Wart's ab...soloagua hat geschrieben: und Würstchen sind echt viel zu sehr verbreitet...
Wir saufen ab !!!
Moderator: Moderator
Re: Wir saufen ab !!!
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Re: Wir saufen ab !!!
Ja, aber:Volkeree hat geschrieben:Ist der Arbeitgeber denn verpflichtet, seine Leute für THW- Einsätze freistellen?
Eben drum. Natürlich kannst Du jederzeit gehen und die Firma darf Dich wegen Einsatztätigkeit nicht kündigen aber was das wert ist, weiß wohl jeder.Wenn ich mir einen Handwerksbetrieb mit 2 Anstellten vorstelle, der eine hat Urlaub und der andere punpt einer Woche anderer Leute Zisternen leer. Da dürfte dem Chef das Hemd doch näher sitzen als der Rock.
Ja. Im Dezember sind es 20 Jahre.Bist du vom Ersatzdienst beim THW hängengeblieben?
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Re: Wir saufen ab !!!
Danke für deinen Bericht!
Tja, als Vegetarier käme dann so ein Einsatz wohl nicht in Frage.
Tja, als Vegetarier käme dann so ein Einsatz wohl nicht in Frage.
Re: Wir saufen ab !!!
Da musst Du vorsorgen. Genauso wie als Allergiker auf bestimmte Dinge. Geht halt nicht anders.Diver hat geschrieben:Danke für deinen Bericht!![]()
Tja, als Vegetarier käme dann so ein Einsatz wohl nicht in Frage.
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Re: Wir saufen ab !!!
Hochwassereinsatz Sachsen-Anhalt, 05.06.2013, Tag 3: gegen 6:00 kommen die ersten Anwohner aus den Häusern und machen sich auf die Socken. Der Kollege mit dem Nudelauflauf und der Korn-Flasche wankt mit hohlem Blick an uns vorbei zur Arbeit - da haben die Biere aber ordentlich Nachwirkung hinterlassen...
Unsere Ablösung kommt gegen 8:20, wir nehmen unsere Sachen und fahren zurück in die Unterkunft. Frühstück muss jetzt nicht sein, ich haue mich erstmal hin, Wecker auf 13:00. Feldbett mit Schlafsack ist nach wie vor richtig bequem finde ich. Nach dem Aufstehen duschen und kurzer Check der Lage, keine Anrufe auf dem Handy, kurz ein paar dienstliche Mails abgearbeitt und mal draußen an's schwarze Brett geschaut. Im Landkreis hat sich die Lage auch nicht geändert, Wetter ist traumhaft. Was nun? Laufen? Hm, da ich nicht weiß, ob und wann wir wieder raus gerufen werden beschließe ich, erstmal zu warten und zu frühstücken. Danach dann Anruf beim Gruppenführer, wie die Lage dort ist.
Die Gruppe baut grade ab, es fließt nur noch wenig Wasser in die Zisterne nach und der Reparaturtrupp soll am Nachmittag kommen, wir sollen dahin verlegen, wo wir dringender gebraucht werden. Allerdings ist nicht ganz klar, wohin eigentlich. Mein Copilot und ich bleiben also erstmal im Bereitstellungsraum und warten dort, bevor wir mit einem Shuttle eine Odyssey hinter unserer Gruppe her durch den Landkreis machen.
Immerhin: unser Einsatz hat dafür gesorgt, dass zum Einen in der Neubausiedlung die Keller nicht geflutet wurden weil wir das Wasser schnell genug wegbekommen haben und zum Anderen in Bennewitz die Zisterne nicht vollkommen übergelaufen ist und möglicherweise auch dort noch ein paar Häuser überschwemmt hätte. Das gefällt.
Eine Stunde später ist klar, wo es hingeht: Püchau. Dort soll die örtliche Dorfstraße unter Wasser stehen und wir sollen pumpen. Die Meldung hinterlässt bei mir ein großes Fragezeichen, denn Püchau konnte ich auf meiner gestrigen Laufrunde sehen - ungefähr 30m höher als die Mulde. Wie soll denn da die Straße unter Wasser stehen
Aber gut, Einsatzort klar, wir sollen aber noch warten, bis dort alles sortiert ist. Ok, dann kurz zur LogV und schauen, was es zum Mittag gibt. Was wohl...
Nudeln, Tomatensoße und Fleischwurst drin.
Dazu kommt, dass die Nudeln komplett zerkocht sind, die Soße anscheinend auf das doppelte Maß gestreckt, so dass der Fraß schlicht ungenießbar ist. Der Hammer: sie bekommen exakt das gleiche Essen in gleicher Konsistenz abends nochmal hin, wie der Rest der Gruppe erzählt...
Dann ein Shuttle organisiert, Sachen geschnappt, Kaffee abgefüllt (vorher noch schnell in den Supermarkt um die Ecke und ein bischen Nervennahrung mitgenommen) und los geht's.
Hatte ich weiter oben vergessen: die Übersicht über die Einsatzregion.
1: Bereitstellungsraum Sporthalle Machern
2: erster Einsatz am Wasserwerk Canitz
3: zweiter Einsatz in Bennewitz. Wir standen an der oberen rechten Ecke der "3", die besagte Neubausiedlung liegt hinter der Bahnlinie wo das "S-Symbol" der S-Bahn zu sehen ist.
4: dritter Einsatz in Püchau

