Wenn's nicht so traurig wäre...

Der EMU-Stammtisch

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PeterMUC
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von PeterMUC »

Matthias hat geschrieben:Das ist aber nicht Banane, sondern der Kern des Problems: Die Spaltung der Gesellschaft in die, die es sich leisten können, ihre Sicherheit, Gesundheit und Bildung privat zu finanzieren, und die... anderen halt.


Es ist aber auch die Spaltung der Gesellschaft in die, die etwas leisten wollen und die, die nichts leisten wollen und stattdessen nur Transferleistungen beziehen
Du kannst aus einem dicken Schwein kein Rennpferd machen,
aber Du kannst versuchen, daraus das schnellste Schwein zu machen.
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Friedrichvontelramund
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von Friedrichvontelramund »

Die wird es immer geben, die sich was leisten können (und wollen ;) ...danke Peter)...die Frage ist doch warum es soweit kommen muss, dass sich verschieden Gesellschaftschichte zurückziehen. Herr S sollte sich lieber mal um die innere Sicherheit kümmern
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Matthias
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von Matthias »

PeterMuc hat geschrieben:Es ist aber auch die Spaltung der Gesellschaft in die, die etwas leisten wollen und die, die nichts leisten wollen und stattdessen nur Transferleistungen beziehen

Und diese Unwilligen (die es ja tatsächlich gibt, und nicht zu wenige) werden immer wieder als Begründung von denen herangezogen, die keine Lust haben, die Transferleistungen zu finanzieren. Verständlich zwar, aber doch nur ein Teil der ganzen Geschichte.
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drullse
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von drullse »

PeterMuc hat geschrieben:Es ist aber auch die Spaltung der Gesellschaft in die, die etwas leisten wollen und die, die nichts leisten wollen und stattdessen nur Transferleistungen beziehen


Vor wem wirst Du Dich eher schützen müssen?

Denjenigen, die nicht leisten wollen oder denjenigen, die nicht leisten dürfen? Ich glaube eher Letztere sind "das Problem" derjenigen, die sich da jetzt verbarrikadieren. Nach der 100ten Bewerbung war ich jedenfalls auch soweit, dass ich darüber nachgedacht habe, die Häuser derjenigen anzuzünden, die durch ihre Profitgier an der aktuellen Entwicklung maßgeblich beteiligt sind...
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PeterMUC
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von PeterMUC »

Ich meinte nicht, sich etwas leisten zu wollen, sondern ich meine den Gross-) Teil unserer Gesellschaft, die bereit sind, Leistung zu erbringen, um unsere Gesellschaft zu dass zu machen, was sie ist, naemlich eine funktionierende !
Randgruppen, die nicht bereit sind, sich fuer die Gesellschaft einzusetzen und darüberhinaus auch noch die Hand aufhalten, wird IMHO zuviel Beachtung geschenkt.
Ich spreche hier ausdrücklich nicht von denen, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht können, sondern von denen, die nicht wollen, aus ideologischen oder was auch immer für Gründen.
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PeterMUC
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von PeterMUC »

Hups, überschneidung !

Nein, Drullse, natürlich spreche ich nur die nicht Leistungsbereiten an.
ich spreche aber auch nur von einem Gesammt-Gesellschagtlichen Problem. Natürlich weiss ich, dass es genügend gibt, die leistungsbereit sind, denen das aber nicht anerkannt wird, das ist aber zum Teil eine andere Baustelle. Ich bekomme es gerade in meinem Umfeld hinreichend mit, wie Freunde, die ich zu den Leistungsträgern unserer Gesellschaft zähle, ihren Job verlieren und frustriert sind und sich die Sinnfrage stellen. Aber bei denen bin ich mir auch sehr sicher, dass sie sich nicht auf die "Transferleistungs-Coach" zurückziehen (So wie Du es ja auch nicht getan hast) sondern es "irgendwie" schaffen werden.
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Matthias
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von Matthias »

PeterMuc hat geschrieben:Randgruppen, die nicht bereit sind, sich fuer die Gesellschaft einzusetzen und darüberhinaus auch noch die Hand aufhalten, wird IMHO zuviel Beachtung geschenkt.
Ich spreche hier ausdrücklich nicht von denen, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht können, sondern von denen, die nicht wollen, aus ideologischen oder was auch immer für Gründen.

Es gibt nur keine Möglichkeit, die beiden Gruppen zuverlässig voneinander zu trennen. So schmerzlich es auch ist für die, die das Ganze finanzieren: Einen gewissen Anteil von Drückebergern wird es immer geben. Und egal, wie viel Druck durch Leistungskürzung man ausübt: Man trifft immer auch die, die trotz aller Bemühungen keinen Job finden. Und die, die eher in die Kriminalität ausweichen.
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Friedrichvontelramund
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von Friedrichvontelramund »

drullse hat geschrieben:Denjenigen, die nicht leisten wollen oder denjenigen, die nicht leisten dürfen? Ich glaube eher Letztere sind "das Problem" derjenigen, die sich da jetzt verbarrikadieren. Nach der 100ten Bewerbung war ich jedenfalls auch soweit, dass ich darüber nachgedacht habe, die Häuser derjenigen anzuzünden, die durch ihre Profitgier an der aktuellen Entwicklung maßgeblich beteiligt sind...


