QCR 2010
Moderator: Moderator
Re: QCR 2010
drullse, bist du eingepennt?? 
Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
https://sifiman.kkessler.de
https://sifiman.kkessler.de
Re: QCR 2010
Nee, wieso? Ich hab zwei Wochen für den Text gebraucht, meinste da kommt der nächste jetzt nach 2 Stunden?keko hat geschrieben:drullse, bist du eingepennt??
Weiteratmen - DAS ist der Trick!!!
Re: QCR 2010
Hab meinen letzten Beitrag gelöscht, paßt nicht in ein Forum 
Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
https://sifiman.kkessler.de
https://sifiman.kkessler.de
Re: QCR 2010
Achso, ich dachte du willst uns ein bisschen zappeln lassendrullse hat geschrieben:Nee, wieso? Ich hab zwei Wochen für den Text gebraucht, meinste da kommt der nächste jetzt nach 2 Stunden?keko hat geschrieben:drullse, bist du eingepennt??
Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
https://sifiman.kkessler.de
https://sifiman.kkessler.de
Re: QCR 2010
Roth 2010 - Alles ist gut!
Das Rennen vom Start bis in T1
3:30 - nach knapp 2 Stunden Schlaf klingelt der Wecker. In den letzten Jahren war das das Zeichen "es ist soweit, steht auf und geh zur Schlachtbank". Meistens übermüdet, unkonzentriert, unlustig, irgendwas tut weh, keinen Bock auf den Start... Nicht so diesmal: ich bin sofort wach, mir tut nix weh und wie bei einer modernen Kompaktkamera stellt der innere Fokus sofort "scharf". Es ist Challenge und ich WILL! Eine innere Freude macht sich breit, denn das Gefühl habe ich lange vermisst.
Sachen anziehen, rüber zu Anja zum Frühstück und die nächste "Freude": der Magen-Darm-Trakt ist schon aufgewacht und entledigt sich der überflüssigen Reste vom Vortag. Die Insektenstiche sind mittlerweile auch wieder soweit abgeschwollen, dass ich in die Schuhe passe und nix mehr wehtut. Das Frühstück wie üblich nur 2 Toast mit Honig und eine Tasse Pfefferminztee. Außerdem noch eine kleine Tasse Kaffee, um den Kreislauf anzupumpen. Ich hatte ja in der letzten Woche gar kein Koffein zu mir genommen, um den Körper zu entwöhnen, damit es dann heute wieder richtig anschlägt.
Eine letzte Kontrolle, ob wir alles haben und um 4:20 sitzen wir im Auto und rollen Richtung Heuberg. Dort angekommen die Sachen rausgeholt, auf dem Weg zum Start das MTB für Anja abgeholt, dass schon auf dem Heuberg wartete und dann geht es richtig los. Mit der dichter werdenden Menschenmenge über die Brücke, den Blick auf das Startareal stellen sich mir zum ersten Mal die Nackenhaare auf. Noch rund 1:20 Std. dann bin ich im Wasser... Wir schließen das MTB an und weiter geht's in die Wechselzone. Plane vom Rad runter und die Reifen aufgepumpt, dann den Tank hinterm Sattel gefüllt und nochmal die Schuhe und den Helm kontrolliert. Mehr ist nicht. Oder doch - beinahe vergesse ich, mein Rad nochmal zu drücken. Es mag für Außenstehende merkwürdig aussehen wenn da jemand sein Rad umarmt und auf den Sattel küßt aber für mich gehört es dazu. Rituale halt - vielleicht auch ein Moment der Selbstberuhigung denn mittlerweile bin ich hochgradig nervös.
Danach den Beutel mit den Radsachen abgelegt (Inhalt: Startnummer, Brille, Riegel) und dann suche ich mir eine ruhige Ecke - soweit das in dem Trubel überhaupt geht. Kurz die Augen schließen, abschalten, dann noch eine Angstrunde zum Dixie und die übliche Prozedur des Eincremens mit Bodyglide, Hirschtalg und Vaseline.
Noch 27 Minuten bis zum Start. Ich stecke mir Stöpsel ins Ohr. Etwas das ich schon sehr lange nicht mehr gemacht habe (keine Ahnung warum, früher hat es ja immer gut funktioniert). Ein kurzes aber wirkungsvolles Programm, 4 Songs:
Motörhead "Iron Fist" => Wachmacher, Aufwecker, schaltet die Synapsen an
Bad Religion "New Dark Ages" => holt den letzten Rest Müdigkeit aus Hirn und Knochen
Darude "Sandstorm" => Rythmus. Einfach nur Rythmus, ich brauche immer einen inneren Takt und der paßt genau.