Der Rest ist schon da, als wir ankommen. Treffpunkt ist die örtliche freiwillige Feuerwehr, die uns erklärt, zur Einsatzstelle käme man nur mit dem Boot.
Und unser Material? Würde mit dem Unimog hingebracht, der ist watfähiger als unsere LKWs. Das kann ja heiter werden. Und außerdem: wir sind immer noch 30m ÜBER der Mulde. Ich kapier's immer noch nicht. Die Erklärung folgt dann aber recht schnell:
Hier geht es in Püchau bergab:

Hier ist man im unteren Dorfteil (Wasser? Wo?):

Und am Ende der Straße steht die Elise...:

Ok, so macht das natürlich Sinn... Und wo kommt jetzt hier bitte das Wasser her? Die Mulde ist doch mehrere Hundert Meter entfernt. Hier hilft der Blick auf die Karte (das Wasser steht in der Auenstraße):

Diese kommt auf dem Bild von rechts aus Richtung der Mulde und geht dann in den Ort rein. An dieser Stelle des Dorfes steht das Wasser bis zu rund 1,5m hoch (Unterkante der Fenster):

Das ist der Blick zurück zu der Stelle von der das letzte Foto gemacht wurde. Wer genau hinschaut, sieht die Wasserkante unterhalb der Fenster am grünen Haus. Bis dort stand das Wasser und floß dann selbständig bis ungefähr auf diesen Pegel ab.
Und die Erklärung, wo das viele Nass herkommt:

Bei Dögnitz war der Deich gebrochen und somit lief die hier blau eingezeichnete Fläche komplett voll. Der kleine Schlafdeich vor dem Dorf rettete dann auch nix mehr. Da die Kanalisation der Straße aber durch ein Wehr in diesem Deich entwässert, war da auch nix mehr mit Rückfluß. Als wir anfingen, stand das Wasser nicht mehr höher als der Deich und so konnten wir aus dem Schacht über eine Brücke quasi in den großen blauen Bereich pumpen. Da war dann aber auch klar: das dauert länger als in Bennewitz.
Blick auf die Einsatzstelle:

Das Schlauch-Wirrwarr gehört noch zur Freiwilligen, die Pumpen von denen waren aber schon abgeschaltet, die Fördermenge ist einfach zu gering (dafür der Druck halt deutlich höher aber das nutzt hier nix), Elise saugt mit zwei Schläuchen aus dem Schacht und fördert mit einem am LKW vorbei in die Botanik.

Das ist der Blick aus der LKW-Kabine, am nächsten Morgen war hier fast kein Wasser mehr zu sehen, da der Pegel der Mulde wieder deutlich gesunken war.
Besuch hatten wir auch:

Die Dame klaute uns Teile unserer Verpflegung und verlangte nach viel Zuwendung.
Es wurde langsam Abend und mein Copilot meinte zu Recht, wir sollten noch was essen, bevor die Nachtschicht beginnt. Also Spaziergang zur FFW, denn dort sollten wir was bekommen. Dem war auch so. Es gab.... Kartoffelpüree, Mischgemüse, braune Soße und ROSTBRATWÜRSTCHEN. Sauerkraut war nicht mehr, dafür Gurkensalat. Je nun - der Hunger treibt's rein. Als jedoch die rührige Kantinenfrau für die Nacht noch Lunch-Pakete machen will "Ich hab aber nur noch Bockwurst aber die schön in Butter gebraten!" ist es dann vorbei. Schnell Kaffee aufgefüllt und nix wie weg. So nett das gemeint ist...
Unten angekommen macht sich der Rest per Hand-Fähre auf den Weg in die Unterkunft:

