h. morgens vor der Arbeit, auch am Wochenende sehr früh. Verzicht auf andere Dinge im Leben. Das große Ziel hat mich dies Woche für Woche machen lassen. Ich frage mich heute eben, ob es Sinn macht, frühs um 5 Uhr einen 25km-Lauf zu machen (mal abgesehen davon, dass derzeit die Nächte bei uns einiges los ist und ich das vor Müdigkeit derzeit überhaupt nicht schaffe).

meggele hat geschrieben:Was reizt Dich an Triathlon? (Ernstgemeinte Frage.)


Mir machen alle Sportarten Spaß. Am meisten das Laufen. Beim Radfahren habe ich erst in diesem Jahr einen echten Fortschritt verspürt, als ich nochmals die Umfänge erhöht habe. Diese Fortschritte haben mich auch beim Radfahren total motiviert. Nebenbei: Ich halte mich für absolut talentlos, dafür aber mit einem hohen Willen ausgestattet.

Vor einigen Jahren hat mein Bruder just-for-fun Sprintwettkämpfe gemacht und mich gefragt, ob ich auch teilnehmen will. Ich habe jahrelang abgelehnt mit der Begründung, dass ich (weil ich mich kenne) aus Lust und Laune jogge, mir keinen Stress machen will, Freude beim Radfahren haben will und mir selbst keine Ziele und damit Druck aufbauen will.

Das wir uns richtig verstehen, ohne Ziel und ohne Druck kann (zumindest ich) man ganr nichts hinkriegen. Ich bin froh, dass ich das so gemacht habe, bin stolz auf das Erreichte. Aber muss es immer so weiter gehen?

@keko: Ja, du hast Recht. Es gibt (theoretisch) noch sehr viele Ziele. Aber ich kann mich noch mit keinem anfreunden. Ich habe mir schon überlegt, ob ich mich wieder auf´s Laufen konzentriere, weil ich da mit weniger Aufwand trotzdem neue Bestzeiten erreichen kann. Aber dann stelle ich mir sofort wieder die Frage, ob es das ist, was ich eigentlich will...
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Rob
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Beitrag von Rob »

Gutes Thema.
Wenn man bedenkt, das die eigentliche Triebfeder hinter dieser Webseite ja ganz, ganz früher mal war (einige :keko werden sich erinnern :D ) einen Eiermann in 2005 (!) mit Marathon U5 zu finishen, hätten wir uns ja eigentlich auch schon lange auflösen müssen... Haben wir aber nicht und warum: weil es immer Ziele gibt.
Ich habe mir nach Roth auch gedacht: So, jetzt hast Du es geschafft und was nun? Auch ich werde nächstes Jahr nicht die Zeit haben, wieder einen Langen zu machen (wenngleich bei mir - im Gegensatz zu anderen hier - sicher noch Verbesserungspotenzial da wäre :lol: ).
Deshalb will ich mich nächstes Jahr mal an eine andere Strecke wagen und mehr Bergfahren machen, also neues Ziel: Allgäu-Triathlon. Zeit: Mal sehen, Hauptsache erstmal durch- und ankommen :D
Vielleicht findest Du auch eine Veranstaltung, die Dich noch reizt.
Ziele finden sich immer, auch auf kürzeren und damit weniger zeitintensiven (->Training) Strecken.
Gib' Dir ein bisschen Zeit, dann kommt auch die Lust am Trainieren und an Wettkämpfen wieder!
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BSE
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Beitrag von BSE »

Ich hatte nach FFM auch 'n Loch. In der Zwischenzeit bin ich wieder voll auf der Droge Triathlon :lol:

Hört sich vielleicht doof an aber mir hat ein richtiger Vollsuff geholfen. :apanasana
... Da wird das Herz noch gewogen. Da tritt kein anderer für ihn ein ...

