Amoklauf ein paar KM von hier ...

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crazy
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von crazy »

thilo69 hat geschrieben:http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,613181,00.html

Hier ein interessanter Beitrag mit folgendem Ende:

Doch über Waffengesetze und Computerspielverbote haben wir jetzt jedenfalls lange genug geredet. Die sind das geringste Problem.

Das größte Problem sind Eltern, die ihren Job nicht machen.


Ganz meine Meinung!


Guter Artikel, ganz genau.
Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus
flog über alle Lande
als flöge sie nach Haus...

Joseph von Eichendorff
lebkoungman
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von lebkoungman »

wie sollen die eltern in unserer leistungsgesellschaft ihren job (in bezug auf die kindererziehung) denn aus eurer sicht richtig gut machen?

ein wenig kurz gedacht ...
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Nils
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von Nils »

lebkoungman hat geschrieben:wie sollen die eltern in unserer leistungsgesellschaft ihren job (in bezug auf die kindererziehung) denn aus eurer sicht richtig gut machen?

ein wenig kurz gedacht ...


Wieso kriegen es die meisten Eltern hin?
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Linus
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von Linus »

Für mich ist genau das der Kern des Problems - daß Erziehuing ausschließlich Elternsache ist und nicht als gesellschaftliche Aufgabe gesehen wird. Aber da sind wir wieder bei der sozialen kontrolle die keiner haben will.
Ich kann Leute, die mich ernst nehmen, einfach nicht ernst nehmen,
lebkoungman
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von lebkoungman »

Nils hat geschrieben:
lebkoungman hat geschrieben:wie sollen die eltern in unserer leistungsgesellschaft ihren job (in bezug auf die kindererziehung) denn aus eurer sicht richtig gut machen?

ein wenig kurz gedacht ...


Wieso kriegen es die meisten Eltern hin?

da bin ich mir eben nicht immer ganz so sicher ...

@ linus
was genau verstehst du unter sozialer kontrolle?
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drullse
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von drullse »

Maja erzählte es mir in Portugal, als ich grade vom Rad kam, mein erster Kommentar: "Da werden mit Sicherheit wieder Ballerspiele für verantwortlich gemacht" und 2 Minuten später im Fernsehen kam genau der Spruch.

Die wirklichen Ursachen zu finden und zu benennen wäre halt mit echten Schuld- und Unfähigkeitseingeständnissen verbunden...

In England wurde übrigens jetzt eine Mitarbeiterin des Familienamtes verurteilt, weil sie nicht verhindert hat, dass ein kleiner Junge zu Tode gefoltert und verhungert lassen wurde. Richtige Richtung meiner Meinung nach.
Weiteratmen - DAS ist der Trick!!!
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QRoo
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von QRoo »

lebkoungman hat geschrieben:wie sollen die eltern in unserer leistungsgesellschaft ihren job (in bezug auf die kindererziehung) denn aus eurer sicht richtig gut machen?

:ja sehe ich auch so. Das Problem ist die Gesellschaft. Wenn man nicht gegen eine geld und leistungsgetriebene Gesellschaft angehen kann muss der Staat den nötigen Ausgleich schaffen um die Eltern zu entlasten.
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laufsusi
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von laufsusi »

Linus hat geschrieben:Für mich ist genau das der Kern des Problems - daß Erziehuing ausschließlich Elternsache ist und nicht als gesellschaftliche Aufgabe gesehen wird. Aber da sind wir wieder bei der sozialen kontrolle die keiner haben will.

dann müßte ich doch mit meinen kindern auf eine einsame hütte ziehen.
dürfte sie weder in den kindergaren, noch in die schule oder zu den schwieergeltern geben.
eine grundschulleherin in der 4.klasse sieht in der regel das kind öfters als der eigene vater.
ich meine damit nicht, dass ich die erziehung abgebe, aber ein kind unterliegt nun mal vielen einflüssen. und nur die eltern allein erziehen es nicht.
man kann nur versuchen seine werte weiterzugeben.
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QRoo
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von QRoo »

drullse hat geschrieben:In England wurde übrigens jetzt eine Mitarbeiterin des Familienamtes verurteilt, weil sie nicht verhindert hat, dass ein kleiner Junge zu Tode gefoltert und verhungert lassen wurde. Richtige Richtung meiner Meinung nach.