Wir richten uns auf dem LKW ein, der diesmal wegen der fehlenden Rückbank etwas unbequemer ausfällt und ich stelle den Wecker für diese Nacht auf jeweils 1,5 Stunden. Trockenlaufen wird hier nix, und falls der Motor zickt, geht er halt aus. So geht die Nacht rum, wir schlafen relativ viel, Elise ist fleißig und die Katze schleicht ums Auto.
Gegen 5:00 sieht es dann so aus:

Es herrscht absolute Ruhe (bis auf das Motorenbrummen, dass aber dank dicker Dämmung sehr erträglich ist), eigentlich wirklich ein Idyll - hätten da nicht grade ein Dutzend Menschen Ihre Häuser (nach 2002 zum zweiten Mal) verloren...
Die Ablösung lässt sich diesmal Zeit und ist erst um 8:30 da, was aber auch kein Problem ist. Wir übergeben die Einsatzstelle und lassen uns in den Bereitstellungsraum shutteln. Dort geht es ohne Frühstück in die Koje, allerdings sind wir dank der ruhigen Nacht nicht wirklich kaputt.
Die Gruppe baut grade ab, es fließt nur noch wenig Wasser in die Zisterne nach und der Reparaturtrupp soll am Nachmittag kommen, wir sollen dahin verlegen, wo wir dringender gebraucht werden. Allerdings ist nicht ganz klar, wohin eigentlich. Mein Copilot und ich bleiben also erstmal im Bereitstellungsraum und warten dort, bevor wir mit einem Shuttle eine Odyssey hinter unserer Gruppe her durch den Landkreis machen.
Immerhin: unser Einsatz hat dafür gesorgt, dass zum Einen in der Neubausiedlung die Keller nicht geflutet wurden weil wir das Wasser schnell genug wegbekommen haben und zum Anderen in Bennewitz die Zisterne nicht vollkommen übergelaufen ist und möglicherweise auch dort noch ein paar Häuser überschwemmt hätte. Das gefällt.
Eine Stunde später ist klar, wo es hingeht: Püchau. Dort soll die örtliche Dorfstraße unter Wasser stehen und wir sollen pumpen. Die Meldung hinterlässt bei mir ein großes Fragezeichen, denn Püchau konnte ich auf meiner gestrigen Laufrunde sehen - ungefähr 30m höher als die Mulde. Wie soll denn da die Straße unter Wasser stehen
Dann ein Shuttle organisiert, Sachen geschnappt, Kaffee abgefüllt (vorher noch schnell in den Supermarkt um die Ecke und ein bischen Nervennahrung mitgenommen) und los geht's.
Hatte ich weiter oben vergessen: die Übersicht über die Einsatzregion.
1: Bereitstellungsraum Sporthalle Machern
2: erster Einsatz am Wasserwerk Canitz
3: zweiter Einsatz in Bennewitz. Wir standen an der oberen rechten Ecke der "3", die besagte Neubausiedlung liegt hinter der Bahnlinie wo das "S-Symbol" der S-Bahn zu sehen ist.
4: dritter Einsatz in Püchau
Der Rest ist schon da, als wir ankommen. Treffpunkt ist die örtliche freiwillige Feuerwehr, die uns erklärt, zur Einsatzstelle käme man nur mit dem Boot.
Hier geht es in Püchau bergab:
Hier ist man im unteren Dorfteil (Wasser? Wo?):
Und am Ende der Straße steht die Elise...:
Ok, so macht das natürlich Sinn... Und wo kommt jetzt hier bitte das Wasser her? Die Mulde ist doch mehrere Hundert Meter entfernt. Hier hilft der Blick auf die Karte (das Wasser steht in der Auenstraße):
Diese kommt auf dem Bild von rechts aus Richtung der Mulde und geht dann in den Ort rein. An dieser Stelle des Dorfes steht das Wasser bis zu rund 1,5m hoch (Unterkante der Fenster):
Das ist der Blick zurück zu der Stelle von der das letzte Foto gemacht wurde. Wer genau hinschaut, sieht die Wasserkante unterhalb der Fenster am grünen Haus. Bis dort stand das Wasser und floß dann selbständig bis ungefähr auf diesen Pegel ab.
Und die Erklärung, wo das viele Nass herkommt:
Bei Dögnitz war der Deich gebrochen und somit lief die hier blau eingezeichnete Fläche komplett voll. Der kleine Schlafdeich vor dem Dorf rettete dann auch nix mehr. Da die Kanalisation der Straße aber durch ein Wehr in diesem Deich entwässert, war da auch nix mehr mit Rückfluß. Als wir anfingen, stand das Wasser nicht mehr höher als der Deich und so konnten wir aus dem Schacht über eine Brücke quasi in den großen blauen Bereich pumpen. Da war dann aber auch klar: das dauert länger als in Bennewitz.
Blick auf die Einsatzstelle:
Das Schlauch-Wirrwarr gehört noch zur Freiwilligen, die Pumpen von denen waren aber schon abgeschaltet, die Fördermenge ist einfach zu gering (dafür der Druck halt deutlich höher aber das nutzt hier nix), Elise saugt mit zwei Schläuchen aus dem Schacht und fördert mit einem am LKW vorbei in die Botanik.
