Oh oh, ich muss gestehen, das mit den Schlafsäcken überlesen zu haben.
Kurzer Rundumschlag?
Prinzipiell musst Du unterscheiden zwischen einem Inlett und einem Schlafsack.
Inlett ist eine klassische Einschichtkonstruktion und wird gemeinhin verwendet, um einen Schlafsack etwas wärmer zu bekommen, auf langen Touren den hygienischen Aspekt nicht unbeachtet zu lassen (Inlett bekommt den ganzen Mief vom Körper ab und lässt sich einfacher waschen als der Schlafsack) oder auf Hüttentouren, die Schlaflager dort haben nämlich meist nur Matratze und Wolldecke.
Als Material gibt es gemeinhin Baumwolle (schwer, voluminös, etwa 3° zur Schlafsacktemperatur, ca 14 Taler), agyptische Baumwolle (feiner gewebt, leichter, kleiner, etwa 4°, 30 Taler), Seide (leicht, klein, fein, 5°, teuer, ab 40 aufwärts) und diverse Microfaservarianten in verschiedenen Stärken für warm bis ganz warm.
Ich selbst bin meist mit agypt. BW unterwegs, da ich durch's Klettern und die dadurch kommenden Hautkaputtgeschichten an den Händen dieses satinartige, glatt-hängenbleib-kratze Gefühl an den Händen nicht mag.
Zweites Themu: Schlafsäcke.
Immer Innenbezug, Füllung, Aussenbezug. Die dadurch eingeschlossene Luftschicht macht die Dinger erheblich wärmer, aber auch voluminöser und schwerer.
Hier gibt's als Material Daune oder Kunstfaser.
Daune ist leichter, kleiner packbar, bietet einen besseren Schlafkomfort sowie einen weiteren Temperaturbereich; dafür ist sie teurer und nässeempfindlich.
Kunstfaser ist pflegeleichter (Stichwort: Den Kindern leihen und dann verdreckt ab in die Waschmaschine), pflegeleichter, aber größer, dicker, schwerer. Und günstiger.
Gehst Du wandern, hast alles auf dem Rücken dabei, Packmaß und GEwicht spielen eine groooße Rolle und es geht NICHT nach Skandinavien, Schottland oder Island? Dann Daune.
Bist Du mit Auto, Koffer oder sonstwie unterwegs, dass Packmaß und Gewicht von untergeordneter Bedeutung sind, pflegeleicht und günstig aber angenehm erscheinen oder Du gehst in die drei oben genannten Regionen (Nässe!)? Dann Kunstfaser.
Zu den Temperaturangaben auf den Schlafsäcken, derer immer drei angegeben sind, ist folgendes zu sagen:
Sie nennen sich meist "Komfort, Limit, Extrem". Komfort bedeutet, dass Du eine kälteempfindliche Frostbeule bist. Ich selbst nehme mangels Körperfett und Muskulatur immer Komfort plus 2 Grad als Richtwert. Limit ist der harte-Kerle-Wert, nachts das Fenster auf im Winter und so, für eher kälteunempfindliche Personen. Extrem ignorieren wir- Du erfrierst nachts nicht, ja, eine schöne Nacht isses aber beileibe nicht.
Als klaustrophobisch veranlagter Mensch benötigst Du einen erheblich wärmerem Schlafsack als angegeben, da die Wärmewerte stets von enger Kapuze und eng zugezogenem Wärmekragen ausgehen. Kommst Du damit nicht zurecht, muss der Rest halt wärmer werden.
Die Größe orientiert sich anhand der Körpergröße; bist Du Bauchschläfer (Füße strecken!) kommen locker 5, eher 10cm zur Größe hinzu. Jemand, der sich viel bewegt nachts, schielt meist Richtung Deuter Exosphere- diese haben dehnbare Nähte verarbeitet, die nachts etwas mehr Bewegungsfreiheit geben.
Ein Rechtshänder nimmt einen Linkszipper und andersherum. Pärchen mit zwei Rechtshändern, da muss halt einer in den sauren Apfel beissen- gleiche Hersteller (bzw teils übergreifend, wenn YKK-Reissverschlüsse) lassen sich koppeln, Stichwort große, kuschlige Wohnhöhle, Wärme teilen etc).
Mit dem Dreamlite 500 hat Thorsten schon ganz recht, preis-leistungstechnisch eine Top Geschichte. Spielt in einer Liga mit dem Micro 600 von Salewa. Bei gleichzeitiger Wärme kleiner und leichter (oder, bei gleichem Packmaß und Gewicht wärmer) wird der Mammut (haben ja Ajungilak gekauft) Kompakt Summer sein. Die MTI 13-Füllung ist halt nochmal eine Ecke besser, aber auch teurer.
Sind aber alle 3 Sommervarianten für 10-15° nachts (und wärmer).
Wo geht's hin? Was machste damit?
Soviel von mir. Input!