F. Schiller
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meggele
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Beitrag von meggele »

pete-131313 hat geschrieben:Vor einigen Jahren hat mein Bruder just-for-fun Sprintwettkämpfe gemacht und mich gefragt, ob ich auch teilnehmen will. Ich habe jahrelang abgelehnt mit der Begründung, dass ich (weil ich mich kenne) aus Lust und Laune jogge, mir keinen Stress machen will, Freude beim Radfahren haben will und mir selbst keine Ziele und damit Druck aufbauen will.

Und wenn Du das jetzt wieder so machst? Also aus Lust und Laune radeln und laufen gehst? Nur eben den einen oder anderen Quick-and-Dirty-WK einstreust? Du musst Dir doch nichts beweisen. Du weisst, dass Du besser bist als (sagen wir mal) 1:30h in nem Sprint. Aber dafuer traegst Du ein kleines Kind ueber die Ziellinie und freust Dich, wie easy das alles ging und dass Du Dich beim Laufen mit ner netten Dame unterhalten hast, die grad ihren ersten Tria gemacht hat. Du hast ihr natuerlich nicht gesagt, dass Du ein total toller IMler bist, sondern einfach nur in Dich hineingegrinst, wie schoen doch alles ist und gesagt, dass Du Trias nur aus Spass machst und froh bist, mit so wenig Aufwand so viel Spass zu haben.

Viele von uns sind irgendwann mal den Weg gekommen, als aus "Oh, das probier ich jetzt auch mal aus" eine LD mit zig Stunden Training pro Woche wurde. Und so mancher wird diesen Weg eben wieder zurueckgehen, genauso gluecklich und zufrieden - und LD-Rueckkehr nicht ausgeschlossen.
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outergate
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Beitrag von outergate »

manchmal MUSS man ja nicht unbedingt alles tun (müssen), was man tun KANN.

manchmal muss man einfach mal alle 5 grade sein lassen und die beine hochlegen. manchmal auch für längere zeit. das macht den kopf frei. "training" streichen und durch "sport mit freude" ersetzen.
nach dem prinzip gehts mir grad ausgezeichnet :)

völlig ambitionsfrei :D
Zuletzt geändert von outergate am 02 Aug 2006 13:36, insgesamt 1-mal geändert.
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keko
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Beitrag von keko »

pete-131313 hat geschrieben:@keko: Ja, du hast Recht. Es gibt (theoretisch) noch sehr viele Ziele. Aber ich kann mich noch mit keinem anfreunden. Ich habe mir schon überlegt, ob ich mich wieder auf´s Laufen konzentriere, weil ich da mit weniger Aufwand trotzdem neue Bestzeiten erreichen kann. Aber dann stelle ich mir sofort wieder die Frage, ob es das ist, was ich eigentlich will...


Ist natürlich schwierig jetzt so kurz nach Frankfurt und mit dem 2. Kind (ein Kind ist kein Kind, stimmt`s?), aber es wäre schade, wenn du kein Triathlon mehr machst, zumal du ja etwas schwimmen kannst und auf dem Rad dich halten kannst. Will ja auch keiner, dass du jedes Jahr einen Eiermann machst. Vielleicht braucht es einfach ein paar Wochen bis neue Ziele kommen. Wie wär´s damit: dieses Jahr einfach locker ausklingen lassen, ein bisschen mehr auf Family machen und dann nächstes Jahr eine handvoll Kurztriathlons? In Gemünden und Kraichgau darfst du auf keinen Fall fehlen, denn dort will ich dir so richtig was überbraten.
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meggele
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Beitrag von meggele »

keko hat geschrieben:In Gemünden und Kraichgau darfst du auf keinen Fall fehlen, denn dort will ich dir so richtig was überbraten.

LOOOL :lol: :hammer
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keko
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Beitrag von keko »

meggele hat geschrieben:
keko hat geschrieben:In Gemünden und Kraichgau darfst du auf keinen Fall fehlen, denn dort will ich dir so richtig was überbraten.

LOOOL :lol: :hammer


Naja, mal ernsthaft: ich fänd´s ziemlich erbärmlich, wenn er mir beim Kraichgau keine Chance auf Revanche geben würde. Das wär unter aller Sau.
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