Aber gefinisht!

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MöMö
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Beitrag von MöMö »

Ich finds eher "merkwürdig", daß in Angesicht des Todes die Mitmenschen an das Finish denken und nicht an einen Arzt.
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DragAttack
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Beitrag von DragAttack »

Eisenmann hat geschrieben:in Angesicht des Todes
Ich versuche mir die Situation vorzustellen.

89km Wettkampf, nach knapp 11h, auf der Zielgeraden, kurz vor Zielschluss kann sich ein er meiner Mitläufer nicht mehr auf den Beinen halten.

Würdest du dich spontan in Angesicht des Todes wähnen? Ich würde mich wahrscheinlich in Angesicht eines erschöpften Sportlers wähnen. Bitte bedenke, dass nach 11h Wettkampf, das Ziel in Sicht, die Wahrnehmung eines erschöpften Sportler nicht unbedingt die rationalste ist.

Gruß Torsten
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Matthias
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Beitrag von Matthias »

Es gab ja auch auf den ersten Blick ähnliche Szenen, wo auch niemand die Sportler von der Strecke genommen und in den Rettungswagen gezerrt hat, und wo doch noch alles gut gegangen ist: Julie Moss 1982 oder Paula Newby-Fraser 1995 auf Hawaii. Die sahen auch richtig scheiße aus, und Newby-Fraser hat später auch gesagt, sie hätte gedacht, jetzt sterben zu müssen.
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thilo69
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Beitrag von thilo69 »

DragAttack hat geschrieben:
Eisenmann hat geschrieben:in Angesicht des Todes
Ich versuche mir die Situation vorzustellen.

89km Wettkampf, nach knapp 11h, auf der Zielgeraden, kurz vor Zielschluss kann sich ein er meiner Mitläufer nicht mehr auf den Beinen halten.

Würdest du dich spontan in Angesicht des Todes wähnen? Ich würde mich wahrscheinlich in Angesicht eines erschöpften Sportlers wähnen. Bitte bedenke, dass nach 11h Wettkampf, das Ziel in Sicht, die Wahrnehmung eines erschöpften Sportler nicht unbedingt die rationalste ist.

Gruß Torsten
Die Einschätzung teile ich. Ich denke nicht, dass seine Mitstreiter ihn ins Ziel getragen hätten, wenn sie sich dessen bewusst gewesen wären, dass er hier um Leben und Tod, und eine möglichst schnelle Hilfe geht. Wobei wir ja gar nicht wissen, ob ihm eine schneller Hilfe gerettet hätte.
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Kampa
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Beitrag von Kampa »

Matthias hat geschrieben:Es gab ja auch auf den ersten Blick ähnliche Szenen, wo auch niemand die Sportler von der Strecke genommen und in den Rettungswagen gezerrt hat, und wo doch noch alles gut gegangen ist: Julie Moss 1982 oder Paula Newby-Fraser 1995 auf Hawaii. Die sahen auch richtig scheiße aus, und Newby-Fraser hat später auch gesagt, sie hätte gedacht, jetzt sterben zu müssen.
Ich find es aber immer noch schrecklich wenn ich die Bilder sehe - und ich kann darin weder "sportliche Härte" noch "heldenhaftes Kämpfen" sehen - für mich ist es schlichtweg "Dummheit" die einen Menschen treibt, das einzige Gut was er besitzt - seine Gesundheit - derart aufs Spiel zu setzten.
Natürlich steht jedem die Entscheidung selber frei. Zum Glück werde ich nie in die Situation kommen, medizinische Verantwortung bei solchen Veranstaltung tragen zu müssen, ich würde Menschen mit solchen Erschöpfungserscheinungen gnadenlos rausziehen und wenn es 3 meter vor der Ziellinie wäre...
"...Wenn dein Herz auf dem Wasser liegt, musst du es ja nicht auf der Strasse quälen..."
MöMö
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Beitrag von MöMö »

DragAttack hat geschrieben:
Eisenmann hat geschrieben:in Angesicht des Todes
Ich versuche mir die Situation vorzustellen.

89km Wettkampf, nach knapp 11h, auf der Zielgeraden, kurz vor Zielschluss kann sich ein er meiner Mitläufer nicht mehr auf den Beinen halten.

Würdest du dich spontan in Angesicht des Todes wähnen? Ich würde mich wahrscheinlich in Angesicht eines erschöpften Sportlers wähnen. Bitte bedenke, dass nach 11h Wettkampf, das Ziel in Sicht, die Wahrnehmung eines erschöpften Sportler nicht unbedingt die rationalste ist.

