Amoklauf ein paar KM von hier ...

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Linus
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von Linus »

meggele hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:Aber seien wir mal ehrlich - alles was eine solche Tat im Vorfeld verhindern könnte geht einher mit Überwachung und massiven Eingriffen in Freiheiten. Wollen wir das nicht nehmen wir doch zumindest die Möglichkeit solcher Amokläufe in Kauf - und hoffen daß sie immer schön weit wegbleiben mögen.

Natürlich muss eine offenen Gesellschaft Amokläufe, Terroranschläge usw. in Kauf nehmen. Aber dass *alles*, was soetwas verhindern können sollte, mit Einschränkungen der Freiheitsrechte einhergehen muss, sehe ich nicht. Denn wenn die ganzen Amokläufe irgendetwas gemein hatten, dann, dass sich die Täter ausgestoßen, alleingelassen, unterschätzt, ignoriert gefühlt haben. Und da nun logischerweise nicht jeder (Schüler, was auch immer), dem es ähnlich geht, zum Amokläufer wird, diese Probleme aber dennoch irgendwie mit sich rumschleppt und diese sich wie auch immer äußern, dann kann die Gesellschaft doch nur gewinnen, wenn sie sich (wie auch immer) dieser Problematik annimmt.

(Abgesehen davon ist die billige "Killerspiele"-sind-böse-Antwort einfach nur peinlich und zeugt davon, wie wenig Ahnung die Herrschaften von dem haben, über was sie da reden.)

Es stimmt schon, die Erklärung des "ausgestoßenen, frustrierten, alleingelassenen Einzelgängers" ist allen diesen ereignissen gemein - eine Erklärung die meist schon kommt wenn die Waffen noch rauchen und ehe der eigentliche Tathergang geklärt ist. Das scheint mir einfach die "bequeme" Erklärung. Und sind wir mal ehrlich - irgendeine Macke lässt sich bei Jedem finden, im Zweifel ist Jemand der nach außen überall beliebt und akzeptiert scheint eben innerlich vereinsamt.

Ich hätte besser schreiben sollen daß alles was solche Taten verhinden kann Überwachung ODER Einschränkung von Freiheiten bedeutet, so war es auch gemeint.
Denn was bedeutet es denn sich um die "Außenseiter" zu kümmern, letztlich eine Art sozialer Kontrolle - und ich behaupte die will auch bei weitem nicht Jeder.
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meggele
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von meggele »

Linus hat geschrieben:Es stimmt schon, die Erklärung des "ausgestoßenen, frustrierten, alleingelassenen Einzelgängers" ist allen diesen ereignissen gemein - eine Erklärung die meist schon kommt wenn die Waffen noch rauchen und ehe der eigentliche Tathergang geklärt ist. Das scheint mir einfach die "bequeme" Erklärung. Und sind wir mal ehrlich - irgendeine Macke lässt sich bei Jedem finden, im Zweifel ist Jemand der nach außen überall beliebt und akzeptiert scheint eben innerlich vereinsamt.

Sicherlich klingt das bequem und natürlich hat jeder irgendwie einen an der Murmel - zumindest, wenn man im Nachhinein nach etwas sucht. Und auch wenn es so ist, dass zumindest bei den Fällen der letzten Jahre nie Leute beteiligt waren, die als "allseits beliebt, hatte viele Freunde und lud regelmäßig die ganze Schule nach Hause ein" beschrieben wurden, heißt das nicht, dass damit die wahre Ursache gefunden wurde. Es fällt nur eben schon auf, wie extrem sich einzelne Täter wie z. B. der der Virginia-Uni außerhalb der Gesellschaft gesehen haben.
Inwiefern diese Erkenntnisse, wenn man sie denn so nennen will, irgendetwas verhindern können, keine Ahnung. Klar ist doch aber auch, dass es immer frustrierte usw. Leute geben wird, nur muss eben so gut es geht verhindert werden, dass diese an Waffen gelangen. Und das heißt auch, die Zahl der für solche Taten relevanten Waffen zu verringern.

Linus hat geschrieben:Ich hätte besser schreiben sollen daß alles was solche Taten verhinden kann Überwachung ODER Einschränkung von Freiheiten bedeutet, so war es auch gemeint.
Denn was bedeutet es denn sich um die "Außenseiter" zu kümmern, letztlich eine Art sozialer Kontrolle - und ich behaupte die will auch bei weitem nicht Jeder.