Das ist zu schwarz weiß gemalt.

Die Zeiten, in denen man 10 Bewerbungen wegschickt und eine dann zündet sind vorbei. Ich kenne genug Leute, die hochqualifiziert sind, aber einen langen Anlauf nehmen mussten.

Aber wir driften ab. Warum leistet sich jemand so eine "Sicherheit"? Weil er sich vom Staat nicht mehr ausreichend abgesichert fühlt.
Warum gibt es denn Privatschulen. Weil unser Schulsystem nur bedingt was taugt. Warum gibt es denn so eine Gettoisierung? Weil teure Autos brennen. Sind Leute mit Geld = schlechte Leute, die nur durch Profitgier alles verdient haben. Wohl kaum. Aber diese Leute haben genauso die Schnautze voll. Der Solidargedanke ist nämlich nur endlich strapazierbar. Wenn ich sehe, dass ich immer nur zahle und keine "Gegenleistung" bekomme (Sicherheit, Bildung, etc.) dann mach ich es halt selbst. Es ist zu einfach immer nur mit dem Finger auf "die Reichen" zu deuten.
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PeterMUC
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von PeterMUC »

Zumal es ja gar nicht mal die Reichen sind, die versuchen, sich Sicherheit, Bildung etc. zu erkaufen. Es gibt eine breite Mittelschicht, die bereit ist, für bessere Ausbildung der Kinder (sprich Privatschulen) und mehr Sicherheit (zB Auswahl des Wohnortes) zu bezahlen und dafür an anderer Stelle auf Annehmlichkeiten verzichten.
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von Matthias »

friedrichvontelramund hat geschrieben:Wenn ich sehe, dass ich immer nur zahle und keine "Gegenleistung" bekomme (Sicherheit, Bildung, etc.) dann mach ich es halt selbst.

Wenn du auf die Einkommenssteuer meinst: Eingangs- und Spitzensteuersätze sind seit 20 Jahren deutlich gesunken. Und Sicherheit und Bildung werden nun mal mit Steuern bezahlt.
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von PeterMUC »

Von der Einkommenssteuer werden auch noch ganz andere Dinge finanziert (OK, ist ein wenig OT, gehört aber in Puncto innere Sicherheit und deren Finanzierung vll. doch hierher):

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 57,00.html
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von Friedrichvontelramund »

Matthias hat geschrieben:Wenn du auf die Einkommenssteuer meinst: Eingangs- und Spitzensteuersätze sind seit 20 Jahren deutlich gesunken. Und Sicherheit und Bildung werden nun mal mit Steuern bezahlt.


Wir zahlen mit sicherheit nicht weniger Steuern, sondern der Staat gibts am falschen Ende aus...und eine Konsolidierung traut sich keiner... Das ist für die, die viel in die Gemeinschaftskasse zahlen frustrierend...
Ich glaube nicht, dass Sicherheit und Bildung an gesunkenen Eingangs-(!) und Spitzensteuersätzen leidet.
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Matthias
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von Matthias »

friedrichvontelramund hat geschrieben:Wir zahlen mit sicherheit nicht weniger Steuern, sondern der Staat gibts am falschen Ende aus...und eine Konsolidierung traut sich keiner... Das ist für die, die viel in die Gemeinschaftskasse zahlen frustrierend...
Ich glaube nicht, dass Sicherheit und Bildung an gesunkenen Eingangs-(!) und Spitzensteuersätzen leidet.

Ja, die üblichen unkonkreten Schlagworte: Ausgaben am falschen Ende, Konsolidierung... Wo könnte denn so richtig gespart werden? Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht.
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beeste
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von beeste »

Matthias hat geschrieben:
friedrichvontelramund hat geschrieben:Wir zahlen mit sicherheit nicht weniger Steuern, sondern der Staat gibts am falschen Ende aus...und eine Konsolidierung traut sich keiner... Das ist für die, die viel in die Gemeinschaftskasse zahlen frustrierend...
Ich glaube nicht, dass Sicherheit und Bildung an gesunkenen Eingangs-(!) und Spitzensteuersätzen leidet.

Ja, die üblichen unkonkreten Schlagworte: Ausgaben am falschen Ende, Konsolidierung... Wo könnte denn so richtig gespart werden? Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht.

Der Schäuble wird's dir demnächst erzählen, wo man sparen kann und wo man mehr ausgeben muss. ;)
"Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten, wäre selbst ich nicht gekommen."
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Matthias
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Re: Wenn's nicht so traurig wäre...

Beitrag von Matthias »

beeste hat geschrieben:Der Schäuble wird's dir demnächst erzählen, wo man sparen kann und wo man mehr ausgeben muss. ;)

Hauptsache nicht mehr Innenminister.
Aber wer weiß, vielleicht kommt es noch schlimmer. Karl-Theodor auf dem Posten überrascht mich jetzt etwas.
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