Offener Brief an die CSC-Geschäftsleitung

Der EMU-Stammtisch

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drullse
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Offener Brief an die CSC-Geschäftsleitung

Beitrag von drullse »

http://www.netzwerkit.de/projekte/csc/B ... 061216-001

Dafür braucht man mal etwas Zeit zum Lesen aber es lohnt. Es lohnt wirklich. Ich habe im Geiste mal die Namen einiger bekannter Unternehmen (auch mir persönlich bekannter...) eingesetzt und es passt wie die Faust aufs Auge.

Für mich ein sehr gut formulierter Text und in meinen Augen schlicht die reine Darstellung unserer wirtschaftlichen und sozialen Probleme.

Das dort auch ein Kapitel dem Radsport-Sponsoring gewidmet ist, macht ihn zusätzlich für dieses Board interessant.
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beeste
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Beitrag von beeste »

Schöner Brief, auch wenn mir am Anfang ein paar Sätze zu fehlen scheinen. Tut der Aussage aber keinen Abbruch.

Spiegelt ziemlich gut wieder, was mir Bekannte aus ihren Untenehmen erzählen.
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drullse
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Beitrag von drullse »

beeste hat geschrieben:Schöner Brief, auch wenn mir am Anfang ein paar Sätze zu fehlen scheinen.
Welche?
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beeste
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Beitrag von beeste »

drullse hat geschrieben:
beeste hat geschrieben:Schöner Brief, auch wenn mir am Anfang ein paar Sätze zu fehlen scheinen.
Welche?
"Wir halten es für wenig hilfreich, dass sich die Berater in der Geschäftsstelle vor Ort um Papierbestückung von Kopierern und Druckern oder um die Organisation der Reparatur von Akquisitionstätigkeit ohnehin mit administrativen Aufgaben gut beschäftigt."

Gut, hatte es nur quergelesen. Ist nur dieser Satz. Ich mein, ich versteh schon, was sie sagen wollen...glaub ich zumindest. ;)
lebkoungman
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Beitrag von lebkoungman »

klasse brief :daumen

gibt es auch ne offene antwort der geschäftsleitung?
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drullse
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Beitrag von drullse »

Es gibt eine Antwort auf einen (ähnlich formulierten) Brief vom November in dem sich die Belegschaft des Standortes Immenstaad dagegen wehrt, dass der Standort geschlossen wird und nach Prag verlegt (mit dort neuen Mitarbeitern). Schönes Detail: die Geschäftsleitung bittet inständig darum, dass die Arbeitsanweisungen und Anleitungen bis zur Schließung überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht werden.

Würde ich in so einem Fall meine Kündigung erhalten, würde ich die sicher nochmal überarbeiten... :twisted:

------------------

Zugeschickt wurde uns eine Antwort von R. Ricks ( President Global Infrastructure Services ) von CSC auf den offenen Brief der Beschäftigten aus Immenstaad.

November 3, 2006

Dear Colleagues:

Regardless of the fact that I consider the sending of your letter to the world press as not being appropriate, nor being good company practice, I'd like to give you my view on the points you are raising in your letter.

The Service Desk move to Prague is part of CSC's strategic decision to build a Nearshore Center in Eastern Europe. This Nearshore Center will also include other functions, which means that apart from the Service Desk other functions will be moved to Prague. The decision for this location has been made on the basis of an evaluation of criteria that appropriately considers all functions to be moved with the aim to achieve an overall optimum competitive service. Cost advantages play a decisive role but are, as explained, not the exclusive criterion. This decision as well as its execution is final, thus irreversible, and is in absolute accordance with GIS Global Operations and the local management.

The local management was in Immenstaad in May and in August to explain the need for the SD move and to discuss with you the reasons for this decision. They are committed to inform you about the detailed move plan.

Since May, many intensive information meetings with the workers councils have been held to discuss their views, opinions and suggestions. The business case "SD Prague" had been explained in detail to the workers council. Also, the results of ISA Consult's analysis and recommendations have been discussed in detail with the workers council. The local management explained our view and why we did not agree on their findings, in particular their financial conclusions.

