Schlechtwetterstandort Deutschland

Der EMU-Stammtisch

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Flow
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Schlechtwetterstandort Deutschland

Beitrag von Flow »

Platz zehn ... ... immerhin ... :cheer

Gibt sowieso kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung ... :ja

Dass extreme Wetterereignisse zunehmen, lässt sich nach Worten
Losters eindeutig an den analysierten Daten ablesen. Die Zahl
starker Stürme hat sich demnach seit 1950 verdoppelt, die
Häufigkeit von Überschwemmungen und Dürren sogar vervierfacht. "Wir
sehen bereits einen starken Klimaeffekt", sagte Loster.


Ach ... wat kümmern uns so'n paar analysierte Daten der Münchner Rück Stiftung ... sowas hat's ja früher auch schon gegeben und das Bier schmeckt trotzdem noch ... :lol:
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Sprotte
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Re: Schlechtwetterstandort Deutschland

Beitrag von Sprotte »

Flow hat geschrieben:Platz zehn ... ... immerhin ... :cheer


Ist bei der Berechnungsweise kein großes Wunder - schließlich wird in Deutschland bei Gelegenheit gern sonstwas für ein Schaden auf dem Wege Naturkatastrophe (z.B. Hochwasser oder Stürmchen) mit reguliert und da beschädigtes Privateigentum hierzulande auch deutlich wertvoller ist als irgendwo in einem armen Land, 'stimmen' auch die Schadenssummen im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt und verschaffen uns den offensichtlich bei jedem Ranking gewünschten Spitzenplatz. :twisted: :dagegen
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Re: Schlechtwetterstandort Deutschland

Beitrag von Flow »

Sprotte hat geschrieben:
Flow hat geschrieben:Platz zehn ... ... immerhin ... :cheer


Ist bei der Berechnungsweise kein großes Wunder - schließlich wird in Deutschland bei Gelegenheit gern sonstwas für ein Schaden auf dem Wege Naturkatastrophe (z.B. Hochwasser oder Stürmchen) mit reguliert und da beschädigtes Privateigentum hierzulande auch deutlich wertvoller ist als irgendwo in einem armen Land, 'stimmen' auch die Schadenssummen im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt und verschaffen uns den offensichtlich bei jedem Ranking gewünschten Spitzenplatz. :twisted: :dagegen


Nun ja, sie haben den finanziellen Schaden aber doch in Relation zum BSP gesetzt, daß hier ja auch wieder höher als in armen Ländern ist ...

Das Verhältnis Privateigentum/BSP sollte doch relativ konstant sein, oder nicht ... :???:

Weiterer Größe war die Zahl der Todesfälle ...
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Sprotte
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Re: Schlechtwetterstandort Deutschland

Beitrag von Sprotte »

Flow hat geschrieben:
Sprotte hat geschrieben:
Flow hat geschrieben:Platz zehn ... ... immerhin ... :cheer


Ist bei der Berechnungsweise kein großes Wunder - schließlich wird in Deutschland bei Gelegenheit gern sonstwas für ein Schaden auf dem Wege Naturkatastrophe (z.B. Hochwasser oder Stürmchen) mit reguliert und da beschädigtes Privateigentum hierzulande auch deutlich wertvoller ist als irgendwo in einem armen Land, 'stimmen' auch die Schadenssummen im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt und verschaffen uns den offensichtlich bei jedem Ranking gewünschten Spitzenplatz. :twisted: :dagegen


Nun ja, sie haben den finanziellen Schaden aber doch in Relation zum BSP gesetzt, daß hier ja auch wieder höher als in armen Ländern ist ...

Das Verhältnis Privateigentum/BSP sollte doch relativ konstant sein, oder nicht ... :???:

Weiterer Größe war die Zahl der Todesfälle ...

