keko hat geschrieben:Dann spielt es plötzlich keine Rolle mehr, dass es unvorstellbar ist und es ist auch kein Größenwahn mehr, dass gerade die heutigen Wissenschaftler das rausgefunden haben.
Vorstellbarkeit oder Unvorstellbarkeit ist für einen Wissenschaftler ja gerade eben
kein Kriterium. Es gibt andere Kriterien, zum Beispiel jenes, dass alle aufgestellten Behauptungen knallhart aus jeder erdenklichen Richtung überprüft werden. Die Aussage, das Universum hat den Energieinhalt XY, lässt sich nachprüfen und das wird auch getan. Behauptungen, die sich nicht nachprüfen, beweisen oder widerlegen lassen werden grundsätzlich nicht akzeptiert und werden als unwissenschaftlich abgelehnt.
Der verhängnisvolle Glaube der Christen, sie befänden sich im Mittelpunkt der Welt, kam dadurch zustande, dass es einfache Ziegenhirten waren, die diesen Glauben begründeten. Giordano Bruno brannte noch fast zwei Jahrtausende später auf dem Scheiterhaufen, weil er erkannte, dass unsere Sonne eine unter Millionen Sonnen des Sternenhimmels ist.
Systematisches Nachdenken und Überprüfen ist doch etwas ganz anderes, als unbeirrbar an dem Glauben festzuhalten, wir lebten auf dem Rücken einer Ur-Schildkröte, wie Naturvölker das tun. Du kannst das doch nicht im Ernst auf eine Stufe stellen mit wissenschaftlicher Erkenntnis.
Zur Gottessohnschaft: Ich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass Gott seinen "Sohn" in Gestalt unserer Spezies auf den Planeten Erde geschickt hat. Allein die Vorstellung, dass es sich bei Gott um einen "Vater" handelt, der seinen "Sohn" schickt, zeigt klar die Tatsache, dass wir Gott nach unserem Gusto erfunden haben. Außerdem weise ich es strikt von mir, dass ein Mensch für meine Sünden gebüßt haben soll, für die er nichts kann, und dass diese Buße barbarischerweise dadurch geschah, dass er willens seines eigenen Vaters an ein Kreuz genagelt wurde.
Hast Du Dich mal gefragt, warum Gott und seine Diener zahlreichen Kranken per Wunderheilung geholfen haben, aber niemals einem Amputierten?
Spiritualität ist eine sehr gefährliche Sache, denn sie kommt ohne Vernunft aus. Speziell diejenigen Religionen, die das hiesige Leben als Vorstufe betrachten und das eigentlich relevante Dasein im Jenseits sehen, haben unfassbares Leid in die Welt gebracht. Immer schön fromm in die Kirche rennen und für die eigene Seele sorgen. Heilige Kriege führen. Frauen verbrennen. In einer anderen Religion sprengen sich die Überzeugtesten selbst in die Luft oder rasen mit Flugzeugen in Hochhäuser, in der festen Überzeugung, ihr Gott erwarte das von ihnen und zwei Dutzend Jungfrauen seien ihnen gewiss.
Selbstverständlich sprichst Du von einer Spiritualität, die das Gute hervorbringt. Vielleicht wächst diese Blume tatsächlich ebenfalls auf dem Nährboden blinden Glaubens. Aber dass Spiritualität für das Gute und Wahre stünde, und dass die Vernunft nur Verwirrung stiftet, wie weiter oben zitiert, kann ich ehrlich nicht erkennen.
Grüße ;-)
Arne