Meine Gedanken dazu: Bei jedem Bauprojekt gibt es vorher eine (normalerweise sehr lange!) Zeit, in der die Pläne ausliegen und in denen man Einsprüche geltend machen kann. Kann es vielleicht sein, daß das in Stuttgart mal so richtig schön verpennt wurde ? Und jetzt wo die Bagger schon am werkeln sind, fällt den Leuten auf einmal ein, daß das doch nicht so doll ist, was da gebaut werden soll ? Aber ich finde es gut, daß das Volk so ganz langsam lernt, sein Begehren zumindest schon mal kund zu tun und ggf auch was gegen den Misstand zu unternehmen.
Stuttgart21
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Re: Stuttgart21
Ich muß gerade an meinen Schwager denken, der gestern als Polizist mit der Nürnberger 100schaft da war und bei dem ich mir 110%ig sicher bin, daß er sich "benommen" hat. Aber ich weiß auch, daß es solche und solche Hundertschaften gibt. Zu den Castor-Demos in meiner Heimat wurden anfangs sehr gerne die besonders "brutalen" geholt, damit die Demonstranten schon vorher wussten, was ihnen blüht. Ähnliches kann ich mir in Stuttgart vorstellen. Trotzdem traurig...
Meine Gedanken dazu: Bei jedem Bauprojekt gibt es vorher eine (normalerweise sehr lange!) Zeit, in der die Pläne ausliegen und in denen man Einsprüche geltend machen kann. Kann es vielleicht sein, daß das in Stuttgart mal so richtig schön verpennt wurde ? Und jetzt wo die Bagger schon am werkeln sind, fällt den Leuten auf einmal ein, daß das doch nicht so doll ist, was da gebaut werden soll ? Aber ich finde es gut, daß das Volk so ganz langsam lernt, sein Begehren zumindest schon mal kund zu tun und ggf auch was gegen den Misstand zu unternehmen.
Meine Gedanken dazu: Bei jedem Bauprojekt gibt es vorher eine (normalerweise sehr lange!) Zeit, in der die Pläne ausliegen und in denen man Einsprüche geltend machen kann. Kann es vielleicht sein, daß das in Stuttgart mal so richtig schön verpennt wurde ? Und jetzt wo die Bagger schon am werkeln sind, fällt den Leuten auf einmal ein, daß das doch nicht so doll ist, was da gebaut werden soll ? Aber ich finde es gut, daß das Volk so ganz langsam lernt, sein Begehren zumindest schon mal kund zu tun und ggf auch was gegen den Misstand zu unternehmen.
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Re: Stuttgart21
In Stuttgart ist auch das normale Volk unterwegs. Auch viele ältere Schüler. So viele Leute wie gestern habe ich noch nie auf einmal gesehen. Mehrere breite Strasssen waren gleichzeitig überfüllt. Man spürt bei so vielen Menschen auch, welch gewaltige Macht man hat, wenn man sich zusammentut.Klugschnacker hat geschrieben: Man hat versucht, diese Menschen als gesellschaftliche Randgruppe abzustempeln. Aber es war ein breites Bündnis aus allen Schichten der Gesellschaft. Müslitypen mit langen Haaren und Jesuslatschen, Bauern, Arbeiter und Intellektuelle zogen an einem Strang. Aus meiner Sicht gibt es viele Parallelen zu Stuttgart 21.
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Re: Stuttgart21
Viele Dinge sind halt jetzt erst bekannt geworden. Kosten sind teilweise explodiert oder sind nicht mehr abzuschätzen. Es sollte zumindest möglich sein, das Projekt nochmal neu zu betrachten.la_gune hat geschrieben: Meine Gedanken dazu: Bei jedem Bauprojekt gibt es vorher eine (normalerweise sehr lange!) Zeit, in der die Pläne ausliegen und in denen man Einsprüche geltend machen kann. Kann es vielleicht sein, daß das in Stuttgart mal so richtig schön verpennt wurde ?
Letztendlich ist es halt auch menschlich, dass man sich erst richtig für etwas interessiert, wenn es aktuell wird. Die Demos gibt es übrigens schon mehrere Monate. Bundesweit ist S21 bisher kein Thema, hier geht es aber schon sehr lang rund.
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Re: Stuttgart21
[quote="keko" Bundesweit ist S21 bisher kein Thema, hier geht es aber schon sehr lang rund.[/quote]
Eben - als meine Eltern mich vor wenigen Wochen auf S21 ansprachen meinte ich nur "weiß ich von keko schon lange" - hab mir aber nicht die Mühe gemacht nachzuschauen, wann Du das hier das erste Mal erwähnt hast. Und ich gehe davon aus, daß es da auch schon nicht mehr ganz neu war.