Marusha "Go Ahead" => für Marusha ein untypischer Song, für mich der beste und treibendste Rave-Track, der je geschrieben wurde. Der Titel sagt alles: "GO AHEAD". Dreh Dich nicht um, geh nur nach vorn.
Den Garmin habe ich schon vorher programmiert - er zeigt mir nur den Puls. Nix anderes. Ich will keine Zeiten wissen, Entfernungen brauche ich hier eh nicht zu sehen, den Kurs kenne ich blind und rückwärts. Die Multisport-Funktion soll das Ganze aufzeichnen und fertig.
Während die Musik in die Ohren fließt wandere ich in Richtung Start, um den Neo anzuziehen. Die Athleten um mich herum werden zu Statuen, ich bin alleine. Für mich genau richtig. Dann rein in den Neo, Kappe auf, Brille auf, noch 6 min bis zum Start. Verabschieden und rein in den Kanal - das Wasser ist warm aber mich stört das nicht. Bin im Wasser eher die Frostbeule. Ich schwimme langsam vor zur Startlinie, suche das Support-Team am Ufer, winke nochmal und warte. Die Anspannung ist deutlich zu spüren, bei allen.
Dann endlich der erlösende Knall. Vor mir fängt der Kanal an zu kochen, ich halte mich wohlweislich zurück. Leider bin ich ja in der Sub9-Gruppe gelandet, was bedeutet, dass vor mir ganz schnell alle weg sein werden und irgendwann die nächste Gruppe noch kommt und mich überschwimmt. Aber umschreiben ging nicht mehr. Ich kraule also los, habe schnell meine Rythmus und finde zu meiner Freude ein Dreier-Grüppchen an das sich mich ranhängen kann. Bis zur ersten Wende geht das auch gut. Die sind eigentlich einen kleinen Tick zu schnell aber genau das brauche ich ja. Rum um die Wende und zurück, jetzt kommt der lange Schenkel, denn es geht ja an der WT vorbei bis zur anderen Schleuse und das sind dann quasi 1,9 Km grade Strecke. Nach 1,5 Km kommt dann das Unerwartete - ein Krampf in der linken Wade. Aua! Mist - was ist das denn? Habe ich sonst nie. Ich versuche zu dehen und weiter zu kraulen was mir aber schwer fällt. Mit viel Konzentration bekomme ich den Krampf wieder raus aber kurze Zeit später das selbe Spiel nochmal. Mist mist mist. Der Kontakt zum Grüppchen ist damit weg. Ich versuche alles: dehnen, locker lassen, anspannen, nix hilft. Locker lassen ist noch das Beste: dann kommt der Krampf richtig und geht wieder. Tut höllisch weh und lenkt aber ich kann wenigstens weiter schwimmen. Nach gut 2 Km kommt dann die erste Gruppe aus der nachfolgenden Startgruppe vorbei - oder besser: rüber. Danke Jungs für die Rücksichtnahme. Ich bin allerdings zu beschäftigt, um der Rücksichtslosigkeit entsprechende Antworten auszuteilen, denn nun fängt auch die rechte Wade an zu krampfen.
Das ist dann doch etwas zu viel. Eine innere Panik macht sich breit. Keine Angst zu ertrinken sondern einfach ein extrem unwohles Gefühl. Einfach Panik, ich kann das gar nicht recht beschreiben. So geht es dann weiter bis zur zweiten Wende. Nur mit dem Mantra "Alles ist gut!" komme ich vorwärts und selbst als der Schwimmausstieg in Sicht kommt, werde ich nicht ruhiger. Das kann ja heiter werden. Mittlerweile sind die Waden vollkommen fest und ich humple aus dem Wasser. 1:11:38 zeigt die Uhr, was mich nur aus einem Grund frustriert: ich weiß, dass die Krämpfe mich locker 2-3 Minuten gekostet haben und das wäre Schwimmbestzeit geworden...
Ich schnappe mir meinen Beutel, mache den Neo auf, Badekappe ab, Brille ab und rein ins Wechselzelt. Anja wechselt diesmal mit mir und ich lasse mir Zeit. Neo ausziehen, die Riegel in die Taschen stecken und ab geht es. Kaum bin ich an Land ist auch die Panik weg. Was das nun war, weiß ich bis heute nicht aber sobald ich an Land bin, fängt für mich der Wettkampf eh erst richtig an...
Das Rennen vom Start bis in T1
3:30 - nach knapp 2 Stunden Schlaf klingelt der Wecker. In den letzten Jahren war das das Zeichen "es ist soweit, steht auf und geh zur Schlachtbank". Meistens übermüdet, unkonzentriert, unlustig, irgendwas tut weh, keinen Bock auf den Start... Nicht so diesmal: ich bin sofort wach, mir tut nix weh und wie bei einer modernen Kompaktkamera stellt der innere Fokus sofort "scharf". Es ist Challenge und ich WILL! Eine innere Freude macht sich breit, denn das Gefühl habe ich lange vermisst.