Klar, das stimmt.
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thilo69
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von thilo69 »

Der Mensch ist es, der die Waffe "böse macht", wenn er sie entsprechend nutzt. Ich finde es einfach zu kurz gedacht, jetzt nur einfach auf den "üblichen Verdächtigen", also Waffen, Killerspiele, Gewaltvideos etc. rumzuhacken. Das Problem liegt woanders, wie Linus und meggele ja trefflich feststellen. Darum ging es mir in meinem Statement. :tomtiger
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thilo69
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von thilo69 »

Sofern die Berichterstattung stimmt war es hier der Vater der Waffe und Munition ungesichert aufbewahrt hat. DAS ist das Böse daran.


So war es wohl: 14 Waffen ordnungsgemäß im Tressor (Wozu braucht man so viele Waffen? Das ist selbst mir als Sportschütze schleierhaft!)

Das Problem war aber nicht die große Anzahl an Waffen, sondern die 15. Waffe auf dem Nachtkästchen. :chris76 Wie hohl muss man bitte sein,...??? Das ist ilegal und auch noch dämlich! Im Zweifelsfall hilft Dir die Waffe noch nicht mal im höchst unwahrscheinlichen Fall eine Notwehr. Ein gewaltbereiter Einbrecher wird immer schneller sein und eine gezogene Waffe würde ihn höchstens provozieren, selbst als erster einen Schuß abzugeben.
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Linus
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von Linus »

thilo69 hat geschrieben:Das Problem war aber nicht die große Anzahl an Waffen, sondern die 15. Waffe auf dem Nachtkästchen. :chris76 Wie hohl muss man bitte sein,...??? Das ist ilegal und auch noch dämlich!

Ich bin mal gespannt welche Konsequenzen das für ihn haben wird - wahrscheinlich Waffen abgeben und 50€ Ordungswidrigkeit. Vermutlich würde ich härter bestraft wenn ich meinen 14-jährigen Sohn auf einem einsamen Feldweg mal autofahren lassen würde.
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thilo69
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von thilo69 »

Linus hat geschrieben:Ich bin mal gespannt welche Konsequenzen das für ihn haben wird - wahrscheinlich Waffen abgeben und 50€ Ordungswidrigkeit. Vermutlich würde ich härter bestraft wenn ich meinen 14-jährigen Sohn auf einem einsamen Feldweg mal autofahren lassen würde.


Waffen weg ist klar! Da gibt es wohl null Toleranz! Ansonsten kenne ich den Strafrahmen nicht. Zu hinterfragen wird wohl auch sein, wie der Sohn an die Munition kam. Die geladene Waffe auf dem Nachttisch ist das Eine, aber Zugriff zu reichlich Munition...!

Ich hoffe aber, dass seine Strafe nicht zu gering ausfällt. Auf der anderen Seite werden die Opfer von einer hohen Strafe auch nicht wieder lebendig. Aber der eine oder andere Sportkollege wird wohl aufwachen, und mal drüber nachdenken, ob er denn genug getan hat, dass sein Sportgerät nicht in fremde Hände gerät.

Heute hab ich mich im Freundeskreis auch über das Thema unterhalten. Dort macht man eher die Killerspiele verantwortlich. Ich mag die ja auch nicht, aber ob das der richtige Ansatz ist... :nono
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meggele
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von meggele »

thilo69 hat geschrieben:Dort macht man eher die Killerspiele verantwortlich. Ich mag die ja auch nicht, aber ob das der richtige Ansatz ist... :nono

Genau. Sind die ursächlich irgendwie mit der Tat verbunden? Nö. Aber lieber verteufeln, was man nicht im geringsten kennt...
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QRoo
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von QRoo »

meggele hat geschrieben:
thilo69 hat geschrieben:Dort macht man eher die Killerspiele verantwortlich. Ich mag die ja auch nicht, aber ob das der richtige Ansatz ist... :nono

Genau. Sind die ursächlich irgendwie mit der Tat verbunden? Nö. Aber lieber verteufeln, was man nicht im geringsten kennt...