Eben - als meine Eltern mich vor wenigen Wochen auf S21 ansprachen meinte ich nur "weiß ich von keko schon lange" - hab mir aber nicht die Mühe gemacht nachzuschauen, wann Du das hier das erste Mal erwähnt hast. Und ich gehe davon aus, daß es da auch schon nicht mehr ganz neu war.
06.05.2012 Caldera Blanca
12.10.2014 - München Marathon * 12.07.2015 - Challenge Roth * 27.09.2015 - Berlin Marathon *
25.09.2016 - Berlin Marathon * 27. - 30.11.2016 Lanzarote Running Challenge * 10.12.2016 Lanzarote Marathon * 09.07.2017 Challenge Roth
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Re: Stuttgart21
Anja hat geschrieben: Eben - als meine Eltern mich vor wenigen Wochen auf S21 ansprachen meinte ich nur "weiß ich von keko schon lange"
Gestern traf ich zufällig eine Bekannte, die am Donnerstag dort war und sie erzählte mir, dass die Aggression ganz klar von der Polizei ausging. Das gleiche bestätigte mir am Freitag ein früherer Arbeitskollege. Bisher bleiben auch Beweise aus, dass ein Teil der Demonstranten "anfingen", obwohl die Landesregierung schon seit Tagen hektisch danach sucht:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... chaos.html
Ich bin positiv überrascht, wie viele junge Leute am Freitag dort waren (ältere Schüler - junge Studenten). Vielleicht interessiere sich in diesen unsteten Zeiten wieder mehr Leute für das, was um einen herum entschieden wird.
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Re: Stuttgart21
Du kannst aus einem dicken Schwein kein Rennpferd machen,
aber Du kannst versuchen, daraus das schnellste Schwein zu machen.
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Re: Stuttgart21
S21 ist seit 20 Jahren in Planung.la_gune hat geschrieben:Ich muß gerade an meinen Schwager denken, der gestern als Polizist mit der Nürnberger 100schaft da war und bei dem ich mir 110%ig sicher bin, daß er sich "benommen" hat. Aber ich weiß auch, daß es solche und solche Hundertschaften gibt. Zu den Castor-Demos in meiner Heimat wurden anfangs sehr gerne die besonders "brutalen" geholt, damit die Demonstranten schon vorher wussten, was ihnen blüht. Ähnliches kann ich mir in Stuttgart vorstellen. Trotzdem traurig...
Meine Gedanken dazu: Bei jedem Bauprojekt gibt es vorher eine (normalerweise sehr lange!) Zeit, in der die Pläne ausliegen und in denen man Einsprüche geltend machen kann. Kann es vielleicht sein, daß das in Stuttgart mal so richtig schön verpennt wurde ? Und jetzt wo die Bagger schon am werkeln sind, fällt den Leuten auf einmal ein, daß das doch nicht so doll ist, was da gebaut werden soll ? Aber ich finde es gut, daß das Volk so ganz langsam lernt, sein Begehren zumindest schon mal kund zu tun und ggf auch was gegen den Misstand zu unternehmen.
Gegner gab es von Anfang an.
Die Kosten und der schlussendliche Entwurf wurden mir erst bekannt als das Ding beschlossen war.
Ich denke dass da informationspolitisch wesentlich mehr hätte passieren sollen, dann wäre das jetzt auch nicht so ein Chaos.
Die Leute sind auch verärgert, weil sie von Anfang an auch keine richtige Handhabe gegen das Grossprojekt hatten. Ein Volksentscheid geht nicht, weil S21 ein Projekt des Bundes und nicht der Stadt/des Landes ist. (wenn ich das richtig mitbekommen habe)
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Re: Stuttgart21
Formaljuristisch mag das alles korrekt sein, aber hier zeigt sich doch überdeutlich daß es bei öffentlichen Großprojekten eben nicht ausreicht formaljuritisch korrekt dazustehen sondern aktiv eine breite Zustimmung der Bevölkerung notwendig ist.apanasana hat geschrieben: S21 ist seit 20 Jahren in Planung.
Gegner gab es von Anfang an.
Die Kosten und der schlussendliche Entwurf wurden mir erst bekannt als das Ding beschlossen war.
Ich denke dass da informationspolitisch wesentlich mehr hätte passieren sollen, dann wäre das jetzt auch nicht so ein Chaos.
