Der Bundestrojaner

Der EMU-Stammtisch

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kaiseravb
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von kaiseravb »

Damit wir hier nicht aus den Augen verlieren, was man mit derlei Datensammelei alles für Unsinn machen kann:

http://www.heise.de/newsticker/Telekom- ... ung/108410
http://www.heise.de/newsticker/Telekom- ... ung/108422
http://www.heise.de/newsticker/DJV-nenn ... ung/108425
FAZ
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,555283,00.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,555243,00.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,555206,00.html

Auch wenn das
"Wenn die Vorwürfe stimmen, hat das Telefonunternehmen seine technischen Möglichkeiten missbraucht und Methoden illegal angewandt, die Sicherheitsbehörden sonst nur in gesetzlich bestimmten Fällen einsetzen dürfen."

wahr ist, will ich keine gesetzliche Grundlage haben, die irgendwem ermöglicht besagten Unsinn zu treiben. Dammbruch, kleine Schritte zur Abschaffung von Grundrechten, Fuß in der Tür und so...

In jeder Hinsicht gute Nacht.
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drullse
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von drullse »

Der Staatsanwalt, der sich jetzt der Telekom-Geschichte angenommen hat, war auch dafür verantwortlich, dass Helmut Kohl die Namen seiner Spender nicht nennen musste. Das Ergebnis der jetzigen Geschichte kann man sich also schon jetzt denken.
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kaiseravb
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von kaiseravb »

Wer nichts zu verbergen hat, hat ja auch nichts zu befürchten. Uns außerdem sind die Daten ja in sicherer Hand... :roll:

heise.de hat geschrieben:Bei einem Test bei fünf Gemeinden seien binnen weniger Sekunden sämtliche Daten ahnungsloser Bürger geliefert worden – vom Familienstand über das Geburtsdatum bis zur Religionszugehörigkeit. Auch Passfotos der abgefragten Personen seien sichtbar gewesen.



http://www.heise.de/newsticker/Fernsehm ... ung/109835
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,15 ... 61,00.html
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von kaiseravb »

Passend zum Thema wird auch sofort die nächste Sammlung sensibler Daten, die man lax in der Weltgeschichte verteilen kann, in Angriff genommen.

http://www.heise.de/newsticker/Elektron ... ung/109927
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von kaiseravb »

"Das geht schon" bedeutet:
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von kaiseravb »

Auch heute wieder neues aus der Rubrik "die Grundgesetzbrüche vom Tage":

Piercing-Petz-Paragraf
http://www.heise.de/newsticker/Datensch ... ung/110217

Personenkennziffer
http://www.heise.de/newsticker/Gruene-g ... ung/110225
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Linus
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von Linus »

kaiseravb hat geschrieben:Auch heute wieder neues aus der Rubrik "die Grundgesetzbrüche vom Tage":

Piercing-Petz-Paragraf
http://www.heise.de/newsticker/Datensch ... ung/110217

Ich sehe das als zweischneidiges Schwert.
Daß die ärztliche Schweigepflicht hiermit ausgehöhlt werden könnte ist klar, auf der anderen Seite gibt es heute schon meldepflichtige Krankheiten ohne daß jemand sich ernsthaft darüber aufregt und aus den Abrechnungen der Ärzte ergeben sich wohl auch heute schon zumindest Hinweise auf Erkrankungen.
Auf der anderen Seite halte ich es schon für zumindest diskutabel ob jemand für die Folgen seines Tuns nicht selbst verantwortlich sein soll, obgleich das natürlich das Problem der Abgrenzung beinhaltet. Die Definition könnte ja wohl nur von einem "verantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper" ausgehen, aber ob sich daraus irgendein vernünftig justiziables Konstrukt machen lässt weiß ich nicht.
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von thilo69 »

Linus hat geschrieben:Die Definition könnte ja wohl nur von einem "verantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper" ausgehen, aber ob sich daraus irgendein vernünftig justiziables Konstrukt machen lässt weiß ich nicht.


IMHO ist genau die Abgrenzung das Problem! Mit dieser Definition könnte man auch Extremsport (Langdistanz-Triathlon) als unverantwortlich bezeichnen und folgerichtig auch etwaige Behandlunsgkosten z.B. bei Überlastungsschäden auf den Sportler abwälzen. Ein grauenvoller Gedanke.
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drullse
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von drullse »

thilo69 hat geschrieben:IMHO ist genau die Abgrenzung das Problem! Mit dieser Definition könnte man auch Extremsport (Langdistanz-Triathlon) als unverantwortlich bezeichnen und folgerichtig auch etwaige Behandlunsgkosten z.B. bei Überlastungsschäden auf den Sportler abwälzen. Ein grauenvoller Gedanke.


Alter Hut. Das wird kommen, sei Dir sicher.

"Helm beim Radfahren nicht getragen => selbst schuld, zahlste halt selbst." - könnte man noch nachvollziehen. Dann gehts aber weiter: "MTB im Wald, nasse Wurzel, gestürzt, Bein gebrochen => selbst schuld, zahlste halt selbst."

Und so weiter...