Gruß Torsten
Keine Ahnung was ich machen würde. Kommt auch auf die Situation an. Wir haben hier ja keine Bilder und waren nicht dabei, von daher ist die Beurteilung schwierig.
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thilo69
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Beitrag von thilo69 »

Kampa hat geschrieben: gnadenlos rausziehen und wenn es 3 meter vor der Ziellinie wäre...
...und würdest damit eine hohe Verantwortung tragen, die dir viele nicht danken. Es wäre sicher eine schwere Entscheidung!!!

Stell Dir das mal vor: Du trainierst ein Jahr auf den IMG, schaffst die Quali und fährst nach Hawai und dann schaust Du 100m vorm Ziel echt scheiße aus und willst ins Ziel "krabbeln". Dann kommt ein Arzt und sagt "NO GO, ZURÜCK AUF START!". :chris76

Mal ganz im ernst: Ich wäre erst mal stinksauer, auch wenn er mir das Leben rettet. Aber das realisiere ich weder in diesem Moment, noch danach. "Das wäre schon noch 100m gutgegangen!", würde ich mir wahrscheinlich denken.

Thilo, der nun (teilweise zurecht) verbale Prügel kassieren wird für seine Einstellung
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lebkoungman
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Beitrag von lebkoungman »

thilo69 hat geschrieben:
Kampa hat geschrieben: gnadenlos rausziehen und wenn es 3 meter vor der Ziellinie wäre...
...und würdest damit eine hohe Verantwortung tragen, die dir viele nicht danken. Es wäre sicher eine schwere Entscheidung!!!

Stell Dir das mal vor: Du trainierst ein Jahr auf den IMG, schaffst die Quali und fährst nach Hawai und dann schaust Du 100m vorm Ziel echt scheiße aus und willst ins Ziel "krabbeln". Dann kommt ein Arzt und sagt "NO GO, ZURÜCK AUF START!". :chris76

Mal ganz im ernst: Ich wäre erst mal stinksauer, auch wenn er mir das Leben rettet. Aber das realisiere ich weder in diesem Moment, noch danach. "Das wäre schon noch 100m gutgegangen!", würde ich mir wahrscheinlich denken.

Thilo, der nun (teilweise zurecht) verbale Prügel kassieren wird für seine Einstellung
und was würden deine angehörigen dem arzt erzählen wenn er dich weiterlaufen läßt und du abnippelst?
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Kampa
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Beitrag von Kampa »

thilo69 hat geschrieben:
Kampa hat geschrieben: gnadenlos rausziehen und wenn es 3 meter vor der Ziellinie wäre...
...und würdest damit eine hohe Verantwortung tragen, die dir viele nicht danken. Es wäre sicher eine schwere Entscheidung!!!

Stell Dir das mal vor: Du trainierst ein Jahr auf den IMG, schaffst die Quali und fährst nach Hawai und dann schaust Du 100m vorm Ziel echt scheiße aus und willst ins Ziel "krabbeln". Dann kommt ein Arzt und sagt "NO GO, ZURÜCK AUF START!". :chris76

Mal ganz im ernst: Ich wäre erst mal stinksauer, auch wenn er mir das Leben rettet. Aber das realisiere ich weder in diesem Moment, noch danach. "Das wäre schon noch 100m gutgegangen!", würde ich mir wahrscheinlich denken.

Thilo, der nun (teilweise zurecht) verbale Prügel kassieren wird für seine Einstellung
tja so ist das dann wohl - aber ich denke gerade das medizinische Personal sollte genau die dem erschöpften Sportler fehlende Objektivität ausgleichen - und zumindest mir wäre es dabei Scheißegal ob mich jemand dafür haßt, anmotzt oder was auch sonst noch.
Hab gerade vor 2 Monaten wieder einen inner Sauna gehabt der "weg" war. Raus aus der Hitze und platsch lag er - nicht ansprechbar - Notarzt gerufen - er wieder zu sich gekommen: "Ich will keine Notarzt ich will Duschen und nach hause" ich "Jojo" platsch war er wieder weg - dann wieder zu sich gekommen "Nein ich will keine Notarzt, mir geht es gut - ich arbeite selber im Krankenhaus, das ist mir peinlich , etc etc... ich will jetzt duschen.." ich: "Du bleibst jetzt hier freiwillig liegen oder ich sorge dafür :roll: " Nachdem das ganze Gezeter durch war, seine Werte waren i.O. er noch nen bisschen Ruhe hatte und was getrunken und gegessen hatte - kam er auf mich zu und hat sich entschuldigt für sein Verhalten und dafür bedankt, dass wir uns um ihn gekümmert haben.

