Lasst Euch belügen!
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- kaiseravb
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So ist das. Es ist nun nichts neues, dass der "Ökostrom" von einem der vier (oder besser des einenLinus hat geschrieben:Belügen lassen kann sich nur wer die "Marketing-Sprüche" glaubt. Sauerei ist bes trotzdem.
"Das geht schon" bedeutet:
a) irgendwas ist gleich kaputt
b) irgendwer ist gleich mittel- bis schwer verletzt
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Bei Verivox werden doch verschiedene Anbieter und deren Angebote verglichen.
Sind dort die Angaben über die Stromherkunft richtig, oder werden die einfach aus den Angeboten übernommen?
Sind dort die Angaben über die Stromherkunft richtig, oder werden die einfach aus den Angeboten übernommen?
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Natürlich ist es am besten den Strom erst gar nicht zu verbrauchen.Linus hat geschrieben:Konsequentes Stromsparen dürfte trotz allem noch effektiver sein als die Verwendung von Öko-Strom. Insofern halte ich die aktuelle Öko-Strom-Geschichten eher für gewissensberuhigende Augenwischerei.
Ich habe einen recht teuren Tarif und möchte wechseln.
Jetzt kann ich den günstigsten Anbieter nehmen oder ich lege im Monat ca. 10-20€ drauf und verwende angeblich regenerativen Strom.
- kaiseravb
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Jein bzw. beides. Die beste Vorgehensweise ist mmn, das Verbrauchsverhalten so effizient wie möglich zu gestalten. Gleichzeitig loht es sich durchaus (finanziell natürlich nicht), einen Stromanbieter zu suchen, der Strom aus eigenen Kraftwerken einspeist, die nach den selbst gewählten Vorgaben Strom erzeugen.Linus hat geschrieben:Konsequentes Stromsparen dürfte trotz allem noch effektiver sein als die Verwendung von Öko-Strom. Insofern halte ich die aktuelle Öko-Strom-Geschichten eher für gewissensberuhigende Augenwischerei.
So einfach, zu sagen "Ökostrom ist Beschiss", ist es dann doch nicht. Dass die sehr grün bewobenen Angebote der Betreiber, die auch Kohle- und Kernkraftwerke betreiben, Augenwischerei sind, ist, siehe oben, nur eben nichts neues.toursieger hat geschrieben: Natürlich ist es am besten den Strom erst gar nicht zu verbrauchen.
Ich habe einen recht teuren Tarif und möchte wechseln.
Jetzt kann ich den günstigsten Anbieter nehmen oder ich lege im Monat ca. 10-20€ drauf und verwende angeblich regenerativen Strom.
Das Unterschied steht und fällt meist mit dem Wörtchen zeit- im Gegensatz zu mengengleicher Einspeisung. Der Pferdefuß ist nämlich, dass man, wenn weniger Strom gebraucht wird, ein Wasserkraftwerk einfach abschalten kann, ein Atomkraftwerk aber nicht.
Anders als beim Benzinverbrauch freut sich die Umwelt bei der Nutzung regenerativer Energien übrigens tatsächlich, weil echte Marktanteile verschoben werden. Dabei gehts mir persönlich dann nicht um die 10-20€ hin oder her, sondern wie ich sie sinnvoll einsetzen kann.
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Es geht mir auch darum für was der Anbieter mein Geld bekommt.kaiseravb hat geschrieben: Anders als beim Benzinverbrauch freut sich die Umwelt bei der Nutzung regenerativer Energien übrigens tatsächlich, weil echte Marktanteile verschoben werden. Dabei gehts mir persönlich dann nicht um die 10-20€ hin oder her, sondern wie ich sie sinnvoll einsetzen kann.
Für wirklichen Öko-Strom wäre ich bereit etwas mehr zu zahlen.
Aber wer garantiert mir die Herrkunft?
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Sei so gut, und lies meinen Text nochmal.toursieger hat geschrieben: Aber wer garantiert mir die Herrkunft?
