Der Hitler-Fred

Der EMU-Stammtisch

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keko
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Beitrag von keko »

vb_man hat geschrieben:Die Amerikaner haben uns geholfen, weil sie Deutschland als Aufmarschgebiet gegen den Warschauer Pakt brauchten, nicht weil sie uns so furchtbar lieb hatten.
Naja, das mag sicher ein Grund gewesen sein, aber nicht der einzige. Deutschland war vor dem 2. Weltkrieg sozusagen ein HighTech-Land mit gewaltigen Know-How und vielen klugen Köpfen (man denke nur an die vielen Physiker und Erfinder aus dieser Zeit). Auch von daher war es für die USA sehr interessant. Sollte man das Wissen mitten in Europa brach liegen lassen?
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Linus
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Beitrag von Linus »

keko hat geschrieben:Deutschland war vor dem 2. Weltkrieg sozusagen ein HighTech-Land mit gewaltigen Know-How und vielen klugen Köpfen (man denke nur an die vielen Physiker und Erfinder aus dieser Zeit).
Auch während des 2.WK.
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keko
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Beitrag von keko »

Linus hat geschrieben:
Auch während des 2.WK.
Ja schon, aber da hauptsächlich erst mal Gegner.
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vb_man
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Beitrag von vb_man »

keko hat geschrieben:
Naja, das mag sicher ein Grund gewesen sein, aber nicht der einzige. Deutschland war vor dem 2. Weltkrieg sozusagen ein HighTech-Land mit gewaltigen Know-How und vielen klugen Köpfen (man denke nur an die vielen Physiker und Erfinder aus dieser Zeit). Auch von daher war es für die USA sehr interessant. Sollte man das Wissen mitten in Europa brach liegen lassen?
Natürlich, deutsche Technologie stand bei den Amis hoch im Kurs.

Ohne Wernher von Braun hätte es wohl niemals eine Saturn V Mondrakte gegeben. Den Mann hat man gebraucht, da war es dann auch nicht so tragisch, daß er als technischer Leiter der Versuchsanstalt Peenemünde einige zigtausend Zwangsarbeiter auf dem Gewissen hatte. Wenn man da jetzt weiterstochert, dann fängt es gleich gewaltig an zu stinken.

Irgendwie fällt mir jetzt die Szene ein aus dem Leben des Brian: Was haben uns die Römer eigentlich gegeben außer dem Viadukt, der medizinischen Versorgung, dem Straßenwesen,.........
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Linus
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Beitrag von Linus »

vb_man hat geschrieben:
Natürlich, deutsche Technologie stand bei den Amis hoch im Kurs.

Ohne Wernher von Braun hätte es wohl niemals eine Saturn V Mondrakte gegeben. Den Mann hat man gebraucht, da war es dann auch nicht so tragisch, daß er als technischer Leiter der Versuchsanstalt Peenemünde einige zigtausend Zwangsarbeiter auf dem Gewissen hatte. Wenn man da jetzt weiterstochert, dann fängt es gleich gewaltig an zu stinken.

Irgendwie fällt mir jetzt die Szene ein aus dem Leben des Brian: Was haben uns die Römer eigentlich gegeben außer dem Viadukt, der medizinischen Versorgung, dem Straßenwesen,.........
Das Thema mit den Wissenschaftlern im Dritten Reich ist natürlich schon ein besonderes: wohl niemals hatten Wissenschaftler die Möglichkeit, so uneingeschränkt zu forschen - wenn es in die richtige Richtung ging.
Moral gegen Wissensdurst - ein ungleicher Kampf!

Ansonsten mag ich diese Aufrechnereien aus der Geschichte nicht. Sonst kommen wir nur noch dahinter, daß viele Amerikaner von deutschen abstammen, die die Überfahrt nach Amerika von der Gemeinde bezahlt bekamen, dort ihr Glück machten, und sich dafür, daß sie diese Möglichkeiten hatten, dann nach ewigen Zeiten mit nem popeligen Care-Paket, durch die Nachfahren geschickt, bedanken.
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keko
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Beitrag von keko »

vb_man hat geschrieben:
Natürlich, deutsche Technologie stand bei den Amis hoch im Kurs.
Man glaubts kaum, aber das ist heute nicht viel anders. ;)

Zudem bestand Anfang des letzten Jahrunderts ein großer Teil (zeitweise sogar der größte Teil) der Einwanderer in die USA aus Deutschen. Also Deutschland so einfach plattmachen, wäre wohl innenpolitisch wohl eh nicht gegangen. Auf der anderen Seite hab ich gelesen, dass es für die Einwanderer-Kinder damals ziemlich hart gewesen sein muß und sie lange Zeit als Nazis beschimpft wurden. Das ist wohl auch der Grund, weshalb sich die Deutschen in den USA möglichst schnell integrieren wollten und auch heute nicht so auffallen, wie z.B. die Schotten, Iren oder Italiener.
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Beitrag von MöMö »

Mechi hat geschrieben:Mal ne andere Sache: Hat sich von euch schonmal jemand getraut, seinen Opa zu fragen, ob er im Krieg jemanden getötet hat? Ich traue mich jedenfalls nicht, weil ich Angst vor der Antwort habe....
Nee, aber die Soldbücher wo die Einsätze drin verzeichnet sind reichen vollkommen.....
Bigfoot
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Beitrag von Bigfoot »

Meine Großeltern hatten eine ganz eigene Art die Vergangenheit zu verarbeiten. Der eine Opa ist recht bald aus dem Krieg zurückgekommen und nie auch nur ein Wort darüber verloren wo er war und was er erlebt hat.

Der andere Großvater hat ein Buch geschrieben, welches er nur seinen Enkeln gab, d.h. es gibt nur 4 Exemplare. Er gab es jedem Enkel zu dessen 18. geburtstag. Darin hat er anhand des Soldbuches und anderer Dokumente seine gesamte Geschichte bis kurz nach seiner Heimkehr beschrieben.

Er war in Norwegen und in Rußland an der Front, kam dort in Gefangenschaft, wurde gücklicherweise nach Frankreich in Gefangenschaft geschafft und ist dort 3mal ausgerissen bis der dritte Versuch endlich geklappt hat und er von Westfrankreich zu Fuß nach Deutschland geflohen ist.

Darin beschreibt er in sehr einfachen aber deutlichen Worten den Alltag an der Front ohne zu beschönigen. Pur und direkt.
Wenn man diese Zeilen liest und die Person jahrelange kannte läuft es einem eiskalt den Rücken runter, wenn man auf einmal auf diese Art erfährt, was diese Person alles durchgemacht hat, aber nie gejammert hat oder darüber geklagt hat.

Ich bin stolz auf meinen Großvater, daß er auf seine Weise seine Erlebnisse so aufgearbeitet hat und nachfolgende Generationen daran teilhaben ließ.
Und ich bin stolz darauf, daß er nicht jeden Befehl blind ausgeführt hat, was ihn durchaus deutliche Nachteile einbrachte.
Also ich seh das anders.
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