Was lest ihr gerade so?
Moderator: Moderator
Re: Was lest ihr gerade so?
Welkes Blatt
Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.
Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.
Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.
Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.
Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
https://sifiman.kkessler.de
https://sifiman.kkessler.de
Re: Was lest ihr gerade so?
Ich scheine bedeutend jünger zu sein, als Heine, als er das schrieb war oder sich fühlte.keko hat geschrieben:Welkes Blatt
Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.
Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.
Ich hab ein Problem damit, daß das Leben endlich ist und daß es oft viel zu früh und viel zu schnell vorbei sein könnte, daß man nicht getan hat, was man tun wollte und "geduldig still halten und mich nach Hause wehen lassen" - der Gedanke macht mich unruhig, ja nahezu aggressiv, verzweifelt.
Leben. Das ist es was ich will.
Bin grad in einer anderen Phase scheint mir.
06.05.2012 Caldera Blanca
12.10.2014 - München Marathon * 12.07.2015 - Challenge Roth * 27.09.2015 - Berlin Marathon *
25.09.2016 - Berlin Marathon * 27. - 30.11.2016 Lanzarote Running Challenge * 10.12.2016 Lanzarote Marathon * 09.07.2017 Challenge Roth
12.10.2014 - München Marathon * 12.07.2015 - Challenge Roth * 27.09.2015 - Berlin Marathon *
25.09.2016 - Berlin Marathon * 27. - 30.11.2016 Lanzarote Running Challenge * 10.12.2016 Lanzarote Marathon * 09.07.2017 Challenge Roth
Re: Was lest ihr gerade so?
Über die Endlichkeit des Lebens mag ich auch nicht nachdenken. Das zieht mich immer richtig runter. Und...man weiß ja auch nicht, wann es einen selbst trifft. Das macht mich depressiv!
Viel schöner finde ich es im hier und jetzt zu leben, ...und jeden kleinen Augenblick zu genießen und sich an dem erfreuen, was man hat. Zufriedenheit ist dabei extrem wichtig. Ich finde es soooooooooooo wichtig, dass man zufrieden sein kann und nicht immer nach "mehr" strebt.
Gleichwohl weiß ich, wie schwer das manchmal ist.
Viel schöner finde ich es im hier und jetzt zu leben, ...und jeden kleinen Augenblick zu genießen und sich an dem erfreuen, was man hat. Zufriedenheit ist dabei extrem wichtig. Ich finde es soooooooooooo wichtig, dass man zufrieden sein kann und nicht immer nach "mehr" strebt.
Gleichwohl weiß ich, wie schwer das manchmal ist.
Sind wir nicht alle ein bisschen.....EMU!?
Re: Was lest ihr gerade so?
Die eigentliche Endlichkeit wirst du wahrscheinlich selbst nie erfahren, weil sie für dich das Ende von Raum und Zeit bedeutet. Andere werden dann deine Endlichkeit erfahren, du aber nicht. Von daher muss dies das eigentlich nicht runterziehen. (schlau dahergesprochen, ich weiss....thilo69 hat geschrieben:Über die Endlichkeit des Lebens mag ich auch nicht nachdenken. Das zieht mich immer richtig runter. Und...man weiß ja auch nicht, wann es einen selbst trifft. Das macht mich depressiv!
Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
https://sifiman.kkessler.de
https://sifiman.kkessler.de
Re: Was lest ihr gerade so?
Es hilft Dir sicher nicht weiter aber mir: es beruhigt mich, sowas zu lesen, denn dann weiß ich - ich bin mit meinen Gedanken nicht alleine...thilo69 hat geschrieben:Über die Endlichkeit des Lebens mag ich auch nicht nachdenken. Das zieht mich immer richtig runter. Und...man weiß ja auch nicht, wann es einen selbst trifft. Das macht mich depressiv!
Weiteratmen - DAS ist der Trick!!!
Re: Was lest ihr gerade so?
Ein bisschen hilft es schon!drullse hat geschrieben:Es hilft Dir sicher nicht weiter aber mir: es beruhigt mich, sowas zu lesen, denn dann weiß ich - ich bin mit meinen Gedanken nicht alleine...thilo69 hat geschrieben:Über die Endlichkeit des Lebens mag ich auch nicht nachdenken. Das zieht mich immer richtig runter. Und...man weiß ja auch nicht, wann es einen selbst trifft. Das macht mich depressiv!
thilo69, Tränen in den Augen
Sind wir nicht alle ein bisschen.....EMU!?