Denke schon das man die Ballerspiele in einen direkten Zusammenhang mit dem Verhalten von Jugendlichen bringen kann. Man kann das ja mal ganz einfach an sich selbst testen. Fahr mal 2-3 Std. irgend nen Autorennen und setz dich dann ins Auto und beobachte Dein Fahrverhalten. :chris76 Natürlich hinkt der Vergleich. Aber es beweist das ein Einfluß vorhanden ist. Denke da kommen mehrere Faktoren zusammen. Ein Verbot von Ballerspielen ist natürölich quatsch und auch IMO nicht durchsetzbar. "Schlechte Einflüsse" lauern an jeder Ecke. Viel mehr sollte man daran arbeiten das Eltern Zeit/Lust haben sich um ihre Kinder zu kümmern. 1Std. Computer zocken pro Tag wird einen Jugendlichen nicht aus der Bahn werfen. Das Problem ist das viele Eltern keine Zeit/Lust haben ihren Kindern eine sinnvolle Freizeitgestaltung anzuerziehen, da doppelt Berufstätig oder zu stark in den Beruf eingebunden.
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Linus
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von Linus »

QRoo hat geschrieben:
meggele hat geschrieben:
thilo69 hat geschrieben:Dort macht man eher die Killerspiele verantwortlich. Ich mag die ja auch nicht, aber ob das der richtige Ansatz ist... :nono

Genau. Sind die ursächlich irgendwie mit der Tat verbunden? Nö. Aber lieber verteufeln, was man nicht im geringsten kennt...

Denke schon das man die Ballerspiele in einen direkten Zusammenhang mit dem Verhalten von Jugendlichen bringen kann. Man kann das ja mal ganz einfach an sich selbst testen. Fahr mal 2-3 Std. irgend nen Autorennen und setz dich dann ins Auto und beobachte Dein Fahrverhalten. :chris76 Natürlich hinkt der Vergleich. Aber es beweist das ein Einfluß vorhanden ist. Denke da kommen mehrere Faktoren zusammen. Ein Verbot von Ballerspielen ist natürölich quatsch und auch IMO nicht durchsetzbar. "Schlechte Einflüsse" lauern an jeder Ecke. Viel mehr sollte man daran arbeiten das Eltern Zeit/Lust haben sich um ihre Kinder zu kümmern. 1Std. Computer zocken pro Tag wird einen Jugendlichen nicht aus der Bahn werfen. Das Problem ist das viele Eltern keine Zeit/Lust haben ihren Kindern eine sinnvolle Freizeitgestaltung anzuerziehen, da doppelt Berufstätig oder zu stark in den Beruf eingebunden.

Jede Zeit hat ihre "jugendgefährdenden" Faktoren. Ob Comics, Rock'n Roll, lange Haare, Hardrock oder eben Ballerspiele. Letztlich wird 20 Jahre später immer darüber gleacht.
Kinder haben schon immer Soldaten, Cowboy und Indianer oder sonstige Spiele gespielt in denen Töten "simuliert" wurde, jetzt eben virtuell. Ich glaube nicht daß die Ursache da zu suchen ist. Das Problem scheint mir vielmehr daß Kinder und Jugendliche auf der einen Seite nicht mehr lernen mit Frust umzugehen - alles was frustrieren könnte wird ja aus dem Weg geräumt - und auf der anderen Seite jede Form von Aggression gesellschaftlich geächtet ist so daß der Umgang mit Aggressionen auch nicht gelernt werden kann. Frust, und vor allem unbewältigter Frust schafft aber nunmal Aggressionen.
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von crazy »

thilo69 hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:Ich bin mal gespannt welche Konsequenzen das für ihn haben wird - wahrscheinlich Waffen abgeben und 50€ Ordungswidrigkeit. Vermutlich würde ich härter bestraft wenn ich meinen 14-jährigen Sohn auf einem einsamen Feldweg mal autofahren lassen würde.


Waffen weg ist klar! Da gibt es wohl null Toleranz! Ansonsten kenne ich den Strafrahmen nicht. Zu hinterfragen wird wohl auch sein, wie der Sohn an die Munition kam. Die geladene Waffe auf dem Nachttisch ist das Eine, aber Zugriff zu reichlich Munition...!

