gelb gut günstig

Der EMU-Stammtisch

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DragAttack
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gelb gut günstig

Beitrag von DragAttack »

http://www.taz.de/pt/2007/03/03/a0200.1/text
Grün ist oft billiger als Froschgelb
Ökostromanbieter gleichen ihre höheren Einkaufspreise durch weniger Werbung und geringere Renditeansprüche aus
134 Zeilen, BERNWARD JANZING (TAZ-Bericht)
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kaiseravb
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Beitrag von kaiseravb »

Sorry, aber der Artikel ist schon allein deswegen teilweise falsch, weil der sogenannte Ökostrom seinen halbwegs wettbewerbsfähigen Preis nur deswegen hat, weil er zum Großteil hochsubventioniert erzeugt wird. Allein dem Strompreis zu vergleichen ist ein bisschen Augenwischerei. Das Erzeugen von, mir gefällt dieser Name besser, Strom aus erneuerbaren Energiequellen, ist einfach teurer, und irgendwer muss es bezahlen, Werbung hin oder her.

Richtig ist, steht auch teilweise drin, dass der "Normalstrom" nicht zuletzt deswegen überteuert ist, weil die Energiekonzerne riesige Margen einfahren. Das können sie, weil einerseits gar nicht genug "Ökostrom" produziert wird, um den gesamten Bedarf zu decken, andererseits weil die Erzeuger innerhalb ihres Versorgungsgebietes daraus folgend nahezu Monopolstellung haben. Mit etwas Wettbewerbsdruck sähe die Preispolitik vermutlich ganz anders aus. Das mit der Werbung und Sponsoring aber als Aufhänger, naja...

Das Modell, was einige Gemeinden haben, die Stadtwerke im kommunalen Besitz zu lassen, und so die Stromversorgung zu beeinflussen, ist allerdings durchaus vielversprechend, auch wenn der Zug teilweise leider im Rahmen von kommunal-geldgeilem Privatisierungs- und Verkaufswahn abgefahren ist.

Jetzt muss ich aber trotzdem noch erwähnen, dass Ökostrom teilweise gar nicht so öko ist, das ist aber eigentlich ein anderes Thema. Da gehts dann wieder um blödsinnige Subventionen und so ;) .
"Das geht schon" bedeutet:
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Nils
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Beitrag von Nils »

kaiseravb hat geschrieben:Sorry, aber der Artikel ist schon allein deswegen teilweise falsch, weil der sogenannte Ökostrom seinen halbwegs wettbewerbsfähigen Preis nur deswegen hat, weil er zum Großteil hochsubventioniert erzeugt wird. Allein dem Strompreis zu vergleichen ist ein bisschen Augenwischerei. Das Erzeugen von, mir gefällt dieser Name besser, Strom aus erneuerbaren Energiequellen, ist einfach teurer, und irgendwer muss es bezahlen, Werbung hin oder her.

[...]
Jetzt muss ich aber trotzdem noch erwähnen, dass Ökostrom teilweise gar nicht so öko ist, das ist aber eigentlich ein anderes Thema. Da gehts dann wieder um blödsinnige Subventionen und so ;) .
Ich finde gut, dass Öko-Strom subventioniert wird. :)
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Rhoihesse
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Beitrag von Rhoihesse »

Nils hat geschrieben:Ich finde gut, dass Öko-Strom subventioniert wird. :)
ich nicht
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kampftreter
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Beitrag von kampftreter »

Rhoihesse hat geschrieben:
Nils hat geschrieben:Ich finde gut, dass Öko-Strom subventioniert wird. :)
ich nicht
i a net ... 2-1 :oops:
Als die Geduld verteilt wurde...stand ich hupend im Stau....
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DragAttack
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Beitrag von DragAttack »

2-2
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DragAttack
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Beitrag von DragAttack »

Doppelpost
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sprudeltria
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Beitrag von sprudeltria »

3:2 für den "alternativen Strom" :blue . Wenn man über Subventionen spricht, darf man auch nicht den Nutzen daraus vergessen: Braun&Steinkohle wird ja auch finanziert, weil arbeitsplätze dran hängen. Erneuerbare energien haben sich aber zum Beispiel auch zu einem Exportschlager entwickelt.Jede Zweite Windkraftanlage der Welt kommt aus D-Land
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kaiseravb
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Beitrag von kaiseravb »

Nils hat geschrieben: Ich finde gut, dass Öko-Strom subventioniert wird. :)
Rhoihesse hat geschrieben:ich nicht
Nicht so pauschal, meine Herren ;) Ich finds grundsätzlich auch gut, und zwar so:
Die Subventionierung ist auf diesem Sektor dann gut und sinnvoll, wenn dadurch eine Variante der Energieerzeugung wettbewerbsfähig gemacht wird, bei der die (auch so ein Scheißwort) Ökobilanz zwar positiv ausfällt, das Vorgehen aber zu teuer ist, um gegenüber den konventionellen Varianten bestehen zu können.

Beispiele:

Photovoltaik ist in Deutschland extrem unwirtschaftlich, und das zu recht. Der Wirkungsgrad der Anlagen ist mager, der Energieverbrauch, natürlich aus nicht-Ökostrom, bei Herstellung und Entsorgung der Dinger exorbitant und steht in einem schlechten Verhältnis zur erzeugbaren Energie. Sonnenenergie fördern? Eher nicht.

