Die Deutschen sterben aus
Moderator: Moderator
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Re: Die Deutschen sterben aus
So sehen die Schweizer die Lage bei uns:
https://www.nzz.ch/feuilleton/in-deutsc ... ld.1487259
Die NZZ ist zunehmend das, was früher Westfernsehen für die Ossis war.
https://www.nzz.ch/feuilleton/in-deutsc ... ld.1487259
Die NZZ ist zunehmend das, was früher Westfernsehen für die Ossis war.
Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.
Re: Die Deutschen sterben aus
An der Privatschule, an der auch meine Frau ist, gab es heuer einen Abischnitt von 2,0 (also der Durchschnitt von allen Schülern). Das war nochmals eine kleine Steigerung zum letzten Jahr.
Auf der einen Seite freut uns das natürlich, auf der anderen Seite ist die Warteliste, die es neuerdings in der Grundschule gibt, ein kleiner Fingerzeig: die, die es sich leisten können, zahlen einfach für eine gute Schule (kleine Klassen, gute Betreuung).
Auf der einen Seite freut uns das natürlich, auf der anderen Seite ist die Warteliste, die es neuerdings in der Grundschule gibt, ein kleiner Fingerzeig: die, die es sich leisten können, zahlen einfach für eine gute Schule (kleine Klassen, gute Betreuung).
Die Muße ist die Schwester der Freiheit.
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Re: Die Deutschen sterben aus
Ich sitze in Frankurt in einem Hochhaus mit indischen Kollegen und habe mal wieder das Gefühl, dass DE in Zukunftstechnologien möglicherweise gnadenlos abgehängt wird. 
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Re: Die Deutschen sterben aus
Das Gefühl teile ich. Und ich befürchte auch, dass hier politisch niemand willens oder in der Lage ist, dagegen zu steuern.keko hat geschrieben:Ich sitze in Frankurt in einem Hochhaus mit indischen Kollegen und habe mal wieder das Gefühl, dass DE in Zukunftstechnologien möglicherweise gnadenlos abgehängt wird.
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Re: Die Deutschen sterben aus
Wie lange bist du denn noch in Frankfurt?
und mit der Technologie...
Da kann ich null mitreden, ich mach eh alles noch von Hand
und mit der Technologie...
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Re: Die Deutschen sterben aus
Wir sprachen über zukünftige Software, dass sie quasi schon ahnt, was der Anwender tun will. Ein Teil war Verkaufsblabla, also welche Anwendungen in Frage kommen und es schon gibt. Ein großer Teil aber schon sehr technisch.drullse hat geschrieben:Das Gefühl teile ich. Und ich befürchte auch, dass hier politisch niemand willens oder in der Lage ist, dagegen zu steuern.keko hat geschrieben:Ich sitze in Frankurt in einem Hochhaus mit indischen Kollegen und habe mal wieder das Gefühl, dass DE in Zukunftstechnologien möglicherweise gnadenlos abgehängt wird.
In der Pause habe ich im Internet ein wenig Nachrichten gelesen und da ging es darum, dass wir in Deutschland mehr Bäume pflanzen sollten, mehr Rad fahren, weniger Fleisch essen sollen und natürlich um die AfD und die Flüchtlinge. Es ist nicht so, dass ich diese Themen nicht für wichtig ansehe, aber dass sie seit Monaten oder Jahren die öffentliche Diskussion quasi zum großen Teil beherrschen, sehe ich als problematisch an.
Meiner Meinung nach sind wir längst auf dem Weg von der Industrialisierung in die Digitalisierung und müssen aufpassen, dass wir nicht links und rechts überholt werden. Google, Amazon usw sitzen sowieso in den USA, aber findige Köpfe in anderen Ländern, in denen viel Wert auf die Zukunft gelegt wird. Deutschland kommt wir in gewisser Weise satt und rückwärstgewandt vor.