Ich hoffe aber, dass seine Strafe nicht zu gering ausfällt. Auf der anderen Seite werden die Opfer von einer hohen Strafe auch nicht wieder lebendig. Aber der eine oder andere Sportkollege wird wohl aufwachen, und mal drüber nachdenken, ob er denn genug getan hat, dass sein Sportgerät nicht in fremde Hände gerät.

Heute hab ich mich im Freundeskreis auch über das Thema unterhalten. Dort macht man eher die Killerspiele verantwortlich. Ich mag die ja auch nicht, aber ob das der richtige Ansatz ist... :nono



Es ist völlig egal, _wo_ die Waffen untergebracht werden; wenn der Junge schon 17 Jahre in seinem Elternhaus lebte, wird er irgendwann wissen, wo- selbst in den besten Verstecken- die Schlüssel zum Tresor liegen.

Mein Opa war auch Jäger und hatte im Keller einen stets sehr, sehr gut gefüllten Waffenschrank (für ab und an in Canada brauchte man mitunter die dickeren Kaliber), da kam ich natürlich niemals dran. Aber ich wage zu behaupten, dass ein 17jähriger Jugendlicher zuhause Mittel und Wege finden wird, an den Tresorschlüssel zu gelangen- das darf man den Eltern nicht vorwerfen.

Würde ich mir jetzt sofort eine Waffe besorgen wollen, ich wüsste einige Anlaufstellen, bei denen ich einfach aufgrund einer intensiven Vertrauensbasis gewisse Orte eingrenzen könnte.
Und meine Seele spannte
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thilo69
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von thilo69 »

crazyviech hat geschrieben:das darf man den Eltern nicht vorwerfen.


Eine Waffe auf dem Nachttisch sehr wohl! Und auch sonst haben die Eltern "sowas" zu verhindern. Es gibt geeignete Maßnahmen ("Tresorschlüssel am Mann" oder "Zahlenkombination"), die einen Zugriff auch durch Familienmitglieder verhindern kann.

Wenn ich scharfe Waffen daheim habe, dann muss ich diese maximal sichern. Wenn nicht, muss ich mit den Konsequenzen leben. Noch was: 15 Waffen daheim, das hat bei mir nix mehr mit einem Sportschützen zu tun. Das ist ein Waffennarr! :kuebeln
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von crazy »

thilo69 hat geschrieben:
crazyviech hat geschrieben:das darf man den Eltern nicht vorwerfen.


Eine Waffe auf dem Nachttisch sehr wohl! Und auch sonst haben die Eltern "sowas" zu verhindern. Es gibt geeignete Maßnahmen ("Tresorschlüssel am Mann" oder "Zahlenkombination"), die einen Zugriff auch durch Familienmitglieder verhindern kann.

Wenn ich scharfe Waffen daheim habe, dann muss ich diese maximal sichern. Wenn nicht, muss ich mit den Konsequenzen leben. Noch was: 15 Waffen daheim, das hat bei mir nix mehr mit einem Sportschützen zu tun. Das ist ein Waffennarr! :kuebeln


Ich möchte diese Waffenanzahl weder verniedlichen noch verurteilen, nur soviel: Es sind Sportschützen... jeder normale Mensch hat 1 Fahrrad zuhause. Wieviele hast Du? ;)



edit:

Und Wegschliessen funktioniert nicht. Du kannst mir erzählen was Du möchtest, aber jedes halbwegs intelligente Kind bekommt irgendwann alle Geheimnisse zu Hause heraus.

Dass Fahrräder Sportgeräte sind und Schusswaffen im ursprünglichen Sinne etwas anderes, steht ausser Frage. Der Unterschied ist nur wie sie genutzt werden- damals, als es z.B. die Tutsi- / Hutu-Geschichte gab, hätte man sie einerseits komplett verhindern können mit einigen hundert bewaffneten UN-Soldaten- andererseits hätte man auch in jedem Haus sämtliche Messer wegschliessen können, da die Morde fast ausschliesslich mit Messern, Hämmern und vor allem Macheten stattfanden.