Sachen anziehen, rüber zu Anja zum Frühstück und die nächste "Freude": der Magen-Darm-Trakt ist schon aufgewacht und entledigt sich der überflüssigen Reste vom Vortag. Die Insektenstiche sind mittlerweile auch wieder soweit abgeschwollen, dass ich in die Schuhe passe und nix mehr wehtut. Das Frühstück wie üblich nur 2 Toast mit Honig und eine Tasse Pfefferminztee. Außerdem noch eine kleine Tasse Kaffee, um den Kreislauf anzupumpen. Ich hatte ja in der letzten Woche gar kein Koffein zu mir genommen, um den Körper zu entwöhnen, damit es dann heute wieder richtig anschlägt.
Eine letzte Kontrolle, ob wir alles haben und um 4:20 sitzen wir im Auto und rollen Richtung Heuberg. Dort angekommen die Sachen rausgeholt, auf dem Weg zum Start das MTB für Anja abgeholt, dass schon auf dem Heuberg wartete und dann geht es richtig los. Mit der dichter werdenden Menschenmenge über die Brücke, den Blick auf das Startareal stellen sich mir zum ersten Mal die Nackenhaare auf. Noch rund 1:20 Std. dann bin ich im Wasser... Wir schließen das MTB an und weiter geht's in die Wechselzone. Plane vom Rad runter und die Reifen aufgepumpt, dann den Tank hinterm Sattel gefüllt und nochmal die Schuhe und den Helm kontrolliert. Mehr ist nicht. Oder doch - beinahe vergesse ich, mein Rad nochmal zu drücken. Es mag für Außenstehende merkwürdig aussehen wenn da jemand sein Rad umarmt und auf den Sattel küßt aber für mich gehört es dazu. Rituale halt - vielleicht auch ein Moment der Selbstberuhigung denn mittlerweile bin ich hochgradig nervös.
Danach den Beutel mit den Radsachen abgelegt (Inhalt: Startnummer, Brille, Riegel) und dann suche ich mir eine ruhige Ecke - soweit das in dem Trubel überhaupt geht. Kurz die Augen schließen, abschalten, dann noch eine Angstrunde zum Dixie und die übliche Prozedur des Eincremens mit Bodyglide, Hirschtalg und Vaseline.
Noch 27 Minuten bis zum Start. Ich stecke mir Stöpsel ins Ohr. Etwas das ich schon sehr lange nicht mehr gemacht habe (keine Ahnung warum, früher hat es ja immer gut funktioniert). Ein kurzes aber wirkungsvolles Programm, 4 Songs:
Motörhead "Iron Fist" => Wachmacher, Aufwecker, schaltet die Synapsen an
Bad Religion "New Dark Ages" => holt den letzten Rest Müdigkeit aus Hirn und Knochen
Darude "Sandstorm" => Rythmus. Einfach nur Rythmus, ich brauche immer einen inneren Takt und der paßt genau.
Marusha "Go Ahead" => für Marusha ein untypischer Song, für mich der beste und treibendste Rave-Track, der je geschrieben wurde. Der Titel sagt alles: "GO AHEAD". Dreh Dich nicht um, geh nur nach vorn.
Den Garmin habe ich schon vorher programmiert - er zeigt mir nur den Puls. Nix anderes. Ich will keine Zeiten wissen, Entfernungen brauche ich hier eh nicht zu sehen, den Kurs kenne ich blind und rückwärts. Die Multisport-Funktion soll das Ganze aufzeichnen und fertig.
Während die Musik in die Ohren fließt wandere ich in Richtung Start, um den Neo anzuziehen. Die Athleten um mich herum werden zu Statuen, ich bin alleine. Für mich genau richtig. Dann rein in den Neo, Kappe auf, Brille auf, noch 6 min bis zum Start. Verabschieden und rein in den Kanal - das Wasser ist warm aber mich stört das nicht. Bin im Wasser eher die Frostbeule. Ich schwimme langsam vor zur Startlinie, suche das Support-Team am Ufer, winke nochmal und warte. Die Anspannung ist deutlich zu spüren, bei allen.