Das ist der Blick aus der LKW-Kabine, am nächsten Morgen war hier fast kein Wasser mehr zu sehen, da der Pegel der Mulde wieder deutlich gesunken war.
Besuch hatten wir auch:
Die Dame klaute uns Teile unserer Verpflegung und verlangte nach viel Zuwendung.
Es wurde langsam Abend und mein Copilot meinte zu Recht, wir sollten noch was essen, bevor die Nachtschicht beginnt. Also Spaziergang zur FFW, denn dort sollten wir was bekommen. Dem war auch so. Es gab.... Kartoffelpüree, Mischgemüse, braune Soße und ROSTBRATWÜRSTCHEN. Sauerkraut war nicht mehr, dafür Gurkensalat. Je nun - der Hunger treibt's rein. Als jedoch die rührige Kantinenfrau für die Nacht noch Lunch-Pakete machen will "Ich hab aber nur noch Bockwurst aber die schön in Butter gebraten!" ist es dann vorbei. Schnell Kaffee aufgefüllt und nix wie weg. So nett das gemeint ist...
Unten angekommen macht sich der Rest per Hand-Fähre auf den Weg in die Unterkunft:
Wir richten uns auf dem LKW ein, der diesmal wegen der fehlenden Rückbank etwas unbequemer ausfällt und ich stelle den Wecker für diese Nacht auf jeweils 1,5 Stunden. Trockenlaufen wird hier nix, und falls der Motor zickt, geht er halt aus. So geht die Nacht rum, wir schlafen relativ viel, Elise ist fleißig und die Katze schleicht ums Auto.
Gegen 5:00 sieht es dann so aus:
Es herrscht absolute Ruhe (bis auf das Motorenbrummen, dass aber dank dicker Dämmung sehr erträglich ist), eigentlich wirklich ein Idyll - hätten da nicht grade ein Dutzend Menschen Ihre Häuser (nach 2002 zum zweiten Mal) verloren...
Die Ablösung lässt sich diesmal Zeit und ist erst um 8:30 da, was aber auch kein Problem ist. Wir übergeben die Einsatzstelle und lassen uns in den Bereitstellungsraum shutteln. Dort geht es ohne Frühstück in die Koje, allerdings sind wir dank der ruhigen Nacht nicht wirklich kaputt.
Weiteratmen - DAS ist der Trick!!!
Re: Wir saufen ab !!!
Hochwassereinsatz Sachsen-Anhalt, 06.06.2013, Tag 4: letzter Tag. Wir hatten vorher geklärt, dass wir am Donnerstag heimfahren (also Teile der Gruppe) und eine Ablösung kommt, da zwei von uns danach Urlaub haben und wegfahren wollten und andere eben aus anderen Gründen nicht länger konnten. Da wir im Quartier in Ruhe waren, sollte unsere Ablösung zu uns kommen und uns einsammeln, dann an die Einsatzstelle, dort die anderen einsammeln und die frischen Kräfte in Dienst stellen und dann nach Grimma und dort auch noch zwei Leute abholen. Dann nach Berlin.
Nach der Klärung, wann die Truppe in etwa bei uns sein würde hatte ich noch genug Zeit, um laufen zu gehen. Bei meiner ersten Tour war ich ein Stück auf dem "Rundweg Machern" gelaufen, da bot es sich an, diesen in Gänze zu probieren (auch wenn ich nirgendwo eine Info bekommen konnte, wie lang der ist aber zur Not wird halt abgekürzt, das Gebiet ist ja übersichtlich). Auf der Karte oben kann man in etwa sehen, wo es langging: nördlich aus Machern raus nach Plagwitz, dann nach Püchau, Dögnitz und dann Diagonal zurück nach Machern. Dort verlor ich die Route irgendwann, da die Beschilderung doch etwas mau war. 15 Km, 1:12 Std., locker, traumhaftes Wetter. Vom Hochwasser auf der Runde nicht eine Spur und dank der trockenen Tage war auch der Boden nicht mehr mit Wasser gesättigt.
So nah liegt in solchen Gebieten oft Elend und Alltag beieinander - in Püchau ja noch besser zu sehen. Ein Teil des Dorfes abgesoffen, der Rest muss die Blumen wässern... Nach dem Lauf noch eine schöne Dusche, Frühstück und dann warten. Gegen 13:00 kommt der Sprinter mit der Mannschaft an Bord. Wir melden kurz bei der Einsatzleitung an und ab und fahren weiter. In Püchau dann Übergabe der Einsatzstelle, bisschen quatschen, nochmal hoch zur FFW zur Verabschiedung und dann geht es nach Grimma.
Herr d. merkt an, dass man am besten wieder nach Machern und dann auf die Autobahn fährt, da die Brücken an den Bundesstraßen teilweise gesperrt sind. Aber heutzutage gibt es ja Smartphones mit Navigations-Apps. So fahren wir also erst nach Wurzen. Dort wegen Brückensperrung zweimal im Kreis, dann über die Dörfer bis wir auf der anderen Seite von Grimma stehen und dann - hurra! - auf die Autobahn, über die Mulde und von der anderen Seite ran. Ich geb zu, ein kleines bisschen war ich genervt...