Ja, nur ist die Verteilung der Besitztümer in Dritte-Welt-Ländern noch deutlich schlechter als in Industrieländern wie D und F. Ob ein Sturm eine ganze Reihe sicherlich nicht hoch versicherte Wellblechhütte wegräumt oder ein teures deutsches Hausdach mit Hightech-Satantenne, Solarbezellung und was weiß ich beschädigt und Trümmerteile noch die Karosserie der daneben und ausnahmsweise mal nicht in der Garage geparkten Limousine beschädigen (hoffentlich wars auch wirklich ein Trümmerteil und nicht das Pech des letzten Monats, manchmal liegen solche Ereignisse ja günstig zusammen :ironie ) macht schon was aus.
Ich sag mal so: Deutschland kann sich einige solcher Katastrophen eher 'leisten' als irgendein Dritte-Welt-Land - die Menschen dort kommen auch dadurch wohl nie zu irgendwas, was mit unserem Lebensstandard vergleichbar wäre.
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Tom Tiger
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Re: Schlechtwetterstandort Deutschland

Beitrag von Tom Tiger »

Flow hat geschrieben:Weiterer Größe war die Zahl der Todesfälle ...

Das ist IMHO wieder so ein reisserischer Reporter-Humbug, damit der Artikel für das gemeine Volk "interessanter" wird. Andere Studien haben klar aufgezeigt, dass bei Hitzewellen zwar mehr Leute sterben als sonst, doch NACH Hitzewellen sterben dafür dementsprechend weniger. Mit anderen Worten, die (allermeisten) Hitzeopfer sind einfach ein paar Wochen/Monate früher gestorben, doch das Ende wäre auch ohne Hitze bald da gewesen.

Das Ganze tönt jetzt vielleicht etwas herzlos, doch ich hoffe, dass die Kernaussage angekommen ist.
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Re: Schlechtwetterstandort Deutschland

Beitrag von Flow »

Sprotte hat geschrieben:
Flow hat geschrieben:
Sprotte hat geschrieben:
Flow hat geschrieben:Platz zehn ... ... immerhin ... :cheer


Ist bei der Berechnungsweise kein großes Wunder - schließlich wird in Deutschland bei Gelegenheit gern sonstwas für ein Schaden auf dem Wege Naturkatastrophe (z.B. Hochwasser oder Stürmchen) mit reguliert und da beschädigtes Privateigentum hierzulande auch deutlich wertvoller ist als irgendwo in einem armen Land, 'stimmen' auch die Schadenssummen im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt und verschaffen uns den offensichtlich bei jedem Ranking gewünschten Spitzenplatz. :twisted: :dagegen


Nun ja, sie haben den finanziellen Schaden aber doch in Relation zum BSP gesetzt, daß hier ja auch wieder höher als in armen Ländern ist ...

Das Verhältnis Privateigentum/BSP sollte doch relativ konstant sein, oder nicht ... :???:

Weiterer Größe war die Zahl der Todesfälle ...

Ja, nur ist die Verteilung der Besitztümer in Dritte-Welt-Ländern noch deutlich schlechter als in Industrieländern wie D und F. Ob ein Sturm eine ganze Reihe sicherlich nicht hoch versicherte Wellblechhütte wegräumt oder ein teures deutsches Hausdach mit Hightech-Satantenne, Solarbezellung und was weiß ich beschädigt und Trümmerteile noch die Karosserie der daneben und ausnahmsweise mal nicht in der Garage geparkten Limousine beschädigen (hoffentlich wars auch wirklich ein Trümmerteil und nicht das Pech des letzten Monats, manchmal liegen solche Ereignisse ja günstig zusammen :ironie ) macht schon was aus.
Ich sag mal so: Deutschland kann sich einige solcher Katastrophen eher 'leisten' als irgendein Dritte-Welt-Land - die Menschen dort kommen auch dadurch wohl nie zu irgendwas, was mit unserem Lebensstandard vergleichbar wäre.