Das hat mir mal wieder gezeigt, dass man in solchen Situationen eben NICHT mehr selber rational denken kann und Hilfe von außen gut sein kann..
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thilo69
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Beitrag von thilo69 »

lebkoungman hat geschrieben: und was würden deine angehörigen dem arzt erzählen wenn er dich weiterlaufen läßt und du abnippelst?
Das wäre dann natürlich blöd. Aber das ist ein Risiko, mit dem man doch irgendwie immer lebt. Ich finde einfach diese Überregulierung mistig.

Im Zweifelsfall ist es halt immer Ermessenssache und mit eine gehörigen Portion Fingerspitzengefühl verbunden, derartige Entscheidungen zu treffen. Sowohl für sich selbst, als auch (im Falle des Arztes) für andere.
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Beitrag von lebkoungman »

thilo69 hat geschrieben:
lebkoungman hat geschrieben: und was würden deine angehörigen dem arzt erzählen wenn er dich weiterlaufen läßt und du abnippelst?
Das wäre dann natürlich blöd. Aber das ist ein Risiko, mit dem man doch irgendwie immer lebt. Ich finde einfach diese Überregulierung mistig.

Im Zweifelsfall ist es halt immer Ermessenssache und mit eine gehörigen Portion Fingerspitzengefühl verbunden, derartige Entscheidungen zu treffen. Sowohl für sich selbst, als auch (im Falle des Arztes) für andere.
allerdings blöd für den arzt, wenn er dann vielleicht ne anzeige wegen unterlassener hilfeleistung an der backe hat.

ich würde als arzt auch (wie kampa) hart durchgreifen und jeden aus dem rennen nehmen der entsprechende anzeichen hat. was verstehst du unter fingerspitzengefühl in dem zusammenhang? wie soll er erkennen das sich der eine wieder erholt während der andere verstirbt?
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Beitrag von DragAttack »

Kampa hat geschrieben:Das hat mir mal wieder gezeigt, dass man in solchen Situationen eben NICHT mehr selber rational denken kann und Hilfe von außen gut sein kann..
Genau deshalb kann ich das Entsetzen über das Verhalten der Sportler, die ihren Kolegen durchs Ziel helfen wollten nicht verstehen. Bei einer Massenveranstaltung mit 17.000 Teilnehmern, galube ich auch nicht, dass die Sanis/Ärzte die Lage sofort hätten erkennen können müssen.

Manchmal gibt es halt Unglücke, für die man keinen Schuldigen benennen kann.

Gruß Torsten
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Newbie
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Beitrag von Newbie »

thilo69 hat geschrieben:
lebkoungman hat geschrieben: und was würden deine angehörigen dem arzt erzählen wenn er dich weiterlaufen läßt und du abnippelst?
Das wäre dann natürlich blöd. Aber das ist ein Risiko, mit dem man doch irgendwie immer lebt. Ich finde einfach diese Überregulierung mistig.

Im Zweifelsfall ist es halt immer Ermessenssache und mit eine gehörigen Portion Fingerspitzengefühl verbunden, derartige Entscheidungen zu treffen. Sowohl für sich selbst, als auch (im Falle des Arztes) für andere.
wer kann garantieren, dass er nicht stirbt, auch wenn man an Ort und Stelle Arzt ruft?

am Samstag war ich mit meiner Nichte an einem Bambinilauf - was dort abgeht kann ich echt kaum begreifen. Eltern die ihre Kids ins Ziel schreien, zerren, schieben, einer heulte nur noch und rief ständig: ich will nicht mehr, ich will nicht mehr, der wurde einfach mitgeschleifft.... Warum dürfen Kinder nicht auch selber entscheiden ob sie noch wollen oder nicht?
Im Gedenken an Rita: Be Crazy. Be Stupid. Be Silly. Be Weird. Be Whatever. Because life is too short to be anything but happy!
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toursieger
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Beitrag von toursieger »

Newbie hat geschrieben: Eltern die ihre Kids ins Ziel schreien, zerren, schieben, einer heulte nur noch und rief ständig: ich will nicht mehr, ich will nicht mehr, der wurde einfach mitgeschleifft.... Warum dürfen Kinder nicht auch selber entscheiden ob sie noch wollen oder nicht?
Weil die übergewichtigen Eltern am Straßenrand, mit der Tüte Pommes in der Hand, eben besser wissen was für ihre Kinder gut ist.
Auch ein goldener Sattel macht einen Esel nicht zum Pferd...
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thilo69
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Beitrag von thilo69 »

wer kann garantieren, dass er nicht stirbt, auch wenn man an Ort und Stelle Arzt ruft?
Garantien gibt es in diesem Teilbereich des Lebens nicht!
Eltern die ihre Kids ins Ziel schreien, zerren, schieben, einer heulte nur noch und rief ständig: ich will nicht mehr, ich will nicht mehr, der wurde einfach mitgeschleifft
Den Eltern gehört links und rechts eine auf den Backen gehaut. :twisted:
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