Das macht mich sprachlos und wütend

Der EMU-Stammtisch

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Flow
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von Flow »

keko hat geschrieben:
drullse hat geschrieben: Momentan sieht es eher so aus, dass geringverdienden Deutsche auf dem normalen Wohnungsmarkt keine Chance haben. Zumindest bei uns.
Schönes Berlin! Ich Stuttgart hast du als Durchschnittserdiener kaum mehr die Möglichkeit, zumindst mit Familie.
Willste Wirtschaftsflüchtling werden ?
Schwaben haben wir hier schon genug !
Die haben die Mietpreise hier im Kiez mal eben verfünffacht ... :keko
Ganz zu schweigen davon, was sie mit der Kultur hier angestellt haben ... :roll:
Sprache haben sie natürlich auch nicht gelernt ... :nono
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keko
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von keko »

glaurung hat geschrieben:
drullse hat geschrieben:
glaurung hat geschrieben:
drullse hat geschrieben:
keko hat geschrieben:Heute steht in der Zeitung, dass Stuttgart nun ein Bußgeld von 50.000€ verhängen will, wenn eine Wohnung grundlos für mehr als 6 Monate leersteht.
Was ist grundlos?
Mir liegt da grad ein Gag auf der Zunge. Ich sprech ihn aber lieber nicht aus. :blue
Hm?

Ich stehe auf dem Schlauch...
Vergiss es. Wär bloss allgemein gewesen. Eine dumme Bemerkung zur Situation. Aber in solchen Zeiten spart man sich lieber Kommentare, die falsch aufgefasst werden könnten. :)
Ich weiß, was du hast sagen wollen :lol:
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HansM
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von HansM »

Flow hat geschrieben:
keko hat geschrieben:
drullse hat geschrieben: Momentan sieht es eher so aus, dass geringverdienden Deutsche auf dem normalen Wohnungsmarkt keine Chance haben. Zumindest bei uns.
Schönes Berlin! Ich Stuttgart hast du als Durchschnittserdiener kaum mehr die Möglichkeit, zumindst mit Familie.
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Das ist auch eine Art Fremdenfeindlichkeit. Eine, auf die die manche Berliner sogar irgendwie stolz sind. :toblerone
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drullse
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von drullse »

HansM hat geschrieben:Das ist auch eine Art Fremdenfeindlichkeit. Eine, auf die die manche Berliner sogar irgendwie stolz sind. :toblerone
In manchen Ecken dieser Stadt eine für mich durchaus nachvollziehbare Fremdenfeindlichkeit. Allerdings kann man das wohl wirklich nur nachvollziehen, wenn man diese Ecken gut und langjährig kennt.
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drullse
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von drullse »

Ich wollte ja eigentlich ein bischen arbeiten aber diesen Artikel musste ich dann doch mal lesen: Analyse: Verfassungswidrige Einwanderung von Flüchtlingen nach Deutschland

"Die Einreise aus allen Nachbarstaaten ist somit durchgehend illegal und wird nicht durch ein Asylbegehren gerechtfertigt. Sie ist zudem strafbar."

Wenn ich den Artikel richtig verstehe, bewegen wir uns also schon längst außerhalb jeder Rechtmäßigkeit und handeln nur moralisch getrieben (wir als Staat verstanden). Umso mehr verwundern mich dann Aktionen wie die in Nienheim, es sei denn, man sagt sich "Nu is auch egal, wenn schon denn schon richtig un-rechtmäßig"...
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drullse
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von drullse »

Klugschnacker hat geschrieben:Diese Verpflichtung ergibt sich aus humanistischen Grundwerten. Sie gilt nach meinem Verständnis daher für alle, die diese Werte anerkennen und danach leben möchten. Da sich das Grundgesetz eindeutig zu diesen Werten bekennt, und darüber hinaus das Recht auf Asyl unmissverständlich einräumt, sprach ich von "wir".

Ich bezog dieses "wir" auf alle Deutschen, es gilt nach meinem Verständnis aber für alle Menschen.
Ich habe ne Weile überlegt, ob ich was dazu schreiben soll aber ich denke, unser Verhältnis ist gut genug, dass das Folgende nicht in den falschen Hals kommt.