Hinzu kam, dass im Auto die Standheizung trotz sehr sommerlicher Temperaturen auf voller Leistung lief und auch nicht abzuschalten war. Sicherung ziehen führte nur dazu, dass der Wagen nicht mehr startete und der Tacho nicht ging. Ein Traum. In Grimma lege ich mich eingedenkt der gut 2 Stunden dauernden Rückfahrt unters Auto, ziehe die Stecker der Standheizung ab, die glücklicherweise außen verlegt sind und Ruhe ist...
Dort gibt es im Landratsamt auch noch was zu essen. Die Belegschaft besteht, wie anscheinend in Landratsämtern üblich, aus einem Chef und zwei Batallionen Frauen. Und die scheinen glücklicherweise nicht viel von Würstchen zu halten. Denn es gibt eine hervorragende Gulaschsuppe, Brötchen dazu, Kuchen, Kekse, Getränke - sehr schön. Nach kurzem aber sättigendem Boxenstop geht es dann zurück nach Berlin. Mit den Worten "Fahr Du mal, dann sind wir schneller da" drückt mir die bis dahin fahrende Helferin den Schlüssel in die Hand - sehr gerne. Ich fahre lieber, als dass ich rumsitze.
Auf der Autobahn ist nur ein kleiner Stau an der Elbebrücke, wo das THW grade mit schwerem Gerät den Deich verstärkt und in der Gegenrichtung die Bundeswehr einen massiven Sandsackverbau errichtet. Ansonsten ist die Fahrt ereignislos, hinten wird gedöst, mein Copilot unterhält mich wie immer mit dummen Sprüchen und gegen 18:00 sind wir in Berlin.
Damit endet der Einsatz für mich. Nicht jedoch, ohne ein paar Tage später noch ein kleines Ärgernis zu produzieren:
am Freitag kommt die Frage nach Ablösung ab sofort für eine Woche. Da wir aber am Samstag früh mit Anja zusammen nach Franken wollen und dort als House-Sitter eingeplant sind, melde ich erstmal nix. Aus verschiedenen Gründen canceln wir die Fahrt jedoch. Ich schicke Nachricht zurück "Ja, ich könnte, ist das noch aktuell?". Es kommt keine Rückmeldung mehr, auch am Samstag nicht. Samstagnachmittag dann erreiche ich unseren Zugführer, der muss sich erstmal sortieren und klären, ab wann die Ablösung wäre und will am Sonntag anrufen. Nichts passiert. Ich werde langsam sauer.
Am Montag ändern sich die Umstände dann etwas, so dass wir doch beschließen zu fahren. Und am Dienstag abend - unserem regulären Dienstabend beim THW ruft mich mein Gruppenführer an und meint "Der Zugführer hat gesagt, Du könntest ab Donnerstag..." Nüscht. Jetzt bin ich in Franken und da bleibe ich auch.
Genau solche Dinge sind es, die die Helfer irgendwann demotivieren. Und mittlerweile kommen noch ganz andere Dinge hoch: in Magdeburg standen ganze technische Züge (also rund 60 Mann mit Fahrzeugen je Zug) aus Baden Württemberg 5 Tage lang (!) nur rum, weil es dort nichts zu tun gab und sie nicht freigegeben wurden für andere Landkreise. Reines Machtgerangel der oberen Führungen. Einige Helfer haben sich daraufhin auf eigene Kosten in die Bahn gesetzt und sind nach Hause gefahren, die Fahrzeuge standen dann ohne Fahrer in Magdeburg. Sowas kann einfach nicht sein - und es passiert JEDES Mal wieder.
Für uns ist diesmal der Einsatz gut gelaufen und währen ich dies hier schreibe, steht Elise noch in Madgeburg und pumpt den Herrenkrug leer - am Freitag ist dann endgültiges Einsatzende. Somit war unsere Gruppe 4 Wochen im Einsatz, das ist wirklich sehr lange.
Nach der Klärung, wann die Truppe in etwa bei uns sein würde hatte ich noch genug Zeit, um laufen zu gehen. Bei meiner ersten Tour war ich ein Stück auf dem "Rundweg Machern" gelaufen, da bot es sich an, diesen in Gänze zu probieren (auch wenn ich nirgendwo eine Info bekommen konnte, wie lang der ist aber zur Not wird halt abgekürzt, das Gebiet ist ja übersichtlich). Auf der Karte oben kann man in etwa sehen, wo es langging: nördlich aus Machern raus nach Plagwitz, dann nach Püchau, Dögnitz und dann Diagonal zurück nach Machern. Dort verlor ich die Route irgendwann, da die Beschilderung doch etwas mau war. 15 Km, 1:12 Std., locker, traumhaftes Wetter. Vom Hochwasser auf der Runde nicht eine Spur und dank der trockenen Tage war auch der Boden nicht mehr mit Wasser gesättigt.