Re: Was lest ihr gerade so?
Vermächtnis
Kein Wesen kann zu Nichts zerfallen!
Das Ew'ge regt sich fort in allen,
Am Sein erhalte dich beglückt!
Das Sein ist ewig; denn Gesetze
Bewahren die lebend'gen Schätze,
Aus welchen sich das All geschmückt.
Das Wahre war schon längst gefunden,
Hat edle Geisterschaft verbunden,
Das alte Wahre fass' es an!
Verdank' es, Erdensohn, dem Weisen,
Der ihr, die Sonne zu umkreisen,
Und dem Geschwister wies die Bahn.
Sofort nun wende dich nach innen,
Das Zentrum findest du da drinnen,
Woran kein Edler zweifeln mag.
Wirst keine Regel da vermissen,
Denn das selbständige Gewissen
Ist Sonne deinem Sittentag.
Den Sinnen hast du dann zu trauen,
Kein Falsches lassen sie dich schauen,
Wenn dein Verstand dich wach erhält.
Mit frischem Blick bemerke freudig
Und wandle sicher wie geschmeidig
Durch Auen reich begabter Welt.
Genieße mäßig Füll' und Segen,
Vernunft sei überall zugegen,
Wo Leben sich des Lebens freut.
Dann ist Vergangenheit beständig,
Das Künftige voraus lebendig,
Der Augenblick ist Ewigkeit.
Und war es endlich dir gelungen,
Und bist du vom Gefühl durchdrungen;
Was fruchtbar ist, allein ist wahr,
Du prüfst das allgemeine Walten,
Es wird nach seiner Weise schalten,
Geselle dich zur kleinsten Schar.
Und wie von alters her im stillen
Ein Liebewerk nach eignem Willen
Der Philosoph, der Dichter schuf,
So wirst du schönste Gunst erzielen;
Denn edlen Seelen vorzufühlen
Ist wünschenswertester Beruf.
Kein Wesen kann zu Nichts zerfallen!
Das Ew'ge regt sich fort in allen,
Am Sein erhalte dich beglückt!
Das Sein ist ewig; denn Gesetze
Bewahren die lebend'gen Schätze,
Aus welchen sich das All geschmückt.
Das Wahre war schon längst gefunden,
Hat edle Geisterschaft verbunden,
Das alte Wahre fass' es an!
Verdank' es, Erdensohn, dem Weisen,
Der ihr, die Sonne zu umkreisen,
Und dem Geschwister wies die Bahn.
Sofort nun wende dich nach innen,
Das Zentrum findest du da drinnen,
Woran kein Edler zweifeln mag.
Wirst keine Regel da vermissen,
Denn das selbständige Gewissen
Ist Sonne deinem Sittentag.
Den Sinnen hast du dann zu trauen,
Kein Falsches lassen sie dich schauen,
Wenn dein Verstand dich wach erhält.
Mit frischem Blick bemerke freudig
Und wandle sicher wie geschmeidig
Durch Auen reich begabter Welt.
Genieße mäßig Füll' und Segen,
Vernunft sei überall zugegen,
Wo Leben sich des Lebens freut.
Dann ist Vergangenheit beständig,
Das Künftige voraus lebendig,
Der Augenblick ist Ewigkeit.
Und war es endlich dir gelungen,
Und bist du vom Gefühl durchdrungen;
Was fruchtbar ist, allein ist wahr,
Du prüfst das allgemeine Walten,
Es wird nach seiner Weise schalten,
Geselle dich zur kleinsten Schar.
Und wie von alters her im stillen
Ein Liebewerk nach eignem Willen
Der Philosoph, der Dichter schuf,
So wirst du schönste Gunst erzielen;
Denn edlen Seelen vorzufühlen
Ist wünschenswertester Beruf.
Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
https://sifiman.kkessler.de
https://sifiman.kkessler.de
Re: Was lest ihr gerade so?
Im Büro gerade das große Thema: Shades of Grey. Lesen oder nicht? Gibt es hier schon Erfahrungswerte?