Ich kann deiner Logik noch nicht richtig folgen ... wieso sollte in D leichter ein Schaden in X Prozent des BSP entstehen als in einem armen Land ... :???:
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Sprotte
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Re: Schlechtwetterstandort Deutschland

Beitrag von Sprotte »

Flow hat geschrieben:Ich kann deiner Logik noch nicht richtig folgen ... wieso sollte in D leichter ein Schaden in X Prozent des BSP entstehen als in einem armen Land ... :???:

:lookaroun: Vermutlich lässt sich sowas in einem direkten Gespärch leichter erklären, aber ich versuchs nochmal, meine Meinung rüberzubringen:
Hauptpunkt ist eigentlich der, dass z.B. in D alles und jeder irgendwie versichert ist und Schäden entsprechend über eine Versicherung abgerechnet werden können und logischerweise dann auch werden. Und Versicherungs-Schadensauszahlungen sind vermutlich die einzigen Zahlen, die für solche Schadensberechnungen herangezogen werden können?
Weil ich aber glaube, dass mehrere Tausend woraus auch immer errichtete Hütten in Bangladesh oder Honduras oder wo auch immer sicherlich überhaupt nicht versichert sind (ebenso wie die anderen meist wenigen, aber trotzdem mal vorhandenen Besitztümer der Armen), glaube ich auch, dass diese nach einer Naturkatastrophe trotzdem endstandenen Schäden also nicht abgerechnet werden und damit statistisch auch nicht erfasst werden. Also ist die Berechnung der Schadenshöhen zwar nicht falsch, aber auch nicht direkt als 'real' zu bezeichnen.
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Beitrag von Flow »

Ok ... wenn du's über abgeschlossene Versicherungen bestimmst, mag da wohl was dran sein ...

Ansonsten hätte ich eben gedacht, daß eine Blechhütte in Bangladesh, gemessen am pro Kopf BSP, einen ähnlichen Wert hat, wie eine "schöne Hütte" in D ... da sie wohl etwas instabiler ist, als die hiesige, wäre dort dafür wieder schneller ein relativ gleich großer Schaden entstanden ... :lookaroun:

Alles nicht so leicht zu beurteilen ohne tiefere Einblicke in die Daten ...

@ Tom Tiger :
Das mag schon sein ... nichtsdestotrotz ... wenn in dem einen Land mehr Menschen ein paar Monate zu früh sterben als in dem anderen, dann hat man dort wohl trotzdem auch "mehr abbekommen" ... ;)


Mal abgesehen von allem, denke ich natürlich auch, daß die entwickelten Nationen weitaus besser darauf vorbereitet sind, Katastrophen "irgendwie aufzufangen" ... relativ gesehen besser ... was das nun absolut bedeutet, aoll mal dahin gestellt sein ...

"Extreme Wetterereignisse" ... :D ... nehmen wohl offensichtlich zu ... und die einen kriegen wohl mehr ab als die anderen ...
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Sprotte
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Beitrag von Sprotte »

Flow hat geschrieben:Ok ... wenn du's über abgeschlossene Versicherungen bestimmst, mag da wohl was dran sein ...

Ansonsten hätte ich eben gedacht, daß eine Blechhütte in Bangladesh, gemessen am pro Kopf BSP, einen ähnlichen Wert hat, wie eine "schöne Hütte" in D ... da sie wohl etwas instabiler ist, als die hiesige, wäre dort dafür wieder schneller ein relativ gleich großer Schaden entstanden ... :lookaroun:

Beim Verhältnis zum BSP stimme ich dir vollkommen zu, aber ich glaube eben nicht, dass der Einzelne dort ein Totalverlust irgendwie ersetzt bekommt.
Flow hat geschrieben:Alles nicht so leicht zu beurteilen ohne tiefere Einblicke in die Daten ...