Motorradfahrer?
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Da lässt sich letztlich alles heranziehen, um die Kosten zu sparen und Eigenverschulden anzunehmen...
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von Linus »

drullse hat geschrieben:
thilo69 hat geschrieben:IMHO ist genau die Abgrenzung das Problem! Mit dieser Definition könnte man auch Extremsport (Langdistanz-Triathlon) als unverantwortlich bezeichnen und folgerichtig auch etwaige Behandlunsgkosten z.B. bei Überlastungsschäden auf den Sportler abwälzen. Ein grauenvoller Gedanke.


Alter Hut. Das wird kommen, sei Dir sicher.

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Skifahrer?
Raucher?
Übergewicht?
Krankheiten aus fernen Ländern?

Da lässt sich letztlich alles heranziehen, um die Kosten zu sparen und Eigenverschulden anzunehmen...


Die Liste ließe sich beliebig erweitern, über Haushaltstrittlieter, zu schnell die Treppe runtergerannt, keine Bdelatschen im Schwimmbad verwandt, etc.

Letztlich kannst Du bei allen Verletzungen Eigenverschulden oder Fremdverschulden vorausssetzen und aus der KV rausnehmen. Und auch bei Krankheiten lässt sich bei allem was nicht erblich bedingt ist eine Art Eigenverschulden konstruieren.

Aber darum sollte es ja eigentlich nicht gehen, und wenn jeder da einigermaßen vernünftig mit sich selbst umgehen würde wäre das auch sicher kein Problem. Warum aber die Gesellschaft die Folgen eines von Lainehand selbstgemachten Piercings übernehmen soll halte ich für diskussionswürdig. Wobei, wie gesagt, die Extreme einfach zu entscheiden sind, das Problem ist die Abgrenzung.
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von drullse »

Linus hat geschrieben:Warum aber die Gesellschaft die Folgen eines von Lainehand selbstgemachten Piercings übernehmen soll halte ich für diskussionswürdig. Wobei, wie gesagt, die Extreme einfach zu entscheiden sind, das Problem ist die Abgrenzung.


Das ließe sich in dem Fall ja noch klären: nur Piercings und Tattoos aus Studios mit anerkannter Ausbildung, Rest selbst zahlen. Da ist ja ein Nachweis noch irgendwie möglich (oder: Schönheits-OP aus Billig-Ostblockland => Pech gehabt). Bei anderen Dingen gehts einfach nicht, wie Du ganz richtig sagst.
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thilo69
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von thilo69 »

drullse hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:Warum aber die Gesellschaft die Folgen eines von Lainehand selbstgemachten Piercings übernehmen soll halte ich für diskussionswürdig. Wobei, wie gesagt, die Extreme einfach zu entscheiden sind, das Problem ist die Abgrenzung.


Das ließe sich in dem Fall ja noch klären: nur Piercings und Tattoos aus Studios mit anerkannter Ausbildung, Rest selbst zahlen. Da ist ja ein Nachweis noch irgendwie möglich (oder: Schönheits-OP aus Billig-Ostblockland => Pech gehabt). Bei anderen Dingen gehts einfach nicht, wie Du ganz richtig sagst.


Könnte man sowas nicht über eine Garantie lösen? Also! Krankenkassen zahlen grundsätzlich erst mal nicht mehr bei solchen Problemen.

Wenn nun das Studio, oder im Falle der Schönheits-OP der Operateur, einen Kunstfehler begangen hat, dann muss er den Schaden begleichen. Er könnte das ja wiederum über eine Versicherung abdecken, die dann zwar den Preis für derartige Behandlungen erhöhen würde, aber die Kosten wären genau da, wo sie hingehören. Schlußendlich bei dem, der sowas über sich ergehen lässt.

Und bei einer Billig-OP oder einem selbstgemachten Piercing gibt es halt nix. Selbst schuld!

Also ich finden den Ansatz von drullse, dass ganze an die Kompetenz des Ausführenden zu binden, klasse.
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Linus
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von Linus »

thilo69 hat geschrieben:Also ich finden den Ansatz von drullse, dass ganze an die Kompetenz des Ausführenden zu binden, klasse.

Im Prinzip schon, aber das schafft wieder eine Menge Bürokratie - fürchte ich.

Schwieriger wird die Ausdehnung auf andere bereiche, z.B. Sport. Das Sport grundsätzlich gesund ist ist unbestritten, aber Exzesse wie Ironman oder Marathon ohne Vorbereitung sind es sicher nicht. Jetzt mal ehrlich - Marathon aus der kalten Hose oder Piercing im heimischen Bastelkeller ist doch unter dem Aspekt der Eigengefährdung kein großer Unterschied.
Also müsste man folgerichtig bei Sportverletzungen den Trainingszustand überprüfen. Es fällt mir etwas schwer mir vorzustallen wie das funktionieren soll.
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thilo69
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von thilo69 »

Linus hat geschrieben: Es fällt mir etwas schwer mir vorzustallen wie das funktionieren soll.


Ein Attest, wie es bei einigen Auslandmarathons ja schon Pflicht ist, greift hier ja auch zu kurz. Also volle Zustimmung! Scheitert an der Praxis!
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Re: Der Bundestrojaner

Beitrag von drullse »

http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt ... ozapft-is/

Auf geht's.

Wo wohnste nochmal, kaiserchen? :D
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