06.05.2012 Caldera Blanca
12.10.2014 - München Marathon * 12.07.2015 - Challenge Roth * 27.09.2015 - Berlin Marathon *
25.09.2016 - Berlin Marathon * 27. - 30.11.2016 Lanzarote Running Challenge * 10.12.2016 Lanzarote Marathon * 09.07.2017 Challenge Roth
12.10.2014 - München Marathon * 12.07.2015 - Challenge Roth * 27.09.2015 - Berlin Marathon *
25.09.2016 - Berlin Marathon * 27. - 30.11.2016 Lanzarote Running Challenge * 10.12.2016 Lanzarote Marathon * 09.07.2017 Challenge Roth
- runningmaus
- Die Emu-Maus
- Beiträge: 9136
- Registriert: 14 Jun 2010 08:56
- Wohnort: Mainspitze
Re: Was lest ihr gerade so?
in meinenAnja hat geschrieben:Im Büro gerade das große Thema: Shades of Grey. Lesen oder nicht? Gibt es hier schon Erfahrungswerte?
.... und finden es flach und schlecht übersetzt...,
aber weglegen können sie es auch nicht.
Das Leben ist zu kurz für RTL2... und dieses Buch gehört wohl dazu
Leidenschaft meistert jede Krise. Est-ce qu'il sont fous, les français?
aktuell 2023 - und Spaß
und was davor geschah... runningmaus 2012: Kopf hoch!
aktuell 2023 - und Spaß
und was davor geschah... runningmaus 2012: Kopf hoch!
Re: Was lest ihr gerade so?
Also bei meim Stammtisch sind einige dabei die es probiert haben und es nach der Hälfte weggelegt haben weils so schlecht ist.runningmaus hat geschrieben:in meinenAnja hat geschrieben:Im Büro gerade das große Thema: Shades of Grey. Lesen oder nicht? Gibt es hier schon Erfahrungswerte?Weiberforum haben sie es fast alle gelesen... (ich nicht)
.... und finden es flach und schlecht übersetzt...,
aber weglegen können sie es auch nicht.![]()
Das Leben ist zu kurz für RTL2... und dieses Buch gehört wohl dazu
Allerdings muss ma dazu sagen, dass die Damen doch recht viel lesen. (Eine arbeitet bei nem Verlag, die andere is Buchhändlerin)
Ich wussts ja schon immer...Wagnerli hat geschrieben:Dafür sind wir Drachen, die den armen Männer alles verbieten und sie nicht verstehen.
Tsss.... Frösche
- runningmaus
- Die Emu-Maus
- Beiträge: 9136
- Registriert: 14 Jun 2010 08:56
- Wohnort: Mainspitze
Re: Was lest ihr gerade so?
Kossi meint dazu:
Vorgeplänkel und warum sie es lesen will:
http://www.youtube.com/watch?v=-UymsHVoSew
(ca. 16min)
ah... man soll es wohl in der englischen originalversion lesen, weil dann die ganzen Wortspiele noch drin wären
,
die in der deutschen Übersetzung nicht drin wären....
Vorgeplänkel und warum sie es lesen will:
http://www.youtube.com/watch?v=-UymsHVoSew
(ca. 16min)
ah... man soll es wohl in der englischen originalversion lesen, weil dann die ganzen Wortspiele noch drin wären
die in der deutschen Übersetzung nicht drin wären....
Leidenschaft meistert jede Krise. Est-ce qu'il sont fous, les français?
aktuell 2023 - und Spaß
und was davor geschah... runningmaus 2012: Kopf hoch!
aktuell 2023 - und Spaß
und was davor geschah... runningmaus 2012: Kopf hoch!
- PippiLangstrumpf
- OZU1-Emu
- Beiträge: 4368
- Registriert: 27 Okt 2010 12:20
Re: Was lest ihr gerade so?
Gerade eine Rezension auf amazon dazu gelesen:
"Junges Fräulein, darf ich's wagen?
Ich bin schön und habe Geld!"
- "Na, dann dürfen sie mich schlagen!"
Und das liest die halbe Welt...
Erfahrung ist fast immer eine Parodie auf die Idee. (J.W.v.Goethe)
Das gilt übrigens auch für Weitsprungversuche (= Idee) und Achillessehnenrisse (= Erfahrung) ...