Besser ist Windenergie, davon haben wir im Gegensatz zu Sonne wenigstens genug. Wenn aber wichtige Rückzugsgebiete für die Tierwelt mit Windrädern zugestellt werden, können empfindliche Ökosysteme nachhaltig ge- und zerstört werden. Tut man das nicht, steht man wieder vor dem Problem, dass nicht genügent Platz für ausreichend Windräder ist.
Wasserkraft verursacht ähnliche Probleme. Beim Walchenseekraftwerk hier in Bayern zB (es ist ganz toll, weil liefert sehr viel Strom) wurden riesige Stollen ins umliegende Gebirge gesprengt, um den Rißbach und Teile des Oberlaufs der Isar in den Walchensee umzuleiten, um mehr Wasser ablassen zu können. Das Ökosystem im Karwendel und oberhalb des Sylvensteinspeichersees hat sich dadurch messbar verändert. Das "Gute" ist, dass das vor 50 Jahren gemacht wurde, heutzutage wäre es wohl nicht mehr denkbar. Auch bei Talsperren sind die ökologischen Schäden oft immens. Das alles sind "Kosten", die beim bewerten der Subventionierung berücksichtigt werden müssen.
Wasser und Windenergie fördern? Vielleicht. Nach der Gegenüberstellung des Nutzens mit den Systemkosten, also inklusive der möglichen Schäden, die angerichtet werden entweder ja oder nein.

Langer Rede kurzer Sinn, es gilt auch hier wie immer, gezielte Förderung wenn sinnvoll ja, blinde Pauschalsubventionierung nein.
Und noch was anderes haarsträubendes, wenigstens teilweise werden die Förderungen für diese Energieerzeugung aus der Stromsteuer bezahlt. Die wird aber im Moment auch auf den lieben Ökostrom erhoben (EDIT: es sei denn, man hat ein eigenes kleines Wasserkraftwerk daheim), das ist geradezu bezeichnend für dieses komplett verfahrene System von Steuern und Subventionen.

Grüße
Öko-Andi
verbraucht jetzt Strom beim Wetten-Dass schauen :)
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Beitrag von DragAttack »

Rhoihesse hat geschrieben:
Nils hat geschrieben:Ich finde gut, dass Öko-Strom subventioniert wird. :)
ich nicht
^
Ist es nicht schon eine unangemessene Form der Subventionierung, dass AKWs überhaupt betrieben werden dürfen, ohne dass eine Lösung der Abfallproblematik existiert?
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Beitrag von Rhoihesse »

DragAttack hat geschrieben:
Rhoihesse hat geschrieben:
Nils hat geschrieben:Ich finde gut, dass Öko-Strom subventioniert wird. :)
ich nicht
^
Ist es nicht schon eine unangemessene Form der Subventionierung, dass AKWs überhaupt betrieben werden dürfen, ohne dass eine Lösung der Abfallproblematik existiert?
Solange ich nicht im dunkeln will ist mir das recht egal.
WTFWCWIIFM?
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Stefan
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Beitrag von Stefan »

DragAttack hat geschrieben:Ist es nicht schon eine unangemessene Form der Subventionierung, dass AKWs überhaupt betrieben werden dürfen, ohne dass eine Lösung der Abfallproblematik existiert?
Hast Du Dir mal ausgerechnet, wieviel Windräder wir in D aufstellen müssen, damit wir die AKWs abschalten können?

Stefan
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Beitrag von sprudeltria »

Stefan hat geschrieben:
DragAttack hat geschrieben:Ist es nicht schon eine unangemessene Form der Subventionierung, dass AKWs überhaupt betrieben werden dürfen, ohne dass eine Lösung der Abfallproblematik existiert?
Hast Du Dir mal ausgerechnet, wieviel Windräder wir in D aufstellen müssen, damit wir die AKWs abschalten können?

Stefan
hast du dir mal überlegt, das wir das müssen, weil das Uran nicht viel länger als Öl reicht?! :tomtiger
Außerdem ist bei den WIndkrafträdern z.B auch der technische Fortschritt zu sehen, da heutige anlagen wesentlich effizienter Strom produzieren als anlagen vor 10 oder 20 Jahren. Außerdem liegt in D immer noch das Problem an der effizienten Energienutzung(nicht zu verwechseln mit Energieverbrauch)vor Es gibt so einen netten Satz,der besagt, wenn man die Standby-funktion bei geräten nicht hätte könnte man 2 Akw´s schon mal locker weglassen.
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meggele
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Beitrag von meggele »

Stefan hat geschrieben:Hast Du Dir mal ausgerechnet, wieviel Windräder wir in D aufstellen müssen, damit wir die AKWs abschalten können?
Das ist echt relativ egal. Nehmen wir eben so lange Kohle, verfeuern Öl. Leute, es gibt keine unwirtschaftlichere Lösung als Kernenergie. Die Gesamt-CO2-Rate von Kernkraftwerken ist katastrophal: von Uran-Schürfung über AKW-Bau zur Endlagerung entsteht ein Zigfaches des CO2s, das man während des Betriebs vermeintlich einspart. Das ist seit zig Jahren bekannt, sicherlich auch solchen Tieffliegern wie Glos & Co (oder zumindest deren Beratern).
Es gibt keinen einzigen positiven Aspekt von Kernenergie, wirklich nicht.


Energieeinsparung muss das oberste Ziel sein. Größenordnungsmäßig sind da 50% drin. Aber dann würden Vattenfall und Freunde ja weniger Strom verkaufen. So ein Pech aber auch.
Es endet immer gleich.
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Beitrag von meggele »

sprudeltria hat geschrieben:Es gibt so einen netten Satz,der besagt, wenn man die Standby-funktion bei geräten nicht hätte könnte man 2 Akw´s schon mal locker weglassen.
Richtig.


Diese Woche hab ich gehört, dass es mittlerweile sogar Toaster gibt, die Standby haben und dabei natürlich Strom verbrauchen. Da fragt man sich wirklich, ob die noch irgendwie ganz bei Trost sind.
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