Vollkommen egal, ob Du inhaltlich Recht hast oder nicht, stellen sich mir bei dieser Argumentation die Nackenhaare auf. Warum? Weil ich sie grundsätzlich nur dort lese, wo irgendwer aus irgendwelchen Motiven SEINE Meinung als die einzig richtige hinstellen will. Denn unterbewußt wird gesagt, dass wer sich der Meinung nicht anschließt automatisch ein schlechterer Mensch ist. Kein Demokrat oder was weiß ich. Sicher ein Resultat der Debatten in den letzten Wochen, aber ich habe sowas einfach inzwischen zu oft gelesen.

Aber eben: Bild
Es gilt nicht für Affen.
Die Spitze war - auch wenn Ihr Euch in Roth im Zelt wieder vertragen habt - nicht ganz nötig finde ich... :kuss
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HansM
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von HansM »

drullse hat geschrieben:
HansM hat geschrieben:Das ist auch eine Art Fremdenfeindlichkeit. Eine, auf die die manche Berliner sogar irgendwie stolz sind. :toblerone
In manchen Ecken dieser Stadt eine für mich durchaus nachvollziehbare Fremdenfeindlichkeit. Allerdings kann man das wohl wirklich nur nachvollziehen, wenn man diese Ecken gut und langjährig kennt.
Klär mich auf.

Was hat sich da im Vergleich negativ verändert ?

Können Deutsche, nur weil sie einen anderen Dialekt sprechen und vielleicht so seltsame Dinge wie eine "Kehrwoche" erfunden haben, eine deutsche Stadt negativ verändern ?

Hm, was machen dann erst all die Syrer, Iraker und Afganen etc. mit unseren Städten !?
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drullse
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von drullse »

HansM hat geschrieben:Klär mich auf.

Was hat sich da im Vergleich negativ verändert ?

Können Deutsche, nur weil sie einen anderen Dialekt sprechen und vielleicht so seltsame Dinge wie eine "Kehrwoche" erfunden haben, eine deutsche Stadt negativ verändern ?
Ich sagte doch: man muss dort leben um das zu verstehen. Insofern wirst Du von mir keine Antwort bekommen, weil ich aus Deiner Frage schon herauslesen kann, was für Dich feststeht.
Hm, was machen dann erst all die Syrer, Iraker und Afganen etc. mit unseren Städten !?
Tja - diese Frage stellen sich manche Menschen. Und manche eben nicht.
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Flow
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von Flow »

drullse hat geschrieben:Denn unterbewußt wird gesagt, dass wer sich der Meinung nicht anschließt automatisch ein schlechterer Mensch ist.
Gilt das nicht für jedwede ethische Diskussion, bzw. läßt sich jeder darin geäußerte Standpunkt nicht derart interpretieren ?
Aber wie sollen wir sonst zu Werten kommen und diese bewahren, wenn nicht im Diskurs ?

Arne verstehe ich erstmal dahingehend, daß er eine (moralische) Meßlatte zur Diskussion stellt, ohne direkt jemanden daran zu messen, auch nicht sich selbst (oder gar mit einem womöglich unterstellten "guten Ergebnis").
So die Latte im Diskurs nicht verworfen wurde, darf sich in der Folge daran ein jeder selbst messen. Ohne natürlich einen anderen für das Ergebnis verantwortlich zu machen ... ;)

Das Problem des "schlechteren Menschen" läßt sich wohl allgemein schwer aushebeln, sobald ethische/moralische Werte etabliert sind, die sich einer "Messung" nicht gänzlich entziehen ...

Mahlzeit ... :tomtiger
(Carboloading kommt während der Moral ... :censored )
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Klugschnacker
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von Klugschnacker »

drullse hat geschrieben:
Klugschnacker hat geschrieben:Diese Verpflichtung ergibt sich aus humanistischen Grundwerten. Sie gilt nach meinem Verständnis daher für alle, die diese Werte anerkennen und danach leben möchten. Da sich das Grundgesetz eindeutig zu diesen Werten bekennt, und darüber hinaus das Recht auf Asyl unmissverständlich einräumt, sprach ich von "wir".

Ich bezog dieses "wir" auf alle Deutschen, es gilt nach meinem Verständnis aber für alle Menschen.
Ich habe ne Weile überlegt, ob ich was dazu schreiben soll aber ich denke, unser Verhältnis ist gut genug, dass das Folgende nicht in den falschen Hals kommt.