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Re: Die Deutschen sterben aus
Ist doch logisch - würden man sich der von Dir aufgeworfenen Fragen annehmen, müsste man Lösungen präsentieren. Die hat unsere vollkommen überalterte, digital ahnungslose Führungsriege aber nicht. Und sie ist auch nicht gewillt, da wirklich mal dran zu arbeiten. Statt dessen werden Plastiktüten verboten und von "Neuland" und Flugtaxis schwadroniert.keko hat geschrieben:In der Pause habe ich im Internet ein wenig Nachrichten gelesen und da ging es darum, dass wir in Deutschland mehr Bäume pflanzen sollten, mehr Rad fahren, weniger Fleisch essen sollen und natürlich um die AfD und die Flüchtlinge. Es ist nicht so, dass ich diese Themen nicht für wichtig ansehe, aber dass sie seit Monaten oder Jahren die öffentliche Diskussion quasi zum großen Teil beherrschen, sehe ich als problematisch an.
Solange wir alleine beim Netzausbau dermaßen weit hinterherhinken und es nicht schaffen, flächendeckend funktionierende Infrastruktur zu installieren, wirst Du auch weiter in den Medien diese Thematik vermissen.
Deutschland IST satt und rückwärtsgewandt. Ich habe ja nun beruflich mit dem Thema "digitale Transformation" zu tun. Mittlerweile überlege ich, das Feld wieder zu wechseln. Permanent gegen "geht nicht", "können wir nicht" und "will ich nicht" anzurennen macht einfach keinen Spaß.Meiner Meinung nach sind wir längst auf dem Weg von der Industrialisierung in die Digitalisierung und müssen aufpassen, dass wir nicht links und rechts überholt werden. Google, Amazon usw sitzen sowieso in den USA, aber findige Köpfe in anderen Ländern, in denen viel Wert auf die Zukunft gelegt wird. Deutschland kommt wir in gewisser Weise satt und rückwärstgewandt vor.
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Re: Die Deutschen sterben aus
Indien hat natürlich große Probleme. Den Eifer, den inidische Ingenieure und Informatiker an den Tag legen, finde ich aber verblüffend. Nicht, dass sie mehr oder besser arbeiten, aber sie sind unvoreingenommener, positiver und technikaffiner. In DE wird vieles problematisiert, 1000x abgewägt, grundlagendiskutiert und politisiert. I.d.R. arbeite ich mit Ausländern längst lieber zusammen als mit Deutschen (zumindest in diesem Umfeld).drullse hat geschrieben:Ist doch logisch - würden man sich der von Dir aufgeworfenen Fragen annehmen, müsste man Lösungen präsentieren. Die hat unsere vollkommen überalterte, digital ahnungslose Führungsriege aber nicht. Und sie ist auch nicht gewillt, da wirklich mal dran zu arbeiten. Statt dessen werden Plastiktüten verboten und von "Neuland" und Flugtaxis schwadroniert.keko hat geschrieben:In der Pause habe ich im Internet ein wenig Nachrichten gelesen und da ging es darum, dass wir in Deutschland mehr Bäume pflanzen sollten, mehr Rad fahren, weniger Fleisch essen sollen und natürlich um die AfD und die Flüchtlinge. Es ist nicht so, dass ich diese Themen nicht für wichtig ansehe, aber dass sie seit Monaten oder Jahren die öffentliche Diskussion quasi zum großen Teil beherrschen, sehe ich als problematisch an.
Solange wir alleine beim Netzausbau dermaßen weit hinterherhinken und es nicht schaffen, flächendeckend funktionierende Infrastruktur zu installieren, wirst Du auch weiter in den Medien diese Thematik vermissen.
(mir ist klar, dass das ein wenig stereotyp geschrieben ist).
In DE haben meiner Meinung nach viele Menschen noch gar nicht begriffen, was mit der Digitalisierung auf uns zu kommt.