So nah liegt in solchen Gebieten oft Elend und Alltag beieinander - in Püchau ja noch besser zu sehen. Ein Teil des Dorfes abgesoffen, der Rest muss die Blumen wässern... Nach dem Lauf noch eine schöne Dusche, Frühstück und dann warten. Gegen 13:00 kommt der Sprinter mit der Mannschaft an Bord. Wir melden kurz bei der Einsatzleitung an und ab und fahren weiter. In Püchau dann Übergabe der Einsatzstelle, bisschen quatschen, nochmal hoch zur FFW zur Verabschiedung und dann geht es nach Grimma.
Herr d. merkt an, dass man am besten wieder nach Machern und dann auf die Autobahn fährt, da die Brücken an den Bundesstraßen teilweise gesperrt sind. Aber heutzutage gibt es ja Smartphones mit Navigations-Apps. So fahren wir also erst nach Wurzen. Dort wegen Brückensperrung zweimal im Kreis, dann über die Dörfer bis wir auf der anderen Seite von Grimma stehen und dann - hurra! - auf die Autobahn, über die Mulde und von der anderen Seite ran. Ich geb zu, ein kleines bisschen war ich genervt...
Hinzu kam, dass im Auto die Standheizung trotz sehr sommerlicher Temperaturen auf voller Leistung lief und auch nicht abzuschalten war. Sicherung ziehen führte nur dazu, dass der Wagen nicht mehr startete und der Tacho nicht ging. Ein Traum. In Grimma lege ich mich eingedenkt der gut 2 Stunden dauernden Rückfahrt unters Auto, ziehe die Stecker der Standheizung ab, die glücklicherweise außen verlegt sind und Ruhe ist...
Dort gibt es im Landratsamt auch noch was zu essen. Die Belegschaft besteht, wie anscheinend in Landratsämtern üblich, aus einem Chef und zwei Batallionen Frauen. Und die scheinen glücklicherweise nicht viel von Würstchen zu halten. Denn es gibt eine hervorragende Gulaschsuppe, Brötchen dazu, Kuchen, Kekse, Getränke - sehr schön. Nach kurzem aber sättigendem Boxenstop geht es dann zurück nach Berlin. Mit den Worten "Fahr Du mal, dann sind wir schneller da" drückt mir die bis dahin fahrende Helferin den Schlüssel in die Hand - sehr gerne. Ich fahre lieber, als dass ich rumsitze.
Auf der Autobahn ist nur ein kleiner Stau an der Elbebrücke, wo das THW grade mit schwerem Gerät den Deich verstärkt und in der Gegenrichtung die Bundeswehr einen massiven Sandsackverbau errichtet. Ansonsten ist die Fahrt ereignislos, hinten wird gedöst, mein Copilot unterhält mich wie immer mit dummen Sprüchen und gegen 18:00 sind wir in Berlin.
Damit endet der Einsatz für mich. Nicht jedoch, ohne ein paar Tage später noch ein kleines Ärgernis zu produzieren:
am Freitag kommt die Frage nach Ablösung ab sofort für eine Woche. Da wir aber am Samstag früh mit Anja zusammen nach Franken wollen und dort als House-Sitter eingeplant sind, melde ich erstmal nix. Aus verschiedenen Gründen canceln wir die Fahrt jedoch. Ich schicke Nachricht zurück "Ja, ich könnte, ist das noch aktuell?". Es kommt keine Rückmeldung mehr, auch am Samstag nicht. Samstagnachmittag dann erreiche ich unseren Zugführer, der muss sich erstmal sortieren und klären, ab wann die Ablösung wäre und will am Sonntag anrufen. Nichts passiert. Ich werde langsam sauer.
Am Montag ändern sich die Umstände dann etwas, so dass wir doch beschließen zu fahren. Und am Dienstag abend - unserem regulären Dienstabend beim THW ruft mich mein Gruppenführer an und meint "Der Zugführer hat gesagt, Du könntest ab Donnerstag..." Nüscht. Jetzt bin ich in Franken und da bleibe ich auch.
Genau solche Dinge sind es, die die Helfer irgendwann demotivieren. Und mittlerweile kommen noch ganz andere Dinge hoch: in Magdeburg standen ganze technische Züge (also rund 60 Mann mit Fahrzeugen je Zug) aus Baden Württemberg 5 Tage lang (!) nur rum, weil es dort nichts zu tun gab und sie nicht freigegeben wurden für andere Landkreise. Reines Machtgerangel der oberen Führungen. Einige Helfer haben sich daraufhin auf eigene Kosten in die Bahn gesetzt und sind nach Hause gefahren, die Fahrzeuge standen dann ohne Fahrer in Magdeburg. Sowas kann einfach nicht sein - und es passiert JEDES Mal wieder.
Für uns ist diesmal der Einsatz gut gelaufen und währen ich dies hier schreibe, steht Elise noch in Madgeburg und pumpt den Herrenkrug leer - am Freitag ist dann endgültiges Einsatzende. Somit war unsere Gruppe 4 Wochen im Einsatz, das ist wirklich sehr lange.
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Re: Wir saufen ab !!!
Der absolute Wahnsinn!!