Ausführlich:
wenn Du den Ökostromtarif von einem der vier großen Netzbetreiber (wenns denn sein muss: namentlich E.on, EnBW, RWE, Vattenfall) kaufst, niemand. Warum? Weil diese Lieferanten neben ihren Wasserkraftwerken auch Öl-, Kohle- und Atomkraftwerke betreiben. Mindestens letztere laufen rund um die Uhr volles Rohr, drum ist der Nachtstrom, der dort her kommt, auch so günstig, es handelt sich um Überkapazitäten. Ein Wasser- oder Windkraftwerk kann man dagegen einfach abstellen, wenn man seine Kapazität gerade nicht benötigt, möglich wird das Getue durch den Börsenhandel mit dem eigenen Strom. Deswegen kannst Du da auch nicht sicherstellen, dass Du grundsätzlich nur Ökostrom bekommst und nur, weil Du den teureren Tarif bezahlst, wird kein Wattsekündchen mehr Ökostrom produziert. Man spült also durch einen Marketinggag nur etwas mehr Geld in die Kasse des Monopolisten.
Wenn Du dir dagegen einen kleinen (vielleicht regionalen) Kraftwerksbetreiber aussuchst, der selbst produziert, aber keine Kapazitäten aus zB Atomkraftwerken zukauft, kannst Du sehr wohl sicherstellen, dass der Strom dort her kommt, wo Du es haben willst.
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in der Schweiz wird angeblich am Simplon-Wasserkraftwerk tagsüber Oekostrom produziert und verkauft, nachts wird das Wasser mit billigem Atomstrom wieder hochgepumpt um am nächsten Tag wieder runtergelassen zu werden 
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Das ist doch sogar halbwegs sinnvoll. Jedenfalls besser genutzt, als den nächtlichen Stromüberschuss als Wasserdampf durch den Kamin sausen zu lassen.Newbie hat geschrieben:in der Schweiz wird angeblich am Simplon-Wasserkraftwerk tagsüber Oekostrom produziert und verkauft, nachts wird das Wasser mit billigem Atomstrom wieder hochgepumpt um am nächsten Tag wieder runtergelassen zu werden
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Klar ist das sinnvoll, moralisch betrachtet aber energetische Geldwäscherei.kaiseravb hat geschrieben:Das ist doch sogar halbwegs sinnvoll. Jedenfalls besser genutzt, als den nächtlichen Stromüberschuss als Wasserdampf durch den Kamin sausen zu lassen.Newbie hat geschrieben:in der Schweiz wird angeblich am Simplon-Wasserkraftwerk tagsüber Oekostrom produziert und verkauft, nachts wird das Wasser mit billigem Atomstrom wieder hochgepumpt um am nächsten Tag wieder runtergelassen zu werden
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Sowas nannte sich früher mal (bzw. laut Wikipedia auch heute nochOsso hat geschrieben:Klar ist das sinnvoll, moralisch betrachtet aber energetische Geldwäscherei.kaiseravb hat geschrieben:Das ist doch sogar halbwegs sinnvoll. Jedenfalls besser genutzt, als den nächtlichen Stromüberschuss als Wasserdampf durch den Kamin sausen zu lassen.Newbie hat geschrieben:in der Schweiz wird angeblich am Simplon-Wasserkraftwerk tagsüber Oekostrom produziert und verkauft, nachts wird das Wasser mit billigem Atomstrom wieder hochgepumpt um am nächsten Tag wieder runtergelassen zu werden
schon klar dass sinnvoll - aber dass der Strom als OEKOSTROM verkauft wird obwohl ATOMSTROM involviert ist finde ich nicht so ganz fairSprotte hat geschrieben:Sowas nannte sich früher mal (bzw. laut Wikipedia auch heute nochOsso hat geschrieben:Klar ist das sinnvoll, moralisch betrachtet aber energetische Geldwäscherei.kaiseravb hat geschrieben:Das ist doch sogar halbwegs sinnvoll. Jedenfalls besser genutzt, als den nächtlichen Stromüberschuss als Wasserdampf durch den Kamin sausen zu lassen.Newbie hat geschrieben:in der Schweiz wird angeblich am Simplon-Wasserkraftwerk tagsüber Oekostrom produziert und verkauft, nachts wird das Wasser mit billigem Atomstrom wieder hochgepumpt um am nächsten Tag wieder runtergelassen zu werden) Pumpspeicherwerk (z.B. das in Markersbach, landschaftlich ein echter Schandfleck
) und unabhängig davon, wie man den Strom, der beim Ablassen aus dem Oberbecken erzeugt wird, nennt, geht es bei solchen Anlagen allein um die Speicherung von Überkapazitäten aus anderen Quellen und da kann ich unserem Kaiser nur zustimmen.
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