
(Stuttgarter Zeitung, 19.03.2021)
Moderator: Moderator

Hier ein Experte etwas ausführlicher dazu, angesichts der 1,9 Billionen, die in den USA reingepumpt werden. Er denkt dass das Volumen so groß ist, dass es die Nachfragelücke um etwa das doppelte übersteigt, die Wirtschaft überhitzt und eine ordentliche Inflation kommen kann.drullse hat geschrieben:Ja, ok. Soweit ist mir das klar. Es klang für mich so, als hättest Du noch was Anderes im Hinterkopf.captainbeefheart hat geschrieben:Inflation ist ja eine Preiserhöhung für Produkte und Dienstleistungen.
Die Geldmenge (neben anderen Ursachen) spielt dabei eine wesentliche Rolle. Aktuell steht der gesamtwirtschaftlichen Leistung eine zu große Geldmenge gegenüber. Übersteigt die Nachfrage das Angebot, das kurzfristig nicht erhöht werden kann, steigen die Preise. Daran schließt sich eine Einkommens-Preis-Spirale an.
Wenn wir genügend Produktionskapazität haben, um die Nachfrage auch kurzfristig zu befriedigen haben wir kein Problem, deshalb ist es so wichtig, das die Unternehmen (= Produktionskapazität) jetzt nicht pleite gehen.
Wenn wir aber (weltweit) Unternehmen schließen müssen, die Nachfrage aufgrund der Geldmenge aber trotzdem steigt, tritt der Inflationseffekt ein. Nachdem wir ja in der Pandemie überall auf der Welt gleichzeitig dasselbe Szenario haben, kann und das schon massiv treffen.
Noch schlimmer wäre allerdings, wenn neben den Produktionskapazitäten auch die Nachfrage einbricht (Arbeitslosigkeit), dann gibt es Rezession und im schlimmsten Fall Depression.
Ich sehe aktuell überall noch weitgehende intakte Produktionskapazitäten, aber 1 oder 2 Jahre hält das nicht mehr. Deshalb ist die schnelle Durchimpfung so wichtig, da hilft uns jeder Tag.
Ich sehe das ähnlich wie Keko. Es mag "Normalität" geben hinsichtlich der Infektionszahlen aber bis auch eine wirtschaftliche Normalität zurückkehrt, wird es dauern.
Danke. Bleibt die Frage, was ein solcher Effekt in USA auf Deutschland bewirkt.captainbeefheart hat geschrieben:Hier ein Experte etwas ausführlicher dazu, angesichts der 1,9 Billionen, die in den USA reingepumpt werden. Er denkt dass das Volumen so groß ist, dass es die Nachfragelücke um etwa das doppelte übersteigt, die Wirtschaft überhitzt und eine ordentliche Inflation kommen kann.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2021-03/ ... sche-union
Zum einen kann bei uns Binnen- und EU-mäßig derselbe Effekt eintreten. Zum anderen kann aus den USA dann (zusätzlich) die sog. „importierte Inflation“ zuschlagen - wir haben ja (trotz Trump) ordentliche Handelsbeziehungen.drullse hat geschrieben:Danke. Bleibt die Frage, was ein solcher Effekt in USA auf Deutschland bewirkt.captainbeefheart hat geschrieben:Hier ein Experte etwas ausführlicher dazu, angesichts der 1,9 Billionen, die in den USA reingepumpt werden. Er denkt dass das Volumen so groß ist, dass es die Nachfragelücke um etwa das doppelte übersteigt, die Wirtschaft überhitzt und eine ordentliche Inflation kommen kann.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2021-03/ ... sche-union
captainbeefheart hat geschrieben:Zum einen kann bei uns Binnen- und EU-mäßig derselbe Effekt eintreten.
Ja, das schon, ich bin da aber halbwegs entspannt, dass das hierzulande keine zu heftigen Auswirkungen hat.Zum anderen kann aus den USA dann (zusätzlich) die sog. „importierte Inflation“ zuschlagen - wir haben ja (trotz Trump) ordentliche Handelsbeziehungen.