Ich wussts ja schon immer...Wagnerli hat geschrieben:Dafür sind wir Drachen, die den armen Männer alles verbieten und sie nicht verstehen.
Tsss.... Frösche
Re: Wir saufen ab !!!
Danke Frank für den ausführlichen Bericht, fast wie live dabei..
Du kannst aus einem dicken Schwein kein Rennpferd machen,
aber Du kannst versuchen, daraus das schnellste Schwein zu machen.
aber Du kannst versuchen, daraus das schnellste Schwein zu machen.
- runningmaus
- Die Emu-Maus
- Beiträge: 9136
- Registriert: 14 Jun 2010 08:56
- Wohnort: Mainspitze
Re: Wir saufen ab !!!
Ich mag Deine Schreibe, Frank
und die Berichte sind richtig interessant.... so ganz anders, als der Blick in die TV-Nachrichten

und die Berichte sind richtig interessant.... so ganz anders, als der Blick in die TV-Nachrichten
Leidenschaft meistert jede Krise. Est-ce qu'il sont fous, les français?
aktuell 2023 - und Spaß
und was davor geschah... runningmaus 2012: Kopf hoch!
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- crema-catalana
- Urmel-Emu
- Beiträge: 7973
- Registriert: 25 Nov 2010 14:30
- Wohnort: am liebsten in Südfrankreich...
Re: Wir saufen ab !!!
Wow.