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Re: Die Deutschen sterben aus
Bei der Einschätzung der indischen Informatiker bin ich nicht so ganz bei dir. Vielleicht triffst du gerade den Teil der Inder, die es aus ihrem Land herausgezogen hat, weil sie sich von der großen Masse abheben. Oder man setzt Euphorie mit Erfolg gleich ("... stets engagiert"). Wenn man sie mit den richtigen Aufgaben betraut, schaffen sie für 10 € mehr als die deutschen Kollegen (nämlich eine ganze Stunde statt 6 Minuten) und darin auch eine größere Arbeitsmenge, aber die Erfahrungen aus unserem Kundenumfeld mit der Auslagerung komplexerer Sachen sieht anders aus. Wenn man was wirklich und funktionierend brauchte, hat man alle Tricks angewandt, damit das hier gemacht werden konnte und nicht nach Indien ging. Mitdenken, hinterfragen, den Hintergrund verstehen gehörte nicht zu ihren Stärken. Für einen Preis irgendwo zwischen den 10 und den 100 € greift man lieber auf Nearshoring statt Offshoring zurück.
Die meisten Radwegbeschilderungen wurden von Aliens erschaffen.
Sie wollen erforschen, wie Menschen in absurden Situationen reagieren.
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captainbeefheart
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Re: Die Deutschen sterben aus
Nanana, so grottig ist das nun auch nicht. Wenn wir Aussenperspektiven (z.B. Weltwirtschaftsforum) so ernst nehmen wie unsere Innensicht, dann sind wir mindestens mal in Europa Innovationsführer und Top 3 in der Welt - trotz der Probleme, die wir zweifelsohne infrastrukturell haben. Und die Digitalisierung ist zwar fundamental, ich sehe aber nicht, dass wir mit unserem intellektuellen Kapital da nicht mindestens mithalten können.
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captainbeefheart
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Re: Die Deutschen sterben aus
Ich finde, da geht jetzt einiges durcheinander.drullse hat geschrieben: Ist doch logisch - würden man sich der von Dir aufgeworfenen Fragen annehmen, müsste man Lösungen präsentieren. Die hat unsere vollkommen überalterte, digital ahnungslose Führungsriege aber nicht. Und sie ist auch nicht gewillt, da wirklich mal dran zu arbeiten. Statt dessen werden Plastiktüten verboten und von "Neuland" und Flugtaxis schwadroniert.
Welche Führungsriege ist überaltert? Die politische und/oder wirtschaftliche? Wer davon ist ahnungslos? Mindestens für die Wirtschaft trifft beides definitiv so pauschal nicht zu. Das ist sehr differenziert. Und Alter ist nicht mit Ahnungslosigkeit korreliert, das klingt zwar gut, stimmt aber nicht.
Warum sollten Digitalisierung und Plastiktütenverbot nicht miteinander gehen? Beides kann sehr viel Sinn ergeben, jedes für sich allemal.
Und auch Flugtaxis sind eine mögliche sinnvolle Verkehrsinnovation, die wiederum mit Plastiktüten und Digitalisierung nicht korreliert sind ...
Und wer ist „man“, der Lösungen präsentieren muss? Ich denke Du bist ebenso Teil der Lösung wie ich und alle anderen.