Pippis Pschyrembel - exklusiv nur bei den EMUs
Das gilt übrigens auch für Weitsprungversuche (= Idee) und Achillessehnenrisse (= Erfahrung) ...
Pippis Pschyrembel - exklusiv nur bei den EMUs
Re: Was lest ihr gerade so?
"Weit in der champagne im mittsommergrün
Dort wo zwischen grabkreuzen mohnblumen blüh'n,
Da flüstern die gräser und wiegen sich leicht
Im wind, der sanft über das gräberfeld streicht.
Auf deinem kreuz finde ich toter soldat,
Deinen namen nicht, nur ziffern und jemand hat
Die zahl neunzehnhundertundsechzehn gemalt,
Und du warst nicht einmal neunzehn jahre alt.
Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun,
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine kraft, deine jugend, dein leben.
Hat du, toter soldat, mal ein mädchen geliebt?
Sicher nicht, denn nur dort, wo es frieden gibt,
Können zärtlichkeit und vertrauen gedei'n,
Warst soldat, um zu sterben, nicht um jung zu sein.
Vielleicht dachtest du dir, ich falle schon bald,
Nehme mir mein vergnügen, wie es kommt, mit gewalt.
Dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann
Vor dir selber geschämt und es doch nie getan.
Soldat, gingst du gläubig und gern in des tod?
Oder hast zu verzweifelt, verbittert, verroht,
Deinen wirklichen feind nicht erkannt bis zum schluß?
Ich hoffe, es traf dich ein sauberer schuß?
Oder hat ein geschoß dir die glieder zerfetzt,
Hast du nach deiner mutter geschrien bis zuletzt,
Bist du auf deinen beinstümpfen weitergerannt,
Und dein grab, birgt es mehr als ein bein, eine hand?
Es blieb nur das kreuz als die einzige spur
Von deinem leben, doch hör' meinen schwur,
Für den frieden zu kämpfen und wachsam zu sein:
Fällt die menschheit noch einmal auf lügen herein,
Dann kann es gescheh'n, daß bald niemand mehr lebt,
Niemand, der die milliarden von toten begräbt.
Doch finden sich mehr und mehr menschen bereit,
Diesen krieg zu verhindern, es ist an der zeit. "
Dort wo zwischen grabkreuzen mohnblumen blüh'n,
Da flüstern die gräser und wiegen sich leicht
Im wind, der sanft über das gräberfeld streicht.
Auf deinem kreuz finde ich toter soldat,
Deinen namen nicht, nur ziffern und jemand hat
Die zahl neunzehnhundertundsechzehn gemalt,
Und du warst nicht einmal neunzehn jahre alt.
Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun,
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine kraft, deine jugend, dein leben.
Hat du, toter soldat, mal ein mädchen geliebt?
Sicher nicht, denn nur dort, wo es frieden gibt,
Können zärtlichkeit und vertrauen gedei'n,
Warst soldat, um zu sterben, nicht um jung zu sein.
Vielleicht dachtest du dir, ich falle schon bald,
Nehme mir mein vergnügen, wie es kommt, mit gewalt.
Dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann
Vor dir selber geschämt und es doch nie getan.
Soldat, gingst du gläubig und gern in des tod?
Oder hast zu verzweifelt, verbittert, verroht,
Deinen wirklichen feind nicht erkannt bis zum schluß?
Ich hoffe, es traf dich ein sauberer schuß?
Oder hat ein geschoß dir die glieder zerfetzt,
Hast du nach deiner mutter geschrien bis zuletzt,
Bist du auf deinen beinstümpfen weitergerannt,
Und dein grab, birgt es mehr als ein bein, eine hand?
Es blieb nur das kreuz als die einzige spur
Von deinem leben, doch hör' meinen schwur,
Für den frieden zu kämpfen und wachsam zu sein:
Fällt die menschheit noch einmal auf lügen herein,
Dann kann es gescheh'n, daß bald niemand mehr lebt,
Niemand, der die milliarden von toten begräbt.
Doch finden sich mehr und mehr menschen bereit,
Diesen krieg zu verhindern, es ist an der zeit. "
Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
https://sifiman.kkessler.de
https://sifiman.kkessler.de
Re: Was lest ihr gerade so?