swim, bike, run, eat, drink, fun - ich liebe alles!
Mitlesen, leiden, lachen und lästern: Urmels Alltags- und Trainingsgeschichten
Mitlesen, leiden, lachen und lästern: Urmels Alltags- und Trainingsgeschichten
- PippiLangstrumpf
- OZU1-Emu
- Beiträge: 4368
- Registriert: 27 Okt 2010 12:20
Re: Wir saufen ab !!!
Tolle Berichte. Danke! 
Erfahrung ist fast immer eine Parodie auf die Idee. (J.W.v.Goethe)
Das gilt übrigens auch für Weitsprungversuche (= Idee) und Achillessehnenrisse (= Erfahrung) ...
Pippis Pschyrembel - exklusiv nur bei den EMUs
Das gilt übrigens auch für Weitsprungversuche (= Idee) und Achillessehnenrisse (= Erfahrung) ...
Pippis Pschyrembel - exklusiv nur bei den EMUs
Re: Wir saufen ab !!!
Danke.runningmaus hat geschrieben:Ich mag Deine Schreibe, Frank![]()
Tja, das ist etwas, dass Du wohl überall finden wirst. Was mich mittlerweile ziemlich ärgert sind die Lobeshymnen ohne jedes Wort von Kritik. Wenn ich höre, was wir teilweise für Helden gewesen sein sollen (die großen Dankesreden mit Medaillenverleihung etc. kommen ja erst noch), dann schüttelt es mich.so ganz anders, als der Blick in die TV-Nachrichten![]()
Mir wäre es wesentlich lieber, man würde mal wirklich vorurteilsfrei an die Einsatznachbereitung gehen und auch mal klar und deutlich sagen, was nicht funktioniert hat und möglicherweise auch Führungskräfte austauschen, damit es im nächsten Fall nicht wieder so läuft. Aber das wird wohl ein Wunschtraum bleiben.
Insgesamt war der Einsatz für mich prima. Wir hatten eine gute Unterkunft (absolut keine Selbstverständlichkeit, kann auch passieren, dass man eine Woche im Zelt und ohne Duschen hockt), das Essen war - bis auf den Würstchenfaktor - gut und ausreichend (auch da habe ich schon ganz andere Dinge erlebt, 24 Stunden im Einsatz und keinerlei Verpflegung...) und das Wetter hat auch mitgespielt (ein nicht zu unterschätzender Motivationsfaktor für viele, grade zivile Helfer).
Die Nachtschichten mache ich persönlich besonders gerne, ich bin eh eine Nachteule und es ist in der Regel ein ganz eigene Stimmung, die da dann an der Einsatzstelle herrscht. Auch das teils tagelange warten, bis Elise fertig ist, empfinde ich nicht als belastend. Mein Chef meinte ja noch "Bringen Sie spektakuläre Bilder mit!" - aber das ist bei uns eigentlich kaum möglich. Insgesamt war es eine gute Entscheidung damals, Fachgruppe WP zu werden (wir waren ursprünglich eine Infrastrukturgruppe, die im Schadensfall Massenunterkünfte baut und Strom/Wasser wieder herstellen soll, diese Gruppen wurden aber deutlich reduziert, weil man erkannt hat, dass die Bedrohungslage der 50er-70er Jahre, die solche Gruppen erforderlich machte nicht mehr gegeben ist). Wir hätten auch Fachgruppe Beleuchtung werden können (da ist es ähnlich, bei der Elektroversorgung auch: aufbauen und warten) aber die Auswertung der Einsatzlisten der letzten Jahre zeigte deutlich: WP hat am meisten zu tun. Und wenn ich schon meine Freizeit opfere, dann soll das nicht umsonst sein. Kein Einsatz ist von der Denke her zwar immer besser (vor allem für die Betroffenen) als Landunter aber wenn ich von Gruppen höre, die jahrelang keine Einsätze haben, dann frage ich mich, wo die Leute ihre Motivation herholen...
Weiteratmen - DAS ist der Trick!!!
Re: Wir saufen ab !!!
Obstsalat zum Nachtisch kommt auch immer gut.chris.fall hat geschrieben:Sorry... Möchtest Du lieber Nudelsalat dazu?!drullse hat geschrieben:Ick wull di wat!!!chris.fall hat geschrieben:Es gibt Würstchen und Kartoffelsalat!![]()
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06.05.2012 Caldera Blanca
12.10.2014 - München Marathon * 12.07.2015 - Challenge Roth * 27.09.2015 - Berlin Marathon *
25.09.2016 - Berlin Marathon * 27. - 30.11.2016 Lanzarote Running Challenge * 10.12.2016 Lanzarote Marathon * 09.07.2017 Challenge Roth
12.10.2014 - München Marathon * 12.07.2015 - Challenge Roth * 27.09.2015 - Berlin Marathon *
25.09.2016 - Berlin Marathon * 27. - 30.11.2016 Lanzarote Running Challenge * 10.12.2016 Lanzarote Marathon * 09.07.2017 Challenge Roth