In keinster Weise geht's mir hier darum, NRA-mäßig Waffen jedweger Art herunterzuspielen; nur darum, einen gewissen objektiven Abstand zu wahren. Wenn irgendjemand psychopathische Ansätze zeigt und seine Freunde mit einer Bibel erschlägt, deshalb direkt die katholische Kirche verbieten (okay, wäre so schlecht nicht die Idee ;) ) oder komplett Bücher wegschliessen lassen? Klar, Waffen dienen von der ursprünglichen "Idee" her der Tötung (eigtl. ja Jagd, Essen und so), aber wie sie genutzt werden obliegt eines jedem Geist; und wenn eben dieser Geist verwirrt, ängstlich, alleingelassen, was auch immer ist, wird alles zu einer Waffe. Hier sollte man Präventionsmaßnahmen ansetzen, wenn das überhaupt möglich ist.

Ansonsten waren es halt wieder Counterstrike und Co.


M.,
der auch weiterhin nix dergleichen zuhause hat, abgesehen von Steakmesser und Hackebeil.
Zuletzt geändert von crazy am 15 Mär 2009 17:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von thilo69 »

crazyviech hat geschrieben:Ich möchte diese Waffenanzahl weder verniedlichen noch verurteilen, nur soviel: Es sind Sportschützen... jeder normale Mensch hat 1 Fahrrad zuhause. Wieviele hast Du? ;)


4!!! MTB, Rennrad, Triathlonrad und Stadtrad! Jedes hat seinen "sportlichen Zweck" oder einen sinnvollen Nutzen.

Was hat eine Beretta mit großem Kaliber für einen "sinnvollen Nutzen". Das ist keine SPORTwaffe! Und im Alltag (Vergleich Stadtrad) braucht man Waffen ja nicht.

Ich, und das sag ich als Sportschütze, verurteile den Besitz von 15 Waffen sehr wohl. Das hat mit Sport nix zu tun und stellt uns Schützen nur in ein schlechte Licht. Das ist mindestens Sammlerleidenschaft (dazu könnte z.B. die Waffen z.B. auch unbrauchbar machen) oder Narrentum (das geört unterbunden)! Für beides sind Waffen die falschen Objekte. Hier gehört ein Riegel vorgeschoben.
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von Anja »

Leider fehlten bei dem Jungen einige Faktoren, die als Erklärung herhalten konnten, so daß jetzt kräftig nach neuem gesucht werden muß. Dummerweise hatte der Junge scheinbar einen Ausbildungsplatz (also keine Perspektivlosigkeit), die Eltern leben zusammen (Scheidungskind), das Kind war kein ADSler (bekannte Verhaltensauffälligkeit), nahm keine Drogen etc.

Wer hat in seinem Leben schon alles mal gesagt "den könnte ich umbringen" ohne auch nur je wirklich gefährdet zu sein, das auch zu tun.

Vielleicht werden jetzt in der Gegend ein paar mehr Schulsozialpädagogen oder Schulpsychologen eingestellt und er Kreis schiebt etwas mehr Geld in die präventive Jugendarbeit. Gibt Arbeitsplätze. Aber sonst?

Über die Jugendämter hört man doch generell nur zwei Berichte: über die Unfähigkeit der Mitarbeiter, die Bagatellen hochspielen und Eltern die Kinder wegnehmen, obwohl gar nichts ist und über die Unfähigkeit der Mitarbeiter, die ernste Hinweise ignorieren und den Eltern die Kinder nicht wegnehmen.

Die Psychologen in der Forensik haben es da vergleichweise besser: Die werden nur von der Öffentlichkeit negativ gesehen, wenn sie jemandem Besserung bescheinigen, solange sie jeden für gefährlich halten, mag man sie.

Anja
06.05.2012 Caldera Blanca
12.10.2014 - München Marathon * 12.07.2015 - Challenge Roth * 27.09.2015 - Berlin Marathon *
25.09.2016 - Berlin Marathon * 27. - 30.11.2016 Lanzarote Running Challenge * 10.12.2016 Lanzarote Marathon * 09.07.2017 Challenge Roth
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von thilo69 »

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,613181,00.html

Hier ein interessanter Beitrag mit folgendem Ende:

Doch über Waffengesetze und Computerspielverbote haben wir jetzt jedenfalls lange genug geredet. Die sind das geringste Problem.

Das größte Problem sind Eltern, die ihren Job nicht machen.


Ganz meine Meinung!
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