Vollkommen egal, ob Du inhaltlich Recht hast oder nicht, stellen sich mir bei dieser Argumentation die Nackenhaare auf. Warum? Weil ich sie grundsätzlich nur dort lese, wo irgendwer aus irgendwelchen Motiven SEINE Meinung als die einzig richtige hinstellen will. Denn unterbewußt wird gesagt, dass wer sich der Meinung nicht anschließt automatisch ein schlechterer Mensch ist. Kein Demokrat oder was weiß ich. Sicher ein Resultat der Debatten in den letzten Wochen, aber ich habe sowas einfach inzwischen zu oft gelesen.
Ich habe in Kurzform erläutert, wie ich meinen Standpunkt begründet sehe. Ich bezog mich dabei auf bestimmte Werte, die für mich Grundwerte darstellen.

Dabei sage ich keineswegs, dass es die einzigen denkbaren oder gültigen Grundwerte seien. Ich sagte auch nicht, dass Deine Position frei von Werten sei, oder von nachrangigen Werten getragen. Ich denke, dass wir im Bezug auf Werte nah beieinander liegen, dass Du in Anerkennung dieser Werte jedoch zu anderen Handlungen oder Konsequenzen kommst. Deine Meinung hat meinen vollen Respekt, auch wenn ich sie in manchen Punkten nicht teile.
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keko
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von keko »

Klugschnacker hat geschrieben:
drullse hat geschrieben:
Klugschnacker hat geschrieben:Diese Verpflichtung ergibt sich aus humanistischen Grundwerten. Sie gilt nach meinem Verständnis daher für alle, die diese Werte anerkennen und danach leben möchten. Da sich das Grundgesetz eindeutig zu diesen Werten bekennt, und darüber hinaus das Recht auf Asyl unmissverständlich einräumt, sprach ich von "wir".

Ich bezog dieses "wir" auf alle Deutschen, es gilt nach meinem Verständnis aber für alle Menschen.
Ich habe ne Weile überlegt, ob ich was dazu schreiben soll aber ich denke, unser Verhältnis ist gut genug, dass das Folgende nicht in den falschen Hals kommt.

Vollkommen egal, ob Du inhaltlich Recht hast oder nicht, stellen sich mir bei dieser Argumentation die Nackenhaare auf. Warum? Weil ich sie grundsätzlich nur dort lese, wo irgendwer aus irgendwelchen Motiven SEINE Meinung als die einzig richtige hinstellen will. Denn unterbewußt wird gesagt, dass wer sich der Meinung nicht anschließt automatisch ein schlechterer Mensch ist. Kein Demokrat oder was weiß ich. Sicher ein Resultat der Debatten in den letzten Wochen, aber ich habe sowas einfach inzwischen zu oft gelesen.
Ich habe in Kurzform erläutert, wie ich meinen Standpunkt begründet sehe. Ich bezog mich dabei auf bestimmte Werte, die für mich Grundwerte darstellen.

Dabei sage ich keineswegs, dass es die einzigen denkbaren oder gültigen Grundwerte seien. Ich sagte auch nicht, dass Deine Position frei von Werten sei, oder von nachrangigen Werten getragen. Ich denke, dass wir im Bezug auf Werte nah beieinander liegen, dass Du in Anerkennung dieser Werte jedoch zu anderen Handlungen oder Konsequenzen kommst. Deine Meinung hat meinen vollen Respekt, auch wenn ich sie in manchen Punkten nicht teile.
Arne´s Einstellung ist mir mittlerweile klar, nachdem ich anfangs dachte, er wolle hauptsächlich provozieren. Ein Nachbar, mit dem ich gestern auf der Straße sprach, denkt auf der gleichen Linie und ich kann damit auch gut leben und das erweitert meinen Horizont.

Nichtsdestotrotz wird uns bald die Realität einholen und die Diskussion um "Softskills" wie Moral, Meinung und Humanismus usw. bald von selbst in den Hintergrund fallen. Denn die Probleme Wohnungsmangel, Integration in den Arbeitsamarkt, Finanzierung sowie die Tatsache, dass hauptsächlich Muslime mit teilweise völlig anderen und abenteuerlichen Wertvorstellungen einwandern, löst man damit nicht. Erst heute habe ich gelesen, dass täglich mindestens 1000 einwandern und die Zahl derer, die das wollen und sich auf den Weg machen, sogar noch ansteigt. Die wirklichen Probleme kommen erst noch. Vermutlich auch die eine oder andere unschöne Entscheidung seitens der Politik, z.B. Sicherung der EU-Aussengrenzen.
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drullse
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von drullse »

Klugschnacker hat geschrieben:Deine Meinung hat meinen vollen Respekt, auch wenn ich sie in manchen Punkten nicht teile.
Das beruht auf Gegenseitigkeit. :)
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HansM
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von HansM »

Der Präsident hat gesprochen !