"Das Quecksilber faellt,die Zeichen stehen auf Sturm,
Nur bloedes Kichern und Keifen vom Kommandoturm,
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
Und Rollen und Stampfen und schwere See,die Bordkapelle spielt: Humbataetaerae,
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert,die Luken weit offen und alle Alarmglocken laeuten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum,
Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum,doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten.
Der Steuermann luegt, der Kapitaen ist betrunken,
Und der Maschinist in dumpfe Liturgie versunken,
Die Mannschaft: lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff, volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff!
Am Horizont Wetterleuchten; die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfallspinsel.
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
Auf die Sandbank bei der wohlbekannten Schatzinsel.
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon,
Bordellkönig spielt Automatenbaron,im hellen Licht, niemand muss sich im Dunklen rumdrücken.
In der Bananenrepublik wo selbst der Präsident,
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
Sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zuschwingt.
Der Steuermann lügt...
Man hat sich glattgemacht, man hat sich arrangiert,
All die hohen Ideale sind havariert,und der grosse Rebell, der nicht müd wurde zu Streiten,
Mutiert zu einem servilen, giftigen Gnom,und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom seine Lieder,
Fürwahr! Es ändern sich die Zeiten.
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm,
Gekauft, narkotisiert und flügellahm.
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
Und eitle Greise präsentieren sich keck,mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen!
Der Steuermann lügt...
Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier,
Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir,
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck,
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom höchten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht,sie ziehen wie Lemminge in willenlosen Horden.
Es ist als hätten alle den Verstand verloren,
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschworen,
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.
Der Steuermann lügt...
Lalalalala....
Der Steuermann lügt..."
Nur bloedes Kichern und Keifen vom Kommandoturm,
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
Und Rollen und Stampfen und schwere See,die Bordkapelle spielt: Humbataetaerae,
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert,die Luken weit offen und alle Alarmglocken laeuten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum,
Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum,doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten.
Der Steuermann luegt, der Kapitaen ist betrunken,
Und der Maschinist in dumpfe Liturgie versunken,
Die Mannschaft: lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff, volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff!
Am Horizont Wetterleuchten; die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfallspinsel.
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
Auf die Sandbank bei der wohlbekannten Schatzinsel.
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon,
Bordellkönig spielt Automatenbaron,im hellen Licht, niemand muss sich im Dunklen rumdrücken.
In der Bananenrepublik wo selbst der Präsident,
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
Sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zuschwingt.
Der Steuermann lügt...
Man hat sich glattgemacht, man hat sich arrangiert,
All die hohen Ideale sind havariert,und der grosse Rebell, der nicht müd wurde zu Streiten,
Mutiert zu einem servilen, giftigen Gnom,und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom seine Lieder,
Fürwahr! Es ändern sich die Zeiten.
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm,
Gekauft, narkotisiert und flügellahm.
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
Und eitle Greise präsentieren sich keck,mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen!
Der Steuermann lügt...
Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier,
Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir,
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck,
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom höchten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht,sie ziehen wie Lemminge in willenlosen Horden.
Es ist als hätten alle den Verstand verloren,
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschworen,
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.
Der Steuermann lügt...
Lalalalala....
Der Steuermann lügt..."
Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
https://sifiman.kkessler.de
https://sifiman.kkessler.de
- Kampa
- 1. Half-Eiermann Emu
- Beiträge: 13316
- Registriert: 04 Okt 2006 09:34
- Wohnort: Hopfen- und Traubenzentrum am Taunus
Re: Was lest ihr gerade so?
... da mußte ich doch sofort an unseren guten alten "John Maynard" denken:
John Maynard!
"Wer ist John Maynard?"
"John Maynard war unser Steuermann,
Aus hielt er, bis er das Ufer gewann,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron',
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard!"
Die "Schwalbe" fliegt über den Eriesee,
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee,
Von Detroit fliegt sie nach Buffalo -
Die Herzen aber sind frei und froh,
Und die Passagiere mit Kindern und Fraun
Im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,
Und plaudernd an John Maynard heran
Tritt alles: "Wie weit noch, Steuermann?"
Der schaut nach vorn und schaut in die Rund':
"Noch dreißig Minuten ... Halbe Stund'."
Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei -
Da klingt's aus dem Schiffsraum her wie Schrei,
"Feuer!" war es, was da klang,
Ein Qualm aus Kajüt' und Luke drang,
Ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
Und noch zwanzig Minuten bis Buffalo.