Da bin ich mir nicht sicher. Dein Kind fällt vom Rad ein zu ängstlicher Arzt deutet die Verletzungen falsch und benachrichtigt eine zu gewissenhafte Mitarbeiterin des Familienamtes....
Das ist jetzt natürlich zu weit her geholt. Vll sehe ich auch zu schwarz aber ich traue den Sozialfuzies (Die auf den Ämtern) nicht über den Weg.
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thilo69
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von thilo69 »

laufsusi hat geschrieben:man kann nur versuchen seine werte weiterzugeben.


Das ist doch schon mal ne ganze Menge!

Ich glaube auch, dass mit "die Eltern" nicht nur die Eltern des Amokläufers gemeint sind. Mal bitte darüber nachdenken!

Wie laufsusi schon schreibt, wir können nur "unseren Job" machen. Aber die anderen Eltern müssen auch "ihren Job" machen, sonst wird das nix. Wenn aber alle Eltern "ihren Job" machen, wird alles gut.

Und dann sollte man vielleicht auch mal darüber nachdenken, ob die Gesellschaft denn tatsächlich so leistungsorientiert sein MUSS. Das ist ja eine Spirale, die sich unendlich dreht. Immer höher, immer weiter, immer...! Warum nicht mal mit dem zufrieden sein, was man hat. Oder ist man damit schon Außenseiter?
Sind wir nicht alle ein bisschen.....EMU!?
lebkoungman
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von lebkoungman »

thilo69 hat geschrieben:
laufsusi hat geschrieben:man kann nur versuchen seine werte weiterzugeben.


Das ist doch schon mal ne ganze Menge!

Ich glaube auch, dass mit "die Eltern" nicht nur die Eltern des Amokläufers gemeint sind. Mal bitte darüber nachdenken!

Wie laufsusi schon schreibt, wir können nur "unseren Job" machen. Aber die anderen Eltern müssen auch "ihren Job" machen, sonst wird das nix. Wenn aber alle Eltern "ihren Job" machen, wird alles gut.

Und dann sollte man vielleicht auch mal darüber nachdenken, ob die Gesellschaft denn tatsächlich so leistungsorientiert sein MUSS. Das ist ja eine Spirale, die sich unendlich dreht. Immer höher, immer weiter, immer...! Warum nicht mal mit dem zufrieden sein, was man hat. Oder ist man damit schon Außenseiter?


wo liest du das raus? hatte nie an die eltern des amokläufers gedacht.

bzgl. leistungsgesellschaft: du glaubst allen ernstes, dass du als arbeitnehmer bestimmen kannst wann es genug ist? im umkehrschluss sind also alle die, welche eine 50 h woche haben raffkes, welche ihren hals nicht vollkriegen? du bist doch im vertrieb, geh doch mal zu deinem chef und sag ihm, dass es doch jetzt wirklich genug umsatz ist. du machst das restliche jahr auf 35 h woche. wahrscheinlich fällt er dir freudestrahlend um den hals.
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Linus
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von Linus »

laufsusi hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:Für mich ist genau das der Kern des Problems - daß Erziehuing ausschließlich Elternsache ist und nicht als gesellschaftliche Aufgabe gesehen wird. Aber da sind wir wieder bei der sozialen kontrolle die keiner haben will.

dann müßte ich doch mit meinen kindern auf eine einsame hütte ziehen.
dürfte sie weder in den kindergaren, noch in die schule oder zu den schwieergeltern geben.
eine grundschulleherin in der 4.klasse sieht in der regel das kind öfters als der eigene vater.
ich meine damit nicht, dass ich die erziehung abgebe, aber ein kind unterliegt nun mal vielen einflüssen. und nur die eltern allein erziehen es nicht.
man kann nur versuchen seine werte weiterzugeben.