Dann endlich der erlösende Knall. Vor mir fängt der Kanal an zu kochen, ich halte mich wohlweislich zurück. Leider bin ich ja in der Sub9-Gruppe gelandet, was bedeutet, dass vor mir ganz schnell alle weg sein werden und irgendwann die nächste Gruppe noch kommt und mich überschwimmt. Aber umschreiben ging nicht mehr. Ich kraule also los, habe schnell meine Rythmus und finde zu meiner Freude ein Dreier-Grüppchen an das sich mich ranhängen kann. Bis zur ersten Wende geht das auch gut. Die sind eigentlich einen kleinen Tick zu schnell aber genau das brauche ich ja. Rum um die Wende und zurück, jetzt kommt der lange Schenkel, denn es geht ja an der WT vorbei bis zur anderen Schleuse und das sind dann quasi 1,9 Km grade Strecke. Nach 1,5 Km kommt dann das Unerwartete - ein Krampf in der linken Wade. Aua! Mist - was ist das denn? Habe ich sonst nie. Ich versuche zu dehen und weiter zu kraulen was mir aber schwer fällt. Mit viel Konzentration bekomme ich den Krampf wieder raus aber kurze Zeit später das selbe Spiel nochmal. Mist mist mist. Der Kontakt zum Grüppchen ist damit weg. Ich versuche alles: dehnen, locker lassen, anspannen, nix hilft. Locker lassen ist noch das Beste: dann kommt der Krampf richtig und geht wieder. Tut höllisch weh und lenkt aber ich kann wenigstens weiter schwimmen. Nach gut 2 Km kommt dann die erste Gruppe aus der nachfolgenden Startgruppe vorbei - oder besser: rüber. Danke Jungs für die Rücksichtnahme. Ich bin allerdings zu beschäftigt, um der Rücksichtslosigkeit entsprechende Antworten auszuteilen, denn nun fängt auch die rechte Wade an zu krampfen.
Das ist dann doch etwas zu viel. Eine innere Panik macht sich breit. Keine Angst zu ertrinken sondern einfach ein extrem unwohles Gefühl. Einfach Panik, ich kann das gar nicht recht beschreiben. So geht es dann weiter bis zur zweiten Wende. Nur mit dem Mantra "Alles ist gut!" komme ich vorwärts und selbst als der Schwimmausstieg in Sicht kommt, werde ich nicht ruhiger. Das kann ja heiter werden. Mittlerweile sind die Waden vollkommen fest und ich humple aus dem Wasser. 1:11:38 zeigt die Uhr, was mich nur aus einem Grund frustriert: ich weiß, dass die Krämpfe mich locker 2-3 Minuten gekostet haben und das wäre Schwimmbestzeit geworden...
Ich schnappe mir meinen Beutel, mache den Neo auf, Badekappe ab, Brille ab und rein ins Wechselzelt. Anja wechselt diesmal mit mir und ich lasse mir Zeit. Neo ausziehen, die Riegel in die Taschen stecken und ab geht es. Kaum bin ich an Land ist auch die Panik weg. Was das nun war, weiß ich bis heute nicht aber sobald ich an Land bin, fängt für mich der Wettkampf eh erst richtig an...
Weiteratmen - DAS ist der Trick!!!
Re: QCR 2010
Schön, drullse
Kann ich mir alles zu 100% vorstellen, ich war gerade beim Start und Schwimmen mit dabei
Kann ich mir alles zu 100% vorstellen, ich war gerade beim Start und Schwimmen mit dabei
Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
https://sifiman.kkessler.de
https://sifiman.kkessler.de
Re: QCR 2010
die Musikauswahl für vor dem Start ist prima!
(wenn ich da an den neuen Challenge-Song denke
das klingt bislang alles deutlich motivierter als die letzten Jahre. Bin gespannt,
wie´s weiter geht oder ging
"If it don't kill you, it makes you strong" (Reamon)
- Nils
- Oranje-Emu
- Beiträge: 10015
- Registriert: 06 Dez 2004 12:00
- Wohnort: Ca. 300km von Noordwijk entfernt
Re: QCR 2010
Krämpfe in der Wade und das daraus rsultierende Gefühl kenne ich nur zu gut. Aber es ist ja gut gegangen
Bin gespannt wie es weitergeht
Bin gespannt wie es weitergeht
'Oranje-supporter lijdt in stilte en haalt nog een biertje
Re: QCR 2010
Hab ich auch regelmässig beim Schwimmen im See mit Neo. Gehen aber immer gleich wieder weg.Nils hat geschrieben:Krämpfe in der Wade und das daraus rsultierende Gefühl kenne ich nur zu gut. Aber es ist ja gut gegangen![]()
Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
https://sifiman.kkessler.de
https://sifiman.kkessler.de
Re: QCR 2010
Schöner Bericht
Die Musik vor dem Start hat mir gut gefallen, erinnerte mich etwas an Avantasia. Deine Probleme beim Schwimmen kann ich wirklich gut nachempfinden
Freue mich auf weitere Berichte
Die Musik vor dem Start hat mir gut gefallen, erinnerte mich etwas an Avantasia. Deine Probleme beim Schwimmen kann ich wirklich gut nachempfinden
Freue mich auf weitere Berichte
Für den Kuchen nach dem Sport 
- maultäschle
- Caipi-Emu
- Beiträge: 4056
- Registriert: 03 Aug 2010 23:31
Re: QCR 2010
Aber: wann gehts denn mit dem nächsten Teil weiter? *mitdenFingernaufdemTischrumtrommel*
Ich bin doch so neugierig
Auf der Suche nach Vitamin C
Re: QCR 2010
Dem ist nichts hinzuzufügen...maultäschle hat geschrieben:Sehr schöner Bericht!