It is very important to me to emphasize that the Immenstaad Service Desk has been, and is, of importance for CSC, and that the move of the Service Desk is not linked at all to the quality of the services delivered by the team in Immenstaad. CSC is very well aware that this high service quality reflects both the competence and the strong engagement of the whole Service Desk Team. This deserves all our respect and gains our recognition. To underline this, the German management has created an incentive model for the overall SD team, in a mutual shop agreement with the works council, to encourage the SD team to actively support the operational service as well as to support the move.

I'm aware that the move of these services to Prague, connected with the build-up of a new team will be very ambitious and challenging for our organization. This move will be therefore planned and realized with utmost diligence. Both the SD team's contribution and support to this move are essential for its success.

I encourage all of you to respect CSC's decision for this strategic step, which is essential for CSC to keep its position as a strong, appreciated and competitive Global IT Service Company in the market and to benefit our clients and shareholders.

Best Regards,

Richard C. Ricks
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wehaka
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Beitrag von wehaka »

Berlin (dpa) Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat Teilen der Wirtschaft einen Mangel an gesellschaftlicher Verantwortung vorgeworfen. Besonders in Großkonzernen drehe sich das Denken scheinbar oft nur um den Aktienkurs, sagte Huber der «Berliner Zeitung» (Samstag). Zufriedenheit von Mitarbeitern oder Kunden stünden dahinter zurück. Diese Mentalität müsse dringend beendet werden, forderte der Bischof von Berlin-Brandenburg. «Wer allein am Aktienkurs die Leistung von Managern misst, verliert an Glaubwürdigkeit.»

Huber kritisierte zugleich eine Maßlosigkeit bei der Bezahlung von Spitzenmanagern. «Es gibt Großkonzerne, in denen das Management Gehälter bezieht, deren Höhe jedes normale Maß übersteigt.» Das Durchschnittseinkommen in Deutschland liege bei rund 40 000 Euro im Jahr. «Wenn ein Manager 20 Millionen Euro im Jahr verdient, sprengt das jede Vorstellung von Gerechtigkeit», sagte Huber. Zu Recht werde beim Abbau von Arbeitsplätzen die Frage gestellt, wie viele Jobs sich von einem solchen Gehalt sichern ließen.
http://www.rhein-main.net/sixcms/list.p ... id=3413834
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Anja
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Beitrag von Anja »

wehaka hat geschrieben:
Berlin (dpa) Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat Teilen der Wirtschaft einen Mangel an gesellschaftlicher Verantwortung vorgeworfen. Besonders in Großkonzernen drehe sich das Denken scheinbar oft nur um den Aktienkurs, sagte Huber der «Berliner Zeitung» (Samstag). Zufriedenheit von Mitarbeitern oder Kunden stünden dahinter zurück. Diese Mentalität müsse dringend beendet werden, forderte der Bischof von Berlin-Brandenburg. «Wer allein am Aktienkurs die Leistung von Managern misst, verliert an Glaubwürdigkeit.»

Huber kritisierte zugleich eine Maßlosigkeit bei der Bezahlung von Spitzenmanagern. «Es gibt Großkonzerne, in denen das Management Gehälter bezieht, deren Höhe jedes normale Maß übersteigt.» Das Durchschnittseinkommen in Deutschland liege bei rund 40 000 Euro im Jahr. «Wenn ein Manager 20 Millionen Euro im Jahr verdient, sprengt das jede Vorstellung von Gerechtigkeit», sagte Huber. Zu Recht werde beim Abbau von Arbeitsplätzen die Frage gestellt, wie viele Jobs sich von einem solchen Gehalt sichern ließen.
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Schön, daß sich das mal jemand so sagen traut!

Anja
06.05.2012 Caldera Blanca
12.10.2014 - München Marathon * 12.07.2015 - Challenge Roth * 27.09.2015 - Berlin Marathon *
25.09.2016 - Berlin Marathon * 27. - 30.11.2016 Lanzarote Running Challenge * 10.12.2016 Lanzarote Marathon * 09.07.2017 Challenge Roth
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drullse
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Beitrag von drullse »

Anja hat geschrieben:Schön, daß sich das mal jemand so sagen traut!

Anja
Schade nur, dass diejenigen die es betrifft, es entweder nicht lesen oder mit einem Achselzucken abtun.
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