Der Staat müsse nun "angesichts des schnellen Zustroms den Bau von Wohnungen fördern und Schulen bauen, Lehrer und Kindergärtner einstellen, Arbeitswelt und Berufsbildung anpassen, deutsche Sprache und deutsches Recht lehren. Und das alles gleichzeitig."

Für die Aufgabe, vor der das Land stehe, gebe es "kein Vorbild". Gauck: "Es ist eine Kraftanstrengung, wie sie die Bundesrepublik selten meistern musste. Auch unpopuläre Entscheidungen und unbequeme Schritte werden notwendig sein."


(aus SPON)

Also ich schaue jetzt mal in die Glaskugel. Ich sehe da einen Flüchtlings-Soli.
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von drullse »

Auch unpopuläre Entscheidungen und unbequeme Schritte werden notwendig sein.
Dann hoffe ich, dass er an der richtigen Stelle und bei den richtigen Leuten anfängt.

Meine Prognose: hohle Worte.
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Klugschnacker
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Re: Das macht mich sprachlos und wütend

Beitrag von Klugschnacker »

keko hat geschrieben:Nichtsdestotrotz wird uns bald die Realität einholen und die Diskussion um "Softskills" wie Moral, Meinung und Humanismus usw. bald von selbst in den Hintergrund fallen. Denn die Probleme Wohnungsmangel, Integration in den Arbeitsamarkt, Finanzierung sowie die Tatsache, dass hauptsächlich Muslime mit teilweise völlig anderen und abenteuerlichen Wertvorstellungen einwandern, löst man damit nicht.
Da bin ich gegenteiliger Meinung. Solange die deutsche Bevölkerung sich nicht über die Motive klar ist, warum wir Menschen in Not helfen sollen, wird es schwer werden, die nötige Akzeptanz in der Bevölkerung für diese Hilfe zu finden. Deshalb schadet es nicht, zunächst die Frage nach den Werten zu stellen, die unsere Handlungen über Jahre hinweg leiten sollen.
keko hat geschrieben:Erst heute habe ich gelesen, dass täglich mindestens 1000 einwandern und die Zahl derer, die das wollen und sich auf den Weg machen, sogar noch ansteigt. Die wirklichen Probleme kommen erst noch. Vermutlich auch die eine oder andere unschöne Entscheidung seitens der Politik, z.B. Sicherung der EU-Aussengrenzen.
Im kommenden Winter werden wahrscheinlich weniger Menschen zu uns kommen. Die eigentliche Welle folgt dann im Sommer. Von Libyen nach Lampedusa sind es 300 Kilometer Luftlinie, das entspricht der Autofahrt von Berlin nach Hannover. Weniger als 100 Kilometer sind es vom EU-Staat Zypern bis zur syrischen Küstenstadt Latakia.

Die Menschen kommen nicht nach Deutschland, weil sie sich hier relativen Wohlstand durch die Zuwendungen unseres Sozialsystems erwarten. Deutschland hat einen guten Ruf, doch die wichtigeren Gründe für die Flucht ausgerechnet nach Deutschland liegen woanders. Der werte Leser dieser Zeilen stelle sich für einen Moment vor, er sei mitsamt seiner Familie auf der Flucht vor den Taliban, stamme also aus Afghanistan. Italien wäre dann ein gutes Ziel, denn Italien hat für Flüchtlinge aus Afghanistan eine Anerkennungsquote von 94%. Doch die Unterbringung ist dort oft sehr schlecht. Wer Kinder hat, sollte vielleicht nach Schweden gehen. Dort sind die Verhältnisse geordneter, doch die Anerkennungsquote beträgt nur 60%. In Griechenland hingegen beträgt die Anerkennungsquote für Menschen Deines Landes nur 7%; außerdem wirst Du dort als Asylant auf der Straße leben müssen.

Die uneinheitlichen Anerkennungsquoten innerhalb der EU führen zu ungleichen Verteilungen. Außerdem ist die Unterbringung in manchen EU-Staaten dermaßen katastrophal, dass z.B. Deutschland keine Flüchtlinge dorthin überstellt. Das sind politische und damit lösbare Probleme. Oft werden diese einfachen Tatsachen jedoch in einem ausländerfeindlichen, teils rassistischen Sinne gegen die flüchtenden Menschen instrumentalisiert: Ihre Präferenz bestimmter Länder sei Beweis dafür, dass sie vorrangig wirtschaftliche Interessen hätten. So einfach ist das aber nicht.

Grüße,
Arne
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