Aber: wann gehts denn mit dem nächsten Teil weiter? *mitdenFingernaufdemTischrumtrommel*
life sucks...
Re: QCR 2010
Also um die Wartezeit für Drullse's nächsten Bericht zu überbrücken
, mein bei Tria-Szene geschriebener.
Wer ihn schon kennt, sorry.
Vorgeschichte:
Ich war scheinbar so gut trainiert wie noch nie zuvor
. Im Schwimmen erst vor kurzem mehrere neue 1000er PB im Neo, im Winter ohne Neo ca. 3 min. verbessert, Kraft und Technik mit Durchbruch, vor 2-3 Wochen mehrmals locker 3,8 KM im See geschwommen.
Beim Rad u.a. vor Ort 3000HM an einem Tag, ein anderes Mal 2000HM innerhalb ca. 4Std., 2 mal 180 KM und letztens Intervalle 4*30 im ca.32-34er Schnitt.
Laufen 100/100 im Winter unterbrochen von einzelnen langen Kanten(bis 37KM), Frühjahr flotter und kürzer(HM in1.29), danach Koppelläufe nach den Radintervallen im 5er Schnitt.
Immer wieder mehrstündige MTB-Einheiten ohne Essen oder Trinken und dabei wieder viel neue Strecken und Gegenden erkundet.
Und das wichtigste: Es hat alles super Spaß gemacht, war ein toller Ausgleich für Stress und als Belohnung war danach grundsätzlich
angesagt.
Ob dies wirklich wichtig oder effektiv für meine Wettkampfzeit war, war mir schnuppe. Besser 100 Mal im Jahr feiern als alles auf eine Karte zu setzen.
Aber es kommt immer anders als Mann denkt
Tapern
Diesmal in Gedenken an Maultäschle betont locker
, wenn was nicht klappte, immer dran denken , irgendwas geht immer schief, also besser jetzt und es hätte schlimmer kommen können . Hitze, na und, umso wertvoller wird das Finish. Bedenklich nur, dass ich seit 2 Wochen außer einer Seeeinheit am WE nicht mehr schwimmen konnte
.
Freitags in Dürrenmungenau angekommen, Fewo auf dem Land, ideal für die Familie, Startunterlagen geholt, Kaiserschmarren geschlemmt. Nachts durch Hitze und ungewohntes Bett kaum geschlafen, morgens wie gerädert
.
Samstags, Familie erobert 2 Burgen, ich checke kurz nach 12 Rad ein (keine Wartezeit), dann mit Jüngsten beim Hamburg-Tria mitgefiebert, abends idealen Parkplatz gefunden, WK-Besprechung, alle nett und mit Herzblut dabei. Nachts auch ohne Aufregung wiederrum miserabel geschlafen.
Sonntag
Trotzdem relativ munter, kein Verkehr, guter Parkplatz, frühzeitig beim Start, Stimmung OK. So weit so gut, aber es kommt immer anders als Mann denkt
Wettkampf
Erste leichte Stimmungstöter, Radplane hat es verweht, Rad, Helm und alles total nass
, immerhin Salztabletten noch nicht aufgelöst. Mit ungewohnter Radpumpe unsicher, später vergessen mit Hirschtalg Nacken einzuschmieren, gibt bei mir durch den Neo immer blutige Scheuerstellen, auf Riegel für zwischendurch verzichtet, da kein Hunger, Koffein-Gel für 15 min. vor WK auch weggelassen, da unschlüssig, ob es später mehr nützt. Dass ein Schiedsrichter später zu mir rief: „Auf geht’s, Deine Truppe ist schon lange im Wasser“ ließ mich auch noch locker. Er irrte sich in den Badekappenfarben.
Schwimmen
Stimmung immer noch gut, aber es kommt immer anders als Mann denkt.
Wasser angenehm und nicht so schmutzig wie befürchtet. Schönes Startlied und ab geht die Post. Wenig Gerangel , als Linksatmer orientiere ich mich links, überholte sogar einige Schwimmer, das war ich ja gar nicht gewohnt
. Mit einer getönten Schwimmbrille zu starten, bereute ich allerdings jetzt immer mehr, Sicht für mich als Brillenträger äußerst schlecht.