Und die Passagiere, buntgemengt,
Am Bugspriet stehn sie zusammengedrängt,
Am Bugspriet vorn ist noch Luft und Licht,
Am Steuer aber lagert sich's dicht,
Und ein Jammern wird laut: "Wo sind wir, wo?"
Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo.
Der Zugwind wächst, doch die Qualmwolke steht,
Der Kapitän nach dem Steuer späht,
Er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
Aber durchs Sprachrohr fragt er an:
"Noch da, John Maynard?" - "Ja, Herr. Ich bin." -
"Auf den Strand. In die Brandung." - "Ich halte drauf hin."
Und das Schiffsvolk jubelt: "Halt aus! Hallo!"
Und noch zehn Minuten bis Buffalo.
"Noch da, John Maynard?" Und Antwort schallt's
Mit ersterbender Stimme: "Ja, Herr, ich halt's!"
Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,
Jagt er die "Schwalbe" mitten hinein;
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: der Strand von Buffalo.
*
Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt.
Gerettet alle. Nur einer fehlt!
*
Alle Glocken gehn; ihre Töne schwelln
Himmelan aus Kirchen und Kapelln,
Ein Klingen und Läuten, sonst schweigt die Stadt,
Ein Dienst nur, den sie heute hat:
Zehntausend folgen oder mehr,
Und kein Aug' im Zuge, das tränenleer.
Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,
Mit Blumen schließen sie das Grab,
Und mit goldner Schrift in den Marmorstein
Schreibt die Stadt ihren Dankspruch ein:
"Hier ruht John Maynard. In Qualm und Brand
Hielt er das Steuer fest in der Hand,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron',
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."
John Maynard!
"Wer ist John Maynard?"
"John Maynard war unser Steuermann,
Aus hielt er, bis er das Ufer gewann,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron',
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard!"
Die "Schwalbe" fliegt über den Eriesee,
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee,
Von Detroit fliegt sie nach Buffalo -
Die Herzen aber sind frei und froh,
Und die Passagiere mit Kindern und Fraun
Im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,
Und plaudernd an John Maynard heran
Tritt alles: "Wie weit noch, Steuermann?"
Der schaut nach vorn und schaut in die Rund':
"Noch dreißig Minuten ... Halbe Stund'."
Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei -
Da klingt's aus dem Schiffsraum her wie Schrei,
"Feuer!" war es, was da klang,
Ein Qualm aus Kajüt' und Luke drang,
Ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
Und noch zwanzig Minuten bis Buffalo.
Und die Passagiere, buntgemengt,
Am Bugspriet stehn sie zusammengedrängt,
Am Bugspriet vorn ist noch Luft und Licht,
Am Steuer aber lagert sich's dicht,
Und ein Jammern wird laut: "Wo sind wir, wo?"
Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo.
Der Zugwind wächst, doch die Qualmwolke steht,
Der Kapitän nach dem Steuer späht,
Er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
Aber durchs Sprachrohr fragt er an:
"Noch da, John Maynard?" - "Ja, Herr. Ich bin." -
"Auf den Strand. In die Brandung." - "Ich halte drauf hin."
Und das Schiffsvolk jubelt: "Halt aus! Hallo!"
Und noch zehn Minuten bis Buffalo.
"Noch da, John Maynard?" Und Antwort schallt's
Mit ersterbender Stimme: "Ja, Herr, ich halt's!"
Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,
Jagt er die "Schwalbe" mitten hinein;
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: der Strand von Buffalo.
*
Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt.
Gerettet alle. Nur einer fehlt!
*
Alle Glocken gehn; ihre Töne schwelln
Himmelan aus Kirchen und Kapelln,
Ein Klingen und Läuten, sonst schweigt die Stadt,
Ein Dienst nur, den sie heute hat:
Zehntausend folgen oder mehr,
Und kein Aug' im Zuge, das tränenleer.
Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,
Mit Blumen schließen sie das Grab,
Und mit goldner Schrift in den Marmorstein
Schreibt die Stadt ihren Dankspruch ein:
"Hier ruht John Maynard. In Qualm und Brand
Hielt er das Steuer fest in der Hand,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron',
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."
"...Wenn dein Herz auf dem Wasser liegt, musst du es ja nicht auf der Strasse quälen..."