Ich meinte nicht daß nur die Eltern Einfluß auf die Kinder haben, sondern daß die Eltern alleine für das Ergebnis der Erzeihung verantwortlich gemacht werden - trotz der von Dir geschilderten Umfeldeinflüsse. Wobei es mir jetzt nicht um eine Verantwortung im strafrechtlichen Sinn geht sondern vielmehr um eine Art moralische verantwortung derjenigen die negativen Einfluß haben oder möglichen positiven Einfluß nicht genutzt haben.
Ich bin ja auch der Meinung daß die Eltern versagt haben wenn die Kinder ausrasten. Aber das ist für mich eben nur ein Aspekt. Kindererziehung ist doch ein ziemlich vielschichtiger Fulltime-Job, zu dem es weder Handbuch noch Ausbildung gibt, für dessen Ergebnis es keine Garantie gibt und bei dem man nie sicher sein kann ob das, was man gerade tut, wirklich das Richtige ist. Manch einer kriegt das wunderbar hin - wobei es ja auch keine abschließende Definition für "Kindererziehung wunderbar hinkriegen" gibt -, andere eben weniger. Und da bin ich eben der Meinung daß es in der schönen Theorie hilfreich wäre wenn alle die Einfluß auf ein Kind haben oder haben können sich dessen bewußt sind und die Möglichkeit versuchen positiv zu nutzen. @lebkoungman: das meine ich mit "sozialer Kontrolle".
Wobei mir schon bewußt ist daß das oft sowohl am Engagement der möglichen Einflußnehmenden scheitert als auch an der Bereitschaft der Eltern sich in die Erziehung reinreden zu lassen. Ich bin ja auch so einer - am Mittwoch soll ich bei der Religionslehrerin meiner Tochter antanzen und fühle miche her genervt als unterstützt.
Was ich damit sagen will ist eigentlich nur daß wir in einer sehr individualisierten Gesellschaft leben in der Eltern sich nicht in die Erziehung reinreden lassen wollen und in der aber auch niemand ernsthaft reinreden will. Daß dabei dann auch mal sehr "individuelle" Ergebnisse dabei herauskommen muß uns doch nicht wirklich wundern.
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von keko »

lebkoungman hat geschrieben:bzgl. leistungsgesellschaft: du glaubst allen ernstes, dass du als arbeitnehmer bestimmen kannst wann es genug ist? im umkehrschluss sind also alle die, welche eine 50 h woche haben raffkes, welche ihren hals nicht vollkriegen? du bist doch im vertrieb, geh doch mal zu deinem chef und sag ihm, dass es doch jetzt wirklich genug umsatz ist. du machst das restliche jahr auf 35 h woche. wahrscheinlich fällt er dir freudestrahlend um den hals.


Ich kenn mich nicht in allen Branchen aus, aber aus meiner Erfahrung mit Leuten, die ich kenne, würde ich sagen, dass die 50+ Leute (Arbeitszeit) schon meistens selbst dran schuld sind. Natürlich gibt es Zeiten, wo man mal mehr arbeiten muß usw., aber irgendwann ist jeder dort, wo er hin will. Ich habe es schon zweimal im engsten Familienkreis erlebt, wo jemand ständig bis 20Uhr arbeiten "musste" und dann plötzlich, durch ein Ereigenis (das ich hier nicht näher beschreiben will :D ), waren sie jeden Tag spätestens um 18Uhr daheim und hatten Zeit.
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thilo69
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von thilo69 »

lebkoungman hat geschrieben:bzgl. leistungsgesellschaft: du glaubst allen ernstes, dass du als arbeitnehmer bestimmen kannst wann es genug ist? im umkehrschluss sind also alle die, welche eine 50 h woche haben raffkes, welche ihren hals nicht vollkriegen? du bist doch im vertrieb, geh doch mal zu deinem chef und sag ihm, dass es doch jetzt wirklich genug umsatz ist. du machst das restliche jahr auf 35 h woche. wahrscheinlich fällt er dir freudestrahlend um den hals.


Das wahrscheinlich nicht! Aber ich bin immer noch selbstbestimmt. Wenn ich mit weniger Geld zurecht komme und weniger Arbeit haben will, spreche ich mit meinem Chef. Derzeit gefällt mir das aber ganz gut. Und wenn der Chef nicht mitspielt, muss ich halt überlegen, ob ich mir ne andere Arbeit suche, die meinen Vorstellung eher entgegen kommt. Ich bin ja kein Sklave!!!
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keko
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Re: Amoklauf ein paar KM von hier ...

Beitrag von keko »

thilo69 hat geschrieben:Das wahrscheinlich nicht! Aber ich bin immer noch selbstbestimmt. Wenn ich mit weniger Geld zurecht komme und weniger Arbeit haben will, spreche ich mit meinem Chef. Derzeit gefällt mir das aber ganz gut. Und wenn der Chef nicht mitspielt, muss ich halt überlegen, ob ich mir ne andere Arbeit suche, die meinen Vorstellung eher entgegen kommt. Ich bin ja kein Sklave!!!


Genau! Die meisten von uns hier haben eine gute Qulifikation, da muß man nicht alles mitmachen, wenn man es nicht will. :D
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