Die Leute sind auch verärgert, weil sie von Anfang an auch keine richtige Handhabe gegen das Grossprojekt hatten. Ein Volksentscheid geht nicht, weil S21 ein Projekt des Bundes und nicht der Stadt/des Landes ist. (wenn ich das richtig mitbekommen habe)
Die Sache mit den Volksentscheiden halte ich für relativen Blödsinn, solange im Zweifel bei Großprojekten ein paar Alibi-Hansels aus dem direkten Umfeld über das Gesamtprojekt entscheiden. Hier in der Nähe gab es letztes oder vorletztes Jahr eine Volksabstimmung zum Bau eine neuen Großkraftwerks. Unabhängig von meiner Meinung zum Projekt fand ich es schon relativ dämlich daß da über ein projekt von regionaler Bedeutung nur die Einwohner eines 6000 Seelen-Dörfchens abgestimmt haben, und das auch mehr nach dem St.Florians-Gedanken.
Ich kann Leute, die mich ernst nehmen, einfach nicht ernst nehmen,
Re: Stuttgart21
Ich denke, dass es meist ausreicht, wenn man die Bevölkerung nicht mitnimmt, bzw. die Bevölkerung soweit mitgenommen wird, dass sie es abnickt oder akzeptiert und dass das so gewollt ist. In Stuttgart haben es die Herren Entscheider aus den altbekannten Zirkeln aus Politik und Wirtschaft halt ein bisschen übertrieben und sind wohl nun selbst am meisten überrauscht über den anhaltenden Protest aus dem ansonsten schläfrigen Wahlvolk. Die üblichen Parolen ("das Projekt lief doch durch alle Instanzen") und die Angstmache ("ohne das Projekt geht Deutschland/die Demokratie/die Wirtschaft den Bach runter") glaubt auch keiner mehr so richtig.Linus hat geschrieben: Formaljuristisch mag das alles korrekt sein, aber hier zeigt sich doch überdeutlich daß es bei öffentlichen Großprojekten eben nicht ausreicht formaljuritisch korrekt dazustehen sondern aktiv eine breite Zustimmung der Bevölkerung notwendig ist.
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Re: Stuttgart21
Und meine Seele spannte
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Re: Stuttgart21
Ich bin ja nicht zimperlich aber das finde ich mehr als grenzwertig...
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Re: Stuttgart21
drullse hat geschrieben:Ich bin ja nicht zimperlich aber das finde ich mehr als grenzwertig...
Geht halt Richtung Titanic.
Klar isses grenzwertig, das würde ich nie bestreiten.
Ansonsten habe ich heute einen sehr guten Artikel in der Freitag gelesen:
http://www.freitag.de/politik/1041-das- ... uen-herren
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Re: Stuttgart21
Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen. Es ist Satire und auch als solche zu sehen. Hier soll nichts verunglimpft werden, außer das Thema, was die Steilvorlage zu diesem Artikel liefert.drullse hat geschrieben:Ich bin ja nicht zimperlich aber das finde ich mehr als grenzwertig...
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Re: Stuttgart21
Lego hat schon reagiert:


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Re: Stuttgart21
Hab den Artikel nur überflogen, finde es aber ziemlich heftig, wie hier gegen eine bestimmte Gruppe Staatsbediensteter Stimmung gemacht wird. Vielleicht bin ich da jetzt auch etwas empfindlich, weil mein Dad Stadtplaner ist und somit zu der Gruppe der "grauen Herren" gehört. Wenn da was steht von Verordnungen die 20-30 Jahre alt sind und deswegen nicht mehr zeitgemäß sind, dann sollte wir mal in andere Richtungen schauen, auf Gesetze und Verordnungen, die teilweise ein vielfaches Alter haben und noch viel weniger zeitgemäß sind! Da können aber die "grauen Herren" nix für. Diese Verordnungen werden wieder an anderer Stelle gemacht und man hat sich einfach daran zu halten oder man verliert den Job. Und selbst bei kleinen Dorfprojekten gibt es immer wieder Gruppen, die sich quer stellen oder was dagegen haben. Dieser Job des Stadtplaners / Planfesteller (gibt es diesen Job so überhaupt ???) ist ein scheiß Job in dem man es NIE allen recht machen kann! Nicht ohne Grund leidet mein Dad nun schon seid Jahren an Burn-out und versucht nun zum Glück endlich in den (wohlverdienten) Vorruhestand zu kommen.crazy hat geschrieben:drullse hat geschrieben:Ich bin ja nicht zimperlich aber das finde ich mehr als grenzwertig...
Geht halt Richtung Titanic.
Klar isses grenzwertig, das würde ich nie bestreiten.
Ansonsten habe ich heute einen sehr guten Artikel in der Freitag gelesen:
http://www.freitag.de/politik/1041-das- ... uen-herren
(nicht noch mal gelesen abgesendet sonst hätte ich wahrscheinlich wieder alles gelöscht...)
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