Re: Die Deutschen sterben aus
In dem Fall waren es indische Ingenieure, die hier arbeiten. Ich weiß aber, was du meinst. Ich habe vor ein paar Jahren mit Indern gearbeitet, die in Indien waren. Das war z.T. sehr mühsam. Es gibt kulturelle Unterschiede:Thorsten hat geschrieben:Bei der Einschätzung der indischen Informatiker bin ich nicht so ganz bei dir. Vielleicht triffst du gerade den Teil der Inder, die es aus ihrem Land herausgezogen hat, weil sie sich von der großen Masse abheben. Oder man setzt Euphorie mit Erfolg gleich ("... stets engagiert"). Wenn man sie mit den richtigen Aufgaben betraut, schaffen sie für 10 € mehr als die deutschen Kollegen (nämlich eine ganze Stunde statt 6 Minuten) und darin auch eine größere Arbeitsmenge, aber die Erfahrungen aus unserem Kundenumfeld mit der Auslagerung komplexerer Sachen sieht anders aus. Wenn man was wirklich und funktionierend brauchte, hat man alle Tricks angewandt, damit das hier gemacht werden konnte und nicht nach Indien ging. Mitdenken, hinterfragen, den Hintergrund verstehen gehörte nicht zu ihren Stärken. Für einen Preis irgendwo zwischen den 10 und den 100 € greift man lieber auf Nearshoring statt Offshoring zurück.
(Ich verallgemeinere mal ein wenig...)
Der Deutsche ist taskorientiert und gewöhnt individuell zu arbeiten, der Inder kontext- und gruppenorientiert.
Ich gebe einem Deutschen die Arbeit A mit der Bitte, sie bis Freitag zu erledigen. Freitags frage ich nach und er zeigt mir, was er alles erledigt hat. Auch wenn die Arbeit nicht klar beschrieben ist, macht er etwas. Ob das das richtige ist, sei mal dahingestellt.
Ich gebe die gleiche Arbeit A einem Inder und frage freitags nach. Es kann durchaus sein, dass er überhaupt nichts gemacht hat. Nicht weil er faul ist, sondern er wissen will, warum gerade er in dem Team das macht und wohin genau die Arbeit führt. Für ihn ist es fremd, dass du ihm das nicht erklärst. Und nun sind wir nämlich genau bei dem Problem, dass du oben beschrieben hattest.
Eigentlich ging es mir aber um etwas anderes:
Ich habe studierte Kollegen, die sind nicht mal halb so alt wie ich. Oft reden sie vom gesunden Essen, vom Fitnessstudio, dass sie mit dem Rad zur Arbeit fahren. Arbeit ist halt eben auch irgend so ein Teilbereich in ihrem Leben.
Bei ausländischen Kollegen spüre ich oft eine andere Motivation. Meist kommen sie, um etwas zu erreichen, viel Geld zu verdienen (manche schicken Geld nach Hause), zu zeigen dass sie es schaffen können. Technik/Informatik ist für sie ein Sprungbrett, um das zu verwirklichen. Entsprechend gehen sie schneller und direkter Dinge an.
Lesenwert dazu ist das Büchlein "The Culture Map"
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Re: Die Deutschen sterben aus
Deutschland ist politisch stabil und hat eine gutes Ausbildungssystem. Die Voraussetzungen sind da. Meiner Meinung nach beschäftigt sich die Regierung aber zu sehr mit sich selbst und mit Kleinkram. Weiterhin ist DE nicht für indische Ingenieure interessant, sondern wegen dem guten Sozialsystem für Menschen mit schlechter oder keiner Ausbildung. Viele Studenten kommen hierher zum studieren, verlassen das Land dann aber wieder.captainbeefheart hat geschrieben:Nanana, so grottig ist das nun auch nicht. Wenn wir Aussenperspektiven (z.B. Weltwirtschaftsforum) so ernst nehmen wie unsere Innensicht, dann sind wir mindestens mal in Europa Innovationsführer und Top 3 in der Welt - trotz der Probleme, die wir zweifelsohne infrastrukturell haben. Und die Digitalisierung ist zwar fundamental, ich sehe aber nicht, dass wir mit unserem intellektuellen Kapital da nicht mindestens mithalten können.
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Re: Die Deutschen sterben aus
Nicht nur, dass man als Parteimitglied der Partei Die Partei einen wichtigen politischen Beitrag leistet, indem man Parteimitglied einer extremen Partei ist, nämlich der extremen Mitte. Als Parteimitglied der Partei Die Partei darf ich überall durch!


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