Und noch schlimmer, selbst wenn ich mal was erkennen konnte, diese Richtung anpeilte, dann 2-3 Züge später kontrollierte, konnte ich sicher sein, irgendwo vollkommen anders hinzuschwimmen.
Im See habe ich mit der Orientierung keine Schwierigkeit, im Kanal schlicht katastrophal.
Mal war ich links, dann in der Mitte, dann rechts, dann wieder Mitte usw. aber die blöde Brücke wollte einfach nicht näher kommen. Dafür einzelne Kontakte(Schlag auf die Brille, Klammergriff am Fuß) und viel Wasser zum Schlucken. Eigentlich vertrage ich Milch vor dem Sport gut, aber diesmal fast zum
Laune sinkt deutlich. Irgendwann Schwimmausstieg, Blick auf die Uhr. 1.18, Ach Du Schei..
Trotz eigentlich super Schwimmform und eigentlich keinen muskulären Problemen 4 min langsamer als Frankfurt. Interessant wäre, wenn ich wüsste, wieviel ich wirklich geschwommen bin.
Aber es sollte noch schlimmer kommen
Wechsel
Immerhin habe ich anders als Chrissie meinen Beutel aufgenommen(durfte dies direkt mit ansehen) .Neo ging auch noch gut runter, aber dann Radtrikot verheddert sich, Startnummerngürtel geht nicht zu, Brille runter, wieder rauf, Helfer alle belegt, knapp 6 Minuten, Stimmung
Rad
Schöne Strecke, hügelig, Schnitt OK, Kalvarienberg eigentlich locker, zieht sich aber etwas, Abfahrt langsamer als andere, aber für mich ordentlich.
Jetzt kam sie aber die Sinnkrise:
Eine richtig gute Zeit wäre für mich nur drin, wenn ich mich ohne zu überziehen von einer Euphorie getragen in die nächste rette , so aber nach dem verpatzten Auftakt und in dem Wissen, ich bin kein starker Zeitfahrer, war die Motivation mich zu quälen weg, zumal ich auch beim Rad merkte, dass es nicht mein Tag war. Von hinten kamen immer wieder gute Radfahrer, die mich weiter in meinen negativen Gedanken bestärkten
. Also Rad abhaken, Landschaft, Stimmung und alles als bessere Trainingsfahrt genießen. Sebastian Kienle und andere fuhren an mir vorbei, auch ein Erlebnis. Solarer Berg war besonders auf der ersten Runde phänomenal, unglaublich.
Ich bin viermal Heartbreak Hill beim IMG gefahren, auch dort war klasse Stimmung, aber mit Solar nicht zu vergleichen. 2 Pinkel- und eine Pause wegen rausgesprungener Kette(damit hatte ich zum Glück schon Erfahrung, lediglich total verschmierte Hände danach), etwas aufkommender Wind, jetzt Umstieg auf Koffein-Gel und irgendwann nach 6.01 Einfahrt in T2. Damit auch Rad 5 min langsamer als IMG 2009.
T2
Freundliche Helferin , ich creme mich nochmals ein, vergesse allerdings die Salztabletten.
Jetzt gibt es nur noch eine Chance den Tag richtig zu retten, wobei mir zwischendurch immer wieder bewusst wurde , jedes Finish(Ziel 1) ist ein Erfolg und wenn dann dabei auch noch persönlich starke Zeiten erzielt werden, unvorstellbar.
Ziel 2 wäre ein Marathon unter 4 Std. Beim IMG 2009 brauchte ich ohne einzige Gehpause(war damals ein Ziel) 4.06. Ziel 3 wäre eine neue PB, falls ich einige Minuten unter SUB 4 bleibe, genauer wollte (oder konnte) ich es nicht mehr ausrechnen
Laufen
Im 5er Schnitt losgelaufen und da war sie, die lang vermisste Euphorie,
locker, leicht, überholt ohne Ende( ich freue mich für jeden, wenn er oder sie glücklich finisht, aber ab und zu hab ich mir doch gedacht, Radfahren ist nicht alles ). An den Verpflegungsstellen zu Schwämmen, Cola , Wasser und gelegentlich Iso(wegen fehlenden Salztabletten) gegriffen.
Jeden Km auf die Uhr geblickt, immer...4.44 bzw. ..9.44 mit wenigen Abweichungen. In Schwand wollte ich mir schon ein Weizen greifen, aber die Bedienung zog zurück, schade .
Dass ich in dem Tempo nicht durchlaufen würde, war mir klar, aber heute die einzige Chance.