Natürlich „könnte“, was sonst? Ex ante kann es niemand wissen, ex post sind alle immer superschlau.Cogi Tatum hat geschrieben:Danke. Ein emeritierter Professor für Volkswirtschaft warnt Joe Bidens Konjunkturpaket könnte die Inflation in den USA stark anheizen.captainbeefheart hat geschrieben: Hier ein Experte etwas ausführlicher dazu, angesichts der 1,9 Billionen, die in den USA reingepumpt werden. Er denkt dass das Volumen so groß ist, dass es die Nachfragelücke um etwa das doppelte übersteigt, die Wirtschaft überhitzt und eine ordentliche Inflation kommen kann.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2021-03/ ... sche-union
Er sagt weiter das es gut ist, dass es eine teure Medizin für die US-Wirtschaft wegen Corona gibt. Aber er weiß nicht genau was die richtige Dosierung für diese Medizin ist und er befürchtet, dass Experten und die nicht-emeritierten Professoren es auch nicht wissen da die Krankheit der Wirtschaft ziemlich neu ist.
Und jetzt?![]()
Versöhnlich stimmen seine letzten zwei Sätze: "Die Unternehmen werden sich anpassen. Das Leben würde weitergehen."
"Wir" = Deutschland?captainbeefheart hat geschrieben:Ich halte die Inflationsrisiken derzeit für noch nicht allzu hoch, sofern wir die Corona Scheisse im Sommer einigermaßen in den Griff bekommen.
Ja, wir = Deutschland.drullse hat geschrieben:"Wir" = Deutschland?captainbeefheart hat geschrieben:Ich halte die Inflationsrisiken derzeit für noch nicht allzu hoch, sofern wir die Corona Scheisse im Sommer einigermaßen in den Griff bekommen.
Da habe ich ehrlich gesagt Zweifel, so wie das bisher läuft...
Ich gönne Dir Deinen Malle Urlaub von Herzen.Cogi Tatum hat geschrieben:MP Markus Söder sagte, es müsse dringend "eine Testpflicht und Quarantäne für Mallorca geben".
Klick -> https://www.tagesschau.de/inland/bab-so ... r-101.html
![]()
O.k. Ich fahre nach Malle in das Nicht-Risikogebiet mit niedriger Inzidenz. Dort lässt man mich nur mit einem negativen Test einreisen.
Auf Malle gelten dann zahlreiche Regeln und Einschränkungen an die ich mich halte.
Ich komme aus Malle und mache am Flughafen einen Test der negativ ist.
Und dann soll ich in Quarantäne?
Diese Einschränkung meiner Grundrechte in Form einer Quarantäne auf Verdacht und ohne Anlass wird doch durch Gerichte in nullkommanix gekippt.
Und falls nicht wandere ich aus!![]()
Es ist Vieles nicht komplex. Unseren politischen Entscheidern ist "pragmatisch" aber zu unterkomplex...captainbeefheart hat geschrieben:Ja, wir = Deutschland.
In den USA wird es bei der Impfgeschwindigkeit voraussichtlich schon im Sommer eine deutliche Entspannung beim Virus geben und der Fokus recht deutlich auf die wirtschaftliche Erholung gesetzt werden. Bei uns sieht das eher nach dem Spätherbst aus. Impfen und Testen haben wir ziemlich versemmelt.
Dabei habe einige Unternehmen schon heute ziemlich einfache Lösungen mit eigenen Teststrategien umgesetzt: Mitarbeiter in Präsenz werden vor dem Zusammenkommen mit vom Unternehmen bereitgestellten Selbtstests getestet. Ist nicht sooo komplex.
Wenn eine Region ein Nicht-Risikogebiet ist, ist es nicht gleichzeitig eine gute Idee zum aktuellen Zeitpunkt dorthin zu reisen. Testpflicht uns Quarantäne halte ich zum aktuellen Zeitpunkt für eine gute Idee, insbesondere bei Flugreisen, siehe mein voriger Post: Zu viele vermeidbare Kontakte in zu vielen vermeidbaren Kontexten (Taxi, ÖPNV, Counter, Check-in, Flugzeug) an zu vielen vermeidbaren Zeitpunkten. Der Hamburg-Flug ist dabei m.E. genauso zu vermeiden, wie der Malle-Flug.Cogi Tatum hat geschrieben:Es geht gar nicht so sehr um den Malle-Urlaub (ich war noch nie dort).captainbeefheart hat geschrieben: Ich gönne Dir Deinen Malle Urlaub von Herzen.