Das ist vermutlich das Hauptproblem, deswegen ist das vorige auch nur meine 'gefühlte' Ansicht. Kann durchaus sein, dass es uns mittlerweile wirklich relativ hart erwischt.
Flow hat geschrieben:Mal abgesehen von allem, denke ich natürlich auch, daß die entwickelten Nationen weitaus besser darauf vorbereitet sind, Katastrophen "irgendwie aufzufangen" ... relativ gesehen besser ... was das nun absolut bedeutet, aoll mal dahin gestellt sein ...

Im großen und Ganzen ja, hinsichtlich der zunehmenden Abhängigkeit von der Technik trifft es 'entwickelte' Länder aber doch auch wieder recht stark.
Wenn ich nur dran denke, was in DD los war, als nach Kyrill oder wie der Wind hieß, der hier vorbeistrich, ein paar Ampeln und Lampen ausgefallen waren :roll: - pures Chaos! Das wäre in Mexico City oder Delhi sicherlich weniger ein Problem.
Der Ausgangszustand ist hinterher aber sicherlich schneller herstellbar.

Alles in allem ein spannendes Thema, dass Du da aufgetan hast, Flow :daumen Schade nur, dass es wohl unmöglich ist, relativ und/oder absolut vernünftige Daten zu haben, um 'richtig' diskutieren zu können :chris76
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kaiseravb
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Beitrag von kaiseravb »

Das ne Versicherungsstatistik eher mager Auskunft über irgendwelche Klimaveränderungen geben kann, habt Ihr aber im Hinterkopf, ja? ;)

Nur als Denkanstoß: die Tatsache, dass auch hierzulande in ansteigender Weise Hochwasserschäden reguliert werden müssen, kann man zwar auf Klimaveränderungen zurückführen, aber zum Beispiel auch darauf, dass zB in meiner schönen Heimat Bayern zwei Monate nach dem letzten Hochwasser alles wieder vergessen ist und die nächsten Überlaufbereiche zur Bebauung freigegeben werden, weil da der Grund doch so schön billig ist. Ich nehm an, bei den Bangladeshern wird das ähnlich sein, weil deren Politiker bestimmt nicht weniger doof sind. :blue

Nur meine zwei Pfennig.
Weitermachen. :tomtiger
"Das geht schon" bedeutet:
a) irgendwas ist gleich kaputt
b) irgendwer ist gleich mittel- bis schwer verletzt
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Sprotte
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Beitrag von Sprotte »

kaiseravb hat geschrieben:Das ne Versicherungsstatistik eher mager Auskunft über irgendwelche Klimaveränderungen geben kann, habt Ihr aber im Hinterkopf, ja? ;)

Nur als Denkanstoß: die Tatsache, dass auch hierzulande in ansteigender Weise Hochwasserschäden reguliert werden müssen, kann man zwar auf Klimaveränderungen zurückführen, aber zum Beispiel auch darauf, dass zB in meiner schönen Heimat Bayern zwei Monate nach dem letzten Hochwasser alles wieder vergessen ist und die nächsten Überlaufbereiche zur Bebauung freigegeben werden, weil da der Grund doch so schön billig ist. Ich nehm an, bei den Bangladeshern wird das ähnlich sein, weil deren Politiker bestimmt nicht weniger doof sind. :blue

Nur meine zwei Pfennig.
Weitermachen. :tomtiger

Guter Hinweis! :daumen Aber damit sind wir beim Kern der Sache: Ist der Mensch Schuld? (Sozusagen in doppelter Hinsicht?)
Oder einfach nur zu doof, sich an die wechselnden Lebensbedingungen auf diesem Planeten anzupassen? :hammer
Warum nicht alle aus Bangladesh wegziehen, kann aber wohl nur damit erklärbar sein, dass es den Menschen dort einfach finanziell nicht möglich ist? Allerdings war ich noch nie da, vielleicht ist es einfach generell superschön da und die Menschen haben sich seit Jahrtausenden an den Ärger gewöhnt und akzeptieren das im Gegenzug, ohne so viel zu jammern wie anderswo?
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