Bei Km 18 dann erster taktischer Fehler eine Verpflegungsstelle planmäßig nur Iso, auf der nächsten Cola
verpasst, wollte nicht unterbrechen(Fehler), bis zur nächsten kam ich in ein Zuckerloch, Schnitt fiel auf 5.30, stabilisierte sich aber.
Steinchen in Schuh, egal weiterlaufen, Blasen hatte ich schon vor dem Lauf, auch egal.
Km 28 Wendepunkt, auch bei mir. Jetzt wirkte kein Koffein mehr, die Euphorie war am Bröckeln, Erkenntnis, ist ja noch ganz schön lange, Tempo sinkt
, aber es läuft weiter. Dann im Wald hoch nach Eckersmühlen zweiter taktischer Fehler, stehengeblieben wegen Pinkelpause, aber es ging eh nichts mehr.
Weiterschleichen dann deutlich schwerer, der Handwerksgeselle war jetzt auch bei mir voll angekommen, schimpfe abwechselnd still vor mich hin oder versuche mich durch musikalische Erinnerungsfetzen (Avantasia) aufzumuntern, richtig hart Holperstrecke nach Lände,
plötzlich starke Seitenstechen, erste Gehpause, zum Glück nur 100 Meter vor VP, wieder Cola, leicht weitertraben.
Dann treffe ich Wombat und Glaurung . Vielen Dank, Ihr habt mir mental viel geholfen
. Zwar danach noch leichte Krampfansätze im rechten hinteren Oberschenkel, aber ich habe einfach paarmal draufgehauen, dann ging es weiter. In Roth sensationelle Stimmung, da war Stehenbleiben unmöglich. Zieleinlauf betont locker, um auch hier die Stimmung einzusaugen.
Laufzeit: 3:52 und neue PB in 11.20
Es kommt immer anders als Mann es denkt.
Ein eigentlich frustrierend begonnener Tag wird mir doch als ein für mich letztlich schöner in Erinnerung bleiben.
Wer ihn schon kennt, sorry.
Vorgeschichte:
Ich war scheinbar so gut trainiert wie noch nie zuvor
Beim Rad u.a. vor Ort 3000HM an einem Tag, ein anderes Mal 2000HM innerhalb ca. 4Std., 2 mal 180 KM und letztens Intervalle 4*30 im ca.32-34er Schnitt.
Laufen 100/100 im Winter unterbrochen von einzelnen langen Kanten(bis 37KM), Frühjahr flotter und kürzer(HM in1.29), danach Koppelläufe nach den Radintervallen im 5er Schnitt.
Immer wieder mehrstündige MTB-Einheiten ohne Essen oder Trinken und dabei wieder viel neue Strecken und Gegenden erkundet.
Und das wichtigste: Es hat alles super Spaß gemacht, war ein toller Ausgleich für Stress und als Belohnung war danach grundsätzlich
Ob dies wirklich wichtig oder effektiv für meine Wettkampfzeit war, war mir schnuppe. Besser 100 Mal im Jahr feiern als alles auf eine Karte zu setzen.
Aber es kommt immer anders als Mann denkt
Tapern
Diesmal in Gedenken an Maultäschle betont locker
Freitags in Dürrenmungenau angekommen, Fewo auf dem Land, ideal für die Familie, Startunterlagen geholt, Kaiserschmarren geschlemmt. Nachts durch Hitze und ungewohntes Bett kaum geschlafen, morgens wie gerädert
Samstags, Familie erobert 2 Burgen, ich checke kurz nach 12 Rad ein (keine Wartezeit), dann mit Jüngsten beim Hamburg-Tria mitgefiebert, abends idealen Parkplatz gefunden, WK-Besprechung, alle nett und mit Herzblut dabei. Nachts auch ohne Aufregung wiederrum miserabel geschlafen.
Sonntag
Trotzdem relativ munter, kein Verkehr, guter Parkplatz, frühzeitig beim Start, Stimmung OK. So weit so gut, aber es kommt immer anders als Mann denkt
Wettkampf
Erste leichte Stimmungstöter, Radplane hat es verweht, Rad, Helm und alles total nass
Schwimmen
Stimmung immer noch gut, aber es kommt immer anders als Mann denkt.
Wasser angenehm und nicht so schmutzig wie befürchtet. Schönes Startlied und ab geht die Post. Wenig Gerangel , als Linksatmer orientiere ich mich links, überholte sogar einige Schwimmer, das war ich ja gar nicht gewohnt
Im See habe ich mit der Orientierung keine Schwierigkeit, im Kanal schlicht katastrophal.