Es geht um den plumpen Populismus derer die jetzt glauben mit einer weiteren Beschränkung (der Quarantäne nach Rückkehr aus einem Nicht-Risikogebiet) im Politikbetrieb punkten zu können und die bereit sind dafür einen Konsens wie den, dass ein Nicht-Risikogebiet nach Ansicht des RKI eben ein Nicht-Risikogebiet ist, aufzukündigen.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil heute im ZDF: Man werde in der Bund-Länder-Runde besprechen müssen, ob die Entscheidung, Mallorca nicht mehr als Risikogebiet einzustufen, "in Stein gehauen" sei.
Gehts noch? Und ist der Flug nach Mallorca gefährlicher als der Flug zu anderen Zielen?
Und wenn Fliegen stets ein Risiko bedeutet, warum fordert niemand eine Quarantäne nach dem Flug von München nach Hamburg?
Und warum reiten diese Dödel von Politikern auf Mallorca herum?
Die Liste der mit dem Flugzeug zu erreichenden Nicht-Risikogebiete ist wahrlich länger:
Klick -> https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N ... e_neu.html
Gebiete, die zu einem beliebigen Zeitpunkt in den vergangenen 10 Tagen Risikogebiete waren, aber derzeit KEINE mehr sind:
Bahamas (15. Juni 2020 – 14. März 2021)
Dänemark: die Region Nordjylland (8. November 2020 – 14. März 2021)
Portugal: die Regionen Azoren, Alentejo, Centro und Norte (Virusvarianten-Gebiet 27. Januar 2021; Hochinzidenzgebiet 24. Januar 2021; Risikogebiet 8. November 2020 – 14. März 2021), nun auch die Region Algarve (6. November 2020 – 21. März 2021)
Spanien: die autonomen Gemeinschaften Kastilien-La Mancha, Valencia, Extremadura, Balearen, La Rioja und Murcia (21. Februar 2021 – 14. März 2021), nun auch die autonome Gemeinschaft Galicien ( September 2020 – 21. März 2021)
Finnland: die Region Österbotten (14. Februar 2021 – 21. März 2021)
Malaysia (24. Januar 2021 – 21. März 2021)
St. Vincent und die Grenadinen (Hochinzidenzgebiet vom 14. Februar 2021 – 27. Februar 2021; Risikogebiet vom 28. Februar 2021 – 21. März 2021)
Bekannte von mir waren auf Gran Canaria. Das ging so:captainbeefheart hat geschrieben:...
Wenn eine Region ein Nicht-Risikogebiet ist, ist es nicht gleichzeitig eine gute Idee zum aktuellen Zeitpunkt dorthin zu reisen. Testpflicht uns Quarantäne halte ich zum aktuellen Zeitpunkt für eine gute Idee, insbesondere bei Flugreisen, siehe mein voriger Post: Zu viele vermeidbare Kontakte in zu vielen vermeidbaren Kontexten (Taxi, ÖPNV, Counter, Check-in, Flugzeug) an zu vielen vermeidbaren Zeitpunkten. Der Hamburg-Flug ist dabei m.E. genauso zu vermeiden, wie der Malle-Flug.
Auf Mallorca findet sich die sudafrikanische Variante, die bei uns noch nicht so weit verbreitet ist, insofern ist es nicht mal anlasslos.Cogi Tatum hat geschrieben:Die Anordnung einer anlasslosen Quarantäne (o. k., Anlass wäre vielleicht der, die Hoteliers in Deutschland bei Laune zu halten)captainbeefheart hat geschrieben:Testpflicht und Quarantäne halte ich zum aktuellen Zeitpunkt für eine gute Idee
halte ich mit Blick auf das Grundgesetz für eine schwer erträgliche Idee.