keko hat geschrieben:Küppers ist halt ein typischer Physiker, der die ganze Welt mit Hilfe seiner Physik erklären will.
Dann ist er keineswegs typisch für einen Physiker. Physik ist eine wissenschaftliche
Methode, mit der sich naturwissenschaftliche Fragen untersuchen lassen. Auf anderen Wissensgebieten ist sie völlig nutzlos. Physiker wissen das in der Regel.
Vielleicht rührt der schlechte Ruf der Physiker daher, dass in zunehmendem Maße die Fragestellungen der Geisteswissenschaften, insbesondere der Theologie und Philosophie, von den Naturwissenschaften behandelt werden? Das wirkt anmaßend und sicher auch unsympathisch.
Beispielsweise die Frage, ob Gott die Welt erschaffen hat: Das ist für Kosmologen, die sich mit dem Universum als Ganzes beschäftigen, eine ganz normale wissenschaftliche These wie jede andere auch, für die sich vielleicht Indizien finden lassen oder eben nicht.
Hatte Jesus von Nazareth einen biologischen Vater? Oder hatte er keinen (wie es die Kirche behauptet)? Auch das ist eine rein naturwissenschaftliche Frage aus der Forensik, die sich zumindest theoretisch über eine DNA-Analyse klären ließe.
Führte Moses sein Volk von Ägypten nach Israel? Die Archäologen haben es längst im Detail untersucht. Ist die Erde 6000 Jahre alt? Die Antwort kommt von den Geologen. Sind wir im Mittelpunkt der Welt und Krone der Schöpfung? Giordano Bruno und Charles Darwin klärten uns auf. Und so weiter.
Viele geisteswissenschaftliche Fragen wurden durch die Naturwissenschaft beantwortet oder von ihr befruchtet. Manche mögen das nicht. Es sollte auch nicht zu einem Größenwahn der Naturwissenschaft führen. Aber man muss ihr zugute halten, dass viele der geisteswissenschaftlichen Fragen eigentlich naturwissenschaftliche waren. Die Geisteswissenschaftler haben über Epochen hinweg zu unrecht über diese Themen schwadroniert, ohne wirklich etwas zu wissen. Hauptsächlich aus diesem Grund stehen sie jetzt häufig dumm da.