Mal war ich links, dann in der Mitte, dann rechts, dann wieder Mitte usw. aber die blöde Brücke wollte einfach nicht näher kommen. Dafür einzelne Kontakte(Schlag auf die Brille, Klammergriff am Fuß) und viel Wasser zum Schlucken. Eigentlich vertrage ich Milch vor dem Sport gut, aber diesmal fast zum
Aber es sollte noch schlimmer kommen
Wechsel
Immerhin habe ich anders als Chrissie meinen Beutel aufgenommen(durfte dies direkt mit ansehen) .Neo ging auch noch gut runter, aber dann Radtrikot verheddert sich, Startnummerngürtel geht nicht zu, Brille runter, wieder rauf, Helfer alle belegt, knapp 6 Minuten, Stimmung
Rad
Schöne Strecke, hügelig, Schnitt OK, Kalvarienberg eigentlich locker, zieht sich aber etwas, Abfahrt langsamer als andere, aber für mich ordentlich.
Jetzt kam sie aber die Sinnkrise:
Eine richtig gute Zeit wäre für mich nur drin, wenn ich mich ohne zu überziehen von einer Euphorie getragen in die nächste rette , so aber nach dem verpatzten Auftakt und in dem Wissen, ich bin kein starker Zeitfahrer, war die Motivation mich zu quälen weg, zumal ich auch beim Rad merkte, dass es nicht mein Tag war. Von hinten kamen immer wieder gute Radfahrer, die mich weiter in meinen negativen Gedanken bestärkten
T2
Freundliche Helferin , ich creme mich nochmals ein, vergesse allerdings die Salztabletten.
Jetzt gibt es nur noch eine Chance den Tag richtig zu retten, wobei mir zwischendurch immer wieder bewusst wurde , jedes Finish(Ziel 1) ist ein Erfolg und wenn dann dabei auch noch persönlich starke Zeiten erzielt werden, unvorstellbar.
Ziel 2 wäre ein Marathon unter 4 Std. Beim IMG 2009 brauchte ich ohne einzige Gehpause(war damals ein Ziel) 4.06. Ziel 3 wäre eine neue PB, falls ich einige Minuten unter SUB 4 bleibe, genauer wollte (oder konnte) ich es nicht mehr ausrechnen
Laufen
Im 5er Schnitt losgelaufen und da war sie, die lang vermisste Euphorie,
Jeden Km auf die Uhr geblickt, immer...4.44 bzw. ..9.44 mit wenigen Abweichungen. In Schwand wollte ich mir schon ein Weizen greifen, aber die Bedienung zog zurück, schade .
Dass ich in dem Tempo nicht durchlaufen würde, war mir klar, aber heute die einzige Chance.
Bei Km 18 dann erster taktischer Fehler eine Verpflegungsstelle planmäßig nur Iso, auf der nächsten Cola
Steinchen in Schuh, egal weiterlaufen, Blasen hatte ich schon vor dem Lauf, auch egal.
Km 28 Wendepunkt, auch bei mir. Jetzt wirkte kein Koffein mehr, die Euphorie war am Bröckeln, Erkenntnis, ist ja noch ganz schön lange, Tempo sinkt
Weiterschleichen dann deutlich schwerer, der Handwerksgeselle war jetzt auch bei mir voll angekommen, schimpfe abwechselnd still vor mich hin oder versuche mich durch musikalische Erinnerungsfetzen (Avantasia) aufzumuntern, richtig hart Holperstrecke nach Lände,
Dann treffe ich Wombat und Glaurung . Vielen Dank, Ihr habt mir mental viel geholfen
Laufzeit: 3:52 und neue PB in 11.20
Es kommt immer anders als Mann es denkt.
Ein eigentlich frustrierend begonnener Tag wird mir doch als ein für mich letztlich schöner in Erinnerung bleiben.
Für den Kuchen nach dem Sport 
- Kampa
- 1. Half-Eiermann Emu
- Beiträge: 13316
- Registriert: 04 Okt 2006 09:34
- Wohnort: Hopfen- und Traubenzentrum am Taunus
Re: QCR 2010
FMMT hat geschrieben: Ein eigentlich frustrierend begonnener Tag wird mir doch als ein für mich letztlich schöner in Erinnerung bleiben.
wunderbar - und wenn Du beim nächsten Mal dann doch zum Weizen greifst hätte ich gerne ein Foto davon
"...Wenn dein Herz auf dem Wasser liegt, musst du es ja nicht auf der Strasse quälen..."
- Kampa
- 1. Half-Eiermann Emu
- Beiträge: 13316
- Registriert: 04 Okt 2006 09:34
- Wohnort: Hopfen- und Traubenzentrum am Taunus
Re: QCR 2010
DRUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUULLLLLLLLLLLLLLLLLSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE
himmelherrgott nochamohl tipp schneller

himmelherrgott nochamohl tipp schneller
"...Wenn dein Herz auf dem Wasser liegt, musst du es ja nicht